Erdkabel (NYY) für DC verwenden

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Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Mawo256 » 23.01.2010, 15:07

Hallo liebe PV-ler,

bin neu auf dem Gebiet und möchte mit meinem Bruder eine PV-Anlage installieren, geplant 8,8kWp.
Jetzt sind die Module auf der Garage, den WR möchten wir aber im Hauskeller installieren (weil dort immer kühl und trocken). Siehe Bild!
Gleichzeitig wären die Leitungsverluste geringer, wenn wir das Kabel DC-seitig beaufschlagen (höhere Spannung, daher mit weniger Strom belstet).

Nun die kniffligen Fragen - habe es im Forum nirgends gefunden:

* Ist es zulässig, ein NYY-Erdkabel für die DC-seite der PV-Anlage zu verwenden? NYY-Kabel sind ja für 600V bis 1000V, sowie für Verlegung im Erdreich zugelassen. Die Verbindungsstellen zwischen Solarkabel und Erdkabel sollen ordnungsgemäss im Klemmenkasten erfolgen. Meiner Meinung nach finde ich nichts, was dagegen spricht - ich wundere mich nur, dass ich darüber so gut wie keine Informationen finden kann.

* Alternativ: wäre es denkbar (bzw. zulässig), Solarkabel (ggf. im Rohr) im Erdreich zu verlegen, demit der Wechselrichter dennoch im Haus bleiben kann? Nach meiner Rechnung wäre diese Variante teurer, da das Erdkabel billiger ist (inkl. Klemmenkästen).

* Hat Jemand andere Vorschläge?

Die Kurzschluss-Ströme pro String betragen maximal 8,0A - dafür wären die Erdkabel auf jeden Fall mehr als ausreichend. Jedes Solarkabel sollte eine eigene Ader im Erdkabel bekommen - so war die Idee.

Ich habe mal einen Solarteur gefragt - er meinte allerdings, zwischen WR und Module nähme man immer Solarkabel .... das hat meine spezielle Frage aber nicht beantwortet - eine Lösung konnte er mir nicht bieten, da er sich nur bis zum WR auskennt :roll: ... meiner Meinung nach nur ein halber Solarteur *g*

Für Eure konstruktiven Meinungen erweise ich mich im voraus dankbar :-)

2 Anlagen:
Veranschaulichung der Situation "Kabelfrage.jpg"
Berechnung mit SMA Leitungskalkulator "Kabelfrage - Berechnung.jpg"

Beste Grüsse,
Martin
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon solarteur0502 » 23.01.2010, 15:15

Nchts spricht gegen ein NYY, wenn du es kurz-und erdschlussicher verlegst. Das heisst, ein einadriges NYY für "Plus" und ein separates NYY für "Minus". Auf keinen Fall dürfen plus und minus in einer gemeinsamen Umhüllung ( Mantel ) verlegt werden.
Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon solarteur0502 » 23.01.2010, 15:19

Zur Verdeutlichung, bräuchtest du in deinem Falle 8 Stk. einadrige Erdkabel. ( Keine Preis-Leistungswertung )
Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Weidemann » 23.01.2010, 15:25

Also: Kupfer ist Kupfer.
Aber in den meisten Solarkabeln ist dieses Kupfer zusätzlich verzinnt! Wa das für Auswirkungen hat, und ob das nur bei Kabeln mit vielen einzel-Lizen nötig ist, dazu muss ein Experte was sagen.

Dann gibt es noch die Isolierung und Ummantelung: Die ist bei Solarkabeln sicherlich stabiler gegen UV und Scheuern. Aber wenn du das Kabel nur von Kasten bis Kasten (am besten lichtgeschützt) verlegst und auf dem Dach ein "richtiges" Solarkabel nimmst, spielt das keine Rolle.

Aber die Spannung - ja, das gilt es zu beachten! Drehstrom hat eine Spannung zwischen den Leitern von maximal ca. 450V, beim Solarkabel können es je nach Stringverschaltung bis ca. 600V (Leerlaufspannung) sein.

hab ich sonst noch was übersehen?

PS:
Wenn an deinen Wechselrichtern je zwei Strings parallel angeklemmt werden (z.B. alle SB oder SMC mit Trafo, oder SB3000TL) OHNE extra MPP-Tracker für jeden String, kannst du diese beiden Strings auch schon im Klemmkasten zusammenführen.

(PPS: Bei 52 Meter Leitung dürften sich schon fast 10 qmm Querschnitt lohnen, wenn der Preis zum 6qmm nicht zu weit auseinander liegt.)
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Mawo256 » 23.01.2010, 15:59

solarteur0502 hat geschrieben:Nchts spricht gegen ein NYY, wenn du es kurz-und erdschlussicher verlegst. Das heisst, ein einadriges NYY für "Plus" und ein separates NYY für "Minus". Auf keinen Fall dürfen plus und minus in einer gemeinsamen Umhüllung ( Mantel ) verlegt werden.


