BHKW und Photovoltaik Anlage

Hausanschluß, Einspeisezähler, TAB, Anschlussbedingungen, Netzbetreiber, etc.

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon gunnar_kaestle » 13.11.2011, 01:45

liselotte hat geschrieben:A ) BHKW laufen, wenn warmes Wasser und /oder Raumwärme gebraucht wird.


Nein,
das BHKW läuft wirtschaftlich besser immer dann, wenn Strom gebraucht wird (stromgeführt, wärmegedeckelt, d.h. bei vollem Wärmespeicher schaltet das Gerät wie jeder Heizkessel aus). Die Wärme lässt sich gut und billig zwischenpuffern bis sie gebraucht wird, Stromspeicher sind deutlich teurer. Kapitel 4 - Optimierung des Eigenverbrauchs

Die Zählerkaskade als Schaltschema findet sich in Bild 4.

Gruß,
Gunnar
gunnar_kaestle
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 730
Registriert: 01.01.2010, 03:22
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon pv_erft » 13.11.2011, 21:01

gunnar_kaestle hat geschrieben:das BHKW läuft wirtschaftlich besser immer dann, wenn Strom gebraucht wird (stromgeführt, wärmegedeckelt, d.h. bei vollem Wärmespeicher schaltet das Gerät wie jeder Heizkessel aus). Die Wärme lässt sich gut und billig zwischenpuffern bis sie gebraucht wird, Stromspeicher sind deutlich teurer.


Und das soll auch für Micro-BHKWs fürs Eigenheim gelten? Wir brauchen grob 6 Monate im Jahr nur Wärme fürs Warmwasser und weitere 2-3 Monate nur ein paar kW für die Übergangszeit. Da läuft die Therme mal für eine Stunde und das wars. Als Puffer dienen bei der Fußbodenheizung ein paar Tonnen Beton. Und fürs reine Warmwasser ist sie ein paar Minuten an Tag beschäftigt. Größere Puffer helfen da nicht wirklich, die Anlage würde zwar länger laufen, aber auch länger stillstehen.

Meiner Meinung nach ist es für ein EFH nicht sinnvoll die Energie im Brennstoff nur teilweise zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Soweit ich Ulis Links entnehmen kann nutzt keines der (noch nicht verfügbaren) Micro-BHKWs Brennwerttechnik. Der maximale Wirkungsgrad liegt deshalb bei so 90, 92%. Gegenüber handesüblichen Brennwertthermen, die auf maximal 109% kommen. Man benötigt also grob 18,5% mehr Brennstoff um die Bude gleich warm zu bekommen. Ahem...

Ganz böse wird es wenn man ein energieeffizienteres Haus hat als unseres (freistehend, nur 10 cm WDVS drauf, 1,3er Fenster...). Dann sinkt der Wärmebedarf dermaßen in den Keller, daß das BHKW fast arbeitslos wird. Dafür hat man eine verdammt teure und gegenüber nem simplen Brenner mit Gebläse sehr komplexe Anlage im Keller, die rein in der Wartung wohl mehr kostet als die 120 Euro, die unser Installateur für das Reinigen und Prüfen der Therme ausruft. Man sollte _immer_ bedenken: für jeden Euro, den man in Energiespartechnik reinsteckt, muß man arbeiten. Und bei praktisch jedem wird durch die Arbeit die Umwelt geschädigt.

Nix gegen BHKWs. Nur passen sie meiner Meinung nach nur nicht überall.
pv_erft
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 117
Registriert: 20.05.2011, 10:58
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon Uli_bw » 13.11.2011, 21:32

Ihr hAbt wohl irgendwo alle recht...
lasst mich die Dinger in Natur sehen und mit den Heizungen vergleichen...
Das Thema Brennwert dürfte wohl das kleinste Problem sein...
ULI
Benutzeravatar
Uli_bw
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 230
Registriert: 09.08.2010, 08:07
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon gunnar_kaestle » 14.11.2011, 16:37

pv_erft hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist es für ein EFH nicht sinnvoll die Energie im Brennstoff nur teilweise zur Wärmeerzeugung zu nutzen. Soweit ich Ulis Links entnehmen kann nutzt keines der (noch nicht verfügbaren) Micro-BHKWs Brennwerttechnik. Der maximale Wirkungsgrad liegt deshalb bei so 90, 92%. Gegenüber handesüblichen Brennwertthermen, die auf maximal 109% kommen. Man benötigt also grob 18,5% mehr Brennstoff, um die Bude gleich warm zu bekommen.


