Neue Niederspannungsrichtlinie

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Re: Neue Niederspannungsrichtlinie

Beitragvon Boelckmoeller3 » 17.10.2011, 07:57

gunnar_kaestle hat geschrieben:
.....Allerdings - es gibt ja nach EEG §6 die Forderung, nicht nur PV Anlagen von 30-100 kW mit einem Empfänger zum Einspeisemanagement auszustatten, sondern sogar auch die Anlagen mit einer Leistung kleiner gleich 30 kW.

Ab wann denn ? Mein Stand ist zunächst einmal für Anlagen > 30kwP ab 2012 und Nachrüstungen von Altanlagen bis Ende 2013.

Die Alternative mit den 70% ist Humbug, weil in x Jahren die 70% von 20 GW dann 35% von 40GW werden: Es kann nicht lang dauern und wir brauchen eine 60% Regel mit dann deutlich höheren Ertragsverlusten. Außerdem widerspricht das den Forderungen der ENTSO-E, dass alle Anlagen ab 400 W (Typ A) mit einer Fernsteuerung auszustatten sind.

Die 70% Regel und auch eine 60% Regel sind humbug und die Forderung dass auch kleine Anlagen mit Fernsteuerung auszustatten sind ist absoluter Quatsch. Da stehen die Kosten dann in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten der Anlagen, aber vielleicht willst du das ja erreichen ? Gunnar, beschäftigt euch doch mal lieber mit den Regelungen für eure alten Dreckschleudern und entwickelt die weiter anstatt permanent Umrüstungen und Aufrüstungen von EEG-Anlagen zu fordern und zu versuchen den EEG-Anlagenbetreibern permanent weitere Kosten zuzuschustern.

Wie man beim 50,2 Hz-Problem gesehen hat, rührte diese Einstellung in der VDE 0126-1-1 daher, dass die VNB im Inselnetzbetrieb per Netzersatzanlage dezentrale Erzeugungsanlagen (DEA) gerne durch das Anheben der Frequenz abschalten. Damit muss man nicht von Tür zu Tür gehen und jeden bitten, den PV-Wechselrichter zu deaktivieren.

Von Tür zu Tür gehen muss man schonmal garnicht, denn wozu hat man denn eigentlich eine ENS und allzeit zugängliche Trenneinrichtung bei Anlagen > 30 KW bisher schon gefordert und auch bekommen ?


Was spricht dagegen, das gleiche mit der Spannung zu tun? Am Leistungtrafo von HS auf MS ist normalerweise ein Stufenschalter zur Spannungsregelung vorhanden. Wenn der nun auf 109% der Nennspannung schaltet, sind bei guten Wetter ein Großteil der spannungsanhebenden PV-Rückspeisungen weg.

Ja, man fährt das ja heute schon sehr gerne recht hoch und regelt dort scheinbar ungern runter. :D
Man sollte bei der Spannung nicht wieder den gleichen Fehler machen wie bei den 50,2 Hz, oder hat ihn ja schon gemacht. Die Geräte sollten keinesfalls schlagartig abschalten sondern linear bei Überschreitung von Schwellen die Einspeiseleistung reduzieren.


Gerade bei den Kleinanlagen für EFH, die im Eigenverbrauch/Tarif-Parität nur auf 2-3 kW ausgelegt werden, ist ein Rundsteuerempfänger mit Kommunikationsbox plus Installation (ca. 500-1000 €) relativ teuer. Mit der richtigen Methodik ist jeder Wechselrichter nach VDE 0126-1-1 oder VDE-AR-N 4105 ohne Zusatzaufwand EinsManReady für §11 EEG.

