Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen
Moderator: Mod-Team
von fruitpower » 01.03.2010, 10:56
Hallo Miteinander, vergangenen Samstag bat mich ein Freund seine PV-Anlage (Inbetriebnahme 06/2009; 91 kWp) zu begutachten, da im Zusammenhang mit seinem Solateur immer wieder von Pfusch berichtet wird. Im allgemeinen läuft die Anlage gut, die Erträge bewegen sich im Bereich von Vergleichsanlagen. Nur bei der Montageausführung sind mir 4 Punkte aufgefallen: 1. Steckverbinder: Etwa 1/3 der Steckverbinder sind nicht hochgebunden und liegen in der Tiefsicke des Blechdaches. Ist es zwingend vorgeschrieben die Steckverbinder nach oben zu binden?2. Befestigung der Unterkonstruktion am Dach:Die Dachhaut ist mit PU-Sandwichdachpaneelen ausgeführt. Die UK wurde mit sog. Schalotten und Blechtreibschrauben in der Paneele befestigt. Bei meiner Anlage verlangte der Lieferant des Daches zwingend eine Befestigung mit ES-Stockschrauben. Ist es zwingend vorgeschrieben bei Paneelen die UK mit Stockschrauben zu befestigen?3. Verkabelung AC/DC:Bei meiner Kontrolle ist mir ebenfalls aufgefallen, daß die gesamte AC und DC - Verkabelung zusammen in einem Installationskanal verlegt wurde. Ist es zwingend vorgeschrieben AC/DC- Verkabelung zu trennen? 4. WR-Montage:Sämtliche WR (Fronius und Kaco) wurden direkt auf PU-Wandpaneelen montiert. Bei meiner Anlage mussten wir Fermacellplatten als UK verwenden. Ist es zwingend vorgeschrieben eine Brandschutzplatte zwischen WR und PU-Paneele zu montieren?Im voraus vielmals  für Eure fachmännische Hilfe Gruß Hubert
70,93 kWp Kyocera KD205WpGH-2PU; 1xKaco Pow.33000xi,2x8000,2x7200,2x3500 seit 06/2008 10,56 kWp REC Premium220Wp; 2xSMA SB5000TL-20 seit 04/2009 79,90 kWp Sunways SM215M235Wp; 7xSunways NT10000,1xNT5000 seit 12/2009
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von Trashman » 01.03.2010, 11:14
zu 2: Kommt vermutlich auf den Gestellhersteller drauf an-Schletter z.B. erlaubt die Befestigung am Deckblech des Sandwich nicht, es muss mit Stockschrauben gearbeitet werden. Wer ist denn der Gestellhersteller? In der Regel findest Du da auf der Internetseite die Montageanleitung, da steht sowas meistens drin.
zu 4: Kommt darauf an: SMA zb. empfiehlt nicht auf brennbaren Untergründen zu montieren. Die haben einen Test auf einer (Massiv-) Holzplatte durchgeführt, da kam es nach simulierten 20 Jahren zu keinen Problemen. Dokument hierzu findest Du auf der SMA-Website. Was sagt denn der Hersteller des PU-Paneels zu hohen Temperaturen an einem Punkt? Steht hierzu etwas in der Montageanleitung der Wechselrichter?
Zum Rest sage ich nichts weil ich hierzu keine Ahnung habe (auch wenn ich glaube dass die Steckverbinder hochgebunden werden sollten).
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von jodl » 01.03.2010, 11:39
fruitpower hat geschrieben:2. Befestigung der Unterkonstruktion am Dach: Die Dachhaut ist mit PU-Sandwichdachpaneelen ausgeführt. Die UK wurde mit sog. Schalotten und Blechtreibschrauben in der Paneele befestigt. Bei meiner Anlage verlangte der Lieferant des Daches zwingend eine Befestigung mit ES-Stockschrauben. Ist es zwingend vorgeschrieben bei Paneelen die UK mit Stockschrauben zu befestigen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Schalottewürde mich schon im Detail interessieren wie man eine PV-Anlage mittels Zwiebeln befestigt ... ich glaub aber daß ich mir vorstellen kann was du meinst und im Gegensatz zu meinem Vorschreiber bin ich nicht der Meinung daß das auf den Gestellhersteller ankommt die Frage ist - und das wurde hier schon etliche Male diskutiert - hat das verwendete Befestigungssystem eine Z U L A S S U N G für den verwendeten Einsatzfall und da ist mir keines bekannt - was aber nichts heissen muß, weil ich ja auch nicht Dr. Allwissend bin Der Hersteller des Befestigungssystems kann ja nur dafür haften, daß seine Teile da halten, wo sie hingeschraubt werden und das ist die obere Schale von dem Sandwichblech wenn der Orkan kommt, dann fliegt die Anlage mitsamt der Befestigung und der oberen Blechschale davon weil der Schaum zwischen oberem und unterem Sandwich-Blech natürlich NICHTS hält dafür ist er auch nicht gemacht und meines Wissens gibt es keinen Sandwich-Hersteller der das zulässt Also: in diesem Fall hoffen oder beten, daß es die Firma, die das installiert hat, noch lange gibt und daß die immer brav die Prämien für ihre Betriebshaftpflichtversicherung zahlen Gruß, jodl
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von sunpower16,2 » 01.03.2010, 13:22
Hallo fruitpower zu 1.) also bei Aleo steht nix in der Montageanleitung. Ggf. in der Anleitung des Modulherstellers schauen. Normalerweise sollten die Steckverbindungen wasserdicht sein. Natürlich erweckt es einen solideren Eindruck, wenn sie nicht aufliegen, doch wenn es der Modulhersteller nicht vorschreibt, wäre es auch kein Grund zur Reklamation. Sollte es diesbezüglich eine Vorschrift geben, dann natürlich schon, doch kenne ich sie nicht. Vielleicht weiß ein Solarteur was dazu. zu 2.) Du gibst eigentlich die Antwort schon selbst, Zitat: "Bei meiner Anlage verlangte der Lieferant des Daches zwingend ...". Ich schreibe unten noch etwas dazu. zu 3.) die gesamte AC- und DC- Verkabelung?? Sitzt der Zähler etwa unterm Dach und die WR im Keller? Meiner Meinung nach hat das höchstens einen ungünstigen Einfluss auf den Ertrag der Anlage. Vielleicht kann ein Solarteur hier im Forum was zu sagen. Doch auch wenn er es immer trennt, entscheidend ist, was die "reine Lehre" sagt. zu 4.) leider kann ich auch hier nur auf die Montage-Hinweise des WR-Herstellers verweisen und auf die technischen Angaben zum Untergrund (Feuerwiderstandsklasse). Zwingend vorgeschrieben war in der DDR die TGL, das Pendant zur westdeutschen DIN und europäischen EN und der internationalen ISO. Es sind Normen. Wenn Du sie einhälst, dann darste sagen: hergestellt nach DIN XYZ/ABC. Wenn nicht, dann nicht. Manche Normen müssen von Gesetz wegen eingehalten werden. Glaube, dass das dann irgendwo nochmal extra steht. Ansonsten sag ich mal, ist die reine Lehre aus den Büchern in der Berufsausbildung maßgebend. Das sieht dann in der Praxis z.B. so aus: - Mein Zimmermann, der den Dachstuhl setzte, meinte, er kann das Dach auch decken (Bitumenschweißbahn). Sicher? Sicher! Gut, dann mach halt.
- Er legte von der Firma Bauder eine spezielle Dachbahn, einen von Bauder vorgeschriebenen Flies und er verschweißte eine Lage Bitumenschweißbahn nur an den Nähten, weil Bauder das so sagte, obwohl er ursprünglich vollflächig verschweißen wollte.
- Der Dachdecker, der im Auftrag der PV-Firma die UK und die Module aufs Dach brachte, meinte, das Dach sei zwar dicht, aber mangelhaft gedeckt. Er müsse eine Bedenkenanzeige nach VOB usw. schreiben, um sich abzusichern: Richtig sei, 1 Dachbahn und 2 Lagen Schweißbahn vollflächig verschweißt.
- Der selbe Dachdecker erklärte mir auch, er kenne das System von Bauder nicht. Von seinem Hersteller gibt es eine spezielle Dachbahn, auf die er dann auch nur eine Lage Schweißbahn aufbringen braucht. Hä??? Also Unterschied: Reine Lehre versus Weiterentwicklung der Hersteller: Wenn er ein Dach so deckt, dann hat er gleich eine Erklärung des Herstellers in der Tasche, dass das Dach mit den verwendeten Materialien so zu decken ist.
- Also, ich nochmal zu meinem Zimmermann, er solle beim Hersteller eine Erklärung anfordern, dass seine Materialien so einzusetzen sind. Habe ich bekommen - alles klar.
Die "reine Lehre" der Berufsschule lehrt quasi den Stand von gestern, wie es schon immer gemacht wurde und warum und dass es so richtig ist. Vielleicht sagt der Lehrer auch mal, dass es inzwischen herstellerspezifisch neuere Entwicklungen gibt. Doch das ist nicht die "reine Lehre". Damit sind die Hersteller in der Nachweispflicht, wenn ein Produkt so gut ist, dass die Verarbeitung von der "reinen Lehre" abweichen kann. Bei dem beschriebenen Dach kann es evtl. auch sein, dass gar keine Schrauben von außen eingeschraubt werden dürfen. Sie werden - glaub ich - auch für große Stützweiten verwendet. Wenn das ausgereizt ist, dann wird möglicherweise eine PV-Anlage gar nicht drauf dürfen. Außerdem wird bei dem System die Wärmedämmung beeinträchtigt, wenn ich das richtig sehe. Doch einfache Blechschrauben erscheinen mir auch nicht wirklich sturmsicher. Hat die Anlage das Sturmtief Xynthia diese Nacht überlebt? Wenn ja, dann Härtetest bestanden. Vor allem wegen der Stützweiten muss eigentlich ein Statiker eine Aussage treffen. Bei der verwendeten Dachdeckung glaube ich auch kaum, dass es da eine Norm gibt, weil der Hersteller da ein innovatives Produkt entwickelt hat. Vielleicht gibt es später mal eine Norm, wenn er sein Patent darauf freigegeben hat. Gruß, sunpower16,2
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von eggis » 01.03.2010, 13:56
fruitpower hat geschrieben:1. Steckverbinder: Etwa 1/3 der Steckverbinder sind nicht hochgebunden und liegen in der Tiefsicke des Blechdaches. Ist es zwingend vorgeschrieben die Steckverbinder nach oben zu binden?
Ob das zwingend vorgeschrieben ist, die Kabel hochzubinden, kann ich dir auch nicht sagen. Es wird immer von den Regeln der Technik geschrochen. Als saubere Arbeit würde, ich Stecker die in der Tiefsicke, liegen nicht bezeichnen. Auch wenn die Stecker Schutzklasse IP65 haben, wenn sie verbunden sind, würde ich aus gesundem Menschenverstand auch keine Stecker in der Dachrinne oder im Fallrohr verlegen.
Mit sonnigen Grüßen -eggis- "Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft." (George Bernard Shaw)SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC Meine Anlage!!! hier klicken
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von Atommafia » 01.03.2010, 18:44
Tach sunpower16,2 hat geschrieben: Zwingend vorgeschrieben war in der DDR die TGL,
"Zwingend" nur auf dem Papier vom 5-Jahresplan usw Die Wirklichkeit sah anders aus MfG
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von WPhil » 04.02.2012, 16:37
Es würde mich mal interessieren, wie die Sache ausgegangen ist. Gibt es da was Neues ? Viele Grüsse und  im Voraus
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von KKoPV » 04.02.2012, 20:41
Hi, fruitpower hat geschrieben:4. WR-Montage: Sämtliche WR (Fronius und Kaco) wurden direkt auf PU-Wandpaneelen montiert. Bei meiner Anlage mussten wir Fermacellplatten als UK verwenden. Ist es zwingend vorgeschrieben eine Brandschutzplatte zwischen WR und PU-Paneele zu montieren?
Habe auch z.B. SMA STP, lt. SMA vermeiden auf Holz zu installieren. Aber am Blockhaus schwierig zu machen... Also mit Hinterlüftung installiert, d.h. einfach 2 Schinenstücke der Unterkonstruktion (Sikla, 3 cm hoch) an die Wand und darauf die Montageplatte des WR. Knut
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von emma2011 » 04.02.2012, 21:58
fruitpower hat geschrieben: 2. Befestigung der Unterkonstruktion am Dach: Die Dachhaut ist mit PU-Sandwichdachpaneelen ausgeführt. Die UK wurde mit sog. Schalotten und Blechtreibschrauben in der Paneele befestigt. Bei meiner Anlage verlangte der Lieferant des Daches zwingend eine Befestigung mit ES-Stockschrauben. [b]Ist es zwingend vorgeschrieben bei Paneelen die UK mit Stockschrauben zu befestigen?
So weit ich weis ist bei diesen Sandwichplatten die obere Blechdecke sehr dünn und daher nicht für die direkte Montage geeignet, daher könnte ich mir schon vorstellen das es nur mit Stockschrauben erlaubt ist. Frag doch mal beim Blechlieferanten nach !
. Wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage...
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