Thema Vorkasse

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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon Heico » 24.04.2010, 09:00

Das superinteressante Thema habe ich gerade bei der Suche gefunden.

Ich kaufe im Internet immer per teurer Nachname und nur weil ich mal vor 6 Jahren Ware im Wert von 80 Euro
nicht bekommen habe.
Ein 2. Fall war, dass ich vor ca 15 Jahren Lieferant war für Ware und der bestellende (primal laufende Betrieb :wink: ) mich anriefdass ich meine Bestellung nicht mehr ausführen bräuchte, weil sie am Nachmittag alle bei Arbeitsamt beschäftigt wären.
Was habe ich gelernt: "Ein Betrieb läuft also immer gut bis zum letzten Tag".

Das ist für mich keine solide Branche, die Vorkasse braucht.
So ist das eben wenn man schnell reich werden will.
Schuster bleib bei deinen Leisten.

Zumindest war ich nach 43 Jahren Berufserfahrung geschockt über Zahlungsmodalitäten im PV Bereich und was als normal angesehen wird.

Hart aber herzlich
Heico
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon AndreasHannover » 24.04.2010, 09:54

Hallo,

das Befremdliche ist ja, dass bei relativ kleinen Beträgen oft abgewägt wird, ob man das Risiko einer Vorauszahlung eingeht oder das Schnäppchen eher sausen lässt (Ebay). Wenn es aber um richtig hohe Summen geht (Haus, Auto, Photovoltaik) wird schon alles gut gehen.

Ich habe jetzt schon das vierte Superangebot dankend abgelehnt, weil Vorkasse gefordert wurde. Am besten war die "UG (haftungsbeschränkt)", eine Geschäftsform, bei der man mit 1 Euro Kapital und eben so hoher Haftung eine Firma gründen kann: "Bei so geringen Summen machen wir grundsätzlich nchts mit Bankbürgschaft."

Lustig, da hat es noch nicht einmal zu einer kleinen GmbH gereicht, aber bei so geringen Summen...

Gier frisst Hirn.

Gruß

Andreas
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon eggis » 16.07.2011, 08:10

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Sonne Wind und Wärme" (10/2011) enthält einen Artikel zum Thema Vorkasse.
"Vorauszahlungspflicht für Photovoltaik-Kunden ist unwirksam"

Nach einem Urteil des Landgerichtes Rottweil vom 13.03.2011 (Az 1 S 131/10) ist eine Klausel die den Kunden zur Zahlung der gesamten Vertragssumme im Voraus verpflichtet unwirksam.

Im verhandelten Fall sollte der Kunde 95% der Rechnung im Voraus nach Vertragsabschluss an einen Treuhänder überweisen. Dieses tat er nicht und beharrt auf Lieferung des Materials. Solarteur und Kunde wurde sich nicht einig und der Kunde trat vom Vertrag zurück. Laut LG war der Rücktritt des Kunden rechtmäßig, da die Klausel unwirksam ist und unangemessen von der gesetzlich geregelten Zahlungspflicht bei Werkverträgen (Zahlung bei Abnahme) abweicht. Die Rechtfertigung des Solarteurs, dass er das Material auch per Vorkasse bezahlen muss, folgte das LG nicht, da das Material nur 2/3 der Kaufpreises ausmacht.
Auch wenn das LG von einem Werkvertrag ausgeht, ist anzunehmen, dass bei Kaufverträgen nichts anderes gilt. Das Landgericht ließ aber offen, ob eine Vorauszahlung in Höhe der Materialkosten gerechtfertigt sei. Allerdings bestehen auch hier Zweifel, ob das rechtmäßig ist, da sie das wichtige Recht des Kunden beschränken bei Leistungsmängeln die Vergütung einzubehalten, um der vertragsgemäßen Erbringung der Leistung nachdruck zu verleihen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Kunde der aus diesem Grund von Vertrag zurückgetreten ist und einen teureren Deckungskauf tätigen musste oder Abstriche bei der EEG Vergütung hinnehmen musste, Schadenersatzansprüche geltend machen kann.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon open source energy » 16.07.2011, 08:25

Grundsätzlich schreiben wir die Rechnung nachdem die Anlage auf dem Dach ist. Leider machen wir immer wieder die Erfahrung, dass Kunden dann noch die Rückerstattung der Vorsteuer des FA über mehrere Wochen abwarten bis wir bezahlt werden. Ich würde zwar als Kunde auch nicht wollen, dass ich was "abdrücken" muss bevor ich was in der Hand habe, auf der anderen Seite machen wir immer wieder schlechte Erfahrungen mit der Zahlungsmoral der Kunden.

