Fragen und Diskussion zu jeglicher Unternehmensform für den Betrieb von Solarstrom-Anlagen, wie z.B. GbR, GmbH, Beteiligungen, Bruchteilgemeinschaften, Genossenschaften.
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von skuehmichel » 09.08.2011, 08:04
Hallo,
wir beabsichtigen in privater Hand (Vater und Sohn) eine Freiflächenanlage mit 1,6MW zu errichten. Investition hierfür wären ca. 2,7Millionen Euro. Wir haben nun schon einige Meinungen zur Rechtsform gehört, dennoch möchte ich auch hier mir ein paar Meinungen von euch zur Rechtsform holen. Sollten wir also eine GmbH gründen oder eine Gbr?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten
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von JschulzeP » 09.08.2011, 08:58
Hallo Ich habe keine Ahnung von der von ihnen gewählten Finanzierung jedoch denke ich ,wenn sie wie üblich mit 10 - 20 % Eigenkapital in die Sache einsteigen werden sie mit einer GmbH keinen Kredit bekommen ,es sei denn sie haften mit Grundschulden oder anderen Sicherheiten in der GmbH ,jedoch fehlt dann der Sinn eine GmbH zu gründen ! Eine Gbr würde ich in diesem Falle vorziehen , jedoch ist es so das sie mit Privatvermögen haften! Aber ohne Risiko kein Geschäft  MfG Jochen
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von sunnyboy1970 » 09.08.2011, 10:15
Hallo Skuemichel,
bei der Wahl der Rechtsform spielen viele (auch persönliche) Faktoren mit. Ein Punkt ist die o.a. Sicherheit, wobei es durchaus Banken gibt, denen bei 10-20% EK die Übertragung der Anlage und die Abtretung der Einpreisevergütung als Sicherheit genügt. Ein anderer Punkt ist die steuerliche Betrachtung, hier kann Euch Euer Steuerberater die Vor- und Nachteile bezogen auf Eure Lebensumstände erläutern.
Sind denn alle anderen Punkte schon geklärt? EVU-Zusage, Netzanbindung etc.? Geht die Anlage noch 2011 ans Netz?
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von kpr » 09.08.2011, 20:53
Bezogen auf die Finanzierung der PV dürfte die Wahl der Rechtsform wenig (!) Auswirkung haben. Eine neu gegründete Kapitalgesellschaft wird von keiner Bank ein Blankodarlehen erhalten. Alles andere würde mein Weltbild zerstören.
Die GmbH ist halt ganz gut geeignet, völlig unwägbare Risiken abzufangen. Auch wenn mir da bei einer PV so gar nichts einfallen will... bei den Dimensionen (die ich nicht als Kleineld bezeichnen möchte) wäre das zumindest in meinen Augen ein gutes Argument.
Den gleichen Effekt würde man jedoch mit einer UG haftungsbeschränkt erreichen. Die wäre zumindest bei den Gründungskosten etwas günstiger.
Das eine Kapitalgesellschaft (egal ob GmbH oder UG haftungsbeschränkt) in der Rechnungslegung etwas aufwändiger ist..... mir ist das bei dieser Größenordnung sehr sympathisch. Man wird praktisch vom Gesetzgeber gezwungen, auch unter Familienmitgliedern wie mit (fremden) Geschäftsleuten umzugehen. "Kuschelmuschel unter Familienangehörigen" wie sie die GbR ermöglicht, können der Anfang von sehr viel Ärger sein.
Wenn GbR.. dann bitte absolut professionell. Bei 7 stelligem Volumen muss das Geld für einen Gesellschaftsvertrag vom Rechtsanwalt einfach drin sein. Bitte bei sowas unbedingt den Teufel an die Wand malen. Z.B. Du wirst mit Deiner Frau vom Panzer überrollt - und Deine zwischenzeitlich den Zeugen Jehovas beigetretene, drogenabhängige Tochter erbt Deinen Gesellschaftsanteil.... und Dein Vater muss sich dann mit ihr (bzw. ihrem Anhang) rumärgern.
Ich werd in diesem Leben kein Freund der GbR mehr. In über zwei Jahrzehnten hab ich - gerade unter Freunden und Familienangehörigen - zuviel Leid und Elend erlebt.
Vielleicht setzt Du Dich auch mal mit einem Steuerberater an einen Tisch.. und ihr schaut mal, ob man nicht insgesamt um die Gesellschaft herumkommt. Ansonsten.... auch eine Kapitalgesellschaft mit 50:50-Stimmrecht birgt Zündstoff.
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von Sonnenstevie » 10.08.2011, 09:28
skuehmichel hat geschrieben:Hallo,
wir beabsichtigen in privater Hand (Vater und Sohn) eine Freiflächenanlage mit 1,6MW zu errichten. Investition hierfür wären ca. 2,7Millionen Euro. Wir haben nun schon einige Meinungen zur Rechtsform gehört, dennoch möchte ich auch hier mir ein paar Meinungen von euch zur Rechtsform holen. Sollten wir also eine GmbH gründen oder eine Gbr?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten
Wenn Ihr 2,7 Millionen Euro investieren wollt, solltet Ihr das Geld für eine professionelle und belastbare Beratung in die Hand nehmen. Ein paar Tipps aus dem Forum sind zwar ganz nett, aber keine Grundlage für Euer Projekt. Viele Grüße Stevie
Dr. Stefan Rode Rechtsanwalt und Steuerberater
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