Boelckmoeller3 hat geschrieben:… Das Thema " PV ökologischer Irrsinn?" war ja bereits recht schnell mit einem klaren "Nein" beantwortet worden...
Wäre ein Unding, wenn in diesem Forum eine signifikante Zahl von Usern oder gar eine Mehrheit anderer Meinung wäre.
Aber warum muss immer ein Ding himmlisch gut und das andere teuflisch schlecht sein. Dies wird von keinem verlangt!
Warum können nicht beide gut oder nach Abwägung jede für sich stehen bleiben.
Funktioniert überall.
Außer beim Thema Atomenergie. Hier scheiden sich plötzlich die Geister.
„…Es ist daher sinnlos, dem Risikogefühl jedes Einzelnen mit rationalen Argumenten zu begegnen... "
Neben dem Risikogefühl gibt es noch eine gewisse Ignoranz Tatsachen gegenüber, wenn sie nicht in das gewohnte Schema passen wollen.
Deshalb ein letzter Versuch meinerseits.
Heidjer hat geschrieben:…Die Todeszone rund um Tschernobyl hat einen Radius von 200 km! Man nehme in Deutschland irgendein beliebiges KKW und zeichne einen Radius von 200 km! Na klingelt's schon?? …
Mit Verlaub, ich haben selten größeren Blödsinn gelesen. Die Reaktorexplosion in Tschernobyl hat mit einer Atomexplosion im Sinne eine Bombe nichts, aber auch gar nichts gemeinsam. Für diese Erkenntnis genügt etwas angelesenenes Grundwissen.
Im Kraftwerk in Tschernobyl haben fast ohne Unterbrechnung Leute gearbeitet und nach Abschluss der Aufräumarbeiten am Block 4 die verbliebenen Anlagen wieder hochgefahren. Der Block 3 war sogar bis Dezember 2000 in Betrieb. In der ganzen Zeit wurden die Anlagen weder von Heinzelmännchen noch von strahlungsresistenten Aliens bedient, jedenfalls habe ich keine gesehen.
Also bitte: Wie ist "Todeszone" definiert und wo befindet sich diese im Falle Tschernobyl?
Feststellungen, Auswirkungen und Zusammenhänge sind in dem von der Dokumentation der IAEA, der WHO und der UNDP dokumentiert:
http://www.iaea.org/NewsCenter/Focus/Ch ... pr_ger.pdf .
Einen weiteren Kommentar erspare ich mir, in dem ich der Einfachheit halber auf diesen Schriftwechselauszug verweise:
http://www.energie-fakten.de/pdf/tschernobyl-roth.pdf .
Vielleicht verzieht sich so der künstliche Nebel etwas.
… Plutonium aus Sellafield/Windscale läßt sich bereits seit den 80er Jahren im Arktischen Meer nachweisen und somit im Bereich der Ozeanischen Zirkulation! …
Durch wen nachgewiesen und wo veröffentlicht?
Plutionum ist auf dem Erdball wegen der natürlichen Umwandlungsvorgänge GLEICHMÄSSIG aber durchaus in unterschiedlicher Verteilung der Isotope vorhanden und „zirkulieren“ kann Plutonium schon gar nicht.
Dass das Pu in der Arktis aus Sellafield stammt, steht nicht dran. Kann auch von einem Atom-U-Boot stammen oder aus der Nuklearbatterie eines abgestürzten Satelliten.
Aber wo ist der Ausdruck der besonderen Gefährlichkeit von Pu? Die toten Austern? Wie bedauerlich! Die sterben auch bei Dieselöl oder anderen Chemikalien. Irgendwelche Grenzwerte markieren nicht die Grenze zur Ungefährlichkeit. Ich rate Dir zu einer Reise nach Bophal oder vielleicht zu einer Grabung am Grunde des Rheins oder in seinem Uferbereich mit nachfolgender Analyse der Proben, damit Du ein Gefühl kriegst für „Gefährlichkeit“ und „Giftigkeit“.
… Zehsar ist gerne eingeladen, sich das alljährliche "Spektakel" der Castor-Transporte nach Gorleben anzuschauen…
Yeep! Du hast es erfasst: Kein Volksfest, kein Spektakel, keine Polizei, nur Sicherheitsdienst = geringe Kosten. *ggg*
Das kann ja niemand wirklich wollen. Aber vielen Dank für die Einladung. Wäre nicht nötig gewesen.
Ich kenne mich da schon aus und habe aus bestimmten Gründen dazu andere Sicht.
Das Entsorgungs- bzw. Lagerungsproblem könnte lange geklärt und realisiert sein. Nur dann hätten der unbelehrbare Teil der 68er und deren noch chaotischeren Nachfolger nichts mehr, wogegen sie demonstrieren und wo sie randalieren könnten.
Genau betrachtet war deren grüne Farbe von Beginn an schon ziemlich bröckelig.
