Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen
Moderator: Mod-Team
von Modulschrauber » 05.06.2012, 21:23
Hi, Ich zeig mal eine ca. 10 Jahre alte Anlage. Ansicht.JPG Es ist schon was Besonderes. Es hanbdelt sich um 39 35W Module von Braas. Ein Modul ersetzt 4 Pfannen. Die Laminate kommen von Shell. Die Anlage ist auf einem Walmdach installiert worden, darum die Stufen. Der Kunde hat jetzt ein neues Dach bekommen, dazu haben wir die Anlage und auch eine Thermische Indachanlage (noch älter) ab- und anschliessend wieder aufgebaut. Der Dreck auf den Modulen kommt von den gleichzeitig arbeitenden Dachdeckern. Delamination.JPG Die Module zeigen in geringem Mass die für Shell typischen Delaminationen, aber das wirkliche Problem ist, dass man einen elektrischen Schlag bekommt, wenn man Dachrinne oder jetzt auch das Gerüst anfasst. Das kommt meiner Meinung nach daher, das auf der Rückseite der Laminate eine Alufolier verarbeitet worden ist und die Isolierung dieser an den Laminatkannten verschwunden ist. War wohl nicht UV-beständig. Kannteniso.JPG Man kann sehen, das an den Stellen an denen die Halteklammern gesessen sind, auf den Modulkannten eine schwarze Beschichtung ist, die an allen anderen Stellen verschwunden ist. (Nach der erneuten Montage sitzen die Kalmmern nicht mehr an den gleichen Stellen.) Besonders problematisch ist die fehlende Isolation, da ein travoloser Wechseltichter (1500 TL von SMA) montiert ist. Ich habe die Anlage bis die Dachdecker fertig sind und das Gerüst abgebaut ist ausser Betrieb genommen und den String drei mal unterbrochen, so das die auftretende Spannung jetzt maximal 120V ist. Und so richtig den Arsch nass haben wir auch noch bekommen. Kurt
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von Wolfsolar » 05.06.2012, 22:24
Hallo... Und wie soll das weiter gehen? Mit sonnigen Grüßen Wolfsolar
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von Sunmacker » 06.06.2012, 09:40
Moin, die Anlage sieht sehr interessant aus. Habe ich noch nicht gesehen. Sie zeigt aber wieder, dass teilweise Techniken verbaut werden, die nicht genug erprobt wurden. Der Endverbraucher wird immer mal wieder als Versuchskaninchen missbraucht.  Gruss Timo
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von Modulschrauber » 06.06.2012, 21:18
Hallo Timo,
Der Herr Physikprofessor wollte unbedingt dieses innovative System gegen allen Rat. Es war damals extra teuer und wir haben viel zu lange für die Installation gebraucht, war also auch für uns nicht gut. Jetzt nach 10 Jahren beschliesst er auch noch, dass das Dach neu muß... Zwei so aufwendige Montagen gibt ja keine Kalkulation her. Also aus meiner Sicht zumindest in diesem Fall schon selbstverschuldet.
Aber es bleibt die von Wolfsolar gestellte Frage. Anlage wieder in Betrieb nehmen wenn die Dachdecker fertig sind und das Gerüst abgebaut ist? Kennt jemand eine Möglichkeit die Laminatkannten dauerhaft zu Isolieren? Die müssen ja auch bei geramten Modulen gut isoliert sein.
Kurt
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von solarlux » 09.06.2012, 19:04
Nach diesen 10 Jahren ist die Anlage, bei der damaligen Vergütung bestimmt schon fast abgeschrieben. GGf. sind diese Module jetzt Schrottreif, wenn die Isolation nicht wieder vollständig hergestellt werden kann.
Defekte Module würde ich besser nicht (selbst) wieder montierten, ein klares geht nicht.
Der gute Mann wollte diese gegen allen Rat anderer ausprobieren, der Versuch hat 10 Jahre mehr oder weniger funktioniert. Die Module gehören jetzt sicherlich ausgetauscht, ein paar neue Platten aufs Dach, schöne scharze z.B. sehen mit den schwarzen Dachpfannen auch sehr gut aus. Montiert auf einer normalen stabilen Unterkonstruktion.
Dann kann der gute Mann weitere viele Jahre beste Erträge erwirtschaften, und 10 Jahre noch die alte Vergütung nutzen, und mit guten Modulen sicherlich weitere 10 und mehr Jahre Eigenstrom produzieren bzw. dann nach einem EEG 2.0 den Strom verkaufen.
Wenn die jetzigen Platten keine saubere und zuverlässige Isolation aufweisen, das nicht zu reparieren ist, dann sollte man sich über die fehlende Farbe an den alten Klemmstellen nicht so viele Gedanken machen.
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von Retrerni » 09.06.2012, 19:24
Repowering wäre hier sicher nicht die schlechteste Idee, mit dem Isolationsfehler sollte man das ja ausreichend begründen können. Wäre nur zu hoffen, daß es die Original-Module nicht mehr gibt, weswegen sie gegen neuere getauscht werden müssten.
Ciao
Retrerni
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von Weidemann » 09.06.2012, 21:55
wie haben die Module Verbindung zur Dachrinne? kann das schon der Regen auf den Ziegeln sein? wogegen bekommt man da den Schlag? gegen Erde? Also nur wenn der WR eingesteckt ist? Ich denke, du machst dich rechtlich angreifbar wenn du diese Anlage wieder in Betrieb nimmst. Du kannst sie nur ausgesteckt liegen lassen und dir unterschreiben lassen dass es "gegen ärztlichen Rat" war 
sonnige Grüße, -Weidemann-
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von buergersolar » 09.06.2012, 22:17
solarlux hat geschrieben:Dann kann der gute Mann weitere viele Jahre beste Erträge erwirtschaften, und 10 Jahre noch die alte Vergütung nutzen
Einfach wird das sicher nicht... Wird ja nicht ein oder einige, sondern ALLE Modul(e) getauscht. Sonnige Grüße
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von Weidemann » 09.06.2012, 22:30
buergersolar hat geschrieben:solarlux hat geschrieben:Dann kann der gute Mann weitere viele Jahre beste Erträge erwirtschaften, und 10 Jahre noch die alte Vergütung nutzen
Einfach wird das sicher nicht... Wird ja nicht ein oder einige, sondern ALLE Modul(e) getauscht.
Das neue EEG soll in diesem Punkt ja erstmalig rückwirkend gelten, ich denke es ist das schon gültige EEG 2012? Dann sollte das problemlos gehen... nur spielt das bei 1,3 kWp eine untergeordnete Rolle 
sonnige Grüße, -Weidemann-
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von solarlux » 10.06.2012, 10:13
Natürlich müssten dann alle Altmodule runter, neue Dachpfannen und Dachhaken rein, Gestell drauf, ggf. eine Gestellerdung dran und die neuen Module nicht vergessen Es müsste dann aber der alte Zähler bleiben (bis zur alten Anlagengröße xy kWp), eine Erweiterung mit xy kWp müsste dann theoretisch mit dem aktuellen EEG-2012 Satz und nach aktueller VDE-Normung, bei einem Anlagenmischpreis der vergüteten kWh betrieben werden. Oder nur soviel kWp, wie zuvor auf dem Dach waren, und fertig. Das wird dann ohne jegliche Zähler/Tarifänderung gehen.
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