Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon jodl » 08.07.2012, 11:28

@Eurosonne:
die Statik von der du da schreibst, die würde ich gerne mal sehen.
oder ist das nur etwas was du glaubst oder meinst?
und von welchen Modulen gehst du für deine statischen Betrachtungen überhaupt aus?
rahmenlos, gerahmt, Glas-Glas, Glas- Folie ??
inwieweit die Zellen in einem Modul die Statik unterstützen können, hätte ich auch gerne erklärt

ein Beispiel für Schaden durch Begehen der Modulfläche: feuerwehr-zertrampelt-komplette-pv-anlage-t57812.html
das hätte doch eigentlich garnicht passieren können, oder?

wenn ein Durchbrechen zuverlässig ausgeschlossen werden kann, bräuchte es auch den ganzen Zirkus mit Überkofzulassungen nicht

vielleicht kannst du ja einen oder mehrere Modulhersteller angeben, die das für ihre Module irgendwo schriftlich festgelegt haben?
(wir reden hier aber schon von Standardmodulen, nicht Ertex-Sonderanfertigungen oder so)

ich kenne nur die Angabe in den Montagehinweisen, daß Module nicht betreten werden dürfen
und demzufolge ist jedes Betreten der Module, auch wenn dann doch keiner durchgebrochen ist, unzulässig
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon Eurosonne » 08.07.2012, 12:13

jodl hat geschrieben:@Eurosonne:
die Statik von der du da schreibst, die würde ich gerne mal sehen.
oder ist das nur etwas was du glaubst oder meinst?

Eurosonne: Mit der Statik da ist es ganz einfach. Die Deckscheibe ist thermisch behandelt. Das heißt das Glas ist auf eine Temparatur von ca. 630 C° aufgeheizt und dann schnell wieder abgekühlt worden. Hierdurch ist das Glas thermisch verfestigt. Nach meinem Kenntnisstand wir die thermische Verfestigung der Deckscheibe im Faktor 2-3,5 liegen. Ist je nach Hersteller sicherlich unterschiedlich, liegt an der Luftdrucksäule im Abkühlprozess wo das Glas aus seinem "weichen" Zustand in den härteren Zustand übergeht. Normales Fensterglas hat eine Biegefestigkeit von 40 N/mm² ESG von > 120 N/mm²


und von welchen Modulen gehst du für deine statischen Betrachtungen überhaupt aus?
rahmenlos, gerahmt, Glas-Glas, Glas- Folie ??


Eurosonne: Entscheidend für das Versagen des Glases ist die mechanische Überbelastung. DIese ist bei puntuellen Lasten eher erreicht wie bei einer linienförmigen Lagerungsart. Hierbei sollte man sicherlich beachten, daß der Alurahmen des Moduls nicht flächig befestigt ist, sondern nur an in der Regel vier Punkten, folglich ist der Alurahmen eine Lastverteilung, weil der Punkt linear erweitert wird. Bei einem Verbubd Glas Laminat, Folie ist die Folie sicherlich nur minimalst beteiligt, außer wenn das Material sich nicht strecken kann und so einen Effekt im Schubverbubnd hat.


inwieweit die Zellen in einem Modul die Statik unterstützen können, hätte ich auch gerne erklärt

Eurosonne: Eine Zelle hat eine gewisse Steifigkeit, man kann Sie doch nicht um den Finger wickeln und beim Draufblasen nicht wie Staub zerlegen. Die Zelle liegt im Laminat, das Laminat ist mit dem Glas flächig verbunden. Jedes versteifende Material erhöht die Gesamtdurchbiegungsfähigkeit. Einfach mal vorgestellt, Die Blattfedern eines LKW's (OK die sind nicht mit einem Material wie EVA verbunden. Eine Feder biegt tief, dann kommen weitere kürzere Federn, die die Duchrbiegung mindern und die erste Feder vor einer Überlastung schützen. Passt nicht ganz das Beispiel, hat aber einen gewissen klärenden Zusammenhang


ein Beispiel für Schaden durch Begehen der Modulfläche: feuerwehr-zertrampelt-komplette-pv-anlage-t57812.html
das hätte doch eigentlich garnicht passieren können, oder?


