von P.Voltologe » 02.02.2012, 17:45
Da werde ich dem Feuerwehrschalter zumindest mal ein wenig helfen (obwohl niemand dafür bezahlt)...
Zunächst möchte ich jedoch für diesem Thread feststellen, dass nach meiner Lesart nirgens jemand die Zeitungsartikel für "bare Münze" genommen hat.
Dann: Sachverständig kommen meist erst ins Spiel, wenn etwas passiert ist (und danach ist man im Regelfall immer schlauer) und es um die allgemein anerkannten Regeln der Technik geht, um den Verantwortungsquotienten zu "schätzen".
Besser wäre, man würde sich vorher als Planer mit der individuellen Gefährdungslage des Objektes und der Anlage auseinandersetzen und danach entscheiden, ob es Gründe gibt, die die jetzt bekannte Ausfertigung des Feuerwehrschalters erfordern. Nur dann, wenn diese Entscheidung bewusst und individuell zum Einzelfall passend getroffen wurde, kann ein technischer Sinn (und damit eine Notwendigkeit) hinter der Anschaffung liegen.
Für den plakativ (werbewirksam) zu Markte getragenen Effekt, "Feuerwehr kann nicht gefahrlos einen Löschangriff durchführen", hilft dieses Modell von Eaton nicht wirklich weiter. Für den Innenangriff und die Freischaltung der Stringverkabelung vom Dach zum Wechselrichter hat der Einsatz Vorteile, die dann überwiegen, wenn auf der Verlegestrecke der Kabel (innen) ebenfalls brennbare Baumaterialien verwendet wurden und die Abstände für die Hilfskräfte tagsüber nicht gewährleistet werden können (Notsituation&Enge). Nachts ist die elektrische Gefährung aus dem Eintrag von PV-Modulen wohl zu vernachlässigen.
Genau in diesem Sinne ist auch die angesprochene VDS 3145 (Empfehlung) geschrieben worden. Dabei sollte man wissen, das die VDS-Blättchen an sich nur im Versicherungsvertrag Relevanz haben und sich überwiegend Mühe geben, den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu entsprechen. Manchmal (z.B. BMZ) gelingt dies nicht.
Die RAL, BSW und der DGS kommentieren die Zielrichtung bei einer Brandbekämpfung an PV-ausgestatteten Gebäudeteilen sehr ähnlich und warten an sich auf die Anwendungsregel VDE AR-E-2100-712 (aber der momentane Entwurf sieht die Trennung des Gesamtstrings ebenfalls nicht als der Weisheit letzten Schluss an. Es ist eine Maßnahme von anderen.).
Der werbeseits bezweckte Eindruck, der Feuerwehrschalter derzeitiger Prägung würde die Probleme der Feuerwehren in Wohlgefallen auflösen, birgt meines Erachtens eine Risikofalle in sich. Die Vorsicht könnte sinken, bei Anwesenheit dieser Einrichtung. Auch lassen sich Einzelfälle konstruieren, bei denen die erfoderliche Fail-Save-Methode des Schalters durch unsachgemäße Installation oder Platzierung negiert werden oder auch den Ertrag im Normalfall mindern. Wichtig ist aber zu erkennen, dass mit dem Kauf des Schalters keinesfalls für 20 Jahre dieses Thema erledigt ist. Man muss die Funktionstüchtigkeit regelmäßig prüfen und sicherstellen.
Ideal bleibt eine moduldosenintegrierte Schalterlösung, die den Zellstring-Stromkeise im Modul in Gefahrsituationen kurzschließen kann.Hier muss auch geprüft und gemeldet werden, wenn ein solches Sicherheitglied seine Funktion verliert, damit reagiert werden kann.
Grüße