Der Brennwertwärmetauscher im BHWK funktioniert genauso gut bzw. schlecht wie in der Wandtherme. Die 109% sind doch Augenwischerei, die vieleicht auf dem Prüfstand im Dauerbetrieb unter optimalen Bedingungen zu erzeilen sind, aber doch nicht im realen leben. Da sind 95% Nutzungsgrad ein sehr guter Wert.

Gruß,
Gunnar
gunnar_kaestle
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 730
Registriert: 01.01.2010, 03:22
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon pv_erft » 14.11.2011, 19:03

gunnar_kaestle hat geschrieben:Die 109% sind doch Augenwischerei, die vieleicht auf dem Prüfstand im Dauerbetrieb unter optimalen Bedingungen zu erzeilen sind, aber doch nicht im realen leben. Da sind 95% Nutzungsgrad ein sehr guter Wert.


Deshalb geben die Hersteller das auch als _maximalen_ Wirkungsgrad an. Ebenso wie bei den ollen Athmokesseln, Niedertemperaturgeräten, BHKWs und so weiter. Als wenn ein BHKW immer den Wirkungsgrad bringt, den der Hersteller (wie bei seinen anderen Offerten auch) werbewirksam nach vorne rückt.

Nebenbei ist es keine Hexerei, einem Brennwertgerät eine nette Umgebung zu schaffen. Übel takten tun die schon lange nicht mehr, und Flächenheizungen sind fast schon Standard beim Neubau.

Zu Brennwert undd BHKW: je mehr das im Gerät integriert ist (also ein Wärmetauscher die Energie aufnimmt und diese nicht "nur" dazu genutzt wird um die Aussenluft vorzuwärmen), desto mehr bringt es. Deshalb mein Hinweis, daß ich bei den Links zu den kleinen BHKWs nichts dazu gefunden habe. Und ob die es wirklich mögen literweise Kondensat abzubekommen kann ich nicht sagen. Sondern nur der Hersteller.
pv_erft
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 117
Registriert: 20.05.2011, 10:58
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon Kran01 » 14.11.2011, 19:35

Ich mach das auch mit BHKW und PV. Falls Du noch Erfahrungen suchst, geh zu

Bhkw-forum.de

Da gibts auch schon etliche mit der Kombination.
Kran01
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 208
Registriert: 07.09.2011, 10:41
PV-Anlage [kWp]: 10
Info: Betreiber

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon vilstalsonne » 14.11.2011, 22:01

gunnar_kaestle hat geschrieben:Der Brennwertwärmetauscher im BHWK funktioniert genauso gut bzw. schlecht wie in der Wandtherme. Die 109% sind doch Augenwischerei, die vieleicht auf dem Prüfstand im Dauerbetrieb unter optimalen Bedingungen zu erzeilen sind, aber doch nicht im realen leben. Da sind 95% Nutzungsgrad ein sehr guter Wert.


Ein Wirkungsgrad von mehr als 100% ist phsikalisch nicht möglich.
Wenn wir tatsächlich eine Maschine erfinden können, die 9% mehr Energie erzeugt als man reinsteckt, brauchen wir keine PV mehr.

Der angegebene Wirkungsgrad von Heizungsanlagen bezieht sich auf den mittleren Heizwert.
Das ist nicht der tatsächliche Energiegehalt, sondern ein niedrigerer Wert.
Er stammt noch aus Zeiten weniger effektiven Heizungen.
Ich denke dass bei Bhkws nicht mit dem mittleren Heizwert gerechnet werden darf.
Deshalb wohl die Differenzen.

