länderspezifische Themen für Spanien
Moderator: Mod-Team
von Stefanie » 23.06.2010, 13:38
Theoden hat geschrieben:Zapatero schließt nachträgliche Förderkürzung aus 23. Juni 2010 | Politik und Gesellschaft, Märkte und Trends, Topnews
Wie die spanische Regierung nun bei Photovoltaik-Neuanlagen konkret kürzen will, bleibt nach Zapateros Intervention zunächst unklar. Zwar hatte sein Industrieminister einen rückwirkenden Schnitt über die Begrenzung der Produktionsmengen versucht. Für den Fall aber, dass sich die Kürzungen der Solarförderung nun lediglich auf Neuanlagen erstrecken, ist es wahrscheinlicher, dass sich Sebastián auf die ursprünglich erwogene Formel besinnt, nach der Freiflächenanlagen 45 Prozent, große Dachanlagen 25 Prozent und kleinere Projekte fünf Prozent weniger Förderung erhalten. (Luis López)
Auch das denke ich, wird nicht passieren, da laut "Suelosolar" (Quelle in meinem voherigen Beitrag) damit gegen das Real Decreto 661/07 verstossen werden würde, in welchem der Tarif und die Senkung innerhalb von 25 Jahren genau festgelegt ist. Dann müsste Spanien auch mit Sanktionen rechnen. Aber ich denke, dass es garnicht um die wirkliche Realisierung geht, sondern eher darum, ausländischen Investoren Angst einzujagen und von weiteren PV-Projekten abzuhalten. Scheint ihnen ja auch gelungen zu sein...
Viele sonnige Grüsse,
Stefanie Jasmin
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von holländerboy » 25.06.2010, 21:52
Stefanie hat geschrieben: Aber ich denke, dass es garnicht um die wirkliche Realisierung geht, sondern eher darum, ausländischen Investoren Angst einzujagen und von weiteren PV-Projekten abzuhalten. Scheint ihnen ja auch gelungen zu sein...
Nicht nur die ausländischen Investoren. In das Interview das Photovoltaik mit Javier Anta der Spanische Branchenorganisation ASIF veröffentlicht hat, ist es deutlich dass viele Betriebe in Spanien schlechte Zeiten haben. Anta hat schon Jahren unterhandlungen mit der Initiator der rückwirkende ärger, das Spanische Industrie Ministerium die alle gescheitert sind. Eigentlich hat die Branche dort selbst auch ziemlich grosse Verantwortung für das post-2008 Desaster: der Branchenorganisation hat ein Vorschlag des Industrie Ministeriums der Einspeise Tarife zu senken zurückgewiesen. Resultat: Markt Cap von 500 MWp/Jahr, und komplette zerstörung der Spanische Markt in 2009. Das Zapatero jetzt die rückwirkende Kraft herrufen hat, ist nur massiven Proteste von Nationale und Internationale PV-Betriebe und Investoren zu Danken die Ihre teuer bezahlte Projekte (Anta spricht von ein Investionsvolumen von 22 Milliarden Euro für 3.500 MegaWatt[peak], so 6.286 Euro/kWp im Mittel...) in Finanzielle Flammen aufgehen drohten. Bitte lesen Sie diese Interview mit Anta: http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 003205/67/Und selbstverständlich: falls die rückwirkende Neutronenbombe demontiert wird, gibt es immer noch die drohende extreme, vom Industrie Ministerium vorgestellte niedriger Tarifen für die Neuinstallationen, die noch immer nicht bestreitet worden sind (auch nicht durch die Bundespräsident, habe darüber kein Bericht gesehen). Vergiss nicht: Spanien hat auch ein Elektrizität produktions überschuss (es gibt zeiten wann zu viel Wind weht, dass Windturbine parken ausgeschaltet worden), viel mehr solar ist eigentlich "politisch" nicht gewünscht. Und das Netz ins Ausland ist auch nicht gut ausgebaut, kostet noch mehr Milliarden. Kein gute Situation für neues Market Potential in das sonnige Land des Don Quichotes... Das neueste Bericht in die Serie über Spanien steht schon Bereit am Photovoltaik Website, "Flucht ins Manana"...: http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 003231/67/Politisch ist das ein kluger Schachzug des Industrieministers. Denn sein erster Versuch, die Kürzung der Solarförderung am 1. Juli rückwirkend einzuführen, geriet für ihn zum politischen Desaster und kann gleichzeitig als ein erster Sieg der Solarstromgemeinde über die konventionelle Stromlobby gefeiert werden - ein Sieg allerdings, der ohne den starken Lobbydruck ausländischer Politik, großer Banken und Investorengruppen unmöglich gewesen wäre.
und: Im Klartext: Alles ab 1.200 Kilowattstunden im Jahr an Solarstromproduktion gehört dem Volk, ein klares Indiz dafür, dass künftige Tarifsenkungen über die Mengenbegrenzung stattfinden sollen. Aber werden sie rückwirkend sein?
