Alles, was zwar PV ist, aber nicht in die anderen Foren paßt.
Moderator: Mod-Team
von joerg2011 » 06.07.2011, 07:43
Hallo,
ich habe eine Frage zu meiner neuen Solaranlage.
Hintergrund:
Ende letzten Jahres habe ich als Investition auf Basis eines schriftlichen Angebots eine Vertrag für eine Solaranlage unterschrieben, inclusive Einspeiseanschluss und Abnahme. Das Angebot beinhaltete die Berechnung der Einspeiseerlöse, ausgehend von einer angenommenen mittleren Sonneneinstrahlung beruhend auf PVGIS Daten für den Ort. Der Solateur hat mir und einem Bekannten vor Vertragsunterzeichung ausführlich dargelegt, dass seine Berechnungssoftware besonders gut ist, da auch Verschattungen berücksichtigt und die optimale Verkabelung berechnet würden. Man sagte mir die Erträge würden dennoch eher konservativ berechnet werden, denn praktisch alle der vielen Anlagen die bisher installiert wurden, würden eher mehr einspeisen. Beeindruckt habe ich der Expertenberechnung vertraut. Auch bei einer Nachforschung über den Solateur konnte ich keine negativen Schilderungen oder Warungen finden.
Jetzt hat sich noch vor der Inbetriebnahme der Anlage herausgestellt, dass der Solateur sich deutlich verrechnet hat: Nach einiger Einarbeitung in die Materie habe ich die Erträge der Anlage über PVGIS im Netz selbst ausgerechnet und bin auf etwa 20% weniger Ertrag gekommen. Das muss nicht genau stimmen, aber die Größenordnung deutet doch auf ein deutliches Problem hin. Eine Nachfrage beim Solateur ergab nach längerer Zeit die mündliche Aussage, dass bei der Angebotserstellung eine neue Mitarbeiterin falsche Parameter eingestellt hätte und daher auf Basis eines viel zu hohen angenommenen Wirkungsgrades der Ertrag falsch berechnet würde. Zur Lösung wurde vor Wochen ein Vorschlag angekündigt.
Jetzt meine Frage:
Hatte jemand schon ein ähnliches Problem, bzw. weiß jemand wie hier die rechtliche Lage ist? Ich gehe davon aus, dass der Solateur mir nach einer Messung des Wirkungsgrades der Anlage die Mindererträge ersetzen muss. Denn mit 20% weniger Ertrag hätte ich die Anlage natürlich nicht zu dem Preis gekauft, so rechnet sich das Ganze Investment ja nicht mehr.
Da der Solateur hierzu jetzt seit über einem Monat keinerlei Aussagen mehr macht, die bereits geleisteten aber kommentarlos einbehält, wird mir wohl ein Rechtsstreit nicht erspart bleiben. Jeder Tipp der mir dabei hilft, hier zu einer befriedigenden Lösung zu kommen ist hilfreich.
Ich bin mir nicht sicher ob ich den richtigen Bereich gewählt habe. Sagt bitte bescheid falls das an eine andere Stelle muss.
Danke im Voraus, joerg2011
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von Janne » 06.07.2011, 07:59
Puh, da hilft wohl nur noch der Jurist, wenn der Solateur sich nicht geschmeidig zeigt und versucht, den Mist wieder auszubügeln. Ist ja die Frage, inwieweit die Prognose zum Vertrag gehört, irgendwo (z.B. AGBs) wird wohl stehen, das das eine Prognose ist und nicht garantiert wird. Such mal nach dem Sonnenstevie (RA Stefan Rohde) hier im Forum, ansonsten ist hier auch schonmal von einer Rechtsanwältin in Krefeld mit PV Erfahrung die Rede, evtl. mal die SuFu benutzen.
Ansonsten gilt auch bei der PV: nichts unterschreiben, was man nicht versteht/hinterfragt! Aber das ist jetzt ja gelaufen.