Eurosonne: Bin mal kurz über den Link drüber geflogen, Zertrampel kann sich auf Bruch beziehen, aber auch auf entstehende Delaminierungen. Glasbruch,Zellenbruch, Delamination, Lösendes Klebeverbundes zum Alurahmen sind alles Punkte welche u.a. hier in den Bereich zertrampeln fallen können. Wie die Feuerwehr sich vor Abrustschen gesichert hat steht auch niergendwo. Schlagzeile ist Schlagzeile


wenn ein Durchbrechen zuverlässig ausgeschlossen werden kann, bräuchte es auch den ganzen Zirkus mit Überkofzulassungen nicht


Eurosonne: Überkopfverglasungen sind VSG-Gläser. Glas,PVB,Glas. Hier ist die Splitterbindung das Thema. Zur Erhöhung der Last gibt es hier auch thermisch behandeltes Glas TVG/PVB/TVG das hat bei Bruch noch eine Resttragfähigkeit


vielleicht kannst du ja einen oder mehrere Modulhersteller angeben, die das für ihre Module irgendwo schriftlich festgelegt haben?
(wir reden hier aber schon von Standardmodulen, nicht Ertex-Sonderanfertigungen oder so)


Eurosonne: Kann ich Dir leider nicht helfen, betrachte nur die Glas und Laminatseite :-)

ich kenne nur die Angabe in den Montagehinweisen, daß Module nicht betreten werden dürfen
und demzufolge ist jedes Betreten der Module, auch wenn dann doch keiner durchgebrochen ist, unzulässig



Eurosonne: Deswegen sage ich ja das die Monteure keine Ahnung haben
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon jodl » 08.07.2012, 12:27

deine Betrachtungen zur thermischen Behandlung von Glas in allen Ehren, das ist nichts neues
nur ist das vielleicht eine theoretische Überlegung, die aber praktisch keinen Wert hat
daß die Zelle die gesamte Steifigkeit des Moduls erhöht, ist geauso theoretisch
der Vergleich mit den Blattfedern eines LKW ist ... naja
zusammengefasst: du kanst keine Quellen angeben, daß irgendein Modulhersteller deine statischen Betrachtungen für seine Produkte freigegeben hat

daß Module nicht unbedingt immer gleich durchbrechen, wenn jemand drauftritt, ist bekannt

das heißt aber im Umkehrschluß nicht, daß das Betreten zulässig oder schadlos ist
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon phoenixx2007 » 08.07.2012, 12:46

jodl hat geschrieben:deine Betrachtungen zur thermischen Behandlung von Glas in allen Ehren, das ist nichts neues
nur ist das vielleicht eine theoretische Überlegung, die aber praktisch keinen Wert hat
daß die Zelle die gesamte Steifigkeit des Moduls erhöht, ist geauso theoretisch
der Vergleich mit den Blattfedern eines LKW ist ... naja
zusammengefasst: du kanst keine Quellen angeben, daß irgendein Modulhersteller deine statischen Betrachtungen für seine Produkte freigegeben hat

daß Module nicht unbedingt immer gleich durchbrechen, wenn jemand drauftritt, ist bekannt

das heißt aber im Umkehrschluß nicht, daß das Betreten zulässig oder schadlos ist


............das sehe ich ebenso wie Du, jodl!
Die Betrachtungen von Eurosonne gehören ins Labor.
Das Siliciumzellen die Steifigkeit eines Moduls erhöhen war vieleicht noch vor vielen Jahren ein Wert als Zellen 0,5-0,7mm hatten.
Das Problem im grunde ist die Mikrorissbildung bei Zellen. Dafür muß man nicht mal darauf rumtrampeln, es reicht im grunde schon große Module liegend unvorsichtig im Stapel zu transportieren :!:

Darum ist es auch nicht einfach, ja fast unmöglich für Betreiber den Verursacher von Mikrorissen festzustellen. Das wissen Hersteller und lehnen darum in der Regel jede Haftung dafür ab.
Hab gestern mit nen Bekannten geplaudert die Prüfverfahren für die PV-Industrie Herstellen.
Er sagte u.v.a.: Die Chinesischen Modulhersteller haben auf Mikrorisse von Zellen bis vor Kurzem noch nie geprüft, er war auch u.a. in China :mrgreen:

Das Problem in der laufenden Zellfertigung am Band ist/war die nötige Zeit eine Zelle zu Prüfen, den diese Zeit hätte man gar nicht in der Zellfertigung in laufenden Fliesbändern.

Grüße vom Phoenixx
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon orosee » 09.07.2012, 05:57

Ich hoffe, Du hast zum fotografieren das Auto geparkt :wink:

Wer sowas nicht will, muss seine Module halt mit durchsichtigem Gleitmittel (wie Teflon aber natuerlich klar) einspruehen, danach sehen die Jungs auch die Notwendigkeit einer Fallsicherung ein.

