Einspeisende Phasen saldirende Zähler

Alles, was zwar PV ist, aber nicht in die anderen Foren paßt.

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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 08:39

Hi OSE,

open source energy hat geschrieben:EV weicht bedingt durch den saldierenden Zähler weit von der Realität ab!


Das verstehe ich nicht. Gerade durch die saldierenden Zähler wird doch EV erst realistisch gemessen?!?

Wenn Du auf das Problem der Phasenasymmetrie ansprechen wolltest:
Fast alle legen den ersten (einphasigen) WR auf die 1, den zweiten auf die 2, erst dann kommt die dritte dran (so berichtet von einigen Netzleuten und eigene Erfahrung). Dadurch kann es je nach Netzabschnitt durchaus zu Problemen kommen. Das hat aber doch nichts oder zumindest kaum was mit EV zu tun.

Grüße

bskf
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Einspeisende Phasen saldirende Zähler

Beitragvon Elektro und Umwelt » 20.01.2012, 09:29

bskf hat geschrieben:
Das verstehe ich nicht. Gerade durch die saldierenden Zähler wird doch EV erst realistisch gemessen?!?

Wenn Du auf das Problem der Phasenasymmetrie ansprechen wolltest:
Fast alle legen den ersten (einphasigen) WR auf die 1, den zweiten auf die 2, erst dann kommt die dritte dran (so berichtet von einigen Netzleuten und eigene Erfahrung). Dadurch kann es je nach Netzabschnitt durchaus zu Problemen kommen. Das hat aber doch nichts oder zumindest kaum was mit EV zu tun.



Wenn Du mit der PV-Anlage auf L1 und L2 einspeist, Deinen Eigenverbrauch aber auf L3 hast, werden L1 und L2 in das Netz einspeisen während L3 Leistung aus dem Netz bezieht! Da wird nichts entlastet und es wird für den Betreiber nur eine "tolle" Rechnung dank saldierendem Zähler! :wink:
Eigentlich ganz einfach! :wink:

Gruß E&U
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon macnetz » 20.01.2012, 09:43

Hallo,

mal als Laie gefragt. . . .

was hindert die Netzbetreiber daran auch mal das Hirn einzuschalten?
Wenn alle auf L1 einspeisen braucht man doch nur die Hälfte davon auf L3 umzuklemmen bzw. die Neu-Betreiber nur auf L3 einspeisen lassen.

Grüsse
Anton
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon Elektro und Umwelt » 20.01.2012, 09:51

macnetz hat geschrieben:Hallo,

mal als Laie gefragt. . . .

was hindert die Netzbetreiber daran auch mal das Hirn einzuschalten?
Wenn alle auf L1 einspeisen braucht man doch nur die Hälfte davon auf L3 umzuklemmen bzw. die Neu-Betreiber nur auf L3 einspeisen lassen.

Grüsse
Anton


Netzbetreiber "mit Hirn" fragen dies von uns Elektrikern auch bereits bei der Anlagenanmeldung ab.
Passt etwas nicht wird es bei der Installation noch korrigiert.
Wobei wir auch schon mitdenken und nicht alle einphasigen Einspeisungen auf L1 klemmen! :wink:

Letzendlich nützt dies alles aber nur bedingt etwas denn der Netzbetreiber weiss noch lange nicht wie bzw. wo die "großen" Verbraucher beim Kunden angeschlossen sind. :wink:

Gruß E&U
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Re: Einspeisende Phasen saldirende Zähler

Beitragvon Weidemann » 20.01.2012, 10:10

Elektro und Umwelt hat geschrieben:Wenn Du mit der PV-Anlage auf L1 und L2 einspeist, Deinen Eigenverbrauch aber auf L3 hast, werden L1 und L2 in das Netz einspeisen während L3 Leistung aus dem Netz bezieht! Da wird nichts entlastet

(Abgesehen davon, dass ich die Eigenverbrauchs-Regelung eh für Unsinn halte:)
Damit gibts überhaupt kein Problem: der einzelne Haushalt verbraucht zwar schief, aber schon eine Strasse verbraucht in der Summe wieder ziemlich symmetrisch.
Also "belastet" der Eigenverbrauchs-Strom nur die Leitung in der einen Strasse, indem er Strom mit seinen Nachbarn austauscht, das ist im Vergleich zu den sonstigen Lastflüssen vernachlässigbar, dafür muss das Netz nicht ausgebaut werden.

Der "Vorteil" (so es denn einen gibt) durch den Eigenverbrauch ist damit in der Summe praktisch identisch, wie wenn alle Eigenverbrauchs-Haushalte auf den gleichen Phasen einspeisen und selbst verbrauchen würden.

Ein Thema könnte die Schieflast nur bei der Einspisung sein, wenn alle WR auf der gleichen Phase hängen.
Wenn die Schieflast wirklich ein so großes Problem wäre, würden wohl fast alle Netzbetreiber den (geringen) Aufwand fahren, beim Anschluss der PV-Anlage die Phasen vorzugeben, um die PV-Produktion insgesamt ohne große Schieflast hinzubekommen.
Also kanns so schlimm nicht sein...
sonnige Grüße,
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 10:24

Elektro und Umwelt hat geschrieben:
bskf hat geschrieben:
Das verstehe ich nicht. Gerade durch die saldierenden Zähler wird doch EV erst realistisch gemessen?!?

Wenn Du auf das Problem der Phasenasymmetrie ansprechen wolltest:
Fast alle legen den ersten (einphasigen) WR auf die 1, den zweiten auf die 2, erst dann kommt die dritte dran (so berichtet von einigen Netzleuten und eigene Erfahrung). Dadurch kann es je nach Netzabschnitt durchaus zu Problemen kommen. Das hat aber doch nichts oder zumindest kaum was mit EV zu tun.