Hallo Jörg, vielen Dank für die schnelle Antwort.

Warum sollten Plus-Leitung und Minus-Leitung nicht zusammen innerhalb eines Mantels in einem Kabel enthalten sein dürfen? Wenn ich das Kabel für Drehstromzwecke einsetze, hab ich ja auch Potentialunterschiede zwischen den einzelnen Adern von bis zu 230V * Wurzel (3) * Wurzel (2) = 563V spitze. Meine maximale Leerlaufspannung bei -10° Modultemperatur wäre nur 504V. Ich verstehe nicht, warum das eine gehen soll, und das andere nicht, obwohl die Spannungs- sowie Strom-Belastung in meinem Anwendungsfall geringer ist, als für das Kabel sonst üblich.

Auch im Kurzschlussfall hätte ich einen max. Strom von 8,0A, das sollte das Kabel locker wegstecken.
Kannst Du vielleicht eine Vorschrift nennen, die eine solche Anwendung untersagt?

Alternativ: Das Vergraben von Solarkabeln wäre dann Deiner Meinung nach in Ordnung? ggf. im Rohr? Welches Rohr müsste man dafür nehmen, damit's mir auch abgenommen wird?

Danke + Gruss, Martin
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Mawo256 » 23.01.2010, 16:18

Weidemann hat geschrieben:Also: Kupfer ist Kupfer.
Aber in den meisten Solarkabeln ist dieses Kupfer zusätzlich verzinnt! Wa das für Auswirkungen hat, und ob das nur bei Kabeln mit vielen einzel-Lizen nötig ist, dazu muss ein Experte was sagen.

Dann gibt es noch die Isolierung und Ummantelung: Die ist bei Solarkabeln sicherlich stabiler gegen UV und Scheuern. Aber wenn du das Kabel nur von Kasten bis Kasten (am besten lichtgeschützt) verlegst und auf dem Dach ein "richtiges" Solarkabel nimmst, spielt das keine Rolle.

Aber die Spannung - ja, das gilt es zu beachten! Drehstrom hat eine Spannung zwischen den Leitern von maximal ca. 450V, beim Solarkabel können es je nach Stringverschaltung bis ca. 600V (Leerlaufspannung) sein.

hab ich sonst noch was übersehen?

PS:
Wenn an deinen Wechselrichtern je zwei Strings parallel angeklemmt werden (z.B. alle SB oder SMC mit Trafo, oder SB3000TL) OHNE extra MPP-Tracker für jeden String, kannst du diese beiden Strings auch schon im Klemmkasten zusammenführen.

(PPS: Bei 52 Meter Leitung dürften sich schon fast 10 qmm Querschnitt lohnen, wenn der Preis zum 6qmm nicht zu weit auseinander liegt.)


Hallo Weidemann + Danke für Deine Antwort!

Ich denke, dass im Solarkabel deshalb viele kleine Einzellitzen sind, damit es flexibler ist (vgl. für haushaltsübliche Festinstallationen nimmt man ein ja eindrähtige Leiter). Ob das was mit der Verzinnung zu tun hat, kann ich mir auch nicht so ganz recht vorstellen ... da vermute ich eher den Schutz gegen Korrosion der Kupferlitzen, da hohe Oberfläche und leicht angreifbar ...

Die Isolation bei Solarkabeln ist sicher besser, das sehe ich genauso ... mein Plan war, auf dem Dach Solarkabel zu verwenden, dieses in die Garage einzuführen, und in der Garage in einen Verteilerkasten rein. Dort wird es über Klemmen auf das fest verlegte Erdkabel umgeklemmt - umgekehrt dann wieder im Hauskeller über den Verteilerkasten auf einzelne Solarkabel mit den passenden Steckern für die Wechselrichter. Das Erdkabel wäre fest verlegt und frei von UV-Strahlung (obwohl NYY auch für Verlegung im Freien zugelassen ist).

Was die Isolationsfestigkeit angeht, kann ich nur auf die zulässige Nennspannung von 600V/1000V des Kabels hinweisen. Ob jetzt 600V oder 1000V gelten, weiss ich nicht so genau, aber gehen wir mal vom Worst-Case mit 600V aus. Aus meinen Berechnungen hätte ich eine maximale Strang-Leerlaufspannung von 504V bei -10°C Modultemperatur. Das sollte doch passen - oder nicht?

Wie kommst Du bei Drehstrom auf 450V ? Zwischen zwei Phasen hab ich 230V * Wurzel (3) = 398V effektiv, das ergäbe eine Maximalspannung von 398V * Wurzel (2) = 564V spitze.

Ich kann in der Garage vor dem Wechselrichter noch keine Strings parallelschalten, da ich 2 Stück SunnyBoy 4000-TL20 verwenden möchte, und damit hätte ich 4 separate MPP-Tracker, diesen Vorteil möchte ich mir durch die Verkabelung nicht verbauen.