Gruß,
Gunnar
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Re: Neue Niederspannungsrichtlinie

Beitragvon Der Ich » 18.10.2011, 15:31

Hallo,

Ich stimme Gunnar bei den technischen Ausführungen absolut zu. Was jetzt neben der VDE AR N 4105 geforderter wird beim Anschluss, kann ich nicht sagen, da hab ich keine Ahnung... Was ich für viel sinvoller erachten würde, wäre eine Q/U (Blindleistung abhängig von Netzspannung) Regelung. Für die mittelspannung ist das ja schon teilweise bei Anlagen gefordert, aber da fehlt selbst den Netzbetreibern noch die Erfahrung.

Eine P/U (Leistung in Abhängigkeit von der Netzspannung) Regelung wäre auch noch eine Option, aber das würde dem Erzeuger bei einem bösen Netzbetreiber auch wieder Geld kosten.

Außerdem ist ja bei den Anforderungen in der VDE AR N 4105 noch nicht alles 100% Final. Es gibt ja den Plan die Norm nochmal mittelfristig zu überarbeiten.
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Re: Neue Niederspannungsrichtlinie

Beitragvon gunnar_kaestle » 05.11.2011, 18:03

Boelckmoeller3 hat geschrieben:
.....Allerdings - es gibt ja nach EEG §6 die Forderung, nicht nur PV Anlagen von 30-100 kW mit einem Empfänger zum Einspeisemanagement auszustatten, sondern sogar auch die Anlagen mit einer Leistung kleiner gleich 30 kW.

Ab wann denn ? Mein Stand ist zunächst einmal für Anlagen > 30kwP ab 2012 und Nachrüstungen von Altanlagen bis Ende 2013.


Ab 1.1.2012 müssen Neuanlagen mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Leistungsreduktion ausgestattet werden. Bis 30 kW gibt's die 70% Alternative, d.h. auf 100% Modulleistung 70% Wechselrichterleistung.

Die 70% Regel und auch eine 60% Regel sind Humbug und die Forderung dass auch kleine Anlagen mit Fernsteuerung auszustatten sind ist absoluter Quatsch. Da stehen die Kosten dann in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten der Anlagen, aber vielleicht willst du das ja erreichen ? Gunnar, beschäftigt euch doch mal lieber mit den Regelungen für eure alten Dreckschleudern und entwickelt die weiter anstatt permanent Umrüstungen und Aufrüstungen von EEG-Anlagen zu fordern und zu versuchen den EEG-Anlagenbetreibern permanent weitere Kosten zuzuschustern.


Dass die Vielzahl von Kleinanlagen im Notfall auch abgeschaltet werden müssen, ist kein Quatsch, dafür sind sie zu systemrelevant - schau Dir mal den Bericht zur Netzauftrennung 2006 an (Emsland-Störung). Die Vattenfallzone hatte enorme Schwierigkeiten, mit den Leistungsüberschüssen fertig zu werden und die Frequenz zur Resynchronisation auf 50 Hz wieder runter zu bekommen. Ersetze Windstrom durch Solarstrom und lass mal eine Teilnetz mit viel PV-Einspeisung und Stromexporte in die Nachbarregelzonen entstehen. Das ist das gleiche in Grün. Was m.E. allerdings Quatsch ist, ist die Forderung die Abschaltung überall per Rundsteuerempfänger zu realisieren - das wird als momentan verfügbarer Stand der Technik angesehen.

Wie man beim 50,2 Hz-Problem gesehen hat, rührte diese Einstellung in der VDE 0126-1-1 daher, dass die VNB im Inselnetzbetrieb per Netzersatzanlage dezentrale Erzeugungsanlagen (DEA) gerne durch das Anheben der Frequenz abschalten. Damit muss man nicht von Tür zu Tür gehen und jeden bitten, den PV-Wechselrichter zu deaktivieren.

Von Tür zu Tür gehen muss man schonmal garnicht, denn wozu hat man denn eigentlich eine ENS und allzeit zugängliche Trenneinrichtung bei Anlagen > 30 KW bisher schon gefordert und auch bekommen ?


