Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon Franz66 » 07.02.2012, 14:00

Hallo,

ich habe eine PV-Anlage mit Aleo S_19 Modulen (Inbetriebnahme: Juni 2011). Nun ist mir in den letzten Tagen morgens aufgefallen, dass einzelne Zellen von ein paar Modulen schneller auftauen als der Rest der Anlage. Es sah an drei aufeinanderfolgenden Tagen immer gleich aus. Was kann hier die Ursache sein? Muss ich schlimmeres Befürchten?

Die Bilder wurden um ca.10.00 Uhr aufgenommen.

Aleo s_19_Module.jpg

Aleo s_19_ganzes Dach.jpg


Grüße Franz
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon Mr.10.000Volt » 07.02.2012, 14:16

Ich sehe einen Zusammenhang mit dem Schatten an der rechten Seite.
Kann es auch nicht erklären, aber vielleicht ein Zusammenhang mit den Bypassdioden, die einen ungleichen Strom in den Zellen verursachen :?
Würde mir erst mal keine Sorgen machen.
Wer, wenn nicht wir....

wann, wenn nicht jetzt?????
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon pvplaner2010 » 07.02.2012, 14:31

Im Grunde ist das nichts anderes als eine Thermographie. Es zeigen sich Hotspots, also Zellen, die wärmer sind als der Durchschnitt, weil der Widerstand höher ist. Das sollte nicht so sein. Sind es vielleicht die Module, die Aleo nicht selber fertigt?

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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon Franz66 » 07.02.2012, 18:21

Nein, die Montagefirma hat mir damals versichert, dass die Module aus deutscher Herstellung seien.

Wenn es sich tatsächlich um Hotspots handelt, dann müssen die Module doch getauscht werden, oder?
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon none » 07.02.2012, 18:50

Ich sehe es ähnlich wie MR.10000V.
Es ist naheliegend, dass es was mit dem Schatten zu tun hat. Es sind ja "nur" diese Schattenmodule betroffen.
Von der Ferne direkt von Hotspots zu reden, find ich doch etwas sehr vorschnell.

Wieso fehlen Dir 2 Module? Könntest nicht die 2 rechten da hin legen?
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon none » 07.02.2012, 18:53

Ach, jetzt erst gesehen, dass da der Dachständer abgestützt wird.
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon solar01920 » 07.02.2012, 22:47

Ein Hotspot liegt erst dann vor, wenn die einzelnen Zellen einen temp. Unterschied von min.15°haben zu den anderen.
Um ganz sicher zu gehen lasse dir eine Kennlinienmessung vornehmen. Da bekommst du es raus ob Modul defekt oder nicht.
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon amoss » 08.02.2012, 11:46

Hallo,

ich halte dieses Phänomen vorerst für völlig normal. Ist bei mir seit Beginn der Anlage auch.
Es sind zwar tatsächlich "hotspots", aber eher "warmspots".

Temperatur gefühlt, gemessen siehe Zeichnung im untersten Bild

Habe sie im Frühling/Sommer mehrmals etwa um 11 Uhr im Schattenbereich per "Handauflegen" getestet, es ist eine minimale Erwärmung festzustellen, die gerade eben noch erfühlbar ist.

Habe diese Stellen dann bei starker Einstrahlung im Frühling mit einem Infrarotthermometer gemessen (bei mir gibt es eine Stelle, die sogar noch um 12 Uhr von der Gaube so verschattet ist wie im Bild zu sehen und wo auch solche Flecken enthalten sind.).

Ergebnis siehe die Zeichnung im untersten Bild. Es zeigt ein verschattetes Modul, die Quadrate sind die Einzelzellen. Die trapezförmige Fläche kennzeichnet den Schattenwurf, die orangen Quadrate sind die erwärmten Stellen die sich im Winter bei Reif mehr oder weniger deutlich abzeichnen.

Besonnte Flecken waren 35°C warm wie der Rest der besonnten Fläche.

Im Schatten betrug der Unterschied zwischen den verdächtigen Zellen und den anderen gerade mal 6°C - das reicht selbstverständlich LOCKER aus, um im Winter ein früheres Abtauen von Reif auch bei -10 oder -15°C Lufttemperatur zu bewirken, da die dunkle Moduloberfläche sich natürlich gegenüber der Luft auch unter dem Reif deutlich erwärmt. Z.B. auf -6°C - dann bleibt das Modul weiß, während die "hotspots" bereits 0°C haben und abtauen.

