Alles, was zwar PV ist, aber nicht in die anderen Foren paßt.
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von Mühli » 21.11.2011, 09:59
Weil ich letztens öfters am Bahnhof war, plagt mich eine Frage, mit der ich mich jetzt vertrauensvoll an euch wende Könnte man nicht Bahnstrom einspeisen? Die Netze sind doch angeblich "so überlastet" und müssen ja so dringend ausgebaut werden. Würde das nicht Sinn machen? Tagsüber fahren auch deutlich mehr Züge, zwischen 0 und 5 Uhr fährt bei uns gar kein Regionalzug, S-Bahnen etc. haben auch nur Nachtlinien oder fahren seltener. Mir fällt nämlich auf, dass viele große Anlagen in der Nähe von Bahnstrecken sind, auf Lärmschutzwänden, Bahnhofsgebäuden, Freiflächen direkt daneben. Man müsste ja nur WR haben, die mit der erforderlichen Frequenz einspeisen. Einen Trafo wird man auch brauchen. Sollte doch insgesamt auch nicht mehr Aufwand sein als ein herkömmlicher Mittelspannungs-Anschluss, oder? Was sagen die Experten? Gruß
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von za-ass » 21.11.2011, 10:45
Mühli hat geschrieben:Weil ich letztens öfters am Bahnhof war, plagt mich eine Frage...
Die einfachste Lösung wäre vermutlich, den Bahnhof etwas weniger zu frequentieren. Mühli hat geschrieben:Könnte man nicht Bahnstrom einspeisen?
Wie? Wo willst du den Strom der Bahn einspeisen, und warum? Ist die Bahn damit einverstanden, wenn du denen einfach Strom abzweigst und woanders einspeist?! Mühli hat geschrieben:Man müsste ja nur WR haben, die mit der erforderlichen Frequenz einspeisen. Einen Trafo wird man auch brauchen. Sollte doch insgesamt auch nicht mehr Aufwand sein als ein herkömmlicher Mittelspannungs-Anschluss, oder?
Du kannst ja schon mal an dieser oder anderer Stelle eine Erstkonzeption für eine WR-Topologie vorstellen, die mit 16,7 Hz einspeist.
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von Mühli » 21.11.2011, 10:56
Bahnstrom einspeisen...ich meine damit, dass man die PV-Anlagen an das Oberleitungsnetz der DB anschließt. Die Oberleitungen sind ja noch über dickere Kabel verbunden. Aber wenn sie grad in der Nähe sind, ginge es nicht?
Wegen den WR sehe ich eigentlich kein Problem. Es gibt Frequenzumrichter die mit allen gewünschten Frequenzen einspeisen können. Die funktionieren keinen Deut anderst als mit unsere WR. Dort wird lediglich der Wechselstrom gleichgerichtet, bevor er auf Wunschfrequenz geht, das können wir uns ja sparen (dank DC)
Und ob ein WR auf Inselbetrieb geht oder auf Netzbetrieb ist ja auch kein Problem, gibt ja beide Typen.
Behaupte nicht, dass man einfach so z.B. einen SMC umstellen könnte, aber bei so einem Solarpark wird doch meist ein Zentral-WR benutzt. Die gibts bis mehrere MW und es dürfte doch kein Problem sein, so ein Gerät auf 16,7Hz auszulegen. Evtl. etwas aufwändiger, weiß ich nicht. Gibt ja auch genügend Bahnstrom-Umrichter, die aus 50Hz eben 16,7 machen. Der Trafo wäre wohl teurer, weil bei niedrigerer Frequenz ein größerer benötigt wird. Gibt ja auch Fälle wo man X-Kilometer buddeln müsste, aber die Bahnstrecke gleich in der Nähe ist. Wie ich schon sagte, auf einer Lärmschutzwand neben der Bahnstrecke, die kann gerne paar Kilometer vom beschallten Ort weg sein.
Und eine einzelne Lok der Baureihe 101 kann als Dauerlast 6,4MW abnehmen, soviel kann man also bestimmt über eine Oberleitung jagen. Bin leider kein Bahn-Experte, aber vielleicht ja jemand anders hier.
Gruß
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von Retrerni » 21.11.2011, 22:12
Das Hauptproblem bei der Geschichte dürfte wohl sein, daß man hier auch noch auf mind 15 kV hoch muß. Bei 16 2/3 Hz eine teure Angelegenheit, und 15 kV ohne Trafo ist auch nicht trivial.
Ciao
Retrerni
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von Bongatz » 23.11.2011, 12:51
Retrerni hat geschrieben:Das Hauptproblem bei der Geschichte dürfte wohl sein, daß man hier auch noch auf mind 15 kV hoch muß. Bei 16 2/3 Hz eine teure Angelegenheit, und 15 kV ohne Trafo ist auch nicht trivial.
Ciao
Retrerni
Das stimmt. Trafolosen Wechselrichtern ist es egal, ob sie mit 16, 50 oder 100 Hz einspeisen. Alte Wechselrichter mit NF-Trafo für 50 Hz scheiden für sowas gänzlich aus, da sie bei 16 Hz überlastet würden. Ich hatte die Idee mit dem Bahnstrom schon vor ein paar Jahren, da es ein wirklicher Sonderfall ist und Bahnstrom relativ teuer ist (knapp 50 cent/KWh). Das Problem ist nur, dass dieser Bereich nicht für Fremde Stromanbieter offen steht. Die Bahn kann selbst entscheiden, wen sie erzeugen lässt. Deshalb ist der Bahnstrom so teuer. Es ist ja ein komplett getrenntes Netz, das unabhängig vom normalen 50 Hz-Netz besteht. Es gab schon die ein oder andere Stimme, die über eine Öffnung dieses Marktes mit Umstellung auf 50 Hz laut geredet hat, denn die modernen Züge nehmen jede Spannung und Frequenz an, da sie Allstromfähig sind. Nur ein paar alte Züge aus dem Ausland sind noch auf 16 2/3 Hz und fahren noch durch Deutschland. Wenn das verhindert werden kann, dann können wir das Bahnnetz nach und nach auf 50 Hz umrüsten. Die Umrüstung würde wohl auch garnicht mal so teuer werden, da die alten Trafos sehr groß sind, viel Kupfer haben und dadurch bei den heutigen Kupferpreisen einiges einbringen würden.
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von Mühli » 23.11.2011, 14:03
hmm, interessant, wusste nicht dass der Bahnstrom so teuer ist. Irgendwie aber klar, man muss die Fahrgäste ja abziehen und wenn man 2 Monopole hat ist das besser als gar keins. Wenn die Frequenz geändert würde dann wär es ja überhaupt kein Problem und der Aufwand im Vergleich zu einem normalen Mittelspannungsanschluss (10-20kV) wäre nicht größer. Aber bis sich bei der Bahn mal was ändert, bis dahin haben unsere Politiker sogar schon eine sinvolle Steuerreform verabschiedet (dauert beides gleiche Ewigkeit) Insgesamt wäre es für die Bahn sicherlich gar nicht so teuer, das glaube ich auch. Denn diese Umrichterstationen können komplett entfallen, die kosten ja einen Haufen, müssen auch gewartet werden etc. Flexibler wäre man halt. Schade, dass wir keine "Deutsche" Bahn mehr haben, sondern einen raffgierigen Großkonzern mit schlechtem Service und noch schlechteren Preisen. Mein Opa meinte kürzlich, als sie noch Dampfloks hatten, gabs keine Verspätungen und günstig war das auch...vielleicht sollten wir die störanfälligen Oberleitungen abnehmen und wieder mal kräftig aufkohlen Gruß
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