Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen
Moderator: Mod-Team
von coca65 » 10.06.2012, 12:29
Hallo,
seit Monaten fallen immer wieder meine SMA 6000er Trafowechselrichter von 2005 wegen Netzüberspannung aus, obwohl sie auf die maximal zulässigen Werte von 253 bzw. 265 Volt eingestellt sind. Der Netzbetreiber hat die Spannung im Netz nach eigener Aussage etwas abgesenkt. Mehr ginge nicht, weil sonst der letzte Verbraucher bei hohem Verbrauch zu wenig Spannung erhält. Die WR regeln insbesondere am Wochenende bei wenig Verbrauch im Netz immer mal wieder runter. Einzelne WR bis zu 30 mal pro WR und Tag. Das geht natürlich auch an die "Substanz" sowohl der WR als auch des Ertrages. Ich denke der Gesamtverlust der Anlage pro Jahr liegt bei etwa 4-5%.
Bisher kann mir keiner wirklich weiterhelfen. Eventuell werde ich die WR gegen micht so empfindliche austauschen müssen...!?
Gruß Benedikt
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von P.Voltologe » 10.06.2012, 12:44
Gibt es richtige und relativ genaue Messwerte über die AC-Spannungsverläufe über den Tagesgang (Wochenende/Arbeitstag)?
Ein kleiner Tipp (sofern es wirklich die Netspannungserhöhung sein sollte), der nur dann etwas bringen kann, wenn die AC-Leitungen vom WR-Ausgang zum Netzeinspeisepunkt/Zahler recht lang sind (>30m). Wenn man dickere Querschnitte für diesen Teil verwendet, so kann man den Spannungsabfall auf dieser Strecke reduzieren und damit fast die gleiche Spannung am WR-Ausgang als an dem Netzeinspeisepunkt haben. Bei merklichen Verlusten auf dieser Strecke kann da schon mal 2-5 Volt (ca. 2% vom Effektivwert kann bei dünnen Querschnitten schon mal passieren) mehr am WR liegen als am Übergabepunkt. Ich würde zunächst einmal wirklich messen lassen (und möglich über Zeiträume mitschreiben, um Richtungen und Tendenzen besser abschätzen zu können), sofern dies noch nicht gemacht wurde. Bei älteren WRs kann auch die Messelektronik im WR "gedriftet" sein und eventuell hat dass mit den realen Spannungen nur tendenziell etwas zu tun. Grüße
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von Retrerni » 10.06.2012, 14:59
coca65 hat geschrieben:seit Monaten fallen immer wieder meine SMA 6000er Trafowechselrichter von 2005 wegen Netzüberspannung aus, obwohl sie auf die maximal zulässigen Werte von 253 bzw. 265 Volt eingestellt sind. Der Netzbetreiber hat die Spannung im Netz nach eigener Aussage etwas abgesenkt. Mehr ginge nicht, weil sonst der letzte Verbraucher bei hohem Verbrauch zu wenig Spannung erhält. Die WR regeln insbesondere am Wochenende bei wenig Verbrauch im Netz immer mal wieder runter. Einzelne WR bis zu 30 mal pro WR und Tag. Das geht natürlich auch an die "Substanz" sowohl der WR als auch des Ertrages. Ich denke der Gesamtverlust der Anlage pro Jahr liegt bei etwa 4-5%. Bisher kann mir keiner wirklich weiterhelfen. Eventuell werde ich die WR gegen micht so empfindliche austauschen müssen...!? Gruß Benedikt
Über wie viele WR mit welchen Kabellängen und -querschnitten reden wir jetzt hier vom WR bis zum Zähler und vom Zähler bis zur Trafostation. Gibt's die Anlage seit 2005 und wurden seither in der Umgebung weitere EE-Anlagen errichtet? Ciao Retrerni
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von coca65 » 10.06.2012, 23:07
vielen Dank für die schnellen Antworten: @P.Voltologe es gibt keine genauen Messwerte, mein Installateur hat die DC und AC Querschnitte aber so berechnet, dass max 0,5% Leitungsverluste auftreten. Mein Eindruck ist, dass da Spannungsspitzen über 265Volt reinhauen!? Die Anlage existiert seit 2005 und bis Anfang letzten Jahres ist das Problem gar nicht bzw. kaum aufgetreten. Es kamen auch einige PV-Anlagen in der Umgebung hinzu, deren Einfluß ich aber nicht genau quantifizieren kann. Die AC-Leitungen zum Zähler sind etwa 30m lang. Jedenfalls werde ich Eure Antworten ausdrucken und dem Elektriker vor Ort zeigen und die Messung vorschlagen bzw. in Auftrag geben. Mein "kleineres" Problem ist, dass ich 400km von der Anlage entfernt wohne. Vielleicht noch ein Hinweis von mir: ein Drittel der WR geht häufig vom Netz, ein Drittel seltener und ein Drittel gar nicht..!?
@Retrerni die Anlage (100kWp) 14Stück WR SMA 6000er Trafo und 2Stück 2500er gibt`s seit 2012, aber wie gesagt auch weitere Zubauten in den letzten Jahren in der Umgebung. Die Kabellängen und -querschnitte sind von meinem Installateur ordentlich bemessen, da war ich dabei. Ich habe noch einen anderen Verdacht. Vom Wandlermessschrank zum Trafo sind es noch mindestens 100m..!?
Viele Grüße Benedikt
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von Retrerni » 10.06.2012, 23:37
WIE sind sie bemessen?!? Wir trauen hier keinem Solarteur, der sagt "passt scho..." Wir versuchen uns hier auf Fakten zu beschränken, wenn die Glaskugeln versagen... 100 m Zuleitung bei 100 kW zum Trafo machen mich da schon skeptisch...
Ciao
Retrerni
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von coca65 » 11.06.2012, 00:21
da kann ich gar nichts zu sagen.
Das war damals nicht unsere Sache, bzw. wurde alles von Eon bzw. Avacon in Eigenregie gemacht!
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von P.Voltologe » 11.06.2012, 10:22
Deine Drittelung des Wechselrichterverhaltens würde in der Überprüfung mit einbeziehen, ob das Drittel der WRs, die häufig aufgeben alle auf der gleichen Pahse verdrahtet wurden. Also ein Verdacht, dass zwischen den Phasenlasten etwas schief liegt und dies dein Elektriker auch prüfen sollte und sonst machen mir die 100m "Unbekanntes" auch etwas Bauchschmerzen. Sollte dies in Alu ausgeführt worden sein, so sollte man sehr genau die Klemmen und Behandlung der Kontaktstellen mit in die Überprüfung einbeziehen. Sollte die vermutete Spannungserhöhung (bis 265V) tatsächlich aus dem Versorgungsnetz stammen, dann müssten die anderen PV-Anlagenbetreiber ähnliche Symptome wahrnehmen. Notfalls muss eine Netzqualitätsanalyse (Messung) Klarheit schaffen, eventuell ist dort in der Gegend auch etwas oberwellenhaltiges in Betrieb (alte Stromrichter, Notstromanlagen, Leistungsstarke Antriebe mit FU o.ä.). Grüße
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von buergersolar » 11.06.2012, 12:40
coca65 hat geschrieben:meine SMA 6000er Trafowechselrichter von 2005
coca65 hat geschrieben:die Anlage (100kWp) 14Stück WR SMA 6000er Trafo und 2Stück 2500er gibt`s seit 2012
Wie jetzt? Und wenn du 400km von der Anlage weg wohnst, hast du wahrscheinlich einen Datenlogger. Der zeichnet doch sicher auch die Spannungsverläufe auf. Kann man die irgendwo sehen oder kannst du die hochladen? Sonnige Grüße
25,2 kWp 144 x Sharp NT175E1, 3 x SMA SMC8000TL, 1 x SMA WebBox mit GSM-Modem Süd-West, Neigung 10° Erträge im SunnyPortalMein Stromanbieter: naturstromMein Druckerpapier: Recyclingpapier (spart jede Menge: Energie, Wasser und Holz)
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von coca65 » 11.06.2012, 22:37
ok vielen Dank, werde ich prüfen bzw. überprüfen lassen, wird aber wohl ein paar Wochen dauern.
An der Anlage (genau 99,8 kWp) befinet sich ein SB Control, der wohl keine Spannungsverläufe aufzeichen kann. Gruß Benedikt
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