Alles, was zwar PV ist, aber nicht in die anderen Foren paßt.
Moderator: Mod-Team
von Ruugar » 11.06.2012, 23:47
Hallo zusammen,
eines vorweg, ich möchte mit diesem Beitrag keine Grundsatzdiskussion auslösen, will aber meine Gedanken äußern und Eure Meinung gerne dazu hören. Vielleicht liege ich mit meiner Meinung auch komplett falsch.
Nachdem ich mehrere Jahre als Entwicklungsleiter eines Maschinenbauunternehmens für Equipment für die kristalline Solarzellenfertigung gearbeitet habe, kenne ich mich hervorragend mit der Solarzelle an sich und den stetig neu entwickelten Verbesserungen (z.B. sel. Emitter, N-Type-Zelle, Centaurus, usw...) aus, habe mich mit dem Thema Module aufs Dach schrauben zu lassen aber nie richtig auseinandergesetzt. Dies hatte überwiegend moralische Gründe, was meiner Meinung nach mit dem Preisverfall der Module in Kombination mit dem Eigenverbrauchanteil sich moralisch besser vertreten lässt. Ich bin halt kein Fan von überwiegend subventionierten Technologien, bei denen insbesondere überwiegend asiatische Unternehmen dabei provitieren und die Pioniere in Deutschland nach und nach sterben. Das Sterben hat meiner Meinung nach auch viele andere Gründe, das habe ich in vielen Schlüsselerlebnissen mit den Thalheimern Unternehmen in der Sonnenallee, den Freibergern und den Frankfurten im östlichen Teil Deutschlands erfahren müssen.
Aber genug zur aktuellen wirtschaftlichen Situation.
Ich habe mich ernsthaft mit dem Thema befasst, meine 200m² nutzbare Dachfläche mit einer PV-Anlage auszustatten. Dies sollte für eine Anlage in der Größenordnung von 30kWp ausreichend, zumal die Ausrichtung und Neigung für eine Anlage im Optimalbereich liegt. Nach etwas Forschen in diesem Forum sollten Preise von 1500-1600€/kWp erreichbar sein, was in etwa eine Rendite von ca. 6-7% bedeuten würde. Rechne ich den Invest einer Eigentumswohnung im gleichen Gegenwert dagegen, ist mit einer Immobilie eine derartige Rendite wohl kaum ereichbar, gerade wenn man Mietausfall bei Mieterwechsel, Renovierungskosten usw. mit einrechnet.
Liege ich mit meiner Einschätzung in etwa richtig, oder liege ich da bereits falsch?
So, nun zu meinen eigentlichen Gedanken:
Vergleicht man eine derartige Konstellation mit einer Anlagenauslegung noch vor 3-4 Jahren, bei der die Vergütung um einiges höher lag, aber der kWp-Preis noch bei etwa 4000€ lag, bedeutet dies doch, dass derzeit die Rendite im geförderten Zeitraum zwar um einiges niedriger liegt, aber ich im Gegenzug viel mehr erzeugte Energie für das gleiche investierte Geld erhalte. Die erzeugte Energie wird nach den 20 Jahren Förderungen zwar reduziert, aber immer noch erzeugt und ich spätestens ab diesem Zeitpunkt gegenüber einer 3-4 Jahren früheren installierten Anlage viel mehr an Leistung rausholen kann. Zumal eine 30kWp-Anlage den von uns derzeit benötigten Jahresverbrauch von ca. 7000kWh locker erzeugen sollte. Klar, nur tagsüber, ich denke aber dass in 20 Jahren die Speichertechnologie soweit ausgereift sein sollte, um die benötigte Energei nachtsüber überbrücken zu können. Zumal mal bei der Größenordnung von vorhandender Energie nicht überlegen sollte, diese in der Heizungsanlage zu "verbraten".
Soviel zur Betrachtung während der Förderungszeit. Da ich aber davon ausgehe dass der Strompreis noch um einiges steigen wird (der erste Beweis lag diese Woche in unserem Briefkasten), wird mir die für das gleiche Geld wesentlich mehr Energie produzierende Anlage meiner Einschätzung doch immer mehr wert ggü. der zwar höher geforderten aber wesentlich weniger produzierenden Anlage entwickeln.