Zapateros Bekenntnis gegen einen Angriff auf den Vertrauensschutz sind jedenfalls mit Vorsicht zu genießen.
(usweiter) ... Lesen!
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von Deltatrip » 26.06.2010, 13:01
So oder so ist der spanische Markt mit seinen Giga-MWp Projekten schon länger nicht mehr existent und schon lange kein Investorenmarkt mehr. Was mir nicht ganz einleuchtet ist warum die jetzige Diskussion und wahrscheinliche massive Tarifsenkung nicht als Chance begriffen wird. Gerade beim Thema Grid Parity und Eigenverbrauch sehe ich Spanien zusammen mit Italien vorne. Und das heisst das die PV-Anlagen kleiner werden und Kompetenz bei Dachanlagen aufgebaut werden muss.
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von Stefanie » 30.06.2010, 10:47
Da stimme ich dir voll und ganz zu Deltatrip. holländerboy hat geschrieben:Vergiss nicht: Spanien hat auch ein Elektrizität produktions überschuss (es gibt zeiten wann zu viel Wind weht, dass Windturbine parken ausgeschaltet worden), viel mehr solar ist eigentlich "politisch" nicht gewünscht. Und das Netz ins Ausland ist auch nicht gut ausgebaut, kostet noch mehr Milliarden. Kein gute Situation für neues Market Potential in das sonnige Land des Don Quichotes...
Ja, wenn du dich auf grosse MW-Freilandanlagen beziehst, gebe ich dir Recht, die kriegt man sowieso kaum noch genehmigt. Aber für kleinere Dachanlagen wird es noch lange keinen Elektrizitäts-Überschuss geben. Die Zeiten, wo man 10 Mw-Einspeisepunkte genehmigt bekommen hat und jede kleine Firma von grossen Millionengewinnen geträumt hat, sind wie Deltatrip bereits schrieb, schon seit Längerem vorbei. Ich kann mich auch noch daran erinnern, als die Tarife von 0,47 € / kWh auf 0,39 / kWh gesenkt wurden; da hat auch jeder Investor geschrien und gemeint, dass sich PV in Spanien nicht mehr lohnt. Und es läuft jetzt noch mit Tarifen von 0,29 wunderbar und wird auch weiter laufen (zumindest in den nächsten 2 Jahren), wenn die Tarife noch mehr sinken, da sich sämtliche Kosten dementsprechend anpassen und auch die Modulpreise sinken.
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von Theoden » 22.07.2010, 12:44
Hallo, katastrophale Neuigkeiten für alle, die in Spanien investiert sind. Nun kommt es also doch zu der rückwirkenden Kürzung für alle bestehenden PV-Anlagen in Spanien: http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/details/beitrag/schock-fr-spaniens-solarbranche_100003405/Scheinbar soll das fertige Gesetz dazu in einer Woche bereits auf dem Tisch liegen. Offenbar hat sich an den Planungen nichts mehr geändert im Vergleich zum letzten Vorstoß der Regierung Zapatero. Grüße, Theoden
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von Stefanie » 22.07.2010, 15:00
Hierzu habe ich hier http://www.photovoltaikforum.com/pv-news-f25/spanien-will-rueckwirkend-um-30-kuerzen-t50520-s30.html bereits etwas geschrieben. Du hast es richtig gesagt Theoden; "scheinbar". Es geht doch nur darum, Investoren aus dem Ausland Angst einzujagen. Zapatero hatte sich dazu bereits vor ca. 4 Wochen geäussert und nun wird es halt wieder vorgeschlagen, weil denen im Ministerium nichts mehr einfällt, wo sie noch Geld raussaugen können. Ob und wie und wann es realisiert wird, steht noch in den Sternen...weitere Sanktionen von der EU kann sich Spanien im Moment nicht erlauben.
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