Speicherung von elektrische erzeugter Energie.
Moderator: Mod-Team
von Bastel » 23.08.2012, 11:29
Hallo, ich betreibe eine Inselanlage mit einer 24 V 480 Ah SPZS Batteriebank. Die Herstellerangaben zum genauen Ladeverfahren, Spannungspunkten, Ladedauer, Ausgleichsladung und Desulfatierung lassen noch auf sich warten. Ein paar allgemeine Fragen möchte ich deshalb gern hier loswerden und freue mich auf Erfahrungen: Wie wichtig ist es, den Akku täglich randvoll zu laden - im Inselbetrieb ist das ja nicht immer der Fall. Schadet es dem Akku ein, zwei, drei Tage nur teilge-/-entladen zu werden? Hie häufig führt ihr eine Ausgleichsladung (Desulfatierung?) durch, bei welcher Spannung und wie lange sollte dies dauern? Reicht z.B. eine Stunde bei 28,8 Volt einmal im Monat...? Was ist sonst grundsätzlich zur Akkupflege zu beachten bei (S)PZS? Bastel
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von PVuggs » 25.08.2012, 19:06
Hallo Bastel, empfelhle dir dich hier durchzuwühlen, da findest du alles zu deinen Fragen. http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiakkumulator Sonnige Grüße PVuggs
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von Bastel » 25.08.2012, 22:17
Leider nicht - nicht eine Antwort steht da  also gut ich warte auf die genauen Herstellerangaben, sollten in den nächsten Tagen eintreffen. Bastel
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von PV-Insel » 26.08.2012, 12:11
Also mit 28,8 V kommst du nicht weit, das ist die Spannung die bei der (fast) täglichen Absorptionsladung erreicht werden sollte. Bei Staplerbatterien sollte man wesentlich häufiger eine Ausgleichsladung durchführen (Ausgleichsladung mit mindestens 30 V) um sicherzustellen, dass die Batterien vollständig geladen werden. Das Ganze zieht natürlich einen höheren Wasserverbrauch nach sich (zusätzlich zur höheren Frequenz der Ausgleichsladungen kommt noch die stärkere Gasung der Zellen wegen des höheren Antimongehalts), also immer schön aufpassen, dass das Elektrolytstand nicht unter die Platten absinkt. Mal schauen, was die Anleitung des Herstellers angibt (gibt da schon Unterschiede von Hersteller zu Hersteller). Normalerweise sollte für PzS Batterien Absorptionsspannung bei 28,8 V liegen, Erhaltungsladung (Flotation) bei rund 27,5 V.
Grüße.
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von Bastel » 26.08.2012, 21:56
Hi,
hm danke, das heißt dass meine "vorsichtigen" Einstellungen ohne genaue Kenntnis der Vorgaben wohl zu restriktiv sind (Spannung zu gering um richtig voll zu laden). Werde die Vorgaben dann gleich posten, hoffentlich kommen sie diese Woche....
Welche Absorptionsdauer, Dauer für Ausgleichsladen (>= 30 V) und Zyklen sind dabei üblich?
Eines Frage ich mich ganz besonders. Gibt es beim Laden einen quasi umgekehrten Peukert-Effekt? Beispiel:
Anders als bei Netzladegeräten stehen in PV-Anlagen unterschiedlich hohe Ströme unterschiedlich lange zur Verfügung, oft auch stark schwankend je nach Bewölkung. Zusätzlich schwankt potenziell der Verbrauch bzw. die Last am WR. Wie gut oder schlecht kann das für den Akku sein!? Es kommt durchaus häufiger vor, dass z.B. den ganzen Tag lang nie mehr als C40 beim Strom erreicht wird, das sind bei meinem 480 Ah Akku 12 A. Wenn jetzt mit so geringem Strom bis 28,8 Volt geladen wird, ist dann der Akku nicht irgendwann übervoll und nimmt Schaden? Quasi der umgekehrte Peukert-Effekt? So als würde man mit geringem Entladestrom bis unter 22 Volt entladen. Das würde bedeuten, dass man bei geringerem Ladestrom die Spannung nicht so weit steigen lassen darf. Soweit ich weiß macht dies aber kein Laderegler so - die Spannungsobergrenzen sind immer eher fest bzw. "nur" temperaturkompensiert. Ist dies ein Problem oder habe ich nur einen Denkfehler?