Es sollte in den 70ern anscheinend keiner wissen, wie ineffektiv die damaligen Ölkessel waren.
Deshalb Berechnungsbasis anpassen auf dass was man sich damals optimal vorstellte.
So ereichte man einen Wirkungsgrad von 75% obwohl man nur bei 50% lag.

Als Werbung sind 109% immer noch gut, ist zwar meist mit Sternchen, mit Hinweis "auf Basis mittlerer Heizwert", gekennzeichnet.
Aber keiner weiß was das bedeutet.

Grüße Vilstalsonne
144 St. Sharp NU 180 an 3 Kaco 8000, 1 Kaco 4500
60 St. Sharp NU 180 an 3 Kaco 3600
70 St. Scharp NU 180 an 2 Kaco 3600, 1 Kaco 6000
125 St. Yingli 240 an 1 Danfoss Tlx 15, 2 Tlx 8
96 St. Yingli 240 an 1 Danfoss Tlx 12,5, Tlx 10
vilstalsonne
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 179
Registriert: 16.09.2009, 19:22
Wohnort: Vilstal
PV-Anlage [kWp]: 106,68
Info: Betreiber

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon pv_erft » 15.11.2011, 16:11

vilstalsonne hat geschrieben:Der angegebene Wirkungsgrad von Heizungsanlagen bezieht sich auf den mittleren Heizwert.
Das ist nicht der tatsächliche Energiegehalt, sondern ein niedrigerer Wert.


Definitionssache. Es ist die Energie, die durch Verbrennung des Brennstoffes entsteht. Der Unterschied zum Brennwert liegt eben in der Energie, die bei Kondensation des bei Heizölund ganz besonders Erdgas in Massen entstehenden Wassers frei wird. Bei zB. Koks sind Heiz- und Brennwert ziemlich identisch.

vilstalsonne hat geschrieben:Ich denke dass bei Bhkws nicht mit dem mittleren Heizwert gerechnet werden darf.
Deshalb wohl die Differenzen.


Informiere Dich lieber nochmal.

vilstalsonne hat geschrieben:Es sollte in den 70ern anscheinend keiner wissen, wie ineffektiv die damaligen Ölkessel waren.
Deshalb Berechnungsbasis anpassen auf dass was man sich damals optimal vorstellte.
So ereichte man einen Wirkungsgrad von 75% obwohl man nur bei 50% lag.


Könntest Du bitte dem Publikum erklären wie bei grad mal 6% mehr Brenn- statt Heizwert ein Ölkessel von 50% auf 75% Wirkungsgrad schöngerechnet werden konnte?

Wie Du sicher weißt waren die Vorlauftemperaturen oin den 70ern durchschnittlich _weit_ höher als heute. Deshalb konnten auch Kamine halbwegs simpel gemauert werden, das Abgas was so heiß, daß es erst draussen kondensierte. Bei 60, 70°C Vorlauf mußt Du Dich verdammt anstrengen um den Brennwerteffekt spürbar zu nutzen.

vilstalsonne hat geschrieben:Als Werbung sind 109% immer noch gut, ist zwar meist mit Sternchen, mit Hinweis "auf Basis mittlerer Heizwert", gekennzeichnet.
Aber keiner weiß was das bedeutet.


Interessant. Ich kann Dir aus dem Stand ein dutzend Leute in meinem engeren Bekanntenkreis nennen, die sehr genau wissen was das bedeuten. Und keiner von denen arbeitet in der "Heizungsbranche". Bist Du Dir denn sicher daß Du es weißt?
pv_erft
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 117
Registriert: 20.05.2011, 10:58
Info: Interessent

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon tom70794 » 19.02.2012, 15:08

Moin, Moin

Uli_bw hat geschrieben:Die Mikro BHKW mit el ca. 1 kW und thermisch etwa 5 kW gehen demnächst in Produktion.
Wann wird das BHKW hauptsächlich am laufen sein?

