Alte Anlage von 1993

Was alles passiert beim Betrieb von Solaranlagen

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Re: Stringbox - wer kennt sich aus?

Beitragvon PV-WR 1500 » 03.07.2012, 21:47

Hallo zusammen,

da die Anlage bereits montiert war, als wir das Haus kauften, habe ich keinerlei Unterlagen. Auch der Netzbetreiber hat nichts und die Firma, die montiert hat, existiert nicht mehr. Habe beim Hauskauf 1998 recherchiert, aber leider nichts gefunden. Dies
war bis vor 3 Monaten auch nicht so wichtig, da alles einwandfrei lief.
Die Anlage speiste bis zur Sekunde des Zählerwechsels ein, danach nur noch Störungsmeldung mit angeblicher Netzunter-
spannung. Wurde mehrfach vom Netzbetreiber und diversen Elektrikern überprüft, doch an allen 3 Phasen lag eine Spannung
von 230 V an. Vermutung, WR defekt; ein Solarteur meinte WR nicht defekt, sondern falsch angeschlossen, da im Zählerkasten wie folgt verschaltet war: WR produziert, gibt Strom an meinen Haushalt (wird als Eigenverbrauch gezählt), Überschuss wird eingespeist und vom Einspeisezähler gezählt (dieser Zählerstand wurde dann vergütet). Dieser Einspeisezähler wurde wegen Ablaufs der Eichfrist nach 16 Jahren gewechselt und nun nicht als letzter Zähler wie vorher, sondern direkt an den WR angeschlossen, so als wäre es ein Erzeugungszähler.Wenn ich nun von den 3 Sicherungen die letzte rausnahm, blieb im WR zwar die Störungsmeldung, aber der Zähler lief und es wurde eingespeist. Da ich niemanden überzeugen konnte, so anzuschließen wie es vorher war (ist wohl heute nicht mehr zulässig, obwohl im Jahr 2000 so vom Netzbetreiber erneut abgenommen) gab ich entnervt auf , ließ auf Volleinspeisung umverdrahten und versuchte ein Angebot für einen neuen WR zu bekommen. Leider relativ erfolglos. Ein Unternehmen "erbarmte" sich, bot mir den SB 1600 TL an, ohne
weitere Infos von mir zu wollen. Da ich diesem Tüv-zertifizierten Unternehmen zutraute, etwas von seinem Handwerk zu ver-
stehen, nahm ich das Angebot an. Der Monteur kam, war verständlicherweise völlig irritiert, fummelte etwas zurecht, um meine
dicken Kabel an den Sunny Boy anzuschließen und verdrahtete einphasig. Natürlich ging der WR nicht, da dieser eine Start-
spannung von 150 V benötigt. Da mir keine wirklichen Alternativen angeboten wurden, außer "Module müssen kaputt sein", oder "es muss alles umgebaut werden", entschloss ich mich, den SB 1200 montieren zu lassen. Der Bitte, die Startspannung
um 10 V zu senken, kam die Firma gar nicht mehr nach. Ich bekam nur noch die Rechnung und fertig.
Mit SMA habe ich sehr oft telefoniert (bin übrigens sehr zufrieden mit der Hotline) und die meinten, das könne die Firma problemlos für mich tun, tun sie aber nicht.
Deswegen habe ich mich an euer Forum gewandt, in dem ich nun seit 3 Monaten fleißig lese.
Aus meinem alten WR habe ich noch alle möglichen Daten ausgelesen und dabei festgestellt, dass intern ein MPP Wert von
max. 120 V eingestellt ist, die durchschnittliche Spannung lag in 18 Jahren bei 91 V, die durchschnittliche Leistung bei 500 W,
die maximal gemessene Eingangsspannung war 126 V. Wenn ich das mit den Modulen richtig verstehe, wäre ich auf eine Ge-
samtspannung von 500 V gekommen, die der WR natürlich nicht vertragen hätte. Deswegen meine komische Formulierung,
dass die Spannung irgendwie gedrosselt wurde, da nie mehr als 126 V am WR ankamen; also auch nicht, als die Anlage noch
neu war.
Ich will jetzt nicht noch mehr umbauen, sondern das mit dem Absenken der Startspannung versuchen.
Was haltet ihr davon? Wenn ich dann wieder den Nerv habe, dann versuche ich das mit dem Umklemmen. Dann bräuchte ich
natürlich wieder einen anderen WR und vor allem einen Elektriker, der weiß was er tut. Mein Vertrauen in die Zunft hat nämlich
leider etwas gelitten.

Anbei noch ein Foto vom Aufkleber auf meinen Modulen. Ihr könnt damit sicher mehr anfangen als ich.

Ganz liebe Grüße
PV-WR
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Re: Stringbox - wer kennt sich aus?