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von Gerold G » 26.08.2012, 22:43
Bastel hat geschrieben:Eines Frage ich mich ganz besonders. Gibt es beim Laden einen quasi umgekehrten Peukert-Effekt?
Für jeden Blei-Akku ist ein langsames Laden eher positiv[1]. Du hast tatsächlich am Ende mehr an entnehmbarer Kapazität, als bei einem schnellen Ladevorgang. Irgendwann wird der Akku keinen Strom mehr aufnehmen. Ein 'Überladen' ist daher auch bei Laden mit geringem Strom nicht möglich. Natürlich vorausgesetzt, der Laderegler hält die Spannungsgrenzen ein. Generell 'fühlt' sich jeder Blei-Akku am wohlsten, wenn er direkt nach der Entladung wieder aufgeladen wird. Wie du aber schon beschrieben hast, ist das in PV-Anlagen nicht immer möglich. Glücklicherweise nehmen das Blei-Akkus aber auch nicht *so* übel. Einen 'Memory-Effekt' gibt es hier nicht. Ich denke, konkrete Zahlen wird dir niemand nennen können. Mindestens einmal pro Woche sollte der Akku voll geladen werden. Einmal pro Monat sollte eine Ausgleichsladung durchgeführt werden. Was es aber an der Lebensdauer prozentual ändert, wenn du häufiger volllädest oder seltener, kann ich dir nicht sagen. Nur das Erstes die Lebensdauer verlängert und der zweite Fall die Lebensdauer verkürzt. [1] Natürlich auch nicht so langsam, dass es wiederum einem Lagern im entladenen Zustand entspricht.
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von Bastel » 27.08.2012, 10:55
Hi Gerold, das wollte ich hören  danke für die Klarstellung. Laut Hersteller sind Ladeverfahren "nach DIN 41773 und 41774 zulässig". Benhalten diese Normen aber auch ein Ausgleichsladen? Die Norm-Texte scheinen eine Handelsware zu sein und sind nur gegen Entgelt verfügbar Bastel
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von PV-Insel » 27.08.2012, 16:03
Bzgl. Absorptionszeit gibt es keine pauschale Antwort. Diese hängt immer von der zur Verfügung stehenden Leistung und der Akkugröße ab. Als grobe Vorgabe kannst du damit rechnen, dass die Absorptionsphase ab 80% bis 100% der Akkuladung stattfindet, d. h. du müsstest diese dann so einstellen, dass die 20% Restkapazität (+ Ladungsverluste) von den PV-Modulen in der eingestellten Zeit erbracht werden. Prinzipiell kann man sagen: Zu lange Absorptionszeit: schnellere Plattenkorrosion (kürzere Lebensdauer), zu kurze Absortionszeit: keine vollständige Aufladung --> schnellere Sulfatierung der Platten (weniger nützliche Kapazität) Normalerweise wird von Herstellern empfohlen, wenn Ladung nach IU-Kennlinie erfolgt (so wie das jeder Solar-Laderegler macht), eine Ausgleichsladung nach der normalen Ladung durchzuführen. Diese ist um so wichtiger, je höher das Element ist. Deine 480 Ah-Zellen sind wahrscheinlich nicht allzu hoch, weshalb eine Ausgleichsladung von 1 Stunde alle zwei Wochen wahrscheinlich ausreicht. Grund für die Ausgleichsladung ist die Durchmischung des Elektrolytes, denn es bildet sich relativ schnell eine Schichtung nach Dichte, wobei schnell die Absorptionsspannung erreicht wird (weil unterer Teil der Platten ist von dichterer Säure umgeben ist), während der Elektrolyt im oberen Bereich der Zelle nicht vollständig geladen ist. um die Durchmischung und vollständige Aufladung zu gewährleisten, sollte eine Ausgleichsladung durchgeführt werden oder alternativ eine Elektrolytdurchmischung während der Ladung erfolgen (hierfür gibt es Luftpumpensysteme - die Luft wird in die Zellen im unteren Bereich eingeblasen und durchmischt die Säure während des Aufstiegs). Alles nicht so ganz einfach und wenn du 2 Hersteller befragst, bekommst du wahrscheinlich 3 Meinungen hierzu. Das sind einfach eher Erfahrungswerte als pure Wissenschaft...
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