Horrorkosten für PV Strom! Oder doch nicht?

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Horrorkosten für PV Strom! Oder doch nicht?

Beitragvon cephalotus » 04.12.2007, 20:37

Ich hab mal aus Neugierde mal ein bißchen was in Excel eingehackt...

Annahmen: 2007: 3GWp installierte Leistung
Zubau 2008: 1GWp
Anstieg des Zubaus: 20% pro Jahr (Wachstum der PV Branche war eher 30-40% die letzten Jahre)
Vergütung nach EEG, -6% pro Jahr
Wert des PV Stroms: 10ct/kWh
Wertsteigerung des PV-Stroms +2,5% pro Jahr
gesamter Stromverbrauch: 600TWh/a
Steigerung des gesamten Stromverbrauchs: +0,5% im Jahr

Ignoriert habe ich den Wegfall alter EEG Anlagen ab 2004, das würde aber die Durchschnittsvergütung sogar noch etwas senken.

Zum "Wert" von PV Strom.

Aus Sicht des Verbrauchers: haushaltsstrom kostet 19ct/kWh, aber ein Teil des PV Stroms wäre bei Eigenverbrauch Überschuss und dann nicht oder nur für weniger Wert (z.B. Warmwasserbereitung für 6ct/kWh) nutzbar.
Aus Sicht des Stromerzeugers: PV Strom substituiert im wesentlichen Spitzenlaststrom, es fallen außerdem geringere Kosten für Netznutzung und ggfls auch CO2 Zertifikate an.
Strom wird wahrscheinlich (sowohl auf Erzeuger als auch Verbraucherseite) stärker als 2,5% pro Jahr steigen, allerdings steigt auch der Aufwand mit zunehmendem Anteil an PV Strom im Netz, was den Wert wieder verringert.

Wer mit den Annahmen nicht zufrieden ist kann mir ja seine Meinung nennen, dann rechne ichs mit denen durch.

Für 2030 erhält man so Kosten für PV Strom von 55Mrd. € pro Jahr für PV Strom.

Allerdings bei einem Anteil von PV Strom von 48% und Kosten pro kWh, die bis 2030 sogar im negativen Bereich liegen würden. So um 2024 herum ist aber kurzzeitig ein Maximum von ca. 1,4ct/kWh zu bezahlen. Meiner Ansicht nach wäre das aber zu verkraften...

So kann man also z.B. "55Mrd. € pro Jahr für Solarstrom!" auch betrachten...

mfg

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Beitragvon Betatester » 04.12.2007, 20:47

Wird jetzt in deiner Aufstellung damit gerechnet das die Anlagen länger als 20 Jahre halten ?

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Beitragvon cephalotus » 04.12.2007, 22:38

Betatester hat geschrieben:Wird jetzt in deiner Aufstellung damit gerechnet das die Anlagen länger als 20 Jahre halten ?

Beta


Jepp, weil das in Excel relativ schwierig darstellbar ist. Das längere Leben der alten Anlagen erhöht aber in diesem Falle sogar die PV Kosten, würde ich diese Anlagen nach 20 Jahren sterben lassen wäre zwar der PV-Anteil ein bißchen niedriger, die durchschnittlichen Kosten würden aber auch sinken.
Aktuelle Anlagen werden ja mit 49,12ct/kWh vergütet, wärend der PV-Strom aus diesen heute neu gebauten Anlagen im Jahr 2027 dann nur einen angenommenen Wert von 16,4ct/kWh hätte.

Viel hängt in der Rechnung natürlich davon ab, welchen Wert man dem Strom bei misst. Nimmt man z.B. einen konstanten Wert von 10ct/kWh an, dann führt PV Strom im Jahre 2030 bei einem Anteil von 49% zu ca. 3,3ct Aufpreis pro kWh Bezugsstrom.

Aber auch das klingt in meinen Augen noch ganz passabel.

Würde man davon ausgehen, dass jedes Jahr 1GWp zugebaut würde, dann würde sich bis 2030 der Aufpreis bei ca. 0,7ct/kWh einpendeln bei einem eher geringen Anteil von etwas über 3% PV-Strom.

Ob in einem solchen Fall aber dann Degressionsraten von 6% möglich sind wäre eine andere Frage, da müsste dann z.B. der Export boomen.

Insgesamt möchte ich jedenfalls mal die "Horrormeldungen" etwas realtivieren. 55Mrd für Solarstrom klingt natürlich irgendwie erst mal furchtbar, in Wirklichkeit muss das aber überhaupt nicht tragisch sein und könnte in manchen Fällen sogar zu Einspareffekten beim Strompreis führen.

Fraglich sind natürlich auch die -6% bei der Degression über so lange Zeiträume. Im Jahre 2030 würden Anlagen demnach eine Vergütung von nur noch 11,84ct/kWh bekommen. Ob solche Regionen in Deutschland erreichbar sind müsste man abwarten.

Für völlig unrealistisch halte ich das nicht, vielleicht schreibt man PV Anlagen bis dahin über 30 Jahre ab und 1Wp Dünnschicht soll ja heute schon unter 1€ produzierbar sein, vielleicht gibts also bis dahin 1kWp schon für 1000-1500€ zu kaufen?

Wissens kann mans nicht, aber andere Studien argumentieren ja auch mit genauso simplen Annahmen.

mfg

Hier mal ein konservatives Szenario mit 10% Wachstum bei der jährlichen Neuinstallation, 4% Degression und 2,5% Preissteigerung beim Wert des PV-Stroms.

Das ergibt eine PV Vergütung von 19,2ct/kWh in 2030 (also immer noch höher als den Wert), einen PV-Anteil von 12%, Kostem von 22,5Mrd. € pro Jahr aber auch nur einen Strompreisaufschlag von ca. 1,2ct/kWh, der ab diesem Zeitpunkt auch wieder am sinken wäre...

Bild

und so siehts aus, wenn man die alten Anlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Vergütung nähme...

Der Knick kommt daher, weil ich die Vergangenheit nicht abbilde und so in 2026 alle heute laufenden Anlagen (3GWp) mit einem Schwung aus dem EEG nehme. Man müsste sich einfach die Spitze gelättet denken...

Man sieht, dass der Wegfall der alten und teuren Anlagen den Preis pro kWh (logischerweise) schneller sinken lässt.

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