Kabel liegen auf dem Dach

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon win_solar » 07.02.2012, 17:41

..ich denke mal wir sind uns einig darüber, dass die Kabel hochgebunden werden sollten.
Dies dient vor allem dem Schutz vor Nässe. Es ist durchaus möglich, dass ein Steckverbinder genau in der Regenablaufrinne liegt. Dies ist natürlich zu vermeiden, Korrosion, Übergangswiderstände,Stringunterbrechnung, Erdschlüsse etc. könnten die Folge sein (vermutlich erst nach Jahren).
Ausserdem könnte es passieren, dass tauender Schnee / Eis unter die Module rutscht und einen Steckverbinder abreißt.
Schon traurig, dass man sowas noch erklären muß..ist natürlich ein bisschen mehr Arbeit :!:
Gruß Win
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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon Stommi » 10.02.2012, 09:37

Danke erstmal für die Antworten. Für mich gehören die Kabel auch an- und hochgebunden. Nur habe ich einen Installateur, der eine Anlage für einen Kunden errichtet hat und da hängen die Kabel auf dem Dach. Er meint zu mir, er kenne keine Vorschrift und ich kann ihm bisher nur sagen, dass es allgemein üblich ist, die Kabel hochzubinden, habe aber keine direkte Handhabe in Form einer Vorschrift, DIN o.ä.

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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon eggis » 12.02.2012, 12:32

Moin Stommi,

ich hab mal gelesen, dass in der VDE 0282 (Teil 1 und 4) was zur Kabelverlegung stehen soll. Ich habe diese aber nicht zu Hand. Evtl. kann jemand anderes daraus zitieren.
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon Wandlitzer » 16.02.2012, 12:32

In der Fachzeitschrift "Der Bausachverständige" ist gerade eine über mehrere Ausgaben reichende Darstellung der Mängelgruppen bei PV-Anlagen. In der aktuellen Ausgabe geht es um die aus Sachverständigensicht als Mängel einzustufenden Fehler bei der Kabelverlegung.

Die "hängende" Leitungsverlegung zwischen Modul und Dachbelag soll danach sowieso aus Brandschutzgründen unzulässig sein. Der Autor nimmt dabei Bezug auf die DIN VDE 0100-712.

off topic: Für mich als Bauanwalt ist diese Artikelreihe sehr interessant, weil sich zeigt, dass bei Anwendung der "anerkannten Regeln der Technik", die auch ungeschrieben zum "Soll" jeder Anlagenerrichtung gehören, so einige errichtete PV-Anlagen mangelhaft sein dürften; unabhängig davon, ob sie gut laufen oder nicht. Denn rechtlich gibt es keine direkte Verbindung zwischen Mangel als Vertragsverstoß und Schaden. Dies gilt z.B. für die sog. Kabelbündelungen, die ich oft sehe und die nach heutiger technischer Rechtslage lt. diesem Sachverständigen-Artikel nicht zulässig sein sollen ....

Grüße aus Berlin!
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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon Europe-Solar » 18.02.2012, 12:29

Ja richtig. Es ergibt sich aus den Anforderungen der DIN 0100-712. Diese besagt sinngemäß DC-Leitungen sollen witterungsgeschützt vor Wind, Wasser, Schnee und Eis sowie mechanisch geschützt verlegt werden. Also eine klare Anweisung Kabel bei Schrägdächern hochzubinden da ansonsten z.B. abrutschender Schnee die Kabel beschädigt oder Kabel scheuern mit entsprechenden möglichen Folgen.