Wenn Du mit der PV-Anlage auf L1 und L2 einspeist, Deinen Eigenverbrauch aber auf L3 hast, werden L1 und L2 in das Netz einspeisen während L3 Leistung aus dem Netz bezieht! Da wird nichts entlastet und es wird für den Betreiber nur eine "tolle" Rechnung dank saldierendem Zähler! :wink:
Eigentlich ganz einfach! :wink:

Gruß E&U


Wenn A auf L1, B auf L2 und C auf L3 einspeist, B auf L1, C auf L2 und A auf L3 entnimmt und alle ihren Verbrauch gemäß ihrer Erzeugung fahren ist es ab dem Ortsnetztrafo bei Annahme identischer Anlagen egal, ob sie ihren eigenen Strom verbrauchen oder den ihres Nachbarn. Somit spielt es für das Gesamtnetz durchaus eine Rolle, ob sich Leute an der Erzeugung orientieren oder nicht und hängt somit nicht (mehr) von den Phasen ab. Somit halte ich Daten eines saldierenden Zählers zur Beurteilung, was auf Netzebene passiert, für realistischer als nicht-saldierende.

Ist mir schon klar, rein auf Elektronen- bzw. Phasenebene betrachtet wird ein höherer EV ausgewiesen, als es tatsächlich der Fall ist. Und ob die EV-Regelung sinnvoll ist oder sich die Verbrauchssteuerung nicht besser am gesamten Erzeugungsangebot orientieren sollte, ist ein anderes Thema.

Grüße

bskf

P.S. geschrieben, bevor ich Weidemann's Eintrag gesehen habe. Und ja, so etwa sehe ich's auch. Und ja, auch ich lasse mittlerweile mal 1, mal 2, mal 3 anklemmen (Vattenfall fragt's übrigens bisher nicht ab, E.ON-edis schon immer).
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 10:31

Elektro und Umwelt hat geschrieben:Letzendlich nützt dies alles aber nur bedingt etwas denn der Netzbetreiber weiss noch lange nicht wie bzw. wo die "großen" Verbraucher beim Kunden angeschlossen sind. :wink:Gruß E&U


Nicht beim einzelnen Anschluß. Aber wenn er die Schieflast am Trafo misst, dann schon ;-)

Grüße

bskf
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon open source energy » 20.01.2012, 13:30

bskf hat geschrieben:Hi OSE,

open source energy hat geschrieben:EV weicht bedingt durch den saldierenden Zähler weit von der Realität ab!


Das verstehe ich nicht. Gerade durch die saldierenden Zähler wird doch EV erst realistisch gemessen?!?

Wenn Du auf das Problem der Phasenasymmetrie ansprechen wolltest:
Fast alle legen den ersten (einphasigen) WR auf die 1, den zweiten auf die 2, erst dann kommt die dritte dran (so berichtet von einigen Netzleuten und eigene Erfahrung). Dadurch kann es je nach Netzabschnitt durchaus zu Problemen kommen. Das hat aber doch nichts oder zumindest kaum was mit EV zu tun.

Grüße

bskf


Nein gerade durch den saldieren Zähler wird der EV unrealistisch gemessen... Bsp.. 4,6kW L1 und Waschmaschien auf L2 und Trockner auf L3 mit zusammen auch 4,6kW bedeutet, dass der saldierende Zähler 0 anzeigt, realistisch aber 4,6kW eingespeist und 4,6 kW entnommen werden!
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Re: Solarsubventionen übersteigen 100-Milliarden-Euro-Schwel

Beitragvon bskf » 20.01.2012, 14:03

open source energy hat geschrieben:dass der saldierende Zähler 0 anzeigt, realistisch aber 4,6kW eingespeist und 4,6 kW entnommen werden!


Vielleicht ist es auch eine Frage der Betrachtungsweise. Allgemein wird bezeichnet, dass Du pro Atemzug ca. 4% O2 verbrauchst. Genau so korrekt ist aber auch die Aussage, dass Du ca. 20% des in der Luft enthaltenen Sauerstoffs in CO2 umwandelst. Oder auch: Pro Atemzug werden der Luft ca. 21% O2 entnommen und 17% zurück gegeben.

Wenn wir über Lastgänge und Deckung durch PV und den Sinn von EV sprechen, halte ich die saldierende Betrachtungsweise für durchaus angemessen, siehe auch Weidemann.

Im Übrigen halte ich die EV-Regelung in der aktuellen Form für sinnlos, da sie den PV-Betreiber zu Stromverbrauch motiviert, wenn "sein" Strom im Netz gerade dringend gebraucht wird. Das mag sich ändern, andere Formen der Verbrauchssteuerung werden aber auch zukünftig effizienter sein.

Grüße
bskf
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Re: Einspeisende Phasen saldirende Zähler

Beitragvon Weidemann » 20.01.2012, 14:27

volle Zustimmung, bskf!

Es ist alles eine Definitionsfrage, und die Definition von OSE halte ich für rein akademischer Natur ;-)

Aber wir scheinen uns alle einig zu sein, dass die Eigenverbrauchsregelung nicht unbedingt Sinn macht.

Selbst wenn man einen Speicher ergänzt, sollte der per Internet vom EVU angesprochen werden können, um den Leistungsverlauf teilweise beeinflussen zu können.
Denn wenn alle Speicher-Anlagen vormittags den Akku laden, nachmittags dann voll einspeisen und abends den Akku leeren, verschiebt man nur die nötige Netz-Regelleistung vom späten Nachmittag/Abend auf den Morgen/Vormittag, das bringt nicht automatisch einen Vorteil fürs Netz.
sonnige Grüße,
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