EMV Störungen und störende Beeinflussung WR ?

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EMV Störungen und störende Beeinflussung WR ?

Beitragvon DD3JI » 10.07.2009, 11:37

hallo,

folgendes ist geplant:

24 Stück Yingli 180Wp, 1 Stück Sunny Boy SB4000TL-20

Problem:

Ich betreibe zusätzlich auf dem Gebäude eine Amateurfunk Sende-
und Empfangsanlage, Frequenzbereich Senden und Empfangen von 136khz bis weit über 10000Mhz mit den maximalen zulässigen Sendeleistungen von 750W Hochfrequenz.

Über SMA habe ich ein 5 seitiges PDF-Dokument "Beinflussung von Radio-und Fernsehempfang durch SunnyCentral" erhalten, was meine Anfrage nicht richtig beantwortet, bzw mich eher beunruhig werden lässt.

Also Beispiel möchte ich hier anführen bzw definieren:

Die angesetzten Grenzwerte sind natürlich sehr negativ für die
Umgebung einer Amateurfunkstation, das weiss auch jeder der sich mit der HF-Verseuchung durch PLC beschäftigt.

Trotzdem gilt aber zusätzlich, zumindest wenn man das EMVG wörtlich
nimmt, daß ein bestimmungsgemäßer Betrieb einer Funkanlage möglich sein muß, auch wenn die Grenzwerte eingehalten werden, weil zu hoch angesetzt.

Und das bedeutet dann grundsätzlich, daß vor allem
auch schwächste Signale ungestört empfangen können müssen.

Zwischen diesem Extrem und dem zulässigen Grenzwert für
Wechselrichter liegen im Kurzwellenbereich ( 1-30MHz ) 50-60dB !

Gibt es eine EMV-Bescheinigung zu dem WR der verbaut werden soll ?

Zusätlich wird angemerkt, das in rund 30m Abstand zu der PV-Anlage meist ein ungestörter Empfang bereits möglich wäre, also meine PV UND Amateurfunkanlage ist natürlich weniger als 30m entfernt, befindet sich ja auf dem selben Dach.

Selbst mein Nachbar 2 Häuser weiter würde bei Installation einer PV-Anlage mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn dadurch der Rauschpegel ( die Störungen in dem Empfänger ) bei mir ansteigen würde, da das auch weniger als 30m wären !

Dann natürlich die Störfestigkeit, was geschieht mit der PV-Anlage wenn die Module und/oder der WR bzw in die Stringleitungen eine hohe Spannung durch Hochfrquenz induziert wird ?

Einige Aussagen wie " bei mir gibt es keine Probleme" anderseits " die Anlage meines Nachbarn verursachte in meinem Empfänger einen steigenen Rauschpegel" veranlassen mich der Sache nun auf den Grund zu gehen.

Betreibt SMA selber auch EMV-Messungen mittels einer Messkammer ?

Wurden schon Erfahrungen mit Störfällen gemacht ? Ich weiss, falsche Frage, wird ja keiner zugeben, apelliere aber an die Ehrlichkeit und Sachkompetenz.

Gibt es einen Spezialisten bei SMA der wirklich fundierte und schriftliche Aussagen dazu trifft, wie die Problematik liegt und was geschieht, wenn es doch zu gestörten Empfängern oder PV-Anlagenteilen kommt durch die Sendetätigkeit ?

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit !

73 de Frank
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Beitragvon Fischkopp » 10.07.2009, 12:44

Hallo DD3JI,

Diesen Thread zum Thema Amateurfunk und PV kennst Du schon?

Gruß
fischkopp
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Beitragvon DD3JI » 10.07.2009, 13:03

Fischkopp hat geschrieben:Hallo DD3JI,

Diesen Thread zum Thema Amateurfunk und PV kennst Du schon?

Gruß
fischkopp


Hallo Fischkopp,

ja natürlich, ich erhoffte mir auch hier eine Reaktion des Herstellers, daher auch die genaue Frage nach zb der EMV-Bescheinigung des Wechselrichtes sowie der anderen, konkret gestellter Fragen, die ein Hersteller beantworten solte wenn dieser CE-Produkte anbietet.

Eigentlich war ich beruhigt trotz teilweiser differenzierter Aussagen, bis ich diese PDF kannte, wo nur allgemeine Hinweise mich zusätzlich verunsicherten.

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Beitragvon pfmd86 » 13.07.2009, 08:01

aber du hast schon bemerkt, dass du einen SunnyBoy planst und Dokumente vom SunnyCentral zur Filfe nimmst. Das ist eine etwas andere Technik...
Beim SunnyCentral geht es um ganz andere Leistungsklassen...

Grüße
pfmd86
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Beitragvon Fischkopp » 13.07.2009, 08:10

Hallo pfmd86,

Der Titel des Dokumentes ist doch irreführend, da er die Anwendungsklassen für Generatoren >400 kW und für 1-30 kW abhandelt und gegenüber stellt.
Letztere Klasse ist ja die typische SB-Domäne.

Gruß
fischkopp
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Beitragvon pfmd86 » 13.07.2009, 08:42

Dann hab ich nichts gesagt ;-)
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Beitragvon Boelckmoeller3 » 13.07.2009, 09:17

Hallo DD3JI,

bin zwar kein Amateurfunk-Betreiber aber habe beruflich viele Jahre Messgeräte für die Funktechnik (allerdings im GHz-Bereich) von innen gesehen
Meiner Meinung nach ist der Fall wenigstens in der Rechtslage recht einfach, der Geräte-Hersteller muss die vorgegebenen EMV-Grenzwerte erfüllen, nicht mehr und nicht weniger.
Und bei einem Betreiber einer PV-Anlage in direkter Nachbarschaft hättest du auch keine Chance was dagegen zu machen, es sei denn er läge über den Grenzwerten. Das schreibe ich wegen diesem Satz von dir:

"Selbst mein Nachbar 2 Häuser weiter würde bei Installation einer PV-Anlage mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn dadurch der Rauschpegel ( die Störungen in dem Empfänger ) bei mir ansteigen würde, da das auch weniger als 30m wären !"

Um die Einhaltung der Grenzwerte zu überprüfen gibt es ja diese Bundesbehörde, früher BAPT genannt, oder so ähnlich , heute weiß ich nicht ob sie noch so heißt.
Liegt Alles im gesetzlichen