Eine Versachlichung, wie beim Transport des Reaktorgefäßes aus dem AKW Rheinsberg nach Greifswald scheint beim Castor ausgeschlossen.
… Entgegen den Vorschriften der Strahlenschutzverordnung werden Polizistinnen und Polizisten ohne Dosimeter und dazu zeitlich länger als gesetzlich zulässig zum Dienst unmittelbar am Castor gezwungen…
Vorsicht, Glatteis! [
Text freiwillig zensiert]
Deine weitere Auflistung scheint mir wie aus einem uralten propagandistischen Faltblatt abgeschrieben oder auswendig gelernt oder von irgend einen algorischen Eintänzer vorgebetet.
Mir ist die Zeit zu schade, derartigen Schwachsinn zu kommentieren.
Sorry.
Boelckmoeller3 hat geschrieben:…Übrigens ist Plutonium in Microgramm-Dosis eingeatmet schon eigentlich tödlich, das es sehr sicher Lungenkrebs auslöst. Tödlicher als Asbestfasern auf jeden Fall….
Tot ist letztlich tot.
Karzinogene oder giftige Eigenschaften treffen aber gleichermaßen zu für viele Schwermetalle und Verbindungen mit Barium, Crom, Blei, Quecksilber, Nickel, Zink und insbesondere Cadmium, welches neuerdings auch in PV-Modulen verarbeitet wird.
Man beachte jedoch die Mengenverhältnisse und die freie Zugänglichkeit zu diesen Giften.
Pu befindet sich ganz ganz selten im Salzstreuer oder als Staub auf Schreibtisch oder Werkbank, da alle vorhandenen technischen Plutoniumbestände im Sinne des Wortes „atomsicher“ eingebunkert sind.
Wohlgemerkt - auch bei den Russen und Ukrainern!
Ilex hat geschrieben: …drehen wir den Spieß doch einfach um.
Jod 129 entsteht in Atomkraftwerken. Die Halbwertzeit ist 1,7 Mill. Jahre.
Es muss also 17 Mill. Jahre gelagert und bewacht werden. Nun stellen wir uns vor, der Wächter benötigt, sehr knapp gerechnet, 500 Kw Strom für Beleuchtung und Heizung im Jahr. Da werden 8500 Mill. Kw verbraucht.
Soviel Strom erzeugt kein Kraftwerk in seiner Betriebszeit. …
Hübsche Rechnung. Mathematisch exakt bis auf die Maßeinheit.
Wenn schon, dann bitte kJ oder kWh. Geht wohl hier um Arbeit – nicht um Leistung.
Aber Du hast Recht. Aerosole wie Tritium, Krypton 85 und Jod 129 sind wirklich problematisch. Sie lassen sich zwar herausfiltern, wobei insbesondere beim Jod 129, wegen der Langlebigkeit dieses Isotops, die dauerhafte Wirksamkeit der Filter noch keine optimale Lösung zulässt.
Dieses Problem wurde jedoch schon vor einigen Jahren gelöst.
Durch Beschuss mit kurzen Laserblitzen wird bei Gold eine so genannte Bremsstrahlung ausgelöst, die aus dem Atomkern des radioaktiven Jod-129 ein paar Neutronen herausschlägt. Dadurch entsteht Jod-128. Dieses Isotop hat eine Halbwertszeit von knapp 25 Minuten.
Das Ergebnis gestattet zumindest die Prognose der Lösbarkeit des Problems. Inwieweit dieses Verfahren auch für die anderen langlebigen Strahler geeignet erscheint, ist noch nicht ganz klar. Eine Lösung ist aber in greifbarerer Sicht, aber noch nicht als einsatzfähige Technologie vorhanden.
Bei Vorliegen einer großtechnischen Anlage kann Dein Wächter in ein paar Jahren in Pension gehen.
phennig hat geschrieben:... Ich sehe aber keinen Widerspruch zur Förderung von regenerativen Energien - und bin ganz vernarrt in meine PV-Anlage. Nur bin ich eben realistisch: Den Gesamtenergieverbrauch einer modernen Volkswirtschaft kann man damit nicht decken. Und weniger als modern will ich auch nicht...
Sehe ich ähnlich.
Bis auf die PV-Anlage. Die Anschaffung wäre mir derzeit einfach zu unwirtschaftlich und herausgeworfenes Geld - kann sich aber schnell ändern!
Vielleicht gelingt es dem einen oder anderen interessierten Usern neu gewonnene Erkenntnisse mit seinen bisherigen Einsichten zu rekombinieren und sogar zu korrigieren, um so zu einer sachlichen Diskussion zu kommen.
Am Besten, wie von @Boelckmoeller3 vorgeschlagen, in einem neuen Thread.
Alles andere ist vergeudete Zeit und Energie.
Lesetipp:
Warum können regenerative Energien die Stromerzeugung aus Kernenergie und fossilen Energieträgern nicht ersetzen ? vom 25.10.2007
zu finden auf dieser HP:
http://www.energie-fakten.de/
bye
