Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

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Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon einstein0 » 06.12.2011, 08:56

Mein Test, mit Rückbestromung eines Solarmoduls zur Schneeschmelze verlief ernüchternd. Auf dem 24 W Modul lagen 4 cm Schnee, als ich dieses mit 24 W Rückwärtsstrom heizte. Die Spannung betrug 24 V, die doppelte Nennspannung. Mit einem unter dem Laminat angeklebten Sensor wurde die Temperaturdifferenz von 1 Celsius gemessen. Solange auf dem Modul Schnee lag überstieg die Temperatur 1 Cesius nicht, auch wenn vergleichsweise eine Nachttischlampe darunter heizte. Nach 2 Stunden hatte sich auf dem Modul noch sozusagen nichts getan. So erhöhte ich die Heizleistung auf 48 W, also die doppelte Modulleistung. Das Modul lag in einem Winkel von etwa 15° auf dem Dach und der Schnee konnte nicht abrutschen. Nach weiteren 2 Stunden mit einer Heizleistung von 48 Watt stellte ich den Versuch erfolglos ein. Der Schnee lag immer noch auf dem Modul und wurde später von der Sonne weggeschmolzen.
Ich schätze, um mit einer PV-Anlage Schnee zu schmelzen müssten pro qm mehrere hundert Watt zugeführt werden. :(

Die folgende Versuchsreihe kann ich also nicht bestätigen: http://www.solarladen.de/download/pdf/s ... btauen.pdf
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Uli_bw » 06.12.2011, 09:12

Ganz klar...
Achtung solange Schnee auf dem Modul liegt kamm die Temperatur nicht steigen, da Eis im Schnee enthalten ist zugeführte Wärme löst erst Bindungen auf bevor eine Erwärmung eintritt. Schmelzenthalpie ist etwa so hoch wie eine Erwärmung von 0 °C kaltem Wasser auf 80 °C! (Siehe Eis-Wasser Speicher)
Wird also nicht funktionieren.
Entweder die Neigung so anpassen, dass es von alleine abrutschen kann oder auf Sonne warten.

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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Mühli » 06.12.2011, 11:09

Das funktioniert schon, aber eben nur auf Anlagen, die steil genug stehen.
Der Schnee schmilzt, bildet einen Flüssigkeitsfilm und der draufliegende Schnee kann abrutschen.

Wenn man versucht, den Schnee wirklich komplett zu schmelzen, braucht man dafür verdammt viel Energie und das rentiert sich finanziell wie ökologisch seltenst.

Momentan liegen bei mir 5cm Schnee. Nasser Schnee, die Dichte wird bei ca. 500kg/m³ liegen.
Pro Modul (1,7m²,235W) liegen also ca. 8,5 Kilo Wasser drauf (Eis).
Eis hat 333kJ/kg an Schmelzenthalpie, das sind ca. 0,1kWh/kg
Ich bräuchte also pro Modul ca. 0,85kWh um den Schnee komplett in Wasser zu verwandeln (ohne Erwärmung)

An sehr guten Tagen produziere ich momentan 1,5kWh/kWp, also pro Modul 0,35kWh
Damit also 3 Tage volle Sonne, um das vollständige Schmelzen des Schnees energetisch wieder reinzuhaben.
Finanziell wärs besser, so viel Differenz zwischen den Strompreisen/Vergütung ist aber auch nicht mehr.
Zudem ich keine Atom-sauberen-Module haben möchte. Da kehr ich lieber, kostet nix und bringt somit Erfolg ab der ersten Sekunde.

Gruß
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Uli_bw » 07.12.2011, 09:05

Sehr gut beschrieben...
Winkel sollte größer sein als 45 °- könnte also bei meiner Insel gehen.
Wie mache ich diese Rückbestromung?
Könnte ich z.B. machen wenn der Generator eh laufen muss....
Schnee fällt runter und für die nächsten 3-4 Tage ist kein neuer Schneefall angesagt.
--> Insgesamt kürzere Generatorlaufzeit, weil ich die Batterie netladen könnte und diese (vielleicht) wieder solar geladen wird ...

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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon pv-buero » 07.12.2011, 11:04

Hallo,

schaut mal hier vielleicht ist das von Interesse.

Gruß pvbuero
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon einstein0 » 07.12.2011, 13:38

@Uli_bw
Mit meinem monokristallinen Testmodul hatte ich es relativ leicht, klemmte ein Laborspeisegerät an und drehte an der Spannung.
Doch ein Modulfeld mit Stringspannungen von mehreren hundert Volt erfordert da schon gewisse Vorsichtsmassnahmen. Wenn Du einige Kilowatt Gleichstrom ab einem Genset aufbereiten musst, könnte das auch ins Geld gehen...
Ich hatte auch noch kein Moduldatenblatt gesehen, welches entsprechende Daten zur Rückbestromung enthält, würde zumindest nicht über den Kurzschlusstrom gehen.
Trotzdem werde ich nochmal einen Versuch machen um festzustellen, ab welchem Winkel der Schnee wirklich abrutscht. Ich werde Euch nach dem nächsten Scheefall hier informieren.
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Mühli » 07.12.2011, 14:28

Bei meinen Schotts sind 20 Ampere angegeben, Spannung kleiner Uoc

Gruß
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Eisbaer » 07.12.2011, 15:10

Mit Rückbestromung erlischt jegliche Modulgarantie :!: :!: :!: :!: :!:
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Mühli » 07.12.2011, 16:55

Sagt wer? Schott erlaubt es mit Grenzwert im Datenblatt

Gruß
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Re: Rückbestromung von PV-Modulen zur Schneeschmelze

Beitragvon Eisbaer » 07.12.2011, 18:00

Das sagt ein PV-Sachverständiger!
Wir hatten heute bei uns im Hause "Solartage" mit einigen Referenten, war nicht schlecht die Veranstaltung.

Wenn Schott das aber erlaubt nehme ich dafür natürlich meine Aussage zurück(aber nur wenn es ausdrücklich erlaubt ist).
Servus

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