Um ein Monatssoll zu definieren, benötigt man zuerst das Jahressoll und da stellt sich die Frage, wie hoch der einzelne die Messlatte gelegt hat. Mich würde interessieren, wie ihr das Jahressoll, an dem ihr die Performance der Anlage messt, ermittelt/festgelegt habt?
Nehmt ihr hier auch den für eine konservative Wirtschaftlichkeitsbetrachtung meist verwendeten pvgis10-Wert? Falls ja, wäre es nicht sportlicher oder richtiger, sich am pvgis-Wert mit 0% Verlust zu messen? Der Wert kommt der Realität – das scheint die Erfahrung zu zeigen und auch bei mir sieht es so aus – doch deutlich näher? Oder nimmt man nur deshalb den pvgis10-Wert, damit man sich seiner „Super-PV“ erfreuen kann, denn den Wert erreicht doch eigentlich jeder.
Welchen Wert hat die Feststellung „habe mein Monatssoll bereits erreicht“, wenn ihn auch eine Nordanlage mit 40°DN erreichen kann, denn hier ist der Sollwert eben entsprechend niedrig? In dem Fall ist doch unwichtig, ob ich einen selbst gesteckten Zielwert erreiche, sondern ob das Ganze (neben einem ökologischen Grundgedanken) wirtschaftlich ist und das hängt weitgehend von den Herstellungskosten ab.
Nachdem es von Kollektor so eine schöne Formel gibt, könnte man doch im Umkehrschluss aus dem Preis ein „Kollektor-Soll“ für eine Anlage errechnen, was ein Maß für die Wirtschaftlichkeit der Anlage wäre. Teilt man den kWp-Preis durch die Einspeisevergütung (und noch durch 10), käme man auf dieses „Kollektor-Soll“. Um es weitgehend einheitlich zu ermitteln, müsste man als Herstellungskosten der PV z.B. die Kosten ansetzen, die man auch als Basis für die Ermittlung der Abschreibung genommen hat (d.h. inkl. Datenlogger, Anschlusskosten EVU, ggf. Versetzen einer SAT-Schüssel, etc.).
Die Aussage „habe im Jahr 2009 130% vom Kollektor-Soll erreicht“ wäre dann ein durch den Anlagenpreis normiertes Maß für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage und nicht der Vergleich mit einem (womöglich zu) niedrig gesteckten Ziel.
Im nächsten Schritt kommt dann noch die Frage, wie man das Jahressoll auf die einzelnen Monate verteilt? Nehmt ihr für die Verteilung aufs Jahr die von pvgis vorgegebene Verteilung oder lokale Daten z.B. aus http://www.pv-ertraege.de (die von pvgis aber nicht weit abweichen) oder ganz andere Zahlen?
Theoretisch könnte ich in einem Monat das Soll (unrealistisch) hoch ansetzen. So müsste ich mich dann nur einmal ärgern, dass Ziel verpasst zu haben und hätte dann die restlichen 11 Monate Spaß.
Bei mir ergeben sich übrigens folgende Werte: pvgis10: 984 kWh/kWp; pvgis0: 1.090 kWh/kWp; „Kollektor-Soll“: 828 kWh/kWp.
Im Solarlog habe ich als Jahressoll (noch) 1.000 kWh/kWp eingestellt, denn ich will das Ziel ja auch erreichen oder übertreffen können. Die momentane Solarlog-Prognose liegt bei 1.085 kWh/kWp und passt ganz gut mit dem pvgis0-Wert zusammen.
Noch eine Anmerkung zur Nordanlage – auch die kann wirtschaftlich sein, wenn man einen Bausatz von Hornbach mit chinesischen Modulen aus der 5ten Reihe mit einem SKL-WR nimmt und das ohne Gerüst auf einem Bambustraggestell selbst montiert und den AC-Anschluss einem Bäcker/Metzger/Schreiner/Heizungsbauer günstig machen lässt.






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