Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Fragen und Diskussion zu jeglicher Unternehmensform für den Betrieb von Solarstrom-Anlagen, wie z.B. GbR, GmbH, Beteiligungen, Bruchteilgemeinschaften, Genossenschaften.

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Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon PeterT » 04.08.2010, 15:41

Hallo,

welche Erfahrungen gibt es hier in der Community mit einer GmbH & Co. KG zur Errichtung und Betrieb einer PV Anlage?
Konkretes Projekt ist 90 kWp stark, eine Komplementärin wäre vorhanden (Verwaltungs GmbH, der auch das Gebäude gehört).
Privatpersonen möchten ca. 20% des Kapitals als Eigenkapital bringen und von den Anfangsabschreibungen (degressiv, Sonderabschreibung) profitieren.
Machen die Banken da mit, welche Bonitäten?
Hat jemand so etwas schon gemacht?

Gruß
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon Kollektor » 12.08.2010, 10:03

Eine GmbH & Co KG zu gründen bei solch einer kleinen Anlage halte ich für sehr ungünstig in Relation zu dem Gesamtaufwand.

Außerdem: Seit dem 10.11.2005 dürfen Verluste weder mit Einkünften aus Gewerbebetrieb noch mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden (§ 15b EStG).

Banken, die auf Projektgeschäfte spezialisiert sind, finanzieren solche Modelle. Üblicherweise werden 30 % Eigenkapitalanteil verlangt, die Anlage als Sicherheit genommen und der Zinssatz orientiert sich an Preisklasse B bis C der KfW-Konditionen.

Das Modell selbst wird bei größeren Freilandanlagen oder Windparks gerne angewandt, ist aber hier fehl am Platze.
Sonnige Grüße
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon pv-fan » 13.08.2010, 07:06

meine meinung:

die aussage mit dem ausgleich der verluste aus einkünften aus gewerbebetrieb mit anderen einkunftsarten
stimmt meines ermessens nicht in jedem fall.

es kommt auf die jeweilige ausgestaltung an.

solange ich kein modellhaftes konstrukt wähle, sondern mich mit wenigen mir bekannten personen zusammenschließe,
das projekt selbst initiiere und projektiere und jeder in der gesellschaft einen bestimmten part übernimmt,
kann es schon sein, dass ich die verluste als kommanditist aus der gmbh & co. kg mit anderen einkunftsarten verechnen darf.

bei publikumsgesellschaften darf ich nicht mehr verechnen, das stimmt.

die frage nach dem kosten-nutzen-verhältnis stellt sich tatsächlich bei 90 kwp...

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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon GLu » 13.08.2010, 07:26

Ich muß gestehen, daß mich zunehmend die Betrachtungsweise stört, Sonnenenergie ausschließlich als Gelddruckmaschinerie zu begreifen. Solange "die Denke" so weit entfernt von der ökologischen Grundidee ist, darf sich keiner darüber aufregen, daß nur zwei der deutschen EVUs allein im ersten Halbjahr 11 Milliarden Euro Gewinn eingestrichen haben (die machen auch nichts Anderes) und, daß die Akzeptanz der Förderung beim "normalen" Volk so gering ist.

Ja, ich hätte meine Anlage auch bei weit geringerer Förderung, bzw. unter anderen Konditionen, gebaut. Z.B.: keine Förderung, soviel kostenlos entnehmen dürfen wie selbst überschüssig eingespeist wurde, darüber hinaus den allgemeinen Gestehungspreis für Strom erhalten (den, der entsteht, wenn EVUs keinerlei finanziellen Vorteile vom Staat erhalten).

Dem Eingangsfragesteller empfehle ich eine Aktiengesellschaft zu gründen, damit kann man via Aufsichtsrat noch zusätzliche Gewinne den Investoren vorenthalten.

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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon Kollektor » 13.08.2010, 09:53

pv-fan hat geschrieben:...die aussage mit dem ausgleich der verluste aus einkünften aus gewerbebetrieb mit anderen einkunftsarten
stimmt meines ermessens nicht in jedem fall.

es kommt auf die jeweilige ausgestaltung an.

solange ich kein modellhaftes konstrukt wähle, sondern mich mit wenigen mir bekannten personen zusammenschließe,
das projekt selbst initiiere und projektiere und jeder in der gesellschaft einen bestimmten part übernimmt,
kann es schon sein, dass ich die verluste als kommanditist aus der gmbh & co. kg mit anderen einkunftsarten verechnen darf.

bei publikumsgesellschaften darf ich nicht mehr verechnen, das stimmt.

die frage nach dem kosten-nutzen-verhältnis stellt sich tatsächlich bei 90 kwp...


Danke für die Klarstellung, mir war nicht bekannt dass es Unterschiede bei der Verlustverrechnung gibt wenn man das Projekt selbst initiiert. Trotzdem sind wir einer Meinung, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis in keinem Verhältnis steht bei dieser Konstruktion gegenüber einer normalen GbR. Bei einer GbR findet man auch eine Bank die das Projekt günstig finanziert mit weniger Eigenkapital als 30 %, da jeder einzelne Gesellschafter mit seinem Vermögen voll dahinter steht.
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon Kollektor » 13.08.2010, 10:11

GLu hat geschrieben:Dem Eingangsfragesteller empfehle ich eine Aktiengesellschaft zu gründen, damit kann man via Aufsichtsrat noch zusätzliche Gewinne den Investoren vorenthalten.


Völlig unsachlicher Beitrag der dem "Eingangsfragesteller" nicht weiterhilft und ihm unterstellt andere "Investoren" abzocken zu wollen.

PV ist ein seriöses Businessmodell mit zusätzlichem ökologischen Nutzen. Ohne Marktanreize erreicht man nicht die Leistungsträger der Gesellschaft und bringt die wichtige Sache des schnellen Umbaus in erneuerbare Energien nicht voran. Gut gemeinter Tipp: Mit deiner Meinung wirst du eher auf sozialromantischen oder anderen Gelackmeierten-Foren Beifall finden denn hier.
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon GLu » 14.08.2010, 06:41

Kollektor hat geschrieben:[
Völlig unsachlicher Beitrag der dem "Eingangsfragesteller" nicht weiterhilft und ihm unterstellt andere "Investoren" abzocken zu wollen. PV ist ein seriöses Businessmodell mit zusätzlichem ökologischen Nutzen. Mit deiner Meinung wirst du eher auf sozialromantischen oder anderen Gelackmeierten-Foren Beifall finden denn hier.

:danke:

Wäre ich auf die "GmbH&Co KG/GbR/OHG/eV-Angebote" hereingefallen, die mir per PN auf meine Anfrage nach Dachflächen zugespielt wurden, würde ich jetzt in "Gelackmeierten-Foren" schreiben. Insofern entspricht mein Beitrag meinen Erfahrungen. Auch deshalb habe ich es aufgegeben, mich weiter im PV-Bereich investorisch zu betätigen.

Aber wie der Dichter schon sagte: "man kann keinen Grad an gesundem Menschenverstand durch Bildung ersetzen, aber jeden Grad an Bildung, durch gesunden Menschenverstand"

Viele Fragen bezüglich finanzieller Korrelationen würden sich dann von selbst erledigen ... leider aber müssen erst Bücher geschrieben werden wie "Denken Sie selbst, sonst tun es Andere für Sie"

GL
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon Kollektor » 14.08.2010, 11:22

GLu hat geschrieben:Wäre ich auf die "GmbH&Co KG/GbR/OHG/eV-Angebote" hereingefallen, die mir per PN auf meine Anfrage nach Dachflächen zugespielt wurden, würde ich jetzt in "Gelackmeierten-Foren" schreiben. Insofern entspricht mein Beitrag meinen Erfahrungen. Auch deshalb habe ich es aufgegeben, mich weiter im PV-Bereich investorisch zu betätigen.


Mich störte nur deine pauschale Abwatschung des Threaderstellers, er hatte nicht den geringsten Versuch unternommen irgendetwas zu verkaufen.

Ansonsten teile ich deine Meinung zu allen "GmbH&Co KG/GbR/OHG/eV-Angebote" die öffentlich an "Investoren" angepriesen werden. Dazu gehören auch die beworbenen "6 % Solar- und Windanleihen, Genussscheine und ähnliche Konstrukte. Dazu genügt ein ganz normaler Menschenverstand, dass das nicht ohne Risiko sein kann solange man für Bundesanleihen oder einlagengesicherte Geldanlagen weniger als 3 % bekommt und sogar für Kredite weniger bezahlen muss.

Nicht teilen tu ich deine Auffassung, dass sich eigenbetriebene und eigengeplante PV-Investitionen im seriösen Bereich nicht lohnen. Zumindest in den zwei zurückliegenden Halbjahren konnte man als Betreiber langfristig gutes Geld damit verdienen und als Solarstromerzeuger sogar eine Existenz damit aufbauen. Dazu muss man aber viel Eigeninitiative mitbringen und sich schlau machen. Schlüsselfertig von reinen Vermittlern angebotene und beworbene Anlagen sind dagegen meist Abzocke, ich habe selbst ca 20 derartiger Angebote, viele davon von einer bundesweit agierenden Dachbörse mit allen Merkmalen eines Strukturbetriebs wie "Scouts" und "Premiumpartnern", geprüft und ganz schnell verworfen. Das sind redegewandte Leute, die gestern Bauherrenmodelle und Lebensversicherungen verkauft haben, heute "in PV machen" und morgen wieder was anderes. Habe aber auch seriöse Angebote von Solarteuren bekommen, deshalb ist jede Pauschalisierung unangebracht.
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Re: Erfahrungen mit GmbH & Co. KG

Beitragvon TAP » 15.08.2010, 11:50

Wie bei allen Themen duerfte auch hier zu differenzieren sein.

GmbH/GmbH & Co.KG/AG etc. sind typische Gesellschaftsformen fuer groessere Investitionen mit mehreren bzw. einer Vielzahl von Investoren. Hier gibt es serioese und weniger serioese Anbieter und gute sowie weniger gute Projekte, rein kommerzielle und weniger kommerziell ausgerichtete Angebote. Diese reichen von den typischen Fonds ueber Anbieter wie Green Peace, Green City Energy, Tauber Solar, Solarcomplex etc. bis zu Buergersolaranlagen. Pauschalaussagen und Bewertungen verbieten sich. Jedes Angebot bedarf einer genauen Pruefung. Wie bei allem gibt es auch hierbei durchaus beachtenswerte Projekte und Anbieter. Selbstredend verteuern die Nebenkosten aufwendiger Konstruktionen den Gesamtaufwand und vermindern die Rendite, da alle verdienen wollen. Das ist systembedingt und die reale Wirtschaftspraxis. Mit PV hat dies nichts zu tun, noch bildet PV eine Ausnahme.
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