Verschattung auf einem Modul

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Verschattung auf einem Modul

Beitragvon chri1944 » 03.08.2011, 17:46

Hallo!

Einigen in meiner Verwandtschaft habe ich eine PV-Anlage eingeredet und muss mir jetzt auch den Ärger anhören.

Obwohl im Vorgespräch mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass es keine Verschattung durch den Rauchfang geben wird, tritt sie jetzt doch auf einem Modul auf.
Und zwar morgens von Sonnenaufgang bis Mittag.

Anlagedaten:
4,92 Kw p, 50 Grad südwestlich ausgerichtet und die Dachneigung ist 30 Grad, 21 Module, 2 strings.
Die Anlage wurde vor einen Monat installiert meine Tochter hat 10% des Kaufpreises einbehalten.

Sagt mir bitte:
- Wie viel % weniger Leistung wird die Anlage in Zukunft in einem Jahr haben. Ungefähr...

- Ist es gescheit den Preis runter zu verhandeln und die Anlage so wie sie ist - belassen?

- Oder schadet die Verschattung den Modulen und den Wechselrichter über die Lebenszeit?

- Oder soll der Installateur dieses eine Modul einfach entfernen?

Ein guter Rat währe gefragt!

chri
Hallo, wie gehts?
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon amoss » 03.08.2011, 18:49

Ein Modul nur? Das ist doch pippifax!

-Die Anlage wird ohne dieses Modul weniger absolute Leistung bringen als mit diesem Modul (du wirst mit diesem Modul also trotz Schatten pro Jahr mehr kwh und damit EUR ernten also ohne)
-Relativ zu den Kosten der Anlage (also mit/ohne dieses Modul) wird der prozentuale Gewinn ohne dieses Modul minimal höher sein. (du wirst mit dem Modul also z.B. nur ~8,99% statt 9,00 % Rendite pro Jahr auf das eingesetzte Kapital ernten)

Also: Willst du lieber hohe Prozentzahlen zum Prahlen oder lieber viele EUR in der Kasse zum Ausgeben?

Risiko 1: Die Dioden im Schattenmodul werden durch den Schatten geringfügig mehr belastet, KÖNNTEN also irgendwann mal schneller defekt werden. Sehr geringes Risiko.
Risiko 2: Es gibt Wechselrichter, die mit Teilverschattungen nur ganz schlecht umgehen können, dann könnte das Modul wirklich schlecht sein weil mehr Ertrag verloren geht als das Modul zusätzlich bringt. Bei guten Wechselrichtern ist der Verlust bei nur einem verschatteten Modul annähernd proportional zur Verschattungsfläche. (alle Module liefern ~100%, das eine halt weniger je nach Schatten).

Mein Tip: Die Sache mit dem Wechselrichter klären und das Modul behalten, wenn es "ein guter" Wechselrichter ist. So einer wie meine unten in der Signatur sind beispielsweise solche. Ist es ein "schlechter" Wechselrichter, das Modul entfernen.

Ansonsten bedenke: An den allermeisten Tagen im Jahr wird es wolkiges oder bedecktes Wetter während der Verschattungsphase haben, das Schattenproblem also gar nicht existieren! In dieser Zeit produziert dein Modul satte Zusatzerträge. Bei Sonne tut es halt weniger als die anderen, sonst nichts, es entstehen praktisch keine Kosten dadurch und Module sind heuer ja schon viel, viel billiger als z.B. 2009, als ich gebaut habe.

chri1944 hat geschrieben:- Wie viel % weniger Leistung wird die Anlage in Zukunft in einem Jahr haben. Ungefähr...

Du meinst sicher Ertrag, nicht Leistung. Du wirst nicht weniger, sondern MEHR Ertrag haben. Nur RELATIV gesehen gehen ein paar ganz wenige Prozentpunkte verloren, weil das eine Modul zwar genau soviel kostet wie die anderen, aber weniger Ertrag bringt.

chri1944 hat geschrieben:- Ist es gescheit den Preis runter zu verhandeln und die Anlage so wie sie ist - belassen?

Meiner Meinung: Entweder lassen, ein Preisnachlass ist nicht gerechtfertigt, dir entsteht ja kein Schaden (Ausnahme: Ungeeigneter Wechselrichter für Teilverschattung). Wenn du das nicht willst, Modul einfach weglassen.

chri1944 hat geschrieben:- Oder schadet die Verschattung den Modulen und den Wechselrichter über die Lebenszeit?

Das Modul hat ein minimal höheres Ausfallrisiko für die enthaltenen Dioden. Dann kann das Modul aber problemlos in einer unverschatteten Fläche verwendet werden. Dem Wechselrichter berührt das Modul mehr oder weniger überhaupt nicht.
Ein Modul weniger kann aber bedeuten, dass der Wirkungsgrad minimal schlechter ist, du also OHNE das Modul sogar etwas geringere Erträge hast (während wolkiger Verhältnisse sogar ganz sicher!)
Gruß,
amoss

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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon chri1944 » 03.08.2011, 19:17

Hallo amoss!
Danke, du hast mir das so erklärt, dass ich es auch verstanden habe!
chri
Hallo, wie gehts?
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon amoss » 03.08.2011, 19:27

chri1944 hat geschrieben:Hallo amoss!
Danke, du hast mir das so erklärt, dass ich es auch verstanden habe!
chri

Abwarten, es wird auch noch Widerspruch kommen (Schatten ist immer böse und zieht alles runter und ähnliches). Es kommt halt auf die Menge des Schattens an und die Wechselrichter. Der falsche WR oder zuviel Schatten ist wirklich böse. Alles andere nicht.

Du solltest mal deinen Wechselrichtertyp nennen, dann kann sich auch einer der Spezialisten hier äußern und sagen, ob es ein "guter" oder "schlechter" im Sinne des Schattenmanagmentes ist. Da kenne ich mich gar nicht aus, weiß nur, was meine Wechselrichter können.

Bis dahin kannst du ja bei mal meine Erfahrungen zum Thema durchlesen (beachte auch die Links am Ende des ersten Beitrages).
Gruß,
amoss

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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon Retrerni » 03.08.2011, 21:54

Vielleicht fangen wir hier erst einmal bei den Basics an, sprich welcher WR mit welcher Verschaltung von welchen Modulen (Hersteller/Typ/...) an einer wo befindlichen Anlage?

Ciao

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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon open source energy » 04.08.2011, 04:48

amoss hat geschrieben:
chri1944 hat geschrieben:Hallo amoss!
Danke, du hast mir das so erklärt, dass ich es auch verstanden habe!
chri

Abwarten, es wird auch noch Widerspruch kommen (Schatten ist immer böse und zieht alles runter und ähnliches). Es kommt halt auf die Menge des Schattens an und die Wechselrichter. Der falsche WR oder zuviel Schatten ist wirklich böse. Alles andere nicht.

Du solltest mal deinen Wechselrichtertyp nennen, dann kann sich auch einer der Spezialisten hier äußern und sagen, ob es ein "guter" oder "schlechter" im Sinne des Schattenmanagmentes ist. Da kenne ich mich gar nicht aus, weiß nur, was meine Wechselrichter können.

Bis dahin kannst du ja bei mal meine Erfahrungen zum Thema durchlesen (beachte auch die Links am Ende des ersten Beitrages).


Es ist sehr schön, wie Du das, vor allem oben, beschrieben hast. Es ist sehr gefährlich damit zu argumentieren. Unterm Strich sollte man sich die Anlage anschauen. Eine Südanlage mit etwas Schatten hat auf jeden Fall mehr Ertrag als eine unverschattete Anlage in einem leichten Tal mit SW Ausrichtung und 45° DN!
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon chri1944 » 04.08.2011, 19:44

Hallo!
Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt melde, aber ich muss bei meiner Tochter immer wieder berichten und rückfragen.

- Die Anlage steht in Oberösterreich, PLZ 4062, ein kleines Nest in der Nähe von Linz. 50° SW Anlagenausrichtung.

- Es ist ein Modul verschattet, von morgens bis Mittag.

- Der Wechselrichter heißt Piko 5.5 Fa. Kostal.

- Die Module, 21 St. sind Schüco MPE der PS04 Serie.

Noch eine wichtige Frage:
Bestellt wurden Schüco MPE MS05 - geliefert wurden aber Schüco MPE PS04!
Ist das gut oder nicht?
chri
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon Retrerni » 04.08.2011, 22:58

Tja, wie zu erwarten eine grottenschlechte Verschaltung. Hier dürfte eigentlich nur ein String am WR gebildet werden mit 1x21. Bei 10+11 wird die laut Erfahrung benötigte minimale Eingangsspannung von 400 V mit nur 253 V weit verfehlt. Da hat er schon vorher keine Möglichkeit, auf den Schatten mit einer weiteren Absenkung der Stringspannung zu reagieren. Das ist schlicht und ergreifend die falsche WR-Wahl. Laut PVgis10c sollten verschattungsfrei 927 kWh/akWp zu erwarten sein. Bei den MS05 sind es wohl eher mehr Module mit 190 W (?) gewesen? Da wären zwei Strings dann u.U. brauchbar gewesen.

Ciao

Retrerni
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon chri1944 » 05.08.2011, 19:29

Hallo Retrerni!

Oh Schock!

Wir haben den Beteuerungen des Installateurs (10 J. Erfahrung) vertraut!

Was macht man in so einem Fall ???

Am liebsten würde ich einfach den Mund halten – ich hasse Streit!

Grüße chri
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Re: Verschattung auf einem Modul

Beitragvon Retrerni » 06.08.2011, 18:19

Nunja, Du hast ja inzwischen sicherlich schon ein Gefühl, wie die Anlage gegenüber Vergleichsanlagen in direkter Nähe bei gleicher Ausrichtung & Neigung läuft. Daher würde ich an Deiner Stelle erst einmal den Solarteur bitten, die beiden Strings zu einem zusammen zu fassen und so auf 1x21 zu kommen. Das wäre immernoch etwa 80 V unter der maximal zulässigen Eingangsspannung, wenn es die Module von http://www.photovoltaikforum.com/database.php?dir_id=1&archive_status=3&mode=display&id=33666 sein sollten. Da würde ich eine mind. 1-2 %ige Verbesserung erwarten. Optimal wäre hier wohl ein PowerOne Aurora PVI 4.2 mit den bisherigen 11+10 Strings gewesen, alternativ ein Diehl Platinum 4800TL, der sollte gegenüber dem aktuellen ist-Stand etwa 3% holen.

Ciao

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