Also gemeint ist das Vaillant/Honda-BHKW mit 1 kWh elktr,/2,5 kWh thermisch).
Habe ich seit 3/2011 selber.
Bisherige Erfahrung.
Lauft im Sommer 2,5 h pro Tag. Ab Oktober 2/3 des Tages. Und Ab November bis Februar durch. Ab März dann wohl wieder 2/3 des Tages. werde wohl auf 4000 h/Jahr kommen.

Da im Sommer das BHKW wenig läuft ist eine Überschuß-PV sicher sinnvoll. Was ich auch jetzt ergänzen werde.

Tom
tom70794
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 41
Registriert: 19.02.2012, 12:39
PV-Anlage [kWp]: 3,38
Info: Betreiber

Re: BHKW und PV Anlage

Beitragvon Henning_PV » 19.02.2012, 16:53

Ich bin auch am überlegen PV und BHKW zu kombinieren. Die klassische Lehre für BHKW ist, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, indem man die Laufzeit möglichst hoch bekommt (4000h+). Das soll den Eigenverbrauch optimieren, da ja "der Gewinn" bei Eigenverbrauch ca 10Cent höher ist als bei Einspeisung. Daher solche Winzanlagen wie Vaillant mit 1KWel.
Ein alternativer Denkansatz (geklaut vom range extender Konzept wie Toyota Prius plugin):
Ein mittelgroßer Akku (8-10KWh).
Im Sommer wird der Akku in der Regel von der PV geladen mit 100% Eigennutzung durch den Akku.
Im Winter wird der Akku vom BHKW geladen mit 100% Eigennutzung.
Das neue: Selbst wenn ich ein 3KWel, 10KW Wärme habe, komme ich durch den Akku trotzdem auf 100% Eigennutzung des Stroms, auch wenn die Kiste nur z.B. eine Stunde am Tag läuft (weil ich ja über Akku puffere).
Man löst damit 2 weitere Probleme:
1. Weil der Motor nicht so viele Betriebsstunden im Jahr hat, muß man ihn wesentlich weniger oft warten.
2. Man spart sich Zusatzheizlösungen, falls z.B. die 3KW Wärme des Vaillant bei -20Grad in einem alten Haus nicht reichen das Haus zu heizen (10KW passt für fast jedes halbwegs moderne Haus)
Ein 3KW Ottomotor nur vielleicht 100€uro teurer als ein 1KW Ottomotor - wenn man einen nehmen kann der in guten Stückzahlen hergestellt wirds sogar billiger.

Einen 8KW Li Akku kann man sich mittlerweile für 3000Euro beschaffen (z.B. http://www.ev-power.eu)
Wirtschaftliche Betrachtung PV+BHKW 2.0 (Beispiel bei mir 3000KWhStrom und 10-15.000KWh Gas)
3000 Euro für 3KW PV panels
3000 Euro für 8KW Akku
2000 Euro Wechselrichter + Akkulader (5KW)
BHKW: schweineteuer, aber warum eigentlich - ich hab mal Freunde gefragt aus der Automobilbranche - 4000 Euro für Motor und Generator ist machbar (sind also 2000 Euro mehr als eine Brennwerttherme)
Dafür bekomme ich 100% Eigenstrom "umsonst" + Warmwasser im Sommer größtenteils aus der PV.
Wahrscheinlich habe ich noch Fehler in der Idee, sagt mir welche bevor ich anfange zu bauen :)
Wenn ich es mit Investition vergleiche mit Brennwerttherme+ meine alte thermische Solaranlage + PV, dann ist das neue Modell besser und müßte sich eigentlich OHNE Subvention über 15Jahre rechnen.

Henning_PV
Benutzeravatar
Henning_PV
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 784
Registriert: 19.02.2012, 16:12
PV-Anlage [kWp]: 3
Info: Betreiber

VorherigeNächste

Zurück zu Verteilnetzbetreiber (VNB)



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast