PV Anlage ökologischer Irrsinn ??

Alles, was zwar PV ist, aber nicht in die anderen Foren paßt.

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Beitragvon PV-Harry » 02.11.2007, 18:41

Hallo Wolfgang (Neumann),

wenn ich von irgendwann spreche, dann meine ich natürlich die gesamte Wertschöpfungskette!!

vom Silizium, bis zum Aluminium und dem Glas, einschließlich den verwendeten Kunsstoffen und Sondermetallen.

Viele Grüße von

PV-Harry
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Beitragvon phenning » 02.11.2007, 20:36

Ach Leute....

Es ist einfach Unsinn zu behauoten, Jod-129 müsse "!7 Millionen Jahre lang bewacht werden" - da biegt sich ja mein Bildschirm durch ! Sogar in der Wikipedia findet der lernbereite Laie Hinweise darauf, wie man das loswerden kann (eben mit erwähnten Rubbia-Verfahren). Siehe unter http://en.wikipedia.org/wiki/Iodine-129

@Boelckmoeller3: Richtig, 10 Mikrogramm reichen mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits aus.

@firestarter: Die zitierte Studie der Kasseler Kollegen geht vom derzeitigen Status Quo des Energieverbrauches in Afrika aus. Das ist aber ein Trugschluss - wie wir derzeit an den Benzinpreisen sehen, die durch die Nachfrage aus Schwellenländern nach oben getrieben werden (was aber natürlich nicht den gesamten Anstieg erklärt...). Ich habe aber geschrieben - und dabei bleibe ich: Wenn wir _allen_ Menschen den Lebensstandard zubilligen, den wir haben (wollen), geht das eben nicht mehr. Vereinfacht ausgedrückt: Wir können natürlich Marokko dicht machen mit Solarmodulen. Aber unseren Energiebedarf kann dies nur decken, solange die Energie nicht in Marokko verbraucht wird.
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Beitragvon Zehsar » 02.11.2007, 22:49

Boelckmoeller3 hat geschrieben:… Das Thema " PV ökologischer Irrsinn?" war ja bereits recht schnell mit einem klaren "Nein" beantwortet worden...

Wäre ein Unding, wenn in diesem Forum eine signifikante Zahl von Usern oder gar eine Mehrheit anderer Meinung wäre.
Aber warum muss immer ein Ding himmlisch gut und das andere teuflisch schlecht sein. Dies wird von keinem verlangt!
Warum können nicht beide gut oder nach Abwägung jede für sich stehen bleiben.
Funktioniert überall.
Außer beim Thema Atomenergie. Hier scheiden sich plötzlich die Geister.
„…Es ist daher sinnlos, dem Risikogefühl jedes Einzelnen mit rationalen Argumenten zu begegnen... "

Neben dem Risikogefühl gibt es noch eine gewisse Ignoranz Tatsachen gegenüber, wenn sie nicht in das gewohnte Schema passen wollen.
Deshalb ein letzter Versuch meinerseits.
Heidjer hat geschrieben:…Die Todeszone rund um Tschernobyl hat einen Radius von 200 km! Man nehme in Deutschland irgendein beliebiges KKW und zeichne einen Radius von 200 km! Na klingelt's schon?? …
Mit Verlaub, ich haben selten größeren Blödsinn gelesen. Die Reaktorexplosion in Tschernobyl hat mit einer Atomexplosion im Sinne eine Bombe nichts, aber auch gar nichts gemeinsam. Für diese Erkenntnis genügt etwas angelesenenes Grundwissen.
Im Kraftwerk in Tschernobyl haben fast ohne Unterbrechnung Leute gearbeitet und nach Abschluss der Aufräumarbeiten am Block 4 die verbliebenen Anlagen wieder hochgefahren. Der Block 3 war sogar bis Dezember 2000 in Betrieb. In der ganzen Zeit wurden die Anlagen weder von Heinzelmännchen noch von strahlungsresistenten Aliens bedient, jedenfalls habe ich keine gesehen.
Also bitte: Wie ist "Todeszone" definiert und wo befindet sich diese im Falle Tschernobyl?

Feststellungen, Auswirkungen und Zusammenhänge sind in dem von der Dokumentation der IAEA, der WHO und der UNDP dokumentiert:
http://www.iaea.org/NewsCenter/Focus/Ch ... pr_ger.pdf .
Einen weiteren Kommentar erspare ich mir, in dem ich der Einfachheit halber auf diesen Schriftwechselauszug verweise: http://www.energie-fakten.de/pdf/tschernobyl-roth.pdf .
Vielleicht verzieht sich so der künstliche Nebel etwas.

… Plutonium aus Sellafield/Windscale läßt sich bereits seit den 80er Jahren im Arktischen Meer nachweisen und somit im Bereich der Ozeanischen Zirkulation! …

Durch wen nachgewiesen und wo veröffentlicht?
Plutionum ist auf dem Erdball wegen der natürlichen Umwandlungsvorgänge GLEICHMÄSSIG aber durchaus in unterschiedlicher Verteilung der Isotope vorhanden und „zirkulieren“ kann Plutonium schon gar nicht.
Dass das Pu in der Arktis aus Sellafield stammt, steht nicht dran. Kann auch von einem Atom-U-Boot stammen oder aus der Nuklearbatterie eines abgestürzten Satelliten.
Aber wo ist der Ausdruck der besonderen Gefährlichkeit von Pu? Die toten Austern? Wie bedauerlich! Die sterben auch bei Dieselöl oder anderen Chemikalien. Irgendwelche Grenzwerte markieren nicht die Grenze zur Ungefährlichkeit. Ich rate Dir zu einer Reise nach Bophal oder vielleicht zu einer Grabung am Grunde des Rheins oder in seinem Uferbereich mit nachfolgender Analyse der Proben, damit Du ein Gefühl kriegst für „Gefährlichkeit“ und „Giftigkeit“.

… Zehsar ist gerne eingeladen, sich das alljährliche "Spektakel" der Castor-Transporte nach Gorleben anzuschauen…
Yeep! Du hast es erfasst: Kein Volksfest, kein Spektakel, keine Polizei, nur Sicherheitsdienst = geringe Kosten. *ggg*
Das kann ja niemand wirklich wollen. Aber vielen Dank für die Einladung. Wäre nicht nötig gewesen.
Ich kenne mich da schon aus und habe aus bestimmten Gründen dazu andere Sicht.

Das Entsorgungs- bzw. Lagerungsproblem könnte lange geklärt und realisiert sein. Nur dann hätten der unbelehrbare Teil der 68er und deren noch chaotischeren Nachfolger nichts mehr, wogegen sie demonstrieren und wo sie randalieren könnten.
Genau betrachtet war deren grüne Farbe von Beginn an schon ziemlich bröckelig.
Eine Versachlichung, wie beim Transport des Reaktorgefäßes aus dem AKW Rheinsberg nach Greifswald scheint beim Castor ausgeschlossen.

Entgegen den Vorschriften der Strahlenschutzverordnung werden Polizistinnen und Polizisten ohne Dosimeter und dazu zeitlich länger als gesetzlich zulässig zum Dienst unmittelbar am Castor gezwungen
Vorsicht, Glatteis! [Text freiwillig zensiert]

Deine weitere Auflistung scheint mir wie aus einem uralten propagandistischen Faltblatt abgeschrieben oder auswendig gelernt oder von irgend einen algorischen Eintänzer vorgebetet.
Mir ist die Zeit zu schade, derartigen Schwachsinn zu kommentieren.
Sorry.

Boelckmoeller3 hat geschrieben:…Übrigens ist Plutonium in Microgramm-Dosis eingeatmet schon eigentlich tödlich, das es sehr sicher Lungenkrebs auslöst. Tödlicher als Asbestfasern auf jeden Fall….
Tot ist letztlich tot.
Karzinogene oder giftige Eigenschaften treffen aber gleichermaßen zu für viele Schwermetalle und Verbindungen mit Barium, Crom, Blei, Quecksilber, Nickel, Zink und insbesondere Cadmium, welches neuerdings auch in PV-Modulen verarbeitet wird.
Man beachte jedoch die Mengenverhältnisse und die freie Zugänglichkeit zu diesen Giften.
Pu befindet sich ganz ganz selten im Salzstreuer oder als Staub auf Schreibtisch oder Werkbank, da alle vorhandenen technischen Plutoniumbestände im Sinne des Wortes „atomsicher“ eingebunkert sind.
Wohlgemerkt - auch bei den Russen und Ukrainern!

Ilex hat geschrieben: …drehen wir den Spieß doch einfach um.
Jod 129 entsteht in Atomkraftwerken. Die Halbwertzeit ist 1,7 Mill. Jahre.
Es muss also 17 Mill. Jahre gelagert und bewacht werden. Nun stellen wir uns vor, der Wächter benötigt, sehr knapp gerechnet, 500 Kw Strom für Beleuchtung und Heizung im Jahr. Da werden 8500 Mill. Kw verbraucht.
Soviel Strom erzeugt kein Kraftwerk in seiner Betriebszeit. …

Hübsche Rechnung. Mathematisch exakt bis auf die Maßeinheit.
Wenn schon, dann bitte kJ oder kWh. Geht wohl hier um Arbeit – nicht um Leistung.

Aber Du hast Recht. Aerosole wie Tritium, Krypton 85 und Jod 129 sind wirklich problematisch. Sie lassen sich zwar herausfiltern, wobei insbesondere beim Jod 129, wegen der Langlebigkeit dieses Isotops, die dauerhafte Wirksamkeit der Filter noch keine optimale Lösung zulässt.
Dieses Problem wurde jedoch schon vor einigen Jahren gelöst.
Durch Beschuss mit kurzen Laserblitzen wird bei Gold eine so genannte Bremsstrahlung ausgelöst, die aus dem Atomkern des radioaktiven Jod-129 ein paar Neutronen herausschlägt. Dadurch entsteht Jod-128. Dieses Isotop hat eine Halbwertszeit von knapp 25 Minuten.
Das Ergebnis gestattet zumindest die Prognose der Lösbarkeit des Problems. Inwieweit dieses Verfahren auch für die anderen langlebigen Strahler geeignet erscheint, ist noch nicht ganz klar. Eine Lösung ist aber in greifbarerer Sicht, aber noch nicht als einsatzfähige Technologie vorhanden.
Bei Vorliegen einer großtechnischen Anlage kann Dein Wächter in ein paar Jahren in Pension gehen.

phennig hat geschrieben:... Ich sehe aber keinen Widerspruch zur Förderung von regenerativen Energien - und bin ganz vernarrt in meine PV-Anlage. Nur bin ich eben realistisch: Den Gesamtenergieverbrauch einer modernen Volkswirtschaft kann man damit nicht decken. Und weniger als modern will ich auch nicht...
Sehe ich ähnlich.
Bis auf die PV-Anlage. Die Anschaffung wäre mir derzeit einfach zu unwirtschaftlich und herausgeworfenes Geld - kann sich aber schnell ändern!

Vielleicht gelingt es dem einen oder anderen interessierten Usern neu gewonnene Erkenntnisse mit seinen bisherigen Einsichten zu rekombinieren und sogar zu korrigieren, um so zu einer sachlichen Diskussion zu kommen.
Am Besten, wie von @Boelckmoeller3 vorgeschlagen, in einem neuen Thread.
Alles andere ist vergeudete Zeit und Energie.

Lesetipp: Warum können regenerative Energien die Stromerzeugung aus Kernenergie und fossilen Energieträgern nicht ersetzen ? vom 25.10.2007
zu finden auf dieser HP: http://www.energie-fakten.de/

bye ;-)
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Beitragvon cephalotus » 04.11.2007, 05:01

Zu Tschernobyl erspare ich mir mal Einzelheiten und links, die eh keiner liest, sondern verweise zur Abwechslung mal auf einen "Reisebericht" durch die Region.

Finde ich persönlich -sehr- anschaulich:

http://www.kiddofspeed.com/

Dem Ausbau der Kernenergie in Deutschland stehe ich persönlich eher kritisch gegenüber, die Hauptgründe sind:

1. Kernenergie wird maßlos überschätzt. Am globalen Primärenergiebedarf hat sie einen geringeren Anteil als z.B. Holz. Dieser Anteil nimmt sogar weiter ab, selbst unter Annahme, dass die angekündigten Baupläne für neue KKW tatsächlich alle verwirklich werden (was keineswegs so sicher ist).
Selbst wenn man urplötzlich die Anzahl der Kernreaktoren verdoppeln würde (wozu kurzfristig vermutlich weder die Fachkräfte noch die Rohstoffe vorhanden sind) würde das die kommende Energiekrise nicht aufhalten können.

2. Der starke Aubau der erneuerbaren Energien wird kommen. Zwangsläufig, die Alternative dazu heißt nämlich schon bald nicht mehr genügend Energie zu haben. Klimawandel kommt noch als Sahnehäubchen oben drauf.
In der Übergangszeit werden fossile Kraftwerke v.a. Regelenergie bereit stellen müssen. Kernkraftwerke sind extrem unflexibel und dafür denkbar schlecht geeignet.

3. Der globale Bedarf an U235 kann schon seit Jahren nicht mehr durch den Bergbau abgedeckt werden, sondern kommt zu grob 1/3 aus Lagerbeständen und abgereichertem Waffenuran. Ob in ein paar Jahren der Bedarf durch den Bau neuer Minen gedecket werden kann ist keineswegs sicher. Bis vor wenigen Jahren war die Exploration aufgrund sehr niedriger Uranpreise unattraktiv, mittlerweile ist der Preis zwar deutlich höher, dennoch sind die Bemühungen zur Steigerung der Förderung von weitaus mehr Rückschlägen als positiven Meldungen begleitet.
Nach Ablaufen der Verträge mit Russland wird global 1/3 des benötigten U235 fehlen.
Deutscland hat keine Atombomben, die man Notfalls verheizen könnte.

4. Selbst bei statischer Rechnung sollen die derzeitigen U235 Reserven nur ca. 40 Jahre reichen (je nach Studie), wenn also neue KKW in 10 Jahren ans Netz gehen würden (sehr optimistisch), dann hätten sie noch 30 Jahre Laufzeit, vorausgestzt das letzte Gramm würde noch an Deutschland verkauft werden, was natürlich utopisch ist.
Wie soll das wirtschaftlich darstellbar sein?

5. An die Sicherheitsbeteuerungen der Betreiber mag ich nicht so recht glauben. Warum sonst kann man die Dinger nicht versichern. Der EPR, also der "modernste Typ" schleißt übrigens im Sicherheitskonzept eine Kernschmelze garnicht mehr aus.
Die wird dann eben in ein keramisches Becken geleitet und dort mit Wasser gekühlt.
Laut Simulationen wird das zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit garnicht funktinieren, aber so ists nun mal geplant.
Der EPR ist ja auch kein sicherer Reaktor, sondern ein möglichst billiger", indem man ihn sehr groß baut.

6. Ich habe meine Zweifel, dass Strom aus Uran billig ist. Ich würde gerne mal eine simple Rechnung sehen, wo wirklich alle Kosten für Kernkraft von Forschung bis hin zur Endlagerung den produzierten kWh gegenüber gestellt werden.

7. Angenommen wir haben nochmal eine Gandenfrist (sagen wir mal 25% des Stroms für weitere 30 Jahre), was wäre denn bittschön damit großartig gewonnen, außer dass man künftigen Generationen noch mehr radioaktiven Müll hinterlässt. Endlager haben wir ja bis heute noch keins, kommt aber sicherlich schon "bald".

8. Wenn das U235 knapp wird (in 10 Jahren?) wird man uns die Brüter vor die Haustür setzen. Die funktionieren zwar seit Jahrzehnten nicht so wie geplant (naja, zum Bauen von Bombenmaterial hats immerhin getaugt), aber man wird sich das schon irgendwie schön reden. Aber bis dahin haben wir energietechnisch eh schon ganz andere Sorgen. Peak Oil hat die Welt dann sehr wahrscheinlich schon hinter sich...

