Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Hausanschluß, Einspeisezähler, TAB, Anschlussbedingungen, Netzbetreiber, etc.

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon Suedbrandenburger » 22.06.2012, 18:31

Hallo Forumsgemeinde,

ihr habt ein großartiges Forum, dass ich jetzt auch sehr gern einmal aktiv um Rat bitten möchte:

Ich möchte in den nächsten Wochen/Monaten eine ca.8,5 kWp Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern errichten lassen. Da ich selbst nicht mehr in der Gegend wohne und auch weder Eigentum am Haus habe noch Anschlussinhaber für den dreiphasigen Stromanschluss bin (beides sind meine Eltern), habe ich mir Folgendes überlegt:
(1) Ich schließe einen Dachpachtvertrag mit meinen Eltern, der keine Pachtzahlung beinhaltet. Als Vergütung für die Nutzung des Daches erhalten meine Eltern hingegen die Möglichkeit, so viel Solarstrom wie gewünscht direkt aus der Anlage zu einem vorher in Euro-cent/kWh definierten Arbeitspreis zu nutzen
(2) Um diese Variante des Marktintegrationsmodells nach dem neuen EEG (wenn es denn tatsächlich final zu entschieden wird) umzusetzen, möchte ich eigentlich den gleichen Zähleraufbau wie beim bisher gültigen Eigenverbrauchsbons nutzen (also dass einerseits der aktuelle Bezugszähler des Anschlussinhabers in einen neuen Zweirichtungszähler getauscht wird und andererseits zusätzlich der PV-Erzeugungszähler für die Anlage installiert wird).

Jetzt bin ich jedoch unsicher, ob dies überhaupt machbar ist, da ich ja gar nicht selbst der Anschlussinhaber bin. Muss ich dann eventuell einen eigenen Zweirichtungszähler installieren lassen? Aber dann könnte ich nicht die "Direktvermarktung" an meine Eltern realisieren.

Und noch eine Frage: Gibt es irgendeinen Grund dafür, dass es mir der Verteilnetzbetreiber (MITNETZ STROM) verbieten könnte, den PV-Erzeugungszähler selbst zu kaufen und selbst den eingespeisten Strom zu messen und dem VNB in Rechnung zu stellen? Bei der Größenordnung reicht meines Erachtens ja ein Zähler ohne Rücklaufsperre, damit ich keinen Bezugsstromvertrag abschließen muss. Oder ist das gar nicht relevant?

Es wäre toll, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

VG, der (ehemalige) Südbrandenburger
-----------------------------------------------------------------------
8,575 kWp
35 x Yingli YL245P-29b , 1 x Danfoss TLX+ 8k, 1 x Solar-Log1000
Ausrichtung: -50° (SO), Neigung: 47°
Inbetriebnahme: 09/2012
Benutzeravatar
Suedbrandenburger
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 18
Registriert: 22.06.2012, 17:42
PV-Anlage [kWp]: 8,575
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon liselotte » 22.06.2012, 19:57

Hallo Südbrandeburger
Warum so kompliziert ?
Wenn das ganze von den Eltern betrieben wiird, können die so viel Eigenverbrach haben, wie techn. möglich
Entschuldige meine Direktheit, aber in enem intakten Eltern-Kind-verhältnis braucht man so nen Schmarren nicht.
Nochmsls überdenken
rät Dir
Liselotte
liselotte
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 929
Registriert: 20.10.2010, 19:13
PV-Anlage [kWp]: 7,03
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon elfaro » 22.06.2012, 21:32

Etwas zu kompliziert gedacht. Direktvermarktungsmodell ist etwas anderes, dabei fließt der Strom über ein öffentliches Netz. Was du machen willst, ist normaler EV - mehr interessiert den VNB eigentlich nicht. Alles weitere muss intern geklärt und geregelt werden. Das Finanzamt wird aber auf schriftlichen Verträgen bestehen wollen.

Deine Frage nach dem PV-Erzeugungszähler wurde schon an meheren Stellen diskutiert. Es gibt da auch konträre Ansichten, lies mal hier z.B.:
erweiterung-oder-neue-anlage-2kwp--p729691.html#p729691
Standort: 56xxx (Koblenz), PVgis10: 857kWh/kWp
PV-Anlage: 7,60 kWp Fire Energy FE-190M an Power-One PVI-5000
Dach 1: NO mit -118°S, DN 25°, 2x9M / Dach 2: SW mit +62°S, DN 25°, 2x11M
elfaro
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1656
Registriert: 16.03.2010, 16:42
PV-Anlage [kWp]: 7,60
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon liselotte » 23.06.2012, 07:36

elfaro hat geschrieben:Etwas zu kompliziert gedacht. Direktvermarktungsmodell ist etwas anderes, dabei fließt der Strom über ein öffentliches Netz. Was du machen willst, ist normaler EV - mehr interessiert den VNB eigentlich nicht. Alles weitere muss intern geklärt und geregelt werden. Das Finanzamt wird aber auf schriftlichen Verträgen bestehen wollen.