Bei PV ist der Schutz besonders wichtig, weil hier zum Einen hohen Spannungen im Spiel sind. Zum Anderen weil die Arbeitsspannung und Kurzschlussspannung sehr nahe beinander liegen und eine wirkungsvoller Personenschutz bei einem Stromschlag über Sicherungen nicht so einfach bzw. gar nicht möglich ist. Auch wenn sich auf dem Dach nicht ständig Personen aufhalten, es kommt aber eben doch vor bei Dacharbeiten vor. Weiterhin aus Gründen des Brandschutz wie schon zuvor gesagt.
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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon Heiko Krause » 18.02.2012, 15:20

Hallo

das die Kabel mit Kabelbindern zum einfachen Schutz an der Unterkonstruktion an - bzw. hochgebunden werden sollten, darüber sind sich wohl bisher alle einig.
Wenn Du eine PV - Anlage durch einen Solateur auf Deinem Dach errichten läßt ... und natürlich auch mit Deinem Geld bezahlst ... kannst Du doch auch angeben, was gemacht wird ! Der Zeitaufwand, die Kabel bei der Modulmontage mit Kabelbindern zu befestigen, ist verschwindend gering. Und auf die paar € für die Kabelbinder selbst kommt es wohl auch nicht an !

sonnige Grüße, Heiko
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Re: Kabel liegen auf dem Dach

Beitragvon P.Voltologe » 18.02.2012, 16:57

Heiko Krause hat geschrieben:Hallo

das die Kabel mit Kabelbindern zum einfachen Schutz an der Unterkonstruktion an - bzw. hochgebunden werden sollten, darüber sind sich wohl bisher alle einig.
Wenn Du eine PV - Anlage durch einen Solateur auf Deinem Dach errichten läßt ... und natürlich auch mit Deinem Geld bezahlst ... kannst Du doch auch angeben, was gemacht wird ! Der Zeitaufwand, die Kabel bei der Modulmontage mit Kabelbindern zu befestigen, ist verschwindend gering. Und auf die paar € für die Kabelbinder selbst kommt es wohl auch nicht an !

sonnige Grüße, Heiko


Alles richtigt - beschreibt aber oftmals nur den gewünschten Sollzustand.

In der Realität wird manchmal gedankenlos drauflos gewurschtelt, ohne Plan und Vorstellungskraft, nach dem Muster "haben wir immer schoin so gemacht" und dann aber hinterher mit rhetorischen Meisterleistungen, die fachgerechte Montage zur kostenoptimierten Option (natürlich ohne Probleme - zumindest während der gesetzlichen Gewährleistung) umgedeutet. Wer soviel Energie ins Rausreden investiert, sollte einmal die anerkannten Regeln der Technik lesen und für sich die richtigen Schlüsse ziehen. Wichtig für die Betreiber ist, dass die Verursacher nicht aus Ihren Pflichten frühzeitg entlassen werden, weil zum Schluss ist der Betreiber verantwortlich für die Sicherheit in der Betriebsphase seiner PV-Anlage. Die Mehrzahl dürften jedoch keine Fachleute sein, dass sicherheitsrelevante Störungen oder Fehler in der Technik überhaupt eingeschätzt werden können und die Tragweite klar wird.

Es steht übrigens (und für einige leider) nirgens wortwörtlich "Stringverkabelung und/oder Steckverbindungen sind mit UV-beständigen Kabelbindern sachgerecht zu fixieren", dennoch gehört es im Bereich des "Mitdenkens" zur richtigen Auslegung der 0100-712 und anderer Verlege-Richtlinien der VDE-Reihe, die nicht explizit und ausschließlich PV im Blickpunkt haben. Kabelbinder sind nicht das einzige (vermutlich aber preisgünstigste und flexibelste) Mittel, um angemessenen mindestens den gleichen Schutz zu erreichen.

Die elektrische Sicherheit ist dauerhaft (20 Jahre und mehr) nur zu gewährleistet, wenn von Anbeginn eine angemessene Sorgfalt bei allen Projektphasen verfolgt wird.

Grüße

PS: Vorgaben zum Brandschutz sind primär nicht in der VDE 0100-712 behandelt, sondern meist aus der MBO entnommenn und im Zusammenhang mit der elektrischen Sicherheit (Kurz-, Erschlussfestigkeit, Erdung usw.) zu sehen.
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