Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen
Moderator: Mod-Team
von DeLaDope » 09.07.2011, 15:09
Halllo alle Miteinander, vor gut einem Monat hat uns ein Unwetter ziemlich stark erwischt. Aufgrund eines Blitzeinschlages wurde unsere Südanlage massiv beschädigt. Die drei SMA - 7000 TL WR waren an den DC - Seitigen Komponenten stark beschädigt. Teilweise waren einige Milimeter große verkohlte Teile der Bauelemente innerhalb der WR gelegen. Doch es kommt noch schlimmer. Leider sind auch 43 der 96 Sharp Nu - 235W Module erkennbar und messbar (Leelaufspannung unter 30V, zu geringer Kurzschlußstrom) defekt. Siehe Bild. P1020955.JPG So oder noch schlimmer sieht ein Großteil der bisher als defekt deklarierten Module aus. Wir sind zum Glück versichert. Unser Solateur wird jetzt ein Gutachten an die Versicherung schicken. Er will aber lediglich die 43 jetzt erkennbar defekten Module zum Austasuch empfehlen. Meine Frage nun:Aufgrund des hohen prozentuellen Ausfallanteiles der aktuell als defekt erkennbaren 43 PV - Module ist eine Vorschädigung der jetzt noch funktionierenden Module sehr wahrscheinlich. Aufgrund der hohen Überspannungsbelastung (Electrical Overstress, EOS) und der hohen thermische Belastung der Halbleiter inkl. der Freilaufdioden ist ein später Ausfall oder Minderleistung des PV - Generators nicht auszuschließen. Darüber hinaus kann es aufgrund von vorgeschädigten Freilaufdioden, welche einen nun erhöhten ohmschen Widerstand aufweisen, auch zu weiteren thermischen Ausfällen (Brandgefahr im Verschattungsfall) kommen. Kann ich einen Austausch aller 96 Module von der Vesicherung verlangen? Ist diese Aussage korrekt? Oder sind die jetzt als i.O. gekennzeichneten Module bedenkenlos über die restlichen 18 Jahre voll funktionsfähig? Hab Ihr weitere Vorschläge wie ich sicher sein kann, dass der Rest der Module nicht in zwei Jahren ausfällt und ich auf dem Schaden sitzen bleibe?Bin über jeden Vorschlag dankbar! Vielen Dank schon einmal.... VG Tobias
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von MBIKER_SURFER » 09.07.2011, 15:38
Hallo Tobias, die Versicherung wird natürlich nur die defekten Module ersetzen - aber ist ja schaon mal was. Sollten in Folge dieses Schadens in den nächsten Jahren weitere Module die 'Grätsche' machen, musst Du beweisen, dass dies ein Folgeschaden ist. Das dürfte rel. schwer sein. Wenn Du aber die WR und 43 Module ersetzt bekommst, hast ja auf jeden Fall schon mal was. Und Module werden ja billiger Gruß Martin
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von DeLaDope » 09.07.2011, 15:56
Hallo, MBIKER_SURFER hat geschrieben:die Versicherung wird natürlich nur die defekten Module ersetzen
Ist es nicht so, dass die Vesicherung den Schaden ersetzen muss? Ein vorgeschädigtes Modul hat ja, wie der Name schon sagt, auch eine Beschädigung erfahren. Dies wäre zumindest meine Erwartung. Vielleicht gibt es hier jemanden, der schon einen ähnlichen Fall hatte. Was ist z.B. mit der Leistungsgarantie des Herstellers? VG Tobias
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von MBIKER_SURFER » 09.07.2011, 16:04
Hallo,
wer sagt, dass das Modul vorgeschädigt ist? Sagt das der Hersteller?
Gruß Martin
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von DeLaDope » 09.07.2011, 16:09
Hallo Martin, dies ist ja eben genau die entscheidende Frage, welche ich auch in meinem Starpost schon fomuliert habe. DeLaDope hat geschrieben:Meine Frage nun:
Aufgrund des hohen prozentuellen Ausfallanteiles der aktuell als defekt erkennbaren 43 PV - Module ist eine Vorschädigung der jetzt noch funktionierenden Module sehr wahrscheinlich. Aufgrund der hohen Überspannungsbelastung (Electrical Overstress, EOS) und der hohen thermische Belastung der Halbleiter inkl. der Freilaufdioden ist ein später Ausfall oder Minderleistung des PV - Generators nicht auszuschließen. Darüber hinaus kann es aufgrund von vorgeschädigten Freilaufdioden, welche einen nun erhöhten ohmschen Widerstand aufweisen, auch zu weiteren thermischen Ausfällen (Brandgefahr im Verschattungsfall) kommen.