Entweder man hat eine selbsttätige Schaltstelle oder eine allzeit zugängliche Trenneinrichtung, obwohl letztere Option für Netzbetreiber bei zig tausenden von abzuschaltenden Anlagen keine praktikable Möglichkeit ist. Außerdem spricht das EEG 2012 in §6 von technischen Einrichtungen, mit denen der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann.

Man sollte bei der Spannung nicht wieder den gleichen Fehler machen wie bei den 50,2 Hz, oder hat ihn ja schon gemacht. Die Geräte sollten keinesfalls schlagartig abschalten sondern linear bei Überschreitung von Schwellen die Einspeiseleistung reduzieren.


Das sehe ich bei der Spannung nicht ganz so kritisch, da die Spannung im Gegensatz zur Frequenz nicht überall gleich ist und somit einige Anlagen früher abschalten als andere. Trotzdem gebe ich dir Recht, dass regelungstechnisch ein lineares Reduzieren der Einspeiseleistung auf den letzten Volt vor der 110% U_nenn Grenze besser ist als ein schlagartiges Abschalten. Diskrete Schaltstöße sind immer schlecht für das Systemverhalten.

Gruß,
Gunnar
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Re: Neue Niederspannungsrichtlinie

Beitragvon solarlux » 05.11.2011, 19:25

gunnar_kaestle hat geschrieben:Was m.E. allerdings Quatsch ist, ist die Forderung die Abschaltung überall per Rundsteuerempfänger zu realisieren - das wird als momentan verfügbarer Stand der Technik angesehen.


Warm ist es deines Erachtens so ein Quatsch mit der Forderung zum Rundsteuerempfänger? Sind die "da oben" alle deiner Meinung auf den Kopf gefallen und haben deiner Meinung nicht genug Wissen oder Erfahrung mit der Materie "Netzmanagment"?

Wäre es deiner Meinung also für "alle" besser, wenn JEDER Wechselrichter/Einspeiser zeitgleich aktuelle Infos über sein Teilnetz erhält, und ALLE Teilnetz-Teilnehmer
in %-Schritten von 100% auf 0% Leistung reduzieren könnten. Sowie (hoch) regelbare Kraftwerke nicht nur zwischen 100% in %-Schritten auf 0% Leistung reduzieren, sondern auch von max 0% bis 100 % auf (Teil-Netz)-Anforderung hochfahren können - sollen - müssten?

Aktuelle "Infos" über's (Teil)netz könnten doch über Glasfaserkabel/-(V)-DSL ggf. in nahezu Lichtgeschwindigkeit an die Einspeiser "verbreitet" werden, korrekt?
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Re: Neue Niederspannungsrichtlinie

Beitragvon gunnar_kaestle » 05.11.2011, 21:33

solarlux hat geschrieben:Aktuelle "Infos" über's (Teil)netz könnten doch über Glasfaserkabel/-(V)-DSL ggf. in nahezu Lichtgeschwindigkeit an die Einspeiser "verbreitet" werden, korrekt?


Aktuelle Infos über das Teilnetz werden schon jetzt über das Drehstrom-Kupferkabel in nahezu Lichtgeschwindigkeit an die Einspeiser verbreitet. Frag mal die Herren Ohm oder Tesla.

Zudem ist das bereits jetzt alles scho drin (kann aber natürlich noch besser gemacht werden): Der Spannungsschutz ist serienmäßig eingebaut und die Regeltrafos stehen auch schon im Netz. Den Rundsteuerempfänger für den Notfall kann man sich sparen, die EZE bekommt man auch so aus, wenn man es nur will. Und mal ganz ehrlich: Hat Deine Oma einen Glasfaseranschluss im Haus? Bei mir liegt ein Kupferdraht von der Telekom und mein Kellerraum hat keinen Telefonanschluss. Selbst wenn der Telekomiker für das Legen eines Anschlusses zum HAK nur 200 Euro will, sind das 200 Euro zuviel.

Gruß,
Gunnar
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