Die Ausreden sind dabei immer die Gleichen :-)

Da es sich bei diesem Geschäft um einen Kaufvertrag handelt, ist es eigentlich völlig normal, dass man das Geld für das Produkt am Tag der Lieferung bezahlt.
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Beitragvon Trashman » 16.07.2011, 09:08

Ich weiß ja nicht was das LG Rottweil sonst so den ganzen Tag macht, aber in vielen B2B-Bereichen mit Investitionsgütern sind je 1/3 bei Bestellung, Abnahme und Inbetriebnahme mehr als üblich...
Allerdings steht das auch so schon im Angebot (vielleicht hat das im konkreten Fall gefehlt)
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon Mr.10.000Volt » 16.07.2011, 09:10

@ose

Gibt es nicht die Möglichkeit den Zahlungsanspruch der Vorsteuer an den Verkäufer zu übertragen?
Wer, wenn nicht wir....

wann, wenn nicht jetzt?????
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon Tugu » 16.07.2011, 20:16

Ja, aber dann ist man selbst drauf angewiesen, daß der Kunde die Belege richtig und zeitig ausfüllt.
Ich habe einmal 3 Jahre auf diese Umsatzsteuer gewartet, da das Finanzamt erst dann die vollständigen Unterlagen vom "Käufer" bekam.

Never again!!! Anlage gegen Vorkasse über Bankbürgschaft der Sparkasse. Wer hat damit ein Problem?
Meine GH's wollen auch Kohle sehen.
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon open source energy » 16.07.2011, 22:34

Mr.10.000Volt hat geschrieben:@ose

Gibt es nicht die Möglichkeit den Zahlungsanspruch der Vorsteuer an den Verkäufer zu übertragen?



Die Frage ist halt, ab welchem Betrag sich welcher Aufwand lohnt!
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon Herrvolt » 16.07.2011, 22:56

Wenn in der Industrie (Hier geht es auch um Gewerbe) Maschinen gekauft werden, dann wird ein gewisser Betrag bei Auftragserteilung gezahlt, zB. 50%
Bei Lieferung der Maschine sind dann nochmals 40% fällig, wenn das Ding denn läuft.
Sobald klar ist, dass alles in Ordnung ist, sollte die letzte Rate gezahlt werden.
Wenn ein klar denkender Mensch voll in Vorkasse tritt und der Geschäftsmann in Kunkurs geht, geschieht Ihm wohl Recht, dass sein Geld weg ist.
Das ist in meinen Augen ein (ich schreibe es besser nicht)

Bei Photovoltaik würde ich empfehlen. 30% bei Auftagserteilung, 30% bei Lieferung. 30% nach Aufbau. Den Rest nach 14Tagen, wenn alles in Ordnung ist.
Da die Arbeit des Aufbaus ja erst zum Schluss erfolgt, ist auch keine Vorleistung da, somit wäre auch dieser Betrag relativ schnell da.

Anzahlung somit ja, aber Zug um Zug. Auch eine letzte Rate muss offen sein, falls Mängel da sind, damit was in der Rückhand ist.
So wird unter Geschäftsleuten verfahren und das sind beide Vertragspartner.
Wasserkraft, Naturenergie welche wohl als erste die Stromerzeugung ermöglichte, ist sicher Verfügbar, nicht nur wenn die Sonne scheint.
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Re: Thema Vorkasse

Beitragvon michael091963 » 18.07.2011, 09:24

Zeig mir einen Autohändler, der die Neuwagenbestellung ohne Anzahlung macht. Gleiches gilt für Möbelhändler.

Ich war zwar auch nicht begeistert, über die gewünschte hohe Anzahlung. Auf der anderen Seite habe ich auch Verständnis für meinen Solateur gehabt. Der stellt bei mir die Ware ab, ohne einen Cent gesehen zu haben? Das ist aus seiner Sicht genauso bescheuert, wie aus meiner Sicht eine Überweisung zu veranlassen, ohne die Ware gesehen zu haben.

Wir haben uns auf das klassische "Zug um Zug" per Zentralbankscheck verständigt. Als die Module in meiner Garage standen gab es den Scheck für den Materialanteil des Angebots. Montage und Inbetriebnahme (also Arbeitslohn) gab es per Überweisung innerhalb einer Woche NACHdem sich der Stromzähler drehte...

Vielleicht hat es aber auch einfach damit zu tun, dass mancher Interessent für die großen Anbieter zu uninteressant ist.
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