Grüße Jan
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von ghostr888 » 06.07.2011, 09:14
Nach einiger Einarbeitung in die Materie habe ich die Erträge der Anlage über PVGIS im Netz selbst ausgerechnet und bin auf etwa 20% weniger Ertrag gekommen. Das muss nicht genau stimmen, aber die Größenordnung deutet doch auf ein deutliches Problem hin.
verstehe ich richtig, du machst dir jetzt schon vor dem bau sorgen ob dein Ertrag um den faktor 20% geringer ist als auf dem Angebot angegeben?. ich würde doch einfach mal warten bis die ersten monate vorbei sind und du fakten auf dem display des wr hast und nicht irgend welche rechenmodelle zu rate ziehen. pvgis kann schon ganz schön daneben liegen wie ich finde,da sind 200kwP/kwH keine seltenheit, im positiven sinne. kann mir ganz gut vorstellen dass du dir grad stress um nichts machst und die Werte im Angebot locker erreichst. so nen streit vor den ersten erträgen auf dem wr, naja das kann auch nach hinten los gehn. desweiteren würd mich mal interessieren wie du die 20% weniger Ertrag ausgerechnet hast über PVGIS. mfg
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von Eisbaer » 06.07.2011, 09:28
Hallo Joerg,
kannst du mal die Zahlen einstellen (Berechnung Solarteur, deine Berechnungen, Daten zur Anlage)!
Servus
Toni
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von Janne » 06.07.2011, 09:30
Die Prognose scheint ja kaufentscheidend gewesen zu sein, schrieb Jörg ja. Wenn er Pvgis Classic mit 10% System losses und nach PLZ, Ausrichtung und Neigung machst (was ja dann einer konservativen Prognose entspräche, die der Solateur wohl angepriesen hat) und da eine 20% diskrepanz drin ist, sollte man ja mal meckern können. @Jörg: Du kanst ja mal Deine Berechnungsgrundlade für PVGIS hier posten und die Prognose vom Solateur, dann können wir drüberschauen.
Und bitte immer Gesprächsnotitzen machen nach einem Anruf , wenn es keinen Schriftverkehr gibt. Also direkt nach dem Gespräch aufschreiben mit Datum und Urzeit, das sieht dann für einen Richter im E-fall besser aus, wenn Du sagen kannst, ja, habe ich mir notiert, am soundsovieleten habe ich mit Herrn XY telefoniert und er hat dabei gesgt: seine neue Angestellte hat leider..... deutlich besser als: ich habe irgendwann mit der Firma telefoniert, mit wem weiß ich nicht mehr, aber der sagte, eine Angestellte hat das damals verbockt.... Grüße Jan
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von solarneuling2 » 06.07.2011, 11:21
Hallo, diese Problematik wurde hier doch schon öfter behandelt (..Solarteur hat sich verrechnet... usw. - bin zu faul zu suchen  ) Und immer lief es auf das Eine hinaus: nur wenn der Solarteur den Ertrag 100%-ig garantiert, kann ich ihn belangen. Aber wer macht das ? Da helfen dann auch keine Gegenüberstellungen von Werten und Berechnungen oder telefonischen Aufzeichnungen (ich glaube, die kann man gleich unter Ulk verbuchen). Wichtig ist, was habe ich als Auftrag bestätigt und wenn da der Ertrag garantiert ist, dann mal los, steht da aber irgendwo "Prognose" dürfte sich das erledigt haben - meine Meinung. Wie gesagt, hier würde ich mir vor Einleitung irgendwelcher Schritte juristischen Rat einholen.