Das wäre meine Grundeinschätzung dass kurz- und mittelfristig die Rendite derzeitig ans Netz genommenen Anlagen gegenüber denen in den letzten Jahren zwar niedriger ausfallen wird, auf längere Zeit gesehen jedoch den Nachteil wieder ausgleichen sollte.
Über Kommentare zu meiner Einschätzung würde ich mich freuen.
Gruß Ruugar
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von Chefnet » 12.06.2012, 05:44
so sehe ich das auch  bist schonmal nicht allein. ggf. mit Sunpower könntest du auf ca. 40KWp kommen (bruchst nur jemanden der die dir zum vernünftigen Preis gibt, aber ca. 20% Wirkungsgrad sind nicht verkehrt)
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von Ralf Hofmann » 12.06.2012, 07:51
Hallo, Ruugar hat geschrieben:Nach etwas Forschen in diesem Forum sollten Preise von 1500-1600€/kWp erreichbar sein, was in etwa eine Rendite von ca. 6-7% bedeuten würde.
der kwp-Preis hängt nicht nur an dem Modulpreis (bei echten deutschen Modulen wirst Du da möglicherweise schon drüber liegen), sondern auch an der Art Deiner Dacheindeckung (ggfls. Erschwernis oder Dachsanierung fällig) und an der Gebäudehöhe (Gerüsthosten). Aber grundsätzlich ist das die richtige Hausnummer. Ruugar hat geschrieben:Rechne ich den Invest einer Eigentumswohnung im gleichen Gegenwert dagegen, ist mit einer Immobilie eine derartige Rendite wohl kaum ereichbar, gerade wenn man Mietausfall bei Mieterwechsel, Renovierungskosten usw. mit einrechnet.
Liege ich mit meiner Einschätzung in etwa richtig, oder liege ich da bereits falsch?
Ist richtig, die normale Immobilienrendite liegt imho so um die 4 - 5 %. Der maßgebliche Unterschied wäre für mich aber der Ärger, der bei Immobiliengeschäften fast immer dabei ist und bei einer PV-Anlage doch deutlich überschaubarer ist. Ruugar hat geschrieben:Vergleicht man eine derartige Konstellation mit einer Anlagenauslegung noch vor 3-4 Jahren, bei der die Vergütung um einiges höher lag, aber der kWp-Preis noch bei etwa 4000€ lag, bedeutet dies doch, dass derzeit die Rendite im geförderten Zeitraum zwar um einiges niedriger liegt, aber ich im Gegenzug viel mehr erzeugte Energie für das gleiche investierte Geld erhalte. Die erzeugte Energie wird nach den 20 Jahren Förderungen zwar reduziert, aber immer noch erzeugt und ich spätestens ab diesem Zeitpunkt gegenüber einer 3-4 Jahren früheren installierten Anlage viel mehr an Leistung rausholen kann.
Auch völlig richtig. Ich habe mal einen Vergleich irgendwo gelesen, in dem die Investitionskosten mit der Einspeisevergütung verglichen wurde. Danach war das letzte Quartal 2011 in Relation zur Vergütung das insgesamt lukrativste, gefolgt vom letzten Quartal 2010. Darum auch regelmäßig die Jahresendrallys, das hat die Politik viel zu spät kapiert. Ruugar hat geschrieben:Zumal eine 30kWp-Anlage den von uns derzeit benötigten Jahresverbrauch von ca. 7000kWh locker erzeugen sollte.
30 kwp auf einem Süddach erzeugen etwa 26.000 kwh im Jahr, abhängig von der Lage und Situation. Verschattungen jedweder Art ziehen den Ertrag knallhast in den Keller, unbedingt beachten! Den Eigenverbrauch von 7.000 kwh kannst Du ohne Speicher natürlich nicht abdecken. Nicht nur bei Nacht musst Du Strom kaufen, auch zur schlechten Jahreszeit erzeugt eine 30 kwp Anlage oft nur 1 - 2 kw pro Stunde und das auch nur an 4 - 5 Stunden pro Tag. Ruugar hat geschrieben:Klar, nur tagsüber, ich denke aber dass in 20 Jahren die Speichertechnologie soweit ausgereift sein sollte, um die benötigte Energei nachtsüber überbrücken zu können.
Ich gehe davon aus, das schon zur Intersolar im nächsten Jahr deutlich preiswertere Speicherlösungen vorgestellt werden. Wenn man dann dazu keine neue Batterie kauft sondern eine gute gebrauchte Staplerbatterie wird`s in den nächsten 2 - 3 Jahren schon richtig interessant. Ruugar hat geschrieben:Zumal mal bei der Größenordnung von vorhandender Energie nicht überlegen sollte, diese in der Heizungsanlage zu "verbraten".
Das ist noch die Frage. Wird damit eine Wärmepumpe betrieben ist`s schon heute finanziell interessant, verglichen mit den Gaspreisen. In 20 Jahren, wenn die Vergütung ausgelaufen ist und fossile Energien noch viel teurer geworden sind ist die Heizungsunterstützung durch PV-Strom vermutlich sogar immer lohnend, besonders bei einer Anlage in dieser Größe. Der Börsenstrompreis liegt ja für PV-Strom schon jetzt nur bei 4-5 Cent/kwh, ich befürchte in 20 Jahren wird der zur Peakzeit völlig wertlos sein. Dass man dabei i.d.R. (insbesondere beim Altbau) im Winter konventionell zuheizen muss ist klar. Für mich wäre im Winter ein Micro-BHKW am Holzvergaerkessel das Mittel der Wahl. Ruugar hat geschrieben:Das wäre meine Grundeinschätzung dass kurz- und mittelfristig die Rendite derzeitig ans Netz genommenen Anlagen gegenüber denen in den letzten Jahren zwar niedriger ausfallen wird, auf längere Zeit gesehen jedoch den Nachteil wieder ausgleichen sollte.
Damit liegst Du goldrichtig.
MfG Ralf Hofmann _________________________________________________________________________ 30 kwp seit 12/2011 (Suntech STP 250er / SolarMax MT / SL 1000) + 23,6 kwp seit 4/2013 Meine Anlagen: viewtopic.php?t=72378.html
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von Farmjanny » 12.06.2012, 09:38
Ralf Hofmann hat geschrieben:Hallo,
Der Börsenstrompreis liegt ja für PV-Strom schon jetzt nur bei 4-5 Cent/kwh, ich befürchte in 20 Jahren wird der zur Peakzeit völlig wertlos sein.
Naja, er wird zumindest den Preis für Wärmebereitstellung haben, weil statt Gas dann Strom mit Heizstab eingesetzt wird, um Wasser zu erhitzen. Also 5 Cent mindestens
Grüße von der Küste Farmjanny
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von hpt » 12.06.2012, 10:38
Ruugar hat geschrieben:... Rechne ich den Invest einer Eigentumswohnung im gleichen Gegenwert dagegen, ist mit einer Immobilie eine derartige Rendite wohl kaum ereichbar, gerade wenn man Mietausfall bei Mieterwechsel, Renovierungskosten usw. mit einrechnet.
Liege ich mit meiner Einschätzung in etwa richtig, oder liege ich da bereits falsch? ....
Ich denke, mit Deiner Einschätzung liegst Du absolut richtig. Ich persönlich halte das Vermieten von Wohnungen für die stressigste Geldanlage überhaupt - und das nur vom Hörensagen, d.h. ich will das gar nicht erst ausprobieren. PV mit möglichst starkem Eigenverbrauchsanteil ist sicher sehr, sehr sinnvoll. Zumal man dabei mit 30 oder 40 oder 50 oder noch mehr Jahren Lebensdauer der Module kalkulieren kann (wenn auch mit geringer werdender Leistung). Nach Ablauf der 20 Jahre mit garantierter Vergütung überlegst Du dann, was sinnvoll ist: Akkus laden / Warmwasserbereitung / Wärmespeicher / Wärmepumpe / dem Nachbarn oder dem EVU Strom verkaufen....