Beitragvon smoker59 » 04.07.2012, 01:27

PV-WR 1500 hat geschrieben: ein Solarteur meinte WR nicht defekt, sondern falsch angeschlossen,

Nach allem, was ich bis jetzt weiss gehe ich davon aus, daß dieser Solateur Recht hatte :roll:
Der Monteur kam, .................. und verdrahtete einphasig.

Na klar, blieb ihm ja nichts anderes übrig, denn der PV-WR war, soweit ich weiss, ein dreiphasig einspeisender Wechselrichter. Der neue SB 1200 ist ein einphasig einspeisendes Gerät, daher musste die Verdrahtung dementsprechend angepasst werden.
Mit SMA habe ich sehr oft telefoniert (bin übrigens sehr zufrieden mit der Hotline) und die meinten, das könne die Firma problemlos für mich tun, tun sie aber nicht.

Natürlich hätte die Elektrofirma die Anlage wieder in Gang bringen können, aber anscheinend fehlte dazu das nötige Know-How.
Aus meinem alten WR habe ich noch alle möglichen Daten ausgelesen und dabei festgestellt, dass intern ein MPP Wert von max. 120 V eingestellt ist, die durchschnittliche Spannung lag in 18 Jahren bei 91 V, die durchschnittliche Leistung bei 500 W, die maximal gemessene Eingangsspannung war 126 V.

Dir ist hoffentlich klar, daß dies alles Werte sind, die für den alten PV-WR Wechselrichter galten, der SB 1200 (wenn ich dich richtig verstanden habe dann hängt der jetzt dran) braucht ganz andere Spannungen. Laut Datenblatt liegt die Startspannung für den SB 1200 bei 120 Volt und der Arbeitsbereich zwischen 100 - 400 Volt, also oberhalb des Spannungsbereiches deines alten Gerätes. Die Spannung kann man nur durch eine geeignete Neuverschaltung der Module an den neuen Wechselrichter anpassen.
Wenn ich das mit den Modulen richtig verstehe, wäre ich auf eine Gesamtspannung von 500 V gekommen, die der WR natürlich nicht vertragen hätte. Deswegen meine komische Formulierung, dass die Spannung irgendwie gedrosselt wurde, da nie mehr als 126 V am WR ankamen; also auch nicht, als die Anlage noch neu war.

Ich denke da beziehst du dich auf den Beitrag von Mr. 100.000 Volt in deinem ersten Tread: alte-anlage-von-1993-p737686.html#p737686
und damit liegts du gründlich falsch, denn der hatte sich auf diesen Beitrag bezogen: alte-anlage-von-1993-p737679.html#p737679
Der User @Retrerni hatte eine andere Verstringung der Module mit einem anderen Wechselrichter empfohlen, der dort empfohlene SB 2000 HF (den du ja nicht hast, sondern erst kaufen müsstest) kann durchaus mit so hohen Spannungen arbeiten. Diese Lösung stellt zwar die optimalste Lösung in Bezug auf den Ertrag dar, birgt aber das Risiko, daß die alten Module, von denen ja nicht sehr viel bekannt ist, die hohe Systemspannung nicht vertragen. Genau das hatte der User @Mr. 100.000 Volt zu Bedenken gegeben. Auch ich hätte da Bedenken und vor allem würde ich aber versuchen mit dem schon vorhandenen (und bereits bezahlten) Wechselrichter SMA SB 1200 die Anlage wieder zum Laufen zu bringen.
Ich will jetzt nicht noch mehr umbauen, sondern das mit dem Absenken der Startspannung versuchen.
Was haltet ihr davon?

Ich halte davon nichts, denn wie oben schon beschrieben hat der SB 1200 einen Arbeitsbereich, der spannungsmäßig oberhalb des Bereiches deines alten Wechselrichters liegt. Selbst wenn du die Startspannung am Wechselrichter tiefer einstellen könntest würde er trotzdem nicht vernünftig einspeisen, da die Eingangsspannung nicht im Arbeitsbereich liegt.
Dann bräuchte ich natürlich wieder einen anderen WR

Nein, brauchst du nicht. Ich würde es so machen, wie ich es schon in deinem ersten Tread beschrieben habe. Du hast 25 Module auf dem Dach und kommst da sehr leicht dran. Schalte 2 x 12 Module in Reihe und diese beiden Strings dann in der Stringbox parallel. Ein Modul bleibt dann eben über. Die Dehn-Blitzschutzmodule würde ich nicht mehr verwenden, wie schon von @ Ralf Hofmann empfohlen, einfach ausser Betrieb nehmen.
...und vor allem einen Elektriker, der weiß was er tut.