Kennst Du denn Jemanden, der schon NYY-Kabel für die DC-Seite verwendet hat? Normale Mantel-Leitungen wie NYM, gehen meiner Meinung nach nicht, da diese tatsächlich für weniger Nennspannung zugelassen sind als die NYY-Erdkabel ...

Was wäre denn für 6mm² Solarkabel ein guter Preis? Habe mal 109,- Euro netto (ohne MwSt.) pro 100m gefunden.
... und für Erdkabel NYY 5x6mm²? Habe hier 2,51 Euro netto pro 1m gefunden.

Beste Grüsse, Martin
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Mawo256 » 23.01.2010, 17:10

Hallihallo, also ich habe mal ein Datenblatt für das NYY-Erdkabel herausgesucht, dort steht:
* Nennspannung 600V (ich denke mal gegen Erde)/ 1000V (Leiter gegen Leiter ?)
* Maximale zugelassene Spannung bei Verwendung in Gleichstromsystemen: 1800V.
* Prüfspannung 4,0kV.
Schaut selbst ...

Anlage:
- Auszug aus Datenblatt "Kabelfrage - Datenblatt Auszug.jpg"
- Datenblatt von Helukabel "Kabelfrage - Datenblatt Halukabel 32001.pdf"

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was dagegen sprechen soll, und warum manche Leute behaupten, es sei nicht erlaubt ??
Bitte um Aufklärung !?

Beste Grüsse, Martin
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Atommafia » 23.01.2010, 17:30

Tach
Weidemann hat geschrieben:Also: Kupfer ist Kupfer.
Aber in den meisten Solarkabeln ist dieses Kupfer zusätzlich verzinnt! Wa das für Auswirkungen hat, und ob das nur bei Kabeln mit vielen einzel-Lizen nötig ist, dazu muss ein Experte was sagen.


die nennt man Elt-Installateure

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Mit der Verbreitung der Elektrizität ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs auch der Bedarf an Kabelleitern enorm an. Dabei stellte es sich als schwierig heraus, geeignete Materialien für die Isolierungen zu finden. Generell wurden dafür Latex, Gummi oder auf Gummi basierende Stoffe eingesetzt, die manchmal auch mit Textilien verstärkt wurden. Diese Materialien waren in der Praxis sehr unbeliebt, da das Kupfer mit den schwefelhaltigen Bestandteilen der Gummierung regierte und so ein Entfernen der Beschichtung erheblich erschwert wurde.

Wurde der Kupferdraht jedoch vor der Isolation verzinnt, konnte diese Reaktion wirksam unterbunden werden, was ein leichtes und sauberes Entfernen der Kunststoffe ermöglichte. Hierdurch gewann die Verzinnung als bevorzugte Oberfläche für Kupferdrähte nahezu universelle Akzeptanz. Darüber hinaus verfügte verzinnter Draht über eine bessere Lötbarkeit und wies gute Schmiereigenschaften beim Ziehen auf.

Mit der Entwicklung von PVC-basierenden Isolatoren in jüngster Zeit, die nicht mehr mit dem Kupferdraht reagieren, verlor die Verzinnung seine große Bedeutung in der Kabelindustrie. Trotzdem wird verzinnter Draht weiterhin als Premiumprodukt angesehen und für militärische und andere kritische Applikationen verwendet. Und obwohl im Automotive-Bereich inzwischen hauptsächlich blanke Kupferdrähte in den Kabeln verwendet werden, ist verzinnter Draht in sicherheitsrelevanten Bereichen (z. B. in Airbags) nach wie vor im Einsatz.
-------------

MfG
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Atommafia » 23.01.2010, 17:34

Tach
Mawo256 hat geschrieben:Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was dagegen sprechen soll, und warum manche Leute behaupten, es sei nicht erlaubt ??
Bitte um Aufklärung !?



einfach ein paar VDE-Vorschriften durchlesen, zB im Buch VDE 0100 und die Praxis die Seiten über kurzschluß- und erdschlußfeste Verlegung

MfG
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Re: Erdkabel (NYY) für DC verwenden

Beitragvon Mawo256 » 23.01.2010, 17:52

Atommafia hat geschrieben:Tach
Mawo256 hat geschrieben:Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was dagegen sprechen soll, und warum manche Leute behaupten, es sei nicht erlaubt ??
Bitte um Aufklärung !?



einfach ein paar VDE-Vorschriften durchlesen, zB im Buch VDE 0100 und die Praxis die Seiten über kurzschluß- und erdschlußfeste Verlegung

MfG


Naja, aber wenn das so wäre, dann dürfte man das NYY-Erdkabel ja auch nicht für Drehstrom-Anwendungen benutzen - dort habe ich ja dann auch keine "Kurz- und Erdschluss-sichere Verlegung", weil alle Leiter in einem Mantel drin sind ... :shock:

Mysteriös Mysteriös :shock:

Grüsse, Martin
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