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von PV-Berlin » 12.06.2012, 15:00
Man sollte sich zumindest auch die Frage stellen, warum Netzbetreiber mit schmalen ca. 9,1% Rendite bei faktisch unendlicher Laufzeit so wenig Spaß am Bau neuer Trassen haben. Bei 1.500 bis 1.600 € je kWp und 30 KWp zahlt das ja auch nicht jeder Bar! Strom ohne Subventionen? Den gibt es in Deutschland es bald! Und der kommt von Solarmodulen. Bisher wurde jede Stromerzeugung mehr oder weniger hoch subventioniert. Was ja auch grundsätzlich richtig war! bis die EE kamen und zeigen, wie es ohne gehen wird.
Keiner muss sich für 10% und mehr Rendite schämen! Fragen sie ihre Bank, die wird ihnen schon sagen, ab wann sie ihre Investment nicht für ein Hobby hält.
Wenn die PV Anlage auf dem eigenen Dach zum EV passt, kann man sicher auch bei hoher Liquidität und der typischen Deutschen Angst vor allem auf die Idee kommen, dass das schwarze Gold auf dem Dach eine bessere Geldanlage als das Gelbe Gold im "Keller" sein könnte. Sofern die eigene Immobilie abbezahlt ist und auf dem neusten Stand energetisch gebracht wurde, Kids versorgt und Hund begraben.
Immobilen müssen > 6% bringen, ansonsten ist das kein Investment und die Tiefe Trauer schon programmiert. Die, die meinen in München, Hamburg oder in Mitte-Berlin mit weniger als 4% auszukommen, werden sich noch wundern. Immobilienkredite müssen in der Regel prolongiert werden!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von Bento » 12.06.2012, 16:36
Ruugar hat geschrieben:Nach etwas Forschen in diesem Forum sollten Preise von 1500-1600€/kWp erreichbar sein, was in etwa eine Rendite von ca. 6-7% bedeuten würde.
Das bezweifel ich (die Rendite unter diesen Bedingungen meine ich).
Viele Grüße Bento
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von win_solar » 12.06.2012, 17:43
Bento hat geschrieben:Ruugar hat geschrieben:Nach etwas Forschen in diesem Forum sollten Preise von 1500-1600€/kWp erreichbar sein, was in etwa eine Rendite von ca. 6-7% bedeuten würde.
Das bezweifel ich (die Rendite unter diesen Bedingungen meine ich).
dem schliesse ich mich an! Darf man fragen mit welchen Vergütungssätzen du gerechnet hast? Gruss Win
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von PV-Berlin » 12.06.2012, 17:53
Wäre schön zu lauschen, wie hier Ingenieure und andere Fachleute Rendite so berechnen.
zum 01.09.2012 (30 kWp) neue Grenze bis 1.000 kWp müsste ich um zu überlegen auf > 1.282 kWh je kWp gesichert kommen. Also mit 15,75 Cent gerechnet und OSE Ansage Anlagen 2 Reihe China für 1.450,- € fix und fertig bauen zu können. *ungeprüft
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von b0012sm » 12.06.2012, 18:09
win_solar hat geschrieben:Bento hat geschrieben:Ruugar hat geschrieben:Nach etwas Forschen in diesem Forum sollten Preise von 1500-1600€/kWp erreichbar sein, was in etwa eine Rendite von ca. 6-7% bedeuten würde.
Das bezweifel ich (die Rendite unter diesen Bedingungen meine ich).
dem schliesse ich mich an! Darf man fragen mit welchen Vergütungssätzen du gerechnet hast? Gruss Win
Die Photonausgabe vom Mai rechnet bei einer Inbetriebnahme im Oktober und einem EV von 10%,sowie 1000 Kwh/Kwp für 7,0% Rendite einen Preis von 1500 Eur pro KWP bei 6,0% einen Preis von 1600 Eur vor. Gruß Micha
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