Hinterlüftung und Neigung der Module

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Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon Sonnenknochen » 01.07.2010, 19:49

Hallo,

ich habe seit dem 28.06.2010 meine Photovoltaikanlage in Betrieb.
Das man auf eine ausreichende Hinterlüftung der Module achten sollte, ist mir bekannt.
Aus diesem Grund bin ich mit der Verlegung der Module nicht zufrieden.
Bitte seht Euch die eingefügten Bilder an.
Auf Grund des Daches haben die drei oberen Reihen eine Neigung von ca.53°und die untere Reihe
von ca.44°.
Dadurch blockiert die untere Modulreihe den Lufteinlass der zweiten Reihe von unten.

Was wäre jetzt besser ?

1. Die obere Kante der untersten Modureihe an die zweite Reihe von unten anpassen,(evtl.durch längere
Dachhaken/ wenn es diese gibt) um eine durchgängige Hinterlüftung zu erreichen ?

2. Alles so belassen um von den Vorteilen der geringeren Neigung der untersten Moduleihe zu
profitieren ?

Was würde mir mehr Ertrag bringen ?


Hier einige Daten:

Ausrichtung: Süd 20° Richtung Ost
Module: 92 Stück Schüco MPE 225 PS 04
Wechselrichter: 2 x Kaco Powador 7200xi ( je 2x16 Module )
1 x SMA SMC 6000 A ( 2x14 Module )

Danke
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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon ICEAGE » 01.07.2010, 20:34

Hallo,

allein schon wegen der Optik würde ich die Module angleichen.

Es müssten aber beide Dachhaken ausgewechselt werden, denn sonst liegt das Modul unten fast auf.

Schau doch mal ob es Dachhaken- Verlängerungen gibt von dem Hersteller. Ist dann nicht so aufwendig.

MfG

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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon pascale » 01.07.2010, 21:14

Hallo,

bevor ich Geld für eine Konstruktionsanpassung ausgeben würde, würde ich die Modultemperatur an verschiedenen Stellen messen. Der aktuelle Hochsommer bietet ja die besten Voraussetzungen, Maximalwerte zu erhalten. Lt. Datenblatt ist der Leistungskoeff. -0,45%/°C, d.h. pro 2°C Erhöhung sinkt die Leistung um ca. 1%. Oder bei 20°C (25°C -> 45°C) ca. 10%. 45°C hielte ich für eine "normale" Temperatur von ordentlich hinterlüfteten Modulen. Nach der Temperaturmessung kann man dann mit tatsächlichen Werten nochmals rechnen und den jährlichen Ertragsverlust abschätzen. Diesen Einbußen (x 10-20 Jahre, wer weiß schon wielange ein Dach hält, dicht ist...) sind dann die Kosten für eine Konstruktionsveränderung gegenüberzustellen.

Die genannten Module haben lt. Datenblatt 42mm Höhe. Aus den Bildern würde ich einen Abstand von 8-12cm (2-3 Modulhöhen) ableiten. Damit liegt die Unterkonstruktion im Mindestmaß von >=10cm. Die Dachziegel sind darüber hinaus tief profiliert. Warme Luft steigt immer nach oben. Wenn der Zirkulationsquerschnitt nach oben hin schmaler/kleiner wird, dann strömt die Luft, sofern noch ungehindert, schneller. Die o.g. Temperaturmessung gibt Auskunft darüber, inwieweit die Luftströmung noch frei oder bereits stark behindert ist.

Ich würde die Module nach der Temp.messung ohne "böse" Überraschung so belassen und allenfalls die unterste Reihe ein wenig nach unten rücken (Platz ist doch da!), um den Luftspalt für die oberen 3 Reihen zu erhöhen. Je nach Befestigungsmethode wären hierzu bei unveränderter Unterkonstruktion nur die Modulbefestigungen zu lockern. Kann man auch besser selbst machen als alles abnehmen und neue Haken einsetzen bzw. aufdoppeln...

Unterschiedliche Neigung innerhalb eines Strings sollte man vermeiden, d.h. im gezeigten Beispiel die Module in horizontaler Linie zusammenfassen?!
Der Unterschied im Neigungswinkel würde mich nicht stören. Das ist Geschmackssache und darüber kann man ja bekanntlich streiten. In Südfrankreich sind beispielsweise Aufdach-Montagen aus Gründen der "Verschandelung" nahezu unmöglich. Hier sind die Probleme mit den Temperaturen (kaum Hinterlüftung) dann richtige Probleme. Aber dafür sieht es rundum ssssscccccchhhhhhhööööööönnnn aus??!?!?