Warum im Schatten?
Dass diese Stellen bevorzugt an den Schattenstellen sind, hat für mich folgende Mehrfachgründe:

-dort hält sich der Reif am längsten, die Wahrscheinlichkeit, die Flecken dort zu sehen ist also am höchsten
-dort kann die Leistung der bereits besonnten Flächen die hotspots im Schatten erwärmen, da diese ja sowas wie ein Widerstand sind. Früher am Tag war die besonnte Fläche noch zu klein, die Leistung zu niedrig oder die Zeit war noch zu kurz, als dass schon was aufgetaut wäre.
-und der wichigte Grund:
wer (wie ich) die Module nach flash-Listen sortiert hat, belegt natürlich die schlechtesten Module in die Schattenbereiche. Also auch die Module, die mehr kleine Fehlerchen und Mikrorisse haben.

Wohl kein Modul ist fehlerlos
Denn ich denke, viele, wenn nicht alle Module haben mehr oder weniger kleine Fehlerchen, winzige Fehlstellen, Mikrorisse. Entweder schon ab Werk oder danach entstanden.
Deswegen gibt es ja unterschiedliche flash-Werte. Die Fehler, die schon ab Werk enthalten sind, sind also bereits in der flasher-Leistung berücksichtigt und stellen damit keinen Leistungsverlust dar. Solange sie so bleiben und sich nicht ausbreiten, dann allerdings ist wirklich was faul.

Fotos von hotspots durch Fehler und durch Gegenstände an Modulunterseite
Das mittlere Bild (Foto) zeigt die gleichen Flecken wie beim threadstarter.
Das oberste Bild (Foto) zeigt aber auch, dass man diese Flecken nicht mit denen verwechseln darf, die durch die Dosen und das Gestell auf der Unterseite entstehen. An diesen Stellen kann sich das Modul nämlich nicht so stark abkühlen wie der Rest bzw. erwärmt sich schneller, weshalb auch diese Stellen früher auftauen als die freie Fläche des Moduls.

Stelle 1 = ein hotspot wie hier beschrieben, die Stellen 2 sind solche, wo sich Dosen und Gestellt abeichnen.

Was ist zu tun?
Ich denke, dass man sowieso erst mal gar nix tun kann. Denn solange die Module mindestens die garantierte Leistung bringen und die Stellen nicht größer/heißer werden, würde man wohl nur ausgelacht werden, wenn man einen Austausch fordern würde.
Und zumindest in meinem Fall, obwohl mehrere solcher Flächen vorhanden sind, kann ich über mangelnde Erträge bekanntlich nicht klagen. Dokumentieren tue ich diese Flecken vorsichtshalber aber trotzdem wie man sieht.

Fazit:
Soweit erst mal meine Einschätzung - sollte ich hier falsch liegen, wäre es sicher für uns alle hilfreich und interessant, wenn sich hier noch erfahrene Solarteure, Experten oder Modulprofis melden würden.
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Gruß,
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon pvplaner2010 » 08.02.2012, 12:24

Schöne Spekulation! Kaufen Sie lieber gleich Module von Herstellern, die ihre Zellen selber produzieren und weniger gute gleich aussortieren. Die B-Zellen werden dann von B-Herstellern zu Modulen verarbeitet, die immer noch in der Tolleranz sind.

Alles nicht so daramatisch, nur sollte man gleich beim Einkauf schon logisch agieren und nicht einfach nach dem Klang des Herstellernamens agieren.

Dann freut man sich auch über die Erträge. Die hier gezeigten Hotspots sind schließlich auch reine Erztragsverluste, da man wohl nicht Wärme, sondern Strom im Netz erzeugen möchte. Da versteht auch der Laie, dass solche Module mit "Warmspots" nicht top sein können. Trotzdem vielen Dank für die aufwendige Erläuterung des Phenomens der inhomogenen Zellqualität. Es werden sicher nur ein paar kwh sein, die da verloren gehen. Vorerst jedenfalls, was die Prognose der Alterung sicher nicht besser macht.

Sonnige Grüße
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Re: Unterschiedliches Auftauverhalten einzelner Modulzellen

Beitragvon Franz66 » 08.02.2012, 16:09

Hallo amoss, hallo pvplaner 2010,

Danke für die Erklärungen. Es sind auch ein paar Module auf der linken Dachhälfte betroffen. Also Module, die morgens nicht im Schatten sind. Diese Zellen tauen nur etwas später auf als die Zellen auf der rechten Dachseite.

Insgesamt bin ich bisher mit der Leistung der Anlage zufrieden. Nur der schlechte Temperaturkoeffizient der mono-Zellen bewirkt einen relativ großen Leistungsabfall bei hohen Temperaturen (ca. 6% in der Spitze gegenüber einer gleich ausgerichteten polykristallinen Anlage auf dem gleichen Grundstück), oder kann dies auch mit den Spots zusammenhängen.

Allerdings wundert mich die Sache schon, da es sich schließlich um Aleo-Module handelt, die im Frühjahr 2011 um ca. 200 Euro/kWp teurer waren als z.B. Yingli Panda, wo mir auch ein Angebot vorlag.

Ich werde trotzdem mal den Solarteur ansprechen, mal sehen wie er reagiert.
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