Sonnige Grüße ! Meine Anlage: 18 Module ASOLA a 245 Wp, 1 SMA SB 4000TL-20
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von jungmeister1983 » 06.07.2011, 11:44
Solange der Ertrag nicht Vertragsbestandteil ist (Hiermit garantieren wir einen jährliche, spezifischen Ertrag von min. 1000kWh/kWp...o.ä.) sehe ich da keine Chancen. Mit Gesprächsnotizen ist das ähnlich solange sie nicht vom Vertragspartener gegengezeichnet sind. Ansonsten könnte der Solarteur ja auch eine Gesprächsnotiz anfertige in der sinngemäß steht "Am xx.xx.2011,yy:zzUhr wurde der Kunde Herr Mustermann über den Rechenfehler informiert. Laut Aussage von Herrn Mustermann stört ihn dieser Umstand nicht." Papier ist geduldig aber ohne Unterschrift beider Vertragspartner nichts wert. Der Solarteur wird einfach deiner Gesprächnotiz wiedersprechen. Solange du dafür keine Zeugen hast, wirds schwer.
Ich würde versuchen eine aussergerichtliche Einigung zu finden.
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von ghostr888 » 06.07.2011, 12:05
Ich würde versuchen eine aussergerichtliche Einigung zu finden.
über berechnete werte (beiderseits) auf dem papier? wie lächerlich ist denn das. warte doch mal den ersten und zweiten vollen monat ab. wenn dann die prognostizierten werte nicht mit den auf dem wr passen dann würde ich hier mal einen beitrag schreiben und die konfrontation mit dem solateur suchen. aber so  wenn nun heraus kommt die anlage schafft den prognostizierten wert, was machst du dann? ich hoffe doch nen großen entschuldigungs thema hier im forum 
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von Bento » 06.07.2011, 12:25
joerg2011 hat geschrieben:Ende letzten Jahres habe ich als Investition auf Basis eines schriftlichen Angebots eine Vertrag für eine Solaranlage unterschrieben, inclusive Einspeiseanschluss und Abnahme. .......... Jetzt hat sich noch vor der Inbetriebnahme der Anlage herausgestellt, dass der Solateur sich deutlich verrechnet hat: ...
Das hat zwar jetzt nicht viel mit dem Thema zu tun, aber wenn ich mir den Zeitraum von Auftrag bis voraussichtliche Inbetriebnahme so ansehe, dann erscheint mir die Sache noch aus anderen Gründen suspekt. Mehr als ein halbes Jahr und das über zwei (1x durchgeführte; 1xgeplante) Vergütungsabsenkungen...............da war doch irgendwas oberfaul! Wenn die Anlage erst gerade montiert wurde, dürfte dein Solarteur das Oberschnäppchen seines Lebens gemacht haben. Ich bin mal gespannt auf den kWp-Preis und hoffe, dass du ihn uns verrätst. Abgesehen davon werden die Tage für dich (und mich) schon wieder kürzer und das Jahr ist schneller um als man denkt. Ich hätte nicht auf dieses Frühjahr verzichten mögen!
Viele Grüße Bento
Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden. (Arnaud Desjardins)
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von joerg2011 » 06.07.2011, 14:51
Hallo, zunächst mal: Danke für die Antworten und Einschätzungen. Mir ging es hier vor allem um eine Einschätzung der rechtlichen Lage, falls sich herausstellt dass die Anlage wirklich so viel weniger Einspeisung produziert als im Angebot berechnet. Immerhin hat der Solateur ja bereits mündlich gesagt, dass ein Berechnungsfehler vorliegt. Das habe ich selbstverständlich protokolliert und das Protokoll auch dem Solateur gesendet, der ja einen Lösungsvorschlag angekündigt hatte. Es wurde unter anderem ja nach der Berechnung mittels PVGIS sowie nach den Werten aus dem Angebot gefragt, die hänge ich hier an. SolarleistungVergleichPVGIS.pdf Weitere Daten wie z.B. zum Solarteur möchte ich erst mal nicht veröffentlichen, um etwaige rechtliche Komplikationen zu vermeiden. Natürlich wende ich mich damit auch an einen Anwalt, dennoch zur Klarstellung: Es geht hier um einen Fehler bei den Systemverlusten die im Angebot wohl deutlich zu niedrig angesetzt waren. joerg
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