tja, willkommen im Klub der "Nichtdachbesitzer"
Jeder, der ohne eigenes Dach in PV investieren will, sollte sich erstmal über einige Fragen klar werden:
wieviel Geld will ich investieren?
traue ich mir die technische Betriebsführung der Anlage selber zu?
will ich exclusiv was eigenes besitzen oder interessiert eher die rendite?
Von den Antworten auf diese Fragen hängt es ab, ob ich besser mit einem "rundum-sorglos-Paket" einer (meist recht annonymen) Fondsbeteiligung aufgehoben bin, als mehr kommunikativer Typ einem Bürgersolarprojekt beitrete oder mir was eigenes kaufe.
Auch wenn eine Solaranlage technisch weit einfacher ist als z.B. der Betrieb einer Windkraftanlage, von allein geht´s nicht, man sollte schon fast täglich in die Datenüberwachung reinschauen (oder reinschauen lassen)
- weil der größte Vorteil der PV (keine bewegten Teile!) ist bei der Fehlerdetektion auch der größte Nachteil: wenn ein Kabel kaputt ist, der WR spinnt etc.,... klappert und quitscht halt nix oder irgendwas bleibt stehen. Wenn ich nicht regelmäßig reinschaue, kann das wochenlang unbemerkt bleiben - entsprechend happig sind die Ertragseinbußen.
Also - will man sich das antuen, über 20 Jahre täglich reinschauen? Ist die Anlage auf dem eigenen Dach - okay. Das Fremddach wird in der Regel nicht gleich das Nachbarhaus sein - dann lohnt sich der Zinnober nur bei größeren Anlagen, da fange ich mit 5-10 KW gar nicht erst an...
Wer sich nicht mehr leisten kann oder will, ist da in einer Gemeinschaftsanlage besser aufgehoben.
Nachteile Fonds: Meist weit weg, annonym (meist kommt höchstens ein Drittel der Leute zur Gesellschafterversammlung), mäßige Rendite durch hohe Nebenkosten
Nachteil Bürgeranlagen: oft mäßige Rendite, weil meist 100 % Eigenkapitalfinanziert, hoher Verwaltungsaufwand, weil viele Leute mit Minibeteiligungen von ein paar hundert € drin sind
aber sehr kommunikativ und die Chance, mit Gleichgesinnten bei zunehmender Erfahrung dann ein eigenes Projekt aus der Taufe zu heben
Nachteil eigene Anlage: Finanzierungsrisiko (eine eigene Anlage macht üblicherweise nur mit einem gewissen Anteil Fremdkapital wirklich Sinn), hoher Arbeitsaufwand für Überwachung und den Papierkram mit dem Finanzamt, und etwas technische Ahnung sollte man schon haben, damit einem kein überteuerter Schrott angedreht wird
Vorteil - das Gefühl, was eigenes zu haben, Top-renditechancen, wenn man günstig kaufen kann und die laufenden Kosten okay sind - viele Projekte sind von der Dachpacht oder anderen Gebühren leider viel zu teuer!!!
Das optimalste ist natürlich (wenn man irgendwie ein Dach aquirieren kann!!!!) - selber planen und dann einen Installateur des Vertrauens beauftragen - deutlich billiger als schlüsselfertige Lösungen!! Betriebsüberwachung kann man z.Teil auch als Dienstleistung einkaufen.
Tipp: vorher "Photon"-Abonnent werden, da gibt es für lau einen Einstrahlungssensor für die eigene Anlage!
Solarart und Solarcomplex kann ich nix zu sagen, aber zur Sonneninitiative: Sie bauen sehr solide Anlagen, leider pro KWp dafür recht teuer, und die Betriebsführung ist auch gleich drin.
Leider gar keine Fremdfinanzierung, man kauft Anteile in der Stückelung von je einem KWp (oder vielfachen davon). Im Gegensatz zu einem Fonds oder einer Genossenschaft (wo es 1 x im Jahr eine Abrechnung gibt) ist man bei der Sonneninitiative Kleinstunternehmer, also selber beim FA die Umsatzsteuer auf den Kaufpreis zurückholen und monatlich auf die erhaltenen Einspeiseerlöse die Umsatzsteuer erklären - hey, für 1-2 KW definitiv zu viel Aufwand, das lohnt nur mit größeren Anteilen...
Ich habe günstig einen "Second-Hand-Anteil gekauft", das war preislich okay - und ein Ertrag von etwa 960 KWh pro KWp im nicht so sonnenverwöhnten Marburg spricht für die Qualität der Anlagentechnik.
War damals noch auf die 30 KWp-Grenze optimierte Anlagen, die aktuellen Projekte sind meistens weit größer und fallen damit in die suboptimalen niedrigeren Vergütungsstufen.
Gruß!
Kleinstromer
ca. 30 KWp, SW 215 poly, 3 x Sunways NT 10000