Ansonsten werde ich neidisch beim Anblick einer so großen Dachfläche. Allein schon das sollte die/den Besitzer zufriedener machen.

Ich hoffe, ich konnte ein paar Anstöße geben.

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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon eggis » 01.07.2010, 23:08

Moin Sonnenknochen und Willkommen!

Sehe ich das richtig, dass du 4 Reihen á 23 Modulen hast?
Reihen mit unterschiedlicher Ausrichtung (Neigung) sollten nicht an Wechselrichtern mit einem Mpp-Tracker ausgelegt werden, und schon gar nicht in einem String verschaltet werden. Das ergibt dann Verluste, da die Module mit der schlechteren Ausrichtung den Strom der besser ausgerichteten Module begrenzen.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon TW21 » 02.07.2010, 06:02

moin sonnenknochen,
wenn dir bekannt ist dass man auf eine ausreichende hinterlüftung achten soll dann hättest ja gleich ein doppeltes system nehmen können.
Bei so einem alten dach ist es sehr schwierig alle kanten/stöße eben zu bekommen.
Eine lösung wäre die untere reihe anzuheben nicht wegen der hinterlüftung, eher wegen der verschattung des oberen moduls auf die untere reihe.
So wie ich das sehe wirst du ab mittag 14:00-15:00 uhr dort schatten auf der unteren reihe haben.
Ich würde auf die untere reihe eine senkrechtschiene auf die haken schrauben was das ganze um 4-5 cm anhebt. Auf die idee hätte man aber gleich kommen können weil das ab und anmontieren incl. gerüst ist eine arbeit von ca. 1 tag mit min 2 mann = 6-700,- €

Grüße Günter
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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon Sonnenknochen » 02.07.2010, 16:11

Hallo,

zuerst einmal vielen Dank allen für die schnellen Antworten.

Zu den Kosten für eine eventuelle Änderung der untersten Modulreihe muss ich sagen, dass noch keine Endabnahme stattgefunden hat und ich die Anlage auch so nicht abnehmen wollte.
Nun kommt es darauf an, ob mein Solarteur dies als "Mangel" anerkennt.

Eine Temperaturmessung werde ich mal durchführen, aber ich kann doch die Verluste durch eventuell zu hohe Temperaturen nicht auf das ganze Jahr hochrechnen ?! ... denn wir haben doch nicht das ganze Jahr diese extremen Temperaturen und demzufolge auch nicht die jetzigen Unterschiede.

Wenn ich die Module nach unten rücke, dann schießt mir sicherlich bei starkem Regen das Wasser über die Dachrinne.
Ich habe mal gelesen, dass man von der Dachrinne ab zwei Ziegelreihen freilassen sollte. Diesen Abstand habe ich jetzt
schon nicht. Rücke ich nach unten bleibt noch eine Reihe oder vielleicht nur eine halbe frei.

Ob sich die Kosten für eine Kreuzschienenmontage durch höhere Einnahmen decken ist ja auch fraglich!

Die Beschattung der unterern Reihe beginnt ab ca. 16Uhr.

Der wichtigste Grund einer Änderung wäre warscheinlich der den "eggis" angeführt hat.

Was meint Ihr, habe ich Chancen bei meinem Solarteur durchzusetzen, dass er die untere Reihe kostenfrei ändert ?
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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon Sonnenknochen » 10.07.2010, 19:05

eggis hat geschrieben:Moin Sonnenknochen und Willkommen!

Sehe ich das richtig, dass du 4 Reihen á 23 Modulen hast?
Reihen mit unterschiedlicher Ausrichtung (Neigung) sollten nicht an Wechselrichtern mit einem Mpp-Tracker ausgelegt werden, und schon gar nicht in einem String verschaltet werden. Das ergibt dann Verluste, da die Module mit der schlechteren Ausrichtung den Strom der besser ausgerichteten Module begrenzen.


Hallo "eggis",

ich habe hier mal einen Stringplan angehängt.
Dazu ein paar Daten, welche ich an den Kaco Wechselrichtern ablesen kann.
Am Standort der Anlage habe noch keinen Internetanschluß.
Deshalb bekomme ich einen Solarlog erst nach dem DSL Schalttermin.

Am Netz ist die Anlage seit dem 28.06.2010 ca.14 Uhr.
Abgelesen habe ich die Daten am 10.07.2010 ca.15.30Uhr.

Tagesspitzenleistung: "Wechselrichter 2" = 5858 W, " Wechselrichter 3" = 5777 W

Zählerertrag : "Wechselrichter 2" = 462,7 kwh " Wechselrichter 3" = 454,3 kwh

Nach den Zahlen ist doch der Ertrag des "Wechselrichters 2" besser als die des "Wechselrichters 3".
Obwohl an den "Wechselrichter 2" zwei Strings mit unterschiedlicher und an "Wechselrichter 3" zwei Strings mit
gleicher Neigung angeschlossen sind.

Beim Ablesen der momentanen Einspeisung an verschiedenen Tagen ergibt sich folgendes Verhältnis.

"WR 1" = 346,2 "WR 2" = 386,6 "WR 3" = 379,9
"WR 1" = 2815 "WR 2" = 3213 "WR 3" = 3120
"WR 1" = 2729 "WR 2" = 3140 "WR 3" = 3030

Aus den Zahlen ergibt sich doch das die jetzige Verschaltung keinen Nachteil beim Ertrag ergibt.
Sollte ich bei meinem Solarteur darauf drängen, dass er die Neigung der unteren Modulreihe an die anderen anpasst,
oder ist dies auf Grund der Werte nicht nötig.
Die untere Reihe hat ja einen günstigeren Neigungswinkel und verschlechtert dadurch ja den Ertrag nicht
(außer evtl. beim "Wechselrichter 1" ? ).

Danke für die Antworten

:danke:
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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon eggis » 10.07.2010, 19:30

Von der Theorie her hat WR 1 (S1/S2) in String 1 Mismatchinverluste, da zwei Dachneigungen in einem String verschaltet sind.
String 2 könnte grad im Sommer ein heißere Modultemperatur aufweisen und hier Ertragseinbußen aufgrund des Temperaturkoeffizienten haben.

Das Temperaturproblem sollten auch die Strings (S5/S6) am Wechselrichter 3 haben.
Hier gibt es auch noch das angesprochene Problem mit der begrenzten Hinterlüftung.

Auch an WR 2 treten Mismatchingverluste beim Mpp-tracking auf aber nicht so gravierend wie bei WR1.

Insgesamt sind die unterschiedlichen Erträge damit in etwa erklärbar.
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon amoss » 11.07.2010, 00:19

Hallo Sonnenknochen,

ungeachtet all' der schon gegebenen Tipps möchte ich noch ein weiteres, mögliches Argument ins Feld führen:

Weil die beiden Modulreihen so dicht untereinander sind und der Höhenunterschied so massiv, wird die untere Reihe auch unter dem Verlust an indirektem Licht leiden. Wie ich - in ganz anderem Zusammenhang - selbst erfahren habe, ist dieser Effekt nicht zu unterschätzen.
In deinem Fall wird in der untersten Reihe jedes Modul außerdem quer "indirekt von oben" abgeschattet. D.h. kein direkter Schatten, aber dem Modul fehlt das indirekte Licht von oben. Da das ganze quer passiert, dürfte das genau wie bei einer echten Verschattung das GANZE Modul und damit auch die GANZE Reihe stark "runterziehen"!

Ich würde die untere Reihe entweder an die obere angleichen oder deutlich nach unten verschieben, d.h. mindestens 30cm.
-> Mehr Hinterlüftung UND kein Verlust durch indirekte Abschattung.

Um dir ein Beispiel der möglichen Größenordnung zu geben:
Als ich nur 4 von 16 Module (aus anderen Gründen) versetzt habe, hat sich im betreffenden string ein Plus von 0,7kwh/Tag AUSSCHLIESSLICH durch den Effekt der nun fehlenden indirekten Abschattung ergeben, die zuvor bestand und von mir völlig unterschätzt wurde.
Bei dir ist diese indirekte Abschattung zwar kleiner, dafür aber "näher dran", außerdem sind bei dir sehr viel mehr Module betroffen. Ich schätze den Effekt bei dir also als erheblich ein.
Gruß,
amoss

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Re: Hinterlüftung und Neigung der Module

Beitragvon TW21 » 11.07.2010, 07:21

Hi Amos,
wenn du die unterste Reihe ca30 cm runterziehen willst dann hast im Winter das Problem dass der komplette chnee der von oben runterrutscht im Spalt hängen bleibt.
Die Verluste hierdurch sind dann bestimmt höher als 0,7 kw/d. Mein Vorschlag dazu steht oben :mrgreen:

Grüße Günter
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