Speicherung von Energie

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Speicherung von Energie

Beitragvon jahnke » 23.04.2010, 22:27

Hallo,

ich suche nach einer praktikablen Lösung für meine Wärmepumpe.

Folgende Eckdaten:

Ich zahle aktuell 1.356 EUR pro Jahr an E.ON für meine Wärmepumpe (Heizung + Warmwasser).
-> bleibt der Strompreis über 20 Jahre konstant, zahle ich über 20 Jahre 27.120 EUR an E.ON (Da der Strompreis natürlich steigt, wird es wohl über 20 Jahre mehr sein.)

Meine Wärmepumpe benötigt pro Jahr ca. 8.600 kWh

Eine Solaranlage mit 10 kWp bringt in meiner Region etwa 9.000 kWh pro Jahr
Nur die Module für eine 10 kWp-Anlage kosten zwischen 9.500 EUR (Dünnschicht) und 14.500 EUR (mono). Platz im Garten wäre vorhanden.

Bleiben also noch ein paar Euro übrig: 27.120 - 14.500 = 12.620 (mono) bzw. 27.120 - 9.500 = 17.620 (Dünnschicht)
Es stehen also noch 12.620 EUR - 17.620 EUR für die Speicheranlage zur Verfügung.

Leider gibt es da noch nichts brauchbares bzw. bezahlbares.
Sonne -> Strom -> Wasserstoff ... Brennstoffzelle -> Strom ???
Batterien ???
Ein Pumpspeicherbecken kann ich leider auf meinem Grundstück mangels Fläche nicht errichten ;-(

Könnten da nicht mal Menschen, die viel schlauer sind als ich, etwas erfinden?

Über sinnvolle Hinweise oder auch gleich Angebote würde ich mich freue.

Für den Fall, daß ich sogar mein ganzes Haus autark versorgen könnte (zusätzlich zur Wärmepumpe verbrauchen wir noch ca. 4.000 kWh für Licht, Computer, Waschmaschine, etc.) würde ich gern Interessierte und die Presse zum medienwirksamen Durchschneiden der E.ON-Versorgungsleitung einladen. ;-)

Schönes Wochenende.
jahnke
 
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Re: Speicherung von Energie

Beitragvon alex.schmid76 » 24.04.2010, 06:02

nur mal ne Frage nebenbei. Wie kommst Du auf die 95 Cent pro Watt bei den Dünnschichtmodulen? So nen Preis habe ich noch nie gesehen.
Gruß Alex
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Re: Speicherung von Energie

Beitragvon Sonnenking » 24.04.2010, 06:18

Hallo Jahnke,

Die Module allein machen es aber auch noch nicht, wie du schilderst läuft es über eine Inselanlage. Die Module wirst du sicherlich auch nicht nur auf die Wiese legen wollen, also fallen noch Kosten für das Montagegestell an, ein paar Kabel fehlen auch noch, sowie einen Laderegler ( Batterie ).
Warum baust du Dir nicht eine Anlage, speist den erzeugten Strom ein und nimmst die Vergütung für die Bezahlung deiner Heizkosten für die Wärmepumpe, und schau an, da bleibt sogar noch etwas übrig.



Gruß Dirk
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Re: Speicherung von Energie

Beitragvon cephalotus » 25.04.2010, 07:59

Während ein Speicher, das Überschüsse vom Tag in die Nacht "rettet" noch ökonomisch vorstellbar erscheint benötigt man in diesem fall einen saisonalen Speicher, der Energie vom Sommer in den Winter rettet, also nur 1 Zyklus pro Jahr.

Theoretisch ist das nur dort möglich, wo die Reaktionsmaterialien "extra" sind und nicht wie beim typischen Akku direkter Bestandteil des Speichersystems.
Im kleinen leistungsbereich wären das Redox Flow Systeme (leider teure Reaktionsmaterialien) oder ein Elektrolyse -Wasserstoff - Generator/Brennstoffzellen System, bei dem leider die Technik sehr teuer ist.

Prinzipiell wäre auch noch denkbar, nicht den Strom, sondern die Wärme vom Sommer in den Winter hinüber zu retten, das ist wesentlich billiger. Leider sind für Wärmepumpen herkömmliche saisonale Speicher nur recht schlecht geeignet, da man dort einen möglichst hohen Temperaturhub von meinetwegen 30° im Februar auf 90° im Oktober nutzen möchte, spannend wäre wohl eher ein Mkaterial, das sehr preiswert ist und einen Phasenwechsel bei beispielsweise 40°C besitzt. Keine Ahnung ob es sowas preiswert genug gibt, ich glaube nicht.

Die einfachste Form der Autarkie bei der Wärmeversorgung erscheint mir in diesem Fall ein kleiner Wald + Holzheizung zu sein bzw. beim Neubau dann gleich das Passivhaus oder das 100% Solar(thermie)haus.