:arrow: Das wir wohl das größte Problem, denn bislang konnte ja anscheinend keiner die Anlage wieder zum Laufen bringen, weil das nötige Hintergrundwissen fehlte.
mit freundlichem Gruß
smoker59






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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon Benutzer5 » 04.07.2012, 14:54

Hallo
Ich würde Dir ebenfalls empfehlen, DC seitig komplett neu zu verkabeln. Der SB 1200 hat ja zwei Stringeingänge, wenn Du wie vorgeschlagen 2 x 12 verstringst, brauchst Du die Stringbox überhaupt nicht mehr und kannst mit beiden Strings direkt in den Sunnyboy. Das wär die einfachste Variante. Der SB hat seinen optimalen Arbeitsbereich leider an der unteren Grenze der Eingangsspannung - diese kannst Du mit der Variante 4 x 6 Module erreichen, dann müßtest Du zwei der 6er Strings parallel schalten, das kannst Du beispielsweise in deiner Stringbox. Beide Varianten haben den Vorteil, kein neues Gerät anschaffen zu müßen - ein Modul bleibt halt (wie schon beschrieben) auf der Strecke.

Alex
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AW: Alte Anlage von 1993

Beitragvon JayM » 04.07.2012, 15:06

Die Leistungskurve rund um den MPP ist recht flach. Das eine Modul wuerde ich also durchaus mitverschalten. Am besten 2 x 12 schalten, messen welcher Strang schwaecher ist und da das extra Modul dranhaengen. Der Missmatch bedeutet, dass beide Strings nicht genau im MPP laufen. Aber mehr Ertrag als ohne das Modul gibt es allemal.
Gruss
Jochen

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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon PV-WR 1500 » 04.07.2012, 15:18

Hallo an alle,
die sich hier wirklich viel Mühe geben. Wirklich ein tolles Forum!
Ich werde mir gemäß eurer Vorschläge ein paar Angebote einholen und mich dann wieder melden.
Vielen Dank und liebe Grüße.

Das Bild meiner Anlage reiche ich noch nach.
PV-WR 1500
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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon smoker59 » 04.07.2012, 15:37

PV-WR 1500 hat geschrieben:Ich werde mir gemäß eurer Vorschläge ein paar Angebote einholen und mich dann wieder melden.

Ein wirkliches "Angebot" brauchst du eigentlich nicht mehr, da keine neue Hardware gebraucht wird (abgesehen vlt. von Kleinteilen). Wichtig wäre ein kompetenter Elektriker/ Solateur, der bereit und vom fachlichen Wissen her in der Lage ist, einen der letzten beiden Vorschläge (von @Benutzer5 oder @Jay_M) umzusetzen.
Ich denke das sollte höchstens in 1-2 Arbeitsstunden machbar sein.
mit freundlichem Gruß
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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon PV-WR 1500 » 06.07.2012, 20:02

Hallo,

noch hat sich niemand gefunden, der die Umverschaltung vornehmen möchte. Auf zwei Rückmeldungen warte ich noch.

Aber ich hätte noch eine Frage: Sind Kosten in Höhe von 250 Euro für eine Umverdrahtung von Überschuss - auf Vollein-
speisung angemessen? Der Elektriker hat 3,5 Stunden benötigt und der Chef hat für maximal 10 Minuten Begutachtung 1
Meisterstunde berechnet.
Meinen Eigenverbrauchszähler hat er mitgenommen, weil er nicht glauben wollte, dass dieser mir gehört.
Eure Einschätzung wäre mir wichtig.
Schon mal vielen Dank und liebe Grüße

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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon none » 06.07.2012, 20:49

wenn mit 4 h rechenst und noch Anfahrt, dann kommt 250 Euro schon ca. hin.
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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon smoker59 » 06.07.2012, 21:01

none hat geschrieben:wenn mit 4 h rechenst und noch Anfahrt, dann kommt 250 Euro schon ca. hin.

Denke auch das passt.
PV-WR 1500 hat geschrieben:Meinen Eigenverbrauchszähler hat er mitgenommen, weil er nicht glauben wollte, dass dieser mir gehört.

Das ist allerdings ein starkes Stück :!:
mit freundlichem Gruß
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Re: Alte Anlage von 1993

Beitragvon PV-WR 1500 » 07.07.2012, 06:17

Ich habe mich unklar ausgedrückt. Dass bei 4 Stunden der genannte Preis hinkommt, ist klar. Ich wundere mich nur über
die 4 Stunden. Beim Lesen in anderen Beiträgen war eher die Rede von 100 Euro. Von 3 Zählern in Reihenschaltung
wurde mein Eigenverbrauchszähler abgebaut (und wie gesagt mitgenommen). An dessen Platz wurde dann einfach der
Einspeisezähler geklemmt und die 3 Sicherungen 20 cm nach oben verlegt. Bin kein Experte, aber ich denke von dem
was ich bisher gelesen habe, wäre das in der Hälfte der Zeit zu schaffen gewesen.
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