Ist diese Aussage korrekt? Nach meiner Auffassung ja. Als Elektrotechnikingenieur habe ich täglich mit kurzfristig deutlich überbelasteten elektrischen Bauteilen (meißtens Leistungshalbleitern) zu tun, welche dann deutlich eher den Geist aufgeben. VG Tobias
Zuletzt geändert von DeLaDope am 09.07.2011, 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
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von Zentralschmiertechnik » 09.07.2011, 16:24
Grüsse Dich, ich würde die nicht ausgetauschten Module auf einen WR und zusammenhängend verlegen lassen. Der Vergleich mit den neuen Modulen wird Dir helfen,wenn die alten Module an Leistung verlieren. Also kein Mischmasch (alte und neue Module) zusammenlegen.
Gruß ZST
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von jodl » 09.07.2011, 16:26
DeLaDope hat geschrieben:Hallo Martin, dies ist ja eben genau die entscheidende Frage, welche ich auch in meinem Starpost schon fomuliert habe. DeLaDope hat geschrieben:Meine Frage nun:
Aufgrund des hohen prozentuellen Ausfallanteiles der aktuell als defekt erkennbaren 43 PV - Module ist eine Vorschädigung der jetzt noch funktionierenden Module sehr wahrscheinlich. Aufgrund der hohen Überspannungsbelastung (Electrical Overstress, EOS) und der hohen thermische Belastung der Halbleiter inkl. der Freilaufdioden ist ein später Ausfall oder Minderleistung des PV - Generators nicht auszuschließen. Darüber hinaus kann es aufgrund von vorgeschädigten Freilaufdioden, welche einen nun erhöhten ohmschen Widerstand aufweisen, auch zu weiteren thermischen Ausfällen (Brandgefahr im Verschattungsfall) kommen.
Ist diese Aussage korrekt? Nach meiner Auffassung ja. Als Elektrotechnikingenieurr habe ich täglich mit kurzfristig deutlich überbelasteten elektrischen Bauteilen (meißtens Leistungshalbleitern) zu tun, welche dann deutlich eher den Geist aufgeben. VG Tobias
wenn du das, was du da vermutest, beweisen kannst, denke ich daß die Versicherung auch leistet wenn es nicht beweisbar ist, ist es eigentlich auch logisch, daß die Versicherung nicht leistet, oder?
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von DeLaDope » 09.07.2011, 16:26
Danke für den Tipp. Denke das macht auf jeden Fall Sinn! 
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von Mr.10.000Volt » 09.07.2011, 16:34
Den Vorschlag von ZST finde ich gut. Einen kompletten Austausch aller Module wird die Versicherung kaum leisten.
Zwei Fragen, die wohl Einige im dem Zusammenhang interessieren:
War das Modulfeld geerdet? Kann man den Einschlagspunkt bestimmen? Modulfeld, Stromnetz WR?
Viel Glück bei der Abwicklung.
Wer, wenn nicht wir....
wann, wenn nicht jetzt?????
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von DeLaDope » 09.07.2011, 16:42
Mr.10.000Volt hat geschrieben:War das Modulfeld geerdet? Kann man den Einschlagspunkt bestimmen? Modulfeld, Stromnetz WR?
Ja die Unterkonstruktion war geerdet. Die Überspannung kahm wahrscheinlich übers Netz, da im Wonhaus auch ziemlich viel kaputt ist. jodl hat geschrieben:wenn du das, was du da vermutest, beweisen kannst, denke ich daß die Versicherung auch leistet wenn es nicht beweisbar ist, ist es eigentlich auch logisch, daß die Versicherung nicht leistet, oder?
Das wird genau die Frage sein. Gibt es eine geeignete und bezahlbare Analysemethode die das sicherstellen kann? Wie kann ich ohne Labor feststellen, dass zum Beispiel die Freillaufdioden noch den korrekten ohmschen Widerstand haben? VG Tobias
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