Deine Frage nach dem PV-Erzeugungszähler wurde schon an meheren Stellen diskutiert. Es gibt da auch konträre Ansichten, lies mal hier z.B.:
erweiterung-oder-neue-anlage-2kwp--p729691.html#p729691


Hallo elfaro
Dein Kommentar ist korrekt.

Hallo Südbrandenburger
Ergänzung zu Mrktintegration und Diektvermarktung u andere Prämien : Diese bedingen die Einrichtung eines Bilanzkreises und kommen in der Regel nur für grosse Energiemengen mit einigen Millionen KWh in Betracht.


viel Sonne
Liselotte
liselotte
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 929
Registriert: 20.10.2010, 19:13
PV-Anlage [kWp]: 7,03
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon Suedbrandenburger » 23.06.2012, 18:37

Hallo Liselotte und elfaro,

ich habe meine Fragen wohl leider nicht ganz korrekt gestellt bzw. die Situation nicht genau genug geschildert.

Noch einmal zum Hintergrund, damit es kein falscher Eindruck entsteht: Meine Eltern möchten selbst nicht in die PV investieren, da Ihnen der finanzielle Einsatz und das gefühlte Ausfallrisiko zu hoch sind. Ich hingegen möchte mit der Anlage einerseits dafür sorgen, dass die Beiden schon jetzt eine reduzierte Stromrechnung haben und vor allem "im Alter" relativ unabhängig werden. Deswegen ist die Anlage auch so ausgelegt, dass man in einigen Jahren mit Hilfe eines später noch zu installierenden Akkus tatsächlich zwischen März und November quasi jeden Tag den Strom-Eigenbedarf decken könnte. Andererseits soll die Anlage natürlich auch solange einspeisen, bis sie sich amortisiert hat und ich mein Investment wieder raus habe. Wenn das geschehen ist, bekommen die beiden die Anlage geschenkt (das versuche ich schon im Dachpachtvertrag zu regeln). Damit es bei dieser Konstruktion zu keinen Verwirrungen z. B. mit dem Finanzamt kommt, muss ich aber darauf achten, dass ich tatsächlich wie ein Externer (der das Dach pachtet) das Investment vornehme und alles sauber und ordentlich dokumentiert ist.

Deshalb nochmal meine Anfängerfrage: Kann ich den vorhandenen Anschluss meiner Eltern (natürlich mit dann installiertem Zweirichtungszähler) für die Anlage nutzen oder muss ich als "externer Investor" einen eigenen E-Anschluss nur für die Anlage legen lassen (inkl. zusätzlichem Zweirichtungszähler und PV-Erzeugungszähler)?

@elfaro: Danke für den Link zum Thema des eigenen Erzeugungszählers. Ich hatte auch schon beim SFV geschaut und mitbekommen, dass bei der Clearingstelle gerade ein Empfehlungsverfahren hierzu läuft http://www.sfv.de/artikel/zustaendigkei ... _2012_.htm Das Thema interessiert mich, da mir ein Solarteur schrieb, dass ich bei der Mitnetz Strom mit 50 Euro/Jahr für Zählemiete, -betrieb und -messung zu rechnen hätte. Und das finde ich einfach dreist.

Sorry für die missverständliche Nutzung des Begriffes "Direktvermarktung". Ich meinte natürlich nicht dieses sinnlose Mittel, das die EEG-Umlage hochtreibt sondern wollte nur umschreiben, dass meine Eltern dann direkt einen Teil des Stroms abnehmen :-)

VG, Suedbrandenburger
-----------------------------------------------------------------------
8,575 kWp
35 x Yingli YL245P-29b , 1 x Danfoss TLX+ 8k, 1 x Solar-Log1000
Ausrichtung: -50° (SO), Neigung: 47°
Inbetriebnahme: 09/2012
Benutzeravatar
Suedbrandenburger
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 18
Registriert: 22.06.2012, 17:42
PV-Anlage [kWp]: 8,575
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon Weidemann » 23.06.2012, 18:44

Willkomnmen im Forum!

so wie ich das sehe, lässt du die Anlage ganz normal installieren, die Zählermieten zahlst alle du (leider), extra Bezugsstrom für die PV brauchst du nicht. Ja, das ist dreist, aber wehren könntest du dich nur mit einer Klage (kompliziert und lang dauernd), das sind die 50 Euro jährnlich nie und nimmer wert...
und auf der Jahresabrechnung vom VNB steht dann schön der eingespeiste und Eigenverbrauchte Strom, danach kannst du mit deinen Eltern abrechnen.

Allein schon steuerlich kann es Sinn machen, dass die Anlage nicht von den Eltern selbst gekauft wird... kommt ganz drauf an. Auf jeden Fall vorher schlau machen wir das mit Verträgen und Dienstbarkeit ist, nicht dass das Finanzamt irgendwas nicht anerkennt...
sonnige Grüße,
-Weidemann-
Weidemann
Moderator
 
Beiträge: 4889
Registriert: 09.08.2009, 12:01
Wohnort: Bayern
PV-Anlage [kWp]: 14
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon elfaro » 23.06.2012, 22:21

Du wurdest nicht missverstanden suedbrandenburger. Natürlich kannst du den Netzanschluss deiner Eltern nutzen. Wenn der Anschlussinhaber (=Eltern) dir das gestattet, gibt es keinen Grund für den VNB dagegen Einspruch zu erheben.

Diese anhängige Verfahren bei der Clearingstelle ist mir neu, aber nachvollziehbar angesichts der Forderungen der VNB. Wie du selbst nachlesen kann sind die 50 EUR/a (2 Zähler: 2. Zählwerk im 2-Richtungszähler plus PV-Erzeugungszähler) wohl korrekt, wobei andere VNB wie RWE Rhein-Ruhr, Eon.Bayern etc. etwa 8 EUR/a pro Zähler berechnen:
https://www.mitnetz-strom.de/ebene_b/ne ... ssung.html
Standort: 56xxx (Koblenz), PVgis10: 857kWh/kWp
PV-Anlage: 7,60 kWp Fire Energy FE-190M an Power-One PVI-5000
Dach 1: NO mit -118°S, DN 25°, 2x9M / Dach 2: SW mit +62°S, DN 25°, 2x11M
elfaro
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1656
Registriert: 16.03.2010, 16:42
PV-Anlage [kWp]: 7,60
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon Suedbrandenburger » 28.06.2012, 18:41

Hallo Weidemann und elfaro,

erst einmal vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Ich bin schon einmal beruhigt, dass ich den vorhandenen Anschluss nutzen kann.

Seit dem gestrigen Ergebnis des Vermittlungsauschusses und dem endgültigen Aus des Eigenverbrauchsbonus (ich hatte noch gehofft :) ), stellt sich mir eine neue Frage: Benötigt der Netzbetreiber überhaupt noch Zugriff auf den PV-Erzeugungszähler? Wäre es nicht ausreichend, wenn der VNB den Zugriff auf seinen Zweirichtungszähler bekommt? Dann kann er die eingespeiste Energiemenge korrekt (auch umsatzsteuerlich) abrechnen. Für die Abrechnung mit meinem zweiten "Kunden" (dem Anschlussinhaber und Dachgeber), benötige ich zwar weiterhin den Erzeugungszähler (um die Differenz des nicht eigespeisten Stromes zu berechnen und dann steurlich korrekt in Rechnung zu stellen), aber dem VNB kann das doch eigentlich egal sein. Oder gibt es Bestimmungen, die mich verpflichten, dem VNB auch ohne Eigenverbrauchsbonus einen Zugriff auf den PV-Erzeugungszähler zu geben?

Viele Grüße
Suedbrandenburger
-----------------------------------------------------------------------
8,575 kWp
35 x Yingli YL245P-29b , 1 x Danfoss TLX+ 8k, 1 x Solar-Log1000
Ausrichtung: -50° (SO), Neigung: 47°
Inbetriebnahme: 09/2012
Benutzeravatar
Suedbrandenburger
Öfters hier
Öfters hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 18
Registriert: 22.06.2012, 17:42
PV-Anlage [kWp]: 8,575
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon Weidemann » 28.06.2012, 19:10

Interessante Frage! der Erzeugungszähler wäre nötig, damit du bei größer 10 kWp keine Verlust machst, denn ohne Meldung dieses Zählerstands würden einfach nur 90% der eingespeisten Menge vergütet.
Aber bei kleiner 10 kWp...? Wenn der VNB mitspielt, wäre das auch ohne möglich.... aber ich denke, da wird er nicht mitmachen und einen fordern.
sonnige Grüße,
-Weidemann-
Weidemann
Moderator
 
Beiträge: 4889
Registriert: 09.08.2009, 12:01
Wohnort: Bayern
PV-Anlage [kWp]: 14
Info: Betreiber

Re: Anlage auf dem Hausdach meiner Eltern

Beitragvon elfaro » 28.06.2012, 21:39

Gewiss wird der VNB einen PV-Zähler fordern, so schnell und flexibel sind die nicht. Aber Recht hast du: Ein PV-Zähler dürfte zur Abrechnung des VNB wirklich nicht notwendig sein. Mal sehen, ob die clearingstelle sich damit befassen muss, oder ob die VNB freiwillig ihre Position räumen.
Standort: 56xxx (Koblenz), PVgis10: 857kWh/kWp
PV-Anlage: 7,60 kWp Fire Energy FE-190M an Power-One PVI-5000
Dach 1: NO mit -118°S, DN 25°, 2x9M / Dach 2: SW mit +62°S, DN 25°, 2x11M
elfaro
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1656
Registriert: 16.03.2010, 16:42
PV-Anlage [kWp]: 7,60
Info: Betreiber

Nächste

Zurück zu Verteilnetzbetreiber (VNB)



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast