Kleinanlage überhaupt versichern?

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Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Frame77 » 05.07.2012, 10:27

Hallo,

ich plane gerade eine kleine PV-Anlage installieren zu lassen, 4,68kwp zu ~1650€/kwp.
Die PV-Versicherung würde mich 45€/Jahr netto kosten bei Einspeisevergütung um 760€, das sind mal locker 6%.
Die Anlage ist auf dem Dach, ich habe keine Flamme im Haus (Fernwärme), Diebstahl fällt bei Montagehöhe über 5m und alarmgesichertem Objekt wohl auch flach.
Ich frage mich ernsthaft, ob eine Versicherung gegen Feuer und Hagel (die restlichen Risiken sehe ich nicht) hier Sinn macht.
Im V-Fall verliere ich knappe 7800€, zahle über die Jahre aber über 900€ Beiträge +Versicherungssteuer.
Irgendwie steht das für mich nicht im Verhältnis.

Wie ist da Eure Ansicht?
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Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon PVDO » 05.07.2012, 13:41

Hier hat vor 6 Tagen ein Blitz in das Nachbarhaus eingeschlagen. Das ist bei Dir nicht versichert.

Überspannung ist auch nicht versichert.


Musst Du wissen ...


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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Frame77 » 14.07.2012, 12:14

So, ich habe mich mal durch unsere bestehenden Versicherungen gewühlt. Vielleicht auch interessant für den Rest, die Verträge sind ja meist ähnlich.

Die Privathaftpflicht schließt Risiken aus PV-Anlagen ein. Betreiberhaftpflicht kann ich mir damit schenken.
WGV schließt PV ebenfalls ohne Mehrkosten bereits ein.
Hausrat schließt PV ebenfalls schon ein. Nochmal Blitz, Hagel, Überspannung und Diebstahl.

Damit würde höchstens der Ertragsauffall unversichert bleiben, was mir bei 4,6kwp wohl keine 45€ netto wert sind.

Gruß
Frame77
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon eggis » 14.07.2012, 12:36

Moin Frame77,

ich wollte schon länger auf deine Beitrag antworten, habe ihn aber nicht wiedergefunden.
Frame77 hat geschrieben:Die Privathaftpflicht schließt Risiken aus PV-Anlagen ein. Betreiberhaftpflicht kann ich mir damit schenken.

Ja, das ist bei mir auch so. Ich habe aber die private Haftpflicht angeschrieben und mit bestätigen lassen, dass die PVA zu Netzeinspeisung mit versichert ist. Das Antwortschreiben liegt nun in den PV Unterlagen.
Frame77 hat geschrieben:WGV schließt PV ebenfalls ohne Mehrkosten bereits ein.

Du verzichtest dann aber auf den Ertragsausfall, der in den Allgefahrenversicherungen. Ich würde mir aber trotzdem nochmal eine Bestätigung einholen. Zumindest eine Meldung, dass sich nun eine PVA auf dem versicherten Objekt befindet solltest du machen, damit die Gesellschaft entscheiden kann, ob es eine Gefahrerhöhung darstellt.
Frame77 hat geschrieben:Hausrat schließt PV ebenfalls schon ein. Nochmal Blitz, Hagel, Überspannung und Diebstahl.

Die Hausratversicherung versichert doch nur nicht am Haus befestigte Sachen? Also ein mobiles Panel um Akkus zu laden usw.
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Frame77 » 14.07.2012, 13:10

Hallo eggis,

stimmt, die Hausrat fällt raus.
Die WGV (AachenMünchener) hat im Versicherungsschein aber explizit den Einschluss von PV schon aufgeführt.
Trotzdem melde ich da natürlich.

Für die Ertragsausfallversicherung zahle ich wie gesagt keine 45€ + Steuer pro Jahr.
Bei berechneten 560€ Jahresertrag aus Einspeisung ist das m.E. einfach nicht sinnvoll.
Im Herbst-Frühling, wenn es hageln kann, habe ich eh kaum Ertrag.
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Sonnenking » 14.07.2012, 15:08

Hallo,

stelle Dir einfach mal die Frage, würdest du ein Auto, dass 7.722 € kostet Teilkasko versichern???
Da würden die meisten sagen natürlich, der Beitrag hierzu beträgt sicherlich mehr als die von Dir genannten 53,55 € ( incl. Steuer )jährlich, zumal der Beitrag noch deine Betriebskosten erhöht und somit deiner Steuerlast senkt ( wenn auch wenig ).
Das komische daran, an Sein Fahrzeug denken die meisten, an andere Dingen eher nicht.


Gruß Dirk
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Beitragvon schwani » 14.07.2012, 16:41

Stellt Euch doch einfach die Frage, ob die Schadenssumme Euch weh tun würde oder nicht!
Wenn Ihr darüber keine grauen Haare bekommt, braucht Ihr auch keine Versicherung.

Gruß Ingo
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Bento » 14.07.2012, 16:46

Hallo Frame77,

deine Frage ist durchaus berechtigt!

Normalerweise wird ja bei Versicherungen immer dann dazu geraten, eine Versicherung abzuschließen, wenn das Risiko so hoch ist, dass es einem richtig weh tun könnte.
Deshalb wird immer zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung geraten, selten zum Abschluss einer Hausratversicherung bei Studenten und nahezu nie zum Abschluss einer Krankenhaustagegeldversicherung oder einer Insassenunfallversicherung.

Ein Unternehmer, der sein Geld mit Anlagen und Maschinen - gleich welcher Art - verdient und dementsprechende Verbindlichkeiten hat, wird seine Anlagen wohl immer versichern müssen. Einem PV-Betreiber, der ein oder mehrere finanzierte PV-Anlagen auf Pachtdächern hat, wird es ebenso machen.
Und selbst als mittellloser Student, der eine vollfinanzierte 5 kWp-Anlage auf dem elterlichen Wohnhaus installiert, würde ich das Untergangsrisiko durch eine Versicherung abdecken wollen.

Wenn man eine 5 kWp-Anlage jedoch "aus der Portokasse" zahlt, dann wäre theoretisch überhaupt keine Versicherung erforderlich, denn der eventuelle Verlust wäre verkraftbar.
Das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden!

Ich schlafe gerne ruhig und habe daher für die Anlage auf meinem eigenen Dach eine neue private Haftpflichtversicherung (war sowieso fällig) abgeschlossen, welche die Risiken aus der PV-Anlage mit abdeckt; kostete sogar weniger als meine alte Haftpflichtversicherung.
Als eigentliche Anlagenversicherung habe ich meine Hausdachanlage in einem Sammelvertrag mit den anderen Anlagen aufgenommen. Dadurch sind einfach wesentlich mehr Risiken abgedeckt als über eine Gebäudeversicherung.
Und selbst meine Rechtsschutzversicherung deckt Streitigkeiten im Zusammenhang mit den PV-Anlagen ab.

Bezügl. der Anlagenversicherung sollte noch erwähnt werden, dass die Versicherungsprämie einer separaten Versicherung steuerlich absetzbar ist, während das beim Einschluss in die Gebäudeversicherung nicht der Fall ist.
In deinem Fall würde das bedeuten, dass du am Ende nicht auf den vollen Kosten von 45,- zzgl. 19 % Versicherungssteuer = 53,55 € hängen bleiben würdest, sondern dir ca. 1/4 bis 1/3 vom Finanzamt wiederholen könntest und damit nur noch ein Betrag von 35,- -40,- € brutto übrig bleiben würde.
Die würdest du dann aber bei der Lösung über die Gebäudeversicherung zugegebenermaßen immer noch einsparen (ohne Ertragsausfalldeckung und mit begrenzter Risikoabsicherung).
Viele Grüße
Bento

Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Frame77 » 14.07.2012, 16:47

Sonnenking hat geschrieben:Hallo,

stelle Dir einfach mal die Frage, würdest du ein Auto, dass 7.722 € kostet Teilkasko versichern???


Ja. Aber nicht Vollkasko mit Nutzungsausfall, dann miete ich mir halt einen Smart oder fahre mit der Bahn.
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Re: Kleinanlage überhaupt versichern?

Beitragvon Sonnenking » 14.07.2012, 17:02

Frame77 hat geschrieben:
Sonnenking hat geschrieben:Hallo,

stelle Dir einfach mal die Frage, würdest du ein Auto, dass 7.722 € kostet Teilkasko versichern???


Ja. Aber nicht eine Vollkasko mit Nutzungsausfall, dann miete ich mir halt einen Smart oder fahre mit der Bahn.


Hallo,

dann versuch mal ein solche Versichrung für Brutto von 53,55 € im Jahr zu bekommen, die du dann auch noch steuerlich geltend machen kannst, viel Spaß beim suchen.
Wie schon oben erwähnt, wenn du diesen Betrag locker aus der Portokasse begleichen kannst, dann las es, wenn nicht solltest du in den " sauren Apfel " beißen und die 53,55 opfern.


Gruß Dirk
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