Bei ganzjährig weitgehend konstantem Stromverbrauch für übliche Haushaltsgeräte ist PV-Autarkie mit Akkus mittlerweile für grob 1-2€/kWh möglich.

Generell bin ich ein Gegner "autarker Systeme", da sich dort wenige Wohlhabende aus einem gemeinschaftlichen Netz ausklinken, sich von der Abgabe von Leistungen drücken, die der Allgemeinheit zugute kommen und ein löchriges Netz hinterlassen, dessen Unterhalt für die Verbliebenen umso teurer wird.
Ökonomisch und ökologisch ist es sowieso Wahnsinn, ultraaufwändige Speichersysteme zu verwenden, um teuren Solarstrom in den Winter zu retten und dort dann regelmäßig die Windkraftanlagen abzuschalten, weil es nicht genug Stromnachfrage im Netz gibt.

mfg
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Re: Speicherung von Energie

Beitragvon open source energie » 25.04.2010, 08:18

cephalotus hat geschrieben:Während ein Speicher, das Überschüsse vom Tag in die Nacht "rettet" noch ökonomisch vorstellbar erscheint benötigt man in diesem fall einen saisonalen Speicher, der Energie vom Sommer in den Winter rettet, also nur 1 Zyklus pro Jahr.

Theoretisch ist das nur dort möglich, wo die Reaktionsmaterialien "extra" sind und nicht wie beim typischen Akku direkter Bestandteil des Speichersystems.
Im kleinen leistungsbereich wären das Redox Flow Systeme (leider teure Reaktionsmaterialien) oder ein Elektrolyse -Wasserstoff - Generator/Brennstoffzellen System, bei dem leider die Technik sehr teuer ist.

Prinzipiell wäre auch noch denkbar, nicht den Strom, sondern die Wärme vom Sommer in den Winter hinüber zu retten, das ist wesentlich billiger. Leider sind für Wärmepumpen herkömmliche saisonale Speicher nur recht schlecht geeignet, da man dort einen möglichst hohen Temperaturhub von meinetwegen 30° im Februar auf 90° im Oktober nutzen möchte, spannend wäre wohl eher ein Mkaterial, das sehr preiswert ist und einen Phasenwechsel bei beispielsweise 40°C besitzt. Keine Ahnung ob es sowas preiswert genug gibt, ich glaube nicht.

Die einfachste Form der Autarkie bei der Wärmeversorgung erscheint mir in diesem Fall ein kleiner Wald + Holzheizung zu sein bzw. beim Neubau dann gleich das Passivhaus oder das 100% Solar(thermie)haus.

Bei ganzjährig weitgehend konstantem Stromverbrauch für übliche Haushaltsgeräte ist PV-Autarkie mit Akkus mittlerweile für grob 1-2€/kWh möglich.

Generell bin ich ein Gegner "autarker Systeme", da sich dort wenige Wohlhabende aus einem gemeinschaftlichen Netz ausklinken, sich von der Abgabe von Leistungen drücken, die der Allgemeinheit zugute kommen und ein löchriges Netz hinterlassen, dessen Unterhalt für die Verbliebenen umso teurer wird.
Ökonomisch und ökologisch ist es sowieso Wahnsinn, ultraaufwändige Speichersysteme zu verwenden, um teuren Solarstrom in den Winter zu retten und dort dann regelmäßig die Windkraftanlagen abzuschalten, weil es nicht genug Stromnachfrage im Netz gibt.

mfg


Sehr guter Beitrag !!!

Ich bin auch gegen die autarke Vorstellung! Straßen benutzt man ja auch gemeinsam und Schulen etc. Was mich an der ganzen thermischen Sache stört ist, dass heutzutage der Verbrauch eines Hauses nur rechnerisch ermittelt wird. Mit einer Pelletsheizung wird plötzlich der Verbrauch niedriger ??? Ich persönlich habe ein Passivhaus aus OSB Abfall Holz mit Altpapierdämmung und teilweiser Holzfassade, also CO2 gebunden und Abfälle recycelt. Das ist auch noch billiger als das Stein auf Stein gehabe.

Ich bin echt enttäuscht, dass man heute in der Sanierung und im Neubau noch immer der Technologie weit hinterher hinkt. Wir haben im letzten Winter für 120€ Ökostrom nachgeheizt. (599kWh). Mein Vetter hat ein kfw 60 Haus und heizt noch immer. Kauft heute einer ein Auto ohne Airbag? Da wäre der Gesetzgeber gefordert!

Das Speichern von Energie würde ich auf die Primärseite verlagern. Kohle, Biogas, Holz. Wenn mal die EEs nicht liefern, dann kann ich aus den Speichern nachladen. Aber E- Energie wieder zu speichern und entspeichern ist zu teuer ökologisch nicht sinnvoll.

Gruß
open source energie
 


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