Und die Glasscheibe ist normalerweise wesentlich flexibler als die Zellen, je nach Belaastung geht es da nicht mehr um Mikrorisse sondern echten Bruch... auch schwer zu erkennen, da das Laminat ja alles schoen zusammenhaelt. Aber nach den Belastungstests sollten doch sicher noch mal Leistungsmessungen vorgenommen werden (im Werk, meine ich)?
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon einstein0 » 09.07.2012, 11:42

Zu Versuchszwecken hatte ich mal eine Sat-Antenne mit polykristallinen Zellen belegt und war überrascht wie biegsam die waren. Das ist nun schon ein Dutzend Jahre her, inzwischen sind sie noch dünner geworden. Ich meine, solange das Glas-Sandwich ganz bleibt würde ich mir keine Gedanken machen, drüber zu laufen. Ein Produzent von gehärteten Solarziegeln reichte mir auch einmal einen groben Hammer, aber ich hatte es nicht geschafft, diesen zu zertrümmern...
Natürlich gibt es unterschiedliche Qualitäten, aber schliesslich entstehen ja auch "Schneckenspuren" nicht vom drüberlaufen...
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon Sonnnenklar » 09.07.2012, 11:54

einstein0 hat geschrieben:...aber schliesslich entstehen ja auch "Schneckenspuren" nicht vom drüberlaufen...

hallo einstein0,
kannst du bitte darauf näher eingehen?
woher ist diese information?
warum kann das modulbetreten (wie hier beschrieben und gezeigt) das nicht verursachen?
was ist (deiner meinung nach) die ursache für schneckenspuren?
danke & grüße,
sonnnenklar
Wer in meinen Beiträgen etwas findet das ihn stört, der darf es behalten.
Sonnnenklar
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon Weidemann » 09.07.2012, 12:01

einstein0 hat geschrieben:Ich meine, solange das Glas-Sandwich ganz bleibt würde ich mir keine Gedanken machen, drüber zu laufen. Ein Produzent von gehärteten Solarziegeln reichte mir auch einmal einen groben Hammer, aber ich hatte es nicht geschafft, diesen zu zertrümmern...
Natürlich gibt es unterschiedliche Qualitäten, aber schliesslich entstehen ja auch "Schneckenspuren" nicht vom drüberlaufen..

Doch, gerade das Drüberlaufen ist eine erhebliche Belastung, genau durch sowas können Schneckenspuren entstehen!
Wenn schon die Vibrationen im LKW beim Transport Riss verstärken oder sonstwie die Leistung mindern können (Artikel in... SWW? Photon? vor ein, zwei Jahren), dann ist das ganze beim Betreten eines Moduls ja wohl erst recht der Fall.

Und mit dem Hammer kannst du nicht das Deckglas zertrümmern, aber darum gehts ja auch nicht... es geht um die Zellen!

Wie ist das eigentlich bei Dünnschicht-Modulen, sind die auch laminiert? oder einfach das beschichtete Substrat, und ein weiteres Glas drübergelegt?
Egal wie, ich denke die sind ein bisschen unempfindlicher gegen Drüberlaufen (was die langfristigen elektrischen Schäden angeht), aber natürlich nur wenn das Glas mitspielt.
(Hatte einen Solibro-Lieferschaden, da waren 10 (gerahmte) Module gestapelt auf der Palette und zwei Pappstreifen versehentlich drunter: vom untersten Modul was das getemperte Frontglas intakt, aber das Floatglas der Rückseite war zersprungen...)
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon markga » 09.07.2012, 12:26

was ist den eigentlich ein "Mikroriß".
Arbeite die Zelle dann nicht normal weiter, sofern die "Leiter" nicht beschädigt, bzw. unterbrochen sind??
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Re: Zwei Supermonteure bei der Arbeit “Unglaublich"

Beitragvon Joerg aus dem Norden » 09.07.2012, 12:31

markga hat geschrieben:was ist den eigentlich ein "Mikroriß".
Arbeite die Zelle dann nicht normal weiter, sofern die "Leiter" nicht beschädigt, bzw. unterbrochen sind??



Bei kälte kann es sein das sie normal weiter produzieren, aber bei erwärmung kommt es zu unterbrechungen...In der zellstruktur oder sogar an den leiterbahnen..

PS:
ich glaube nicht das die beiden Personen auf den Modulen Monteure sind !
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