Hallo nochmal,
das klingt alles sehr gut. Das Haus hat eine geringe Heizlast und kann mit einer kostengünstigen Heizung seinen Restwärmebedarf decken. Die LuftWP ist bei allen Häusern tödlich, außer bei deinem. Sie hat eine schlechte Effizienz obwohl den meisten vom Heizungsbauer genau das Gegenteil erzählt wird.
Ich gehe davon aus, dass die WW Bereitung nicht über Solarthermie erfolgt, da es unterm Strich kostengünstiger ist, das von der WP erledigen zu lassen. Die Investitionskosten der Solar sind zu hoch.
Ich habe übrigens die gleiche Konstellation, aber mein Haus ist nicht nach PHPP gerechnet, sondern ein KfW40 nach ENEV.
Du kannst durch die geringe Heizlast die PV Anlage klein halten. Es gibt einige Haken:
Die Anlage, auch wenn die 10 kw bringen würde, kann dich im Winter nicht direkt mit ausreichend Strom versorgen. Bei der KW Zahl würde über den Winter zuwenig Strom erzeugt werden, um die WP anzutreiben. Das weisst du ja selbst. Du möchtest dennoch die Anlage so verschalten, dass wenigstens einige KWH nach der Eigenverbrauchsregelung übers Jahr anfallen, denn Kleinvieh macht auch Mist.
Deine WP hat einen separaten Zähler mit Tag- und Nachttarif. Die beiden Phasen der PV werden vor das Lastschütz geklemmt, so dass trotz der Fernabschaltung der WP durch den EVU (Spitzenzeiten 3x täglich hier, unbedingt bei der Projektierung der WP einplanen!!) der Strom eingespeist werden kann.
Du brauchst nun einen speziellen Zähler, der Tag/ Nachttarif erkennt und auch registriert, dass z.B. auf 2 Phasen eingespeist wird und die dritte Strom bezieht. Das ist an einem Sonnigen Tag möglich, wenn die WP in Betrieb ist. Du brauchst einen Vierquadrantenzähler, der kann das. Den kannst Du leider nicht selbst stellen, sondern den stellt Dir, wenn Du Glück hast, der EVU--------wenn er dich nicht rauswirft bei Eigenverbrauch. Das Teil kostet am Markt mindestens 200€ mit einer Eichfrist von 8 Jahren (danach neu eichen oder Schrott). Nun rechne bitte durch, ob die paaranfallenden Eigenbezugs- KWH im Ergebnis die erhöhte Zählermiete (der EVU legt um) refinanziert. Durch Deinen geringen Stromverbrauch hast du auch eine geringe Eigenverbrauchsquote.
Ich habe für mich entschieden, dass die täglichen 3,5 KWH im Sommer für Warmwasser (man geht von 30% möglicher Eigenverbrauchsquote aus, also 1KWH) nicht ausreicht, um auch nur ein Nullsummenspiel zu erreichen.
Weiterer Nachteil ist, dass Dein Haushaltsstrom auch nicht auf Eigenverbrauch laufen kann, es sei denn, du legst eine Phase auf WP und eine auf deine Hausanlage. Denn beide Stromkreise sind bei dir getrennt und das ist Vorschrift.
Du kannst aber alles ins Netz einspeisen und beziehst über den Wärmepumpentarif günstigeren Heizstrom als den eingespeisten Solarstrom. Als klar denkender Ökologe weißt du aber um die Augenwischerei. Du speist Ökostrom ein und spekulierst auf die Kostendifferenz zum billigen Atomstrom. Eigentlich musst du nun auf grünen Heizstrom umsteigen!
Fazit: Eigenverbrauch ist schwierig zu realisieren und ich meine, es ist nicht praktikabel..
Aber man kann auch im Bilanzansatz sagen: Ich habe im Sommer Strom eingespeist und hole mir den Strom im Winter zum Heizen wieder. Dieses Umlageverfahren geht nur dank des EEG.
Deshalb machst Du es genau richtig,unbedingt die PV Anlage bauen!!!! Nur dann bist Du energieautark, wenn auch nicht ganz echt. In 20 Jahren ist die Speichertechnik vielleicht soweit, dass Du es wirklich sein kannst. Außerdem Erzeugst du eine KWH und verdreifachst durch die Arbeitszahl deiner WP diese Energiemenge noch (1 Teil Strom erzeugt 2-3 Teile Umweltwärme.
Allerdings ist der Einwand richtig, dass bei 5° Dachneigung bei der PV Grenzen gesetzt sind. Fachleute sprechen sogar von Risiken für die Dachdichtigkeit unterhalb einer Dachneigung von 30° (siehe HP Schletter oder Altec Montageanleitungen).
Eine Frage: ---Dünnschichttechnik????

Das ist nur bei Großanlagen üblich. Der Wirkungsgrad ist schlecht und kann nur durch mehr Module ausgeglichen werden. Und den Platz hat dein Haus sicher nicht.
Wenn es finanziell möglich ist, geht man auf Mono oder Polys mit mindestens 200Wp. Bedenke, dass deine Dachfläche wertvoll ist und nach 20 Jahren bei normalen Modulen 20% oder mehr Leistung verloren gehen. Bei Dünnschicht sogar noch mehr.Dann sind es in der Bilanz wieder zuwenig KWH, um dein Haus zu beheizen.
Ich habe auf meinem Dach B- Module der Fa. Centrosolar direkt aus der Fabrik geholt (1,50€ netto/ Wp) mit 230er Modulen. Die haben leichte Macken (Flecken, nachgelötet o.ä.) Das Preisnivaeau ist wie bei Markenchinesen. Ich habe selbst montiert, das spart noch mehr. Ich komme auf 2400€/ KWp).
Wer hat dir überhaupt zu Dünnschichttechnik geraten? Selbst wenn du Sonderspezialeinkaufspreise bekommst, sind die technisch eigentlich ungeeignet. Und schon bei dieser Dachneigung.
Was für eine WP hast Du?
Gruss Sonnensteiger