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Beitragvon phenning » 04.11.2007, 07:02

@Zehsar: Deine Beiträge über Kernenergie hätten von mir sein können - ich habe aber keine Zeit gehabt, einen längeren Text zu schreiben. Ein paar Anmerkungen noch.

Bezüglich Pu: Ganz so optimistisch bin ich nicht. Unter anderem gab es ja den Fall des Pu-Diebstahls hier im Forschungszentrum Karlsruhe - und verblüffend war, wie immer, die Unterschätzung von menschlicher Dummheit durch die Verantwortlichen. Ein Restrisiko bleibt - das aber gegenüber dem Risiko, in die energetische Steinzeit zurückzufallen, vernachlässigbar ist.

Bezüglich Jod-129: erstens wären es nicht ein "paar", sondern nur ein Neutron. zweitens ist die Lasertechnologie ziemlich ineffizient (und noch in den Kinderschuhen, siehe http://www.newscientist.com/article/dn4056.html). Effizienter und seit Jahrzehnten erprobt wäre die Verwendung von Beschleunigern (mein früheres Wirkungsgebiet war die Schwerionenphysik...).

Ferner teile ich nicht deine Meinung über die Unwirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. Für die meine erwarte ich eine Eigenkapitalrendite von 6% (ziemlich sicher) - 9% (hoffen wir mal). Was sollte daran unwirtschaftlich sein ?

@Cephalotus: Die hohen Kosten der Kernenergie sind vor allem gesellschaftliche Kosten - auch durch die Polizeieinsätze gegen die so genannten Demonstranten und Blockierer. Diese hohen gesellschaftlichen Kosten sind also von Menschen gemacht - und es liegt an uns, sie zu verringern.

Prinzipiell lässt sich Kernenergie durchaus rational und rationell verwenden. Und dass "Brüter nicht richtig funktionieren" ist einfach ein Märchen - ich gehe davon aus, dass wir in 20 Jahren welche haben.

Für mich liegt das eigentliche Problem in der absurden Verteufelung nuklearer Energiegewinnung darin, dass dadurch notwendige Forschung verhindert wurde. Deren Kosten solltest Du übrigens nicht den Energiekosten zuschlagen - denn sonst müsstest Du auch Jahrzehnte der Festkörperphysik den Kosten für PV-Anlagen zuschlagen. Dann wären sie wirklich unrentabel...
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Beitragvon deba » 04.11.2007, 09:44

phenning hat geschrieben:Bezüglich Jod-129: erstens wären es nicht ein "paar", sondern nur ein Neutron. zweitens ist die Lasertechnologie ziemlich ineffizient (und noch in den Kinderschuhen, siehe http://www.newscientist.com/article/dn4056.html). Effizienter und seit Jahrzehnten erprobt wäre die Verwendung von Beschleunigern (mein früheres Wirkungsgebiet war die Schwerionenphysik...).


Hallo phenning,

jetzt hast du mich neugierig gemacht:
Habe ich das richtig verstanden: Mit Hilfe von Beschleunigern kann man "radioaktiven Abfall" wieder aufbereiten bzw. in nicht radioaktive Iosotope umwandeln?
Wie sieht dabei die Energiebilanz aus (so ein Beschleuniger braucht ja einige kWh)?

(Die Frage ist keinesfalls ironisch sondern durchweg ernst gemeint.)

Man liest sich ...
deba
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Beitragvon phenning » 04.11.2007, 12:42

deba hat geschrieben:Habe ich das richtig verstanden: Mit Hilfe von Beschleunigern kann man "radioaktiven Abfall" wieder aufbereiten bzw. in nicht radioaktive Iosotope umwandeln?
Wie sieht dabei die Energiebilanz aus (so ein Beschleuniger braucht ja einige kWh)?
deba


Ja. Faktisch werden damit Kernreaktionen ausgelöst, die zum Zerfall in harmlose (und kurzlebige) Produkte führen. Das ist also eigentlich das gleiche Prinzip, wie beim Katalysator im Auto.

Ein Aufsatz, der dies auch aus politischer Sicht beleuchtet, findet sich unter http://www.linkohr.de/1998_01_15av.htm. Leider ist seitdem in der Forschung nicht viel passiert. Vielleicht machen es ja demnächst die Chinesen...

Die Energiebilanz ist natürlich schlechter, als bei einem reinen Fissons-Kernkraftwerk. Aber dafür ist das "Rubbiatron" inhärent sicher und produziert keine gefährlichen Abfälle.
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Beitragvon Betatester » 04.11.2007, 12:55

Sehr interessant :o

Für alle die den Link nicht gelesen haben hier nochmal das Fazit:

.
..
...
....
.....

Fazit

Mit dem Rubbiatron steht uns eine machbare Technik zur Verfügung, die das hochsensible Problem radioaktiver Abfälle weit eleganter löst, als wir dies bisher für möglich hielten. Wir würden künftige Generationen nicht mehr mit unserem radioaktiven Müll belasten müssen. Deshalb sollte man sich auch in Deutschland energischer um diese Technik kümmern. Das Thema Gorleben und Morsleben würde dann an Schärfe verlieren, wenn nicht an Bedeutung. Und die Welt könnte früher als bisher für möglich gehalten von bombenfähigem Material in den Atomwaffenstaaten befreit werden. Das Rubbiatron ist ein nützlicher Beitrag zur atomaren Abrüstung. Die Transmutation von langlebigen radioaktiven Spaltprodukten als Alternative zur Endlagerung könnte damit Gorleben überflüssig werden lassen.
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Beitragvon Wiese » 04.11.2007, 13:16

Eine Frage bleibt für mich:
Wieviel Energie ist nötig, um den Abfall und auch die verstrahlten Bauteile eines Kraftwerkes zu "entstrahlen"?

Es gibt Berechnungen, die vom Bau, bis zur Entsorgung eines AKW kein gutes Haar an der wirtschaftlichkeit eines AKW lassen. Ich kann aber nicht mit entsprechenden links dienen.

Ich bin kein Fachmann, aber alleine der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass Atomkraft ein wirtschaftlicher und ökologischer Wahnsinn ist. Auch ein Fussionskraftwerk, wenn es jemals funktionieren sollte, erzeugt radioaktive Abfälle und die Entwicklung schluckt Milliarden für die man hunderte Solar und Gezeitenkraftwerke bauen könnte.

Hätten wir die Milliarden, die für die Atomforschung ausgegeben wurden, und noch ausgegeben werden, in regenerative Energien gesteckt, gäbe es heute keine Probleme mit der Energieversorgung. Öl- und Gaspreise könnten uns egal sein.

Tatsache ist, dass Europa sehrwohl allen Strom aus regenerativer Energie gewinnen könnte.

Peter
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Beitragvon firestarter » 04.11.2007, 13:32

Hallo,

leider ist der thread ja vom ursprünglichen sehr stark abgewichen.

Dennoch ist die Sache mit der strahlenden Endbehandlung sicherlich ein sehr interessanter Ansatz um uns von den Altlasten zu befreien...naja, sagen wir mal die erträglicher zu machen.

Was mich bei dem Beschleunigerprinzip interessieren würde,
wie sieht es mit den strahlenden Betriebsmitteln aus?
Ich mein, der Ansatz lange strahlende Materialen durch Neutronenbeschuss in Elemente mit kurzer Halbwertszeit umzuwandeln ist klassen, aber bei der Umwandlung fallen doch sicherlich Massen an Sekundärstrahlern an.
Nicht, dass hier wie bei der klassichen Aufbereitung das Abfallvolumen (wenn auch schwächer strahlend) um den Faktor 30 oder so ansteigt.

Wie gesagt, guter Ansatz um Altlasten zu minimieren, aber persönlcih würd ich ein neues Feld für Kernenergie eher skeptisch sehen (erst recht, da auch politsch schwer durchsetztbar)
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