Fragen und Diskussion zu jeglicher Unternehmensform für den Betrieb von Solarstrom-Anlagen, wie z.B. GbR, GmbH, Beteiligungen, Bruchteilgemeinschaften, Genossenschaften.
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von linksrumskater » 17.11.2010, 19:41
Hallo zusammen,
in meiner Stadt wird z. Zt. um Beteiligungen an einem sogenannten Bürgersolarpark geworben. Dabei handelt es sich um PV-Anlagen, die von der Fa. Sonnensysteme Eco Invest mit Sitz in Berlin auf von der Gemeinde angemieteten Schuldächern installiert werden. Beteiligen kan man sich in Höhe von 3000 bis 10000 €. Es soll bereits einen Bürgersolarpark in Kiel geben. Kennt jemand diese Firma oder hat bereits Erfahrungen gesammelt? Ist eine Beteiligung zu empfehlen? Geworben wird mit 7,5 % Ausschüttung p.a.
Freue mich über jede Info!
Gruß
der Kater
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von Lodda60 » 17.11.2010, 20:28
Hallo linksrumkater,
ob eine Beteiligung zu empfehlen ist kann nicht auf Basis der vier Zeilen erfolgen. Die 7,5 % Ausschüttung hören sich zwar gut an, aber es gibt auch Risiken. Es fängt bei den technischen Komponenten an, geht über die Schüldächer und hört beim Mietvertrag für die Dächer noch nicht auf.
Es gibt bereits viele Bügersolaranlagen. Es gibt dabei ganz viele unterschiedliche Beteiligungsmodelle. Da du dazu ja auch keine Angabe machst, ist die Beurteilung auch nicht möglich.
Gruß Lothar http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda60/darmstadt/4560/4780.html http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda64/muenster-b-dieburg/4565/4785.html# http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda63/pfungstadt/4564/4784.html http://www.youtube.com/watch?v=Ed1hQbXLK3o
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von linksrumskater » 18.11.2010, 08:13
Hallo Lothar, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Konkret geht es um folgendes Objekt: http://solarpark-hamm.de/Da ist heute eine Infoveranstaltung vorgesehen, an der ich mal teilnehmen werde. Mir geht es auch vorrangig um Erfahrungswerte mit dieser Fa. Danke und Gruß der Kater
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von Lodda60 » 18.11.2010, 10:07
Hallo Kater,
wenn ich mir die Anlagen so ansehe, gibt es auf dem einen Flachdach erheblichen Schattenwurf. Das andere Flachach hat eine wesentlich bessere Lage, aber es sollen dort Dünnschichtmodule verbaut werden. Dies halte ich nicht für sinnvoll, es sei denn, die Montage erfolgt ziemlich flach. Die Schule mit dem Satteldach sieht so aus, wie aus den 50-iger Jahren. Hier muss die Statik meist verstärkt werden, denn die Neubauten aus den 50-iger Jahren sind häufig auf Kante genäht, soll heißen, der vorhandene Dachstuhl kann eventuell die zusätzliche Last nicht tragen.
Insgesamt halte ich alle Anlagen für ziemlich teuer (Kosten zwischen 2.900 und 3.100 € / kWp). Da die Anlagen erst 2011 ans Netz gehen, ich glaube kaum, dass es noch in diesem Jahr klappt. Die Vergütungshöhe für Anlagen, die 2011 ans Netz gehen wird unter 29 Cent / kWh liegen. Eine Ausschüttung von 7% ist mur dann möglich, wenn die Einstrahlung deutlich größer ist als die angenommen Werte, denn es müssen auch Versicherungen, Wartung, Miete etc. von den Erträgen gezahlt werden. Annahme 3.000 € Einzahlung (ca. 1 kWp). Dann betragen die Einnahmen bei den 900 kWh/kWp ca. 258 €. Dies sind die Einnahmen, von denen die Versicherung, Miete, Wartung etc. bezahlt werden. Für diese Kosten kannst du mit ca. 40 € / Jahr rechnen. Der Betreiber der Anlagen (die GmbH & Co. KG) will auch noch etwas verdienen. Wenn ich dafür mal 18 € / kWp ansetze (ist sicher zu wenig), beträgt der Überschuss (vor Zinsen und Abschreibung) etwa 200 € / 3000 €. Dies sind fast 7 %, genau 6,67 %. Auf der Kostenseite sind aber auch die Abschreibungen in Höhe von 5 % / Jahr (entspricht 150 €) anzusetzen. Der Überschuss nach Abschreibung beträgt daher nur noch 50 € / 3.000 €. Die Rendite liegt somit bei 1,67 %. Wenn du die Investition dann auch noch mit einem Darlehn finanzierst bleibt nichts übrig, sondern du musst noch zuzahlen.
