Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen
Moderator: Mod-Team
von mac70 » 16.12.2011, 09:43
Hallo zusammen,
bei uns wurde gestern die Solaranlage installiert. Es handelt sich um das Komplettsystem von Centrosolar. Bei diesem ist es so, dass die Module in die horizontal montierten Schienen von oben eingelegt werden und in die Schiene rutschen. Dazu ist der Schienenrahmen oben recht dick. Die Monteure hatten dieses System noch nie installiert und wohl leider auch keinen Blick in die Montageanleitung geworfen. Sie haben die Schienen falsch herum installiert. Ergebnis ist, dass nun der Einlegrahmen ein paar Millimeter die unterste Zellenreihe verdeckt. Kann mir jemand sagen, wie starke Auswirkungen dies auf Ertrag hat. Und vor allem, ob die Zellen damit beschädigt werden können.
Danke schon mal und Gruß,
Stefan
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von Mr.10.000Volt » 16.12.2011, 09:49
Definitiv nicht in Betrieb nehmen und neu aufbauen lassen Es geht ja nicht nur um die Ertragseinbußen die zu befürchten sind. Es gibt Garantien und unter Umständen Versicherungsleistungen die Dir im Schadensfall nicht zukommen, da es dann lapidar heißt: ".......bedingt durch die fehlerhafte Montage können wir leider.........." dumm gelaufen für die Monteure 
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von JayM » 16.12.2011, 10:31
Vielleicht doch zumindestens kurz in Betrieb nehmen, um die Einspeisevergütung zu sichern!? Denn bei dem Wetter wird das bis 31.12. nicht repariert sein. Gruß Jochen
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von Mr.10.000Volt » 16.12.2011, 10:43
Klar, an den Aspekt hatte ich nicht gedacht. Inbetriebnahme sichern und anschließend neu aufbauen.
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von Modulschrauber » 16.12.2011, 16:36
Hallo mac70, mac70 hat geschrieben:wie starke Auswirkungen dies auf Ertrag hat
Das kannst du dir ausrechnen. Der Ertrag sinkt im gleichen Verhältnis wie die Fläche der Zellen abgedeckt werden. Mal einfach: Wenn die Zellen eine Kantenlänge von 100 mm haben und jetzt mit 3 mm hinter der Kannte verschwinden wirst du Einbussen von zienlich genau 3% haben. Das gilt obwohl die Zellen in den anderen Reihen frei sind. Bei PV gilt halt (fast) immer das das schwächste Glied die Leistung bestimmt. mac70 hat geschrieben:ob die Zellen damit beschädigt werden können
Nein, das darf den Zellen nichts ausmachen. Es gibt viele Anlagen, vor allem wenn die Module quer verlegt sind, bei denen sich am unteren Ramen eine Schmutzkannte ansammelt und langsam in die Zelle wächst und dann zu einem ähnlichen Ertragsverlust wie bei dir führt. Wenn dies bemerkt wird und die Anlagen gereinigt werden ist wieder alles gut. Kurt
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von Mühli » 16.12.2011, 16:47
Inbetriebnehmen und dann runter damit. Bei "nicht-Anleitung-lesen" hab ich 0-Toleranz, das sind vermeidbare Fehler, die würde ich mir niemals freiwillig andrehen lassen. 3% weniger Ertrag sind je nach Geldstreben schon die halbe Rendite, löl
Dass du ernsthaft drüber nachdenkst, das so zu lassen, sollte dir selbst zu denken geben!
Übernimmst du selbst die Garantie, wenn es zu Glasbruch kommt? Oder die Zellen Hotspots kriegen?
Gruß
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von finkus » 16.12.2011, 16:58
Modulschrauber hat geschrieben:Hallo mac70, mac70 hat geschrieben:wie starke Auswirkungen dies auf Ertrag hat
Das kannst du dir ausrechnen. Der Ertrag sinkt im gleichen Verhältnis wie die Fläche der Zellen abgedeckt werden. Mal einfach: Wenn die Zellen eine Kantenlänge von 100 mm haben und jetzt mit 3 mm hinter der Kannte verschwinden wirst du Einbussen von zienlich genau 3% haben. Das gilt obwohl die Zellen in den anderen Reihen frei sind. Bei PV gilt halt (fast) immer das das schwächste Glied die Leistung bestimmt. mac70 hat geschrieben:ob die Zellen damit beschädigt werden können
Nein, das darf den Zellen nichts ausmachen. Es gibt viele Anlagen, vor allem wenn die Module quer verlegt sind, bei denen sich am unteren Ramen eine Schmutzkannte ansammelt und langsam in die Zelle wächst und dann zu einem ähnlichen Ertragsverlust wie bei dir führt. Wenn dies bemerkt wird und die Anlagen gereinigt werden ist wieder alles gut. Kurt
Hallo, so genau kann man das wohl nicht sagen, je nach dem ob eine Bypass Diode oder alle drei betroffen sind. Gute Module dürften das wohl aushalten, wenn im Sommer die höchsten Erträge kommen sollen, dann wird die Diode allerdings ständig arbeiten, ob das 20-30 Jahre gut geht? Es ist aber müßig über den Verlußt zu reden, das muss geändert werden. Man kauft ja auch kein Auto mit 100 PS und läßt sich für´s gleiche Geld 90 PS liefern. Allerdings würde ich die Anlage auf jeden Fall im Betrieb setzen, damit die EEG Sätze von diesem Jahr noch gelten. Allein der Garantieverlußt, läßt keine andere Option offen.
sonnige Grüße Stephan Königstein finKUs Energiemanagement GmbH & Co.KG - Tüv geprüfter Sachverständiger und Bauleiter für Photovoltaik Anlagen - Fachwirt für Finanzberatung - Im Felde 3 , 49076 Osnabrück - 0541-7500170
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von Modulschrauber » 16.12.2011, 17:42
Hi Finkus, Nix mit Dioden! Alle Module sind betroffen, wenn sie drei Dioden haben würde bei Schalten dieser mehr als ein Drittel der Leistung verloren. Und wie schon gesagt, die Module müssen es aushalten. Sonst hätten wir bei den quer verbauten Anlagen schon reihenweise Ausfälle durch die Schmutzränder. Kurt
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von bskf » 16.12.2011, 19:13
wie die Vorredner schon sagten: auf keinen Fall so lassen.
Zu den bereits genannten Punkten kommt noch der Aspekt der evlt. nicht mehr ausreichenden Sogsicherung. Die Überdeckung, die jetzt unten zuviel ist, fehlt ggf. oben. Ist der Modulrahmen oben noch ausreichend von der Schiene überdeckt? Falls nicht, besteht die Gefahr, dass die Module oben rausgedrückt werden und ihre Flugeigenschaften unter Beweis stellen.
Grüße
bskf
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von mac70 » 19.12.2011, 12:16
Hallo zusammen,
Euch allen schon mal danke für die zahlreichen Antworten. Das mit der Sicherung der Einspeisevergütung ist ein wichtiger Punkt, den ich auch so umsetzen werde. Werde den Betrieb auf Beseitigung der Mängel anschreiben. Rücksprache bei Centrosolar hat übrigens ergeben, dass bei einer derartigen Montierung Centrosolar keine Garantie übernehmen würde. Hauptargument war, dass die Klemmungen für die horizontalen Schienen von oben und nicht von unten montiert worden sind, was die Montagestabilität stark mindern kann. Das ist nachvollziehbar und ist mir erst im Gespräch mit einem sehr versierten Techniker von Centrosolar klar geworden.
Gruß,
Stefan
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