Gruß Lothar http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda60/darmstadt/4560/4780.html http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda64/muenster-b-dieburg/4565/4785.html# http://www.sonnenertrag.eu/de/lodda63/pfungstadt/4564/4784.html http://www.youtube.com/watch?v=Ed1hQbXLK3o
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von PV-Berlin » 18.11.2010, 10:08
Solartech Westfalen GmbH Berlin (vormals: Hamm) Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 16.01.2009 bis zum 31.12.2009 *Bilanz
Aktiva Ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital 12.500,00 B. Anlagevermögen 1.903,00
Passiva A. Eigenkapital 0,00 I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 II. Verlustvortrag 32.384,08 III. nicht gedeckter Fehlbetrag 7.384,08
Nicht "ganz" unwichtig ist es immer, sich die Initiatoren solche Investments anzuschauen.
7,5% Ausschüttung ist nicht eben berauchend, denn nach 10 Jahren haben sie noch nicht mal 75% des eingesetzten Geldes zurück, von Zinsen und Erträgen ganz zu schweigen. Unter cash flow Betrachtungen, ist das ein Witz. Geldvernichtung.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von Trashman » 18.11.2010, 10:46
Was mir nicht ganz klar ist: Das sollte alles schon fertig sein ?!?
April 2010: Aufnahme der Finanzierungsgespräche Mai 2010: Beginn der Einwerbungsphase Bürgersolarpark Hamm Mai 2010: Start der Zeichnungsphase Mai 2010: Freischaltung der Website "Bürgersolarpark-Hamm.de" Juni 2010: voraussichtlicher Baubeginn Juni 2010: voraussichtliche Inbetriebnahme Bürgersolarpark Hamm
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von MBIKER_SURFER » 18.11.2010, 12:46
Hallo, ist ja eine nichtssagende Homepage. Außer Allgemein Info steht da ja nichts. Keine Komponenten - kein Analgenstandort mit Dachneigung/Ausrichtung .... Preise der Komponenten müssten ja deutlich unter 2500 € pro kwp liegen, wenn man von über 150 kwp ausgeht - trotz der Kosten für die beteiligten Firmen! Hier knapp 3000 € pro kwp für Yingli o.ä - dann nicht mal genauen WR spezifiziert ..... und das bei Prognose von 870 KWh. Da kann eigentlich nicht viel für die Geldgeber übrig bleiben .... Bei solchen Einstrahlwerten und Kosten raten wir hier jedem Interessenten ab! Kannst ja mal 'nen Link zum Prospekt hier einstellen, denn das ist mittlerweile Pflicht!! Wenn ich meinen Gesellschaftern 7,5 % sagen würde, dann würde ich Prügel bekommen  - aber wir haben eben auch eine sehr schlanke Verwaltung (mehr oder weniger ehrenamtlich durch mich). Gruß Martin
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von PV-Berlin » 18.11.2010, 13:11
Für nicht Kaufleute übersetze ich die Zahlen gerne: Selbst wenn das Investment rentabel wäre und alles perfekt ausgeführt wird, wird keine Bank von Format auf diese Firma den Kredit abstellen. Also haftet der Anleger nur mit seinem Vermögen und Einkommen. dafür ist die Ausschüttung, selbst wenn sie über 7% liegen würde, viel zu niedrig.
5% Ausschüttung gehen schon mal für den Rückfluss des eingesetzten Kapitals drauf , denn dies sollte in 20 Jahren unbedingt zurück fließen. 20 Jahre mal 5% = 100 % Kapital. Bleiben knapp 2% als "Rendite"
Hier eine Investoren Rechnung:
100% Kapital 20 Jahre *EEG 7% Verzinsung *Zinsfuss Ausschüttung macht Ausschüttung p.M. 0,78% x 12= 9,30% p.A.
Erste Jahr * Anlage geht im Mai 2011 in Betrieb. Keine Ausschüttung.
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von Trashman » 18.11.2010, 13:30
Was mich auch noch wundert ist die rechtliche Konstruktion: Eine UG & Co KG-normal ist ja eine GmbH & Co KG, aber hier will jemand scheinbar sogar die 25.000 Euro der GmbH-Einlage sparen. Eins ist sicher: Die Gesellschaft selbst bekommt von keiner Bank der Welt einen Kredit... Komisch ist auch dass bei Objekt 1 auf 180m² mehr als 60kWp passen sollen.
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von PV-Berlin » 18.11.2010, 13:36
Na lieber eine Neue UG als Haftende Gesellschaft, als eine GmbH ohne Eigenkapital und nur Verbindlichkeiten (*> 800 TEUR) Wusste nicht, dass das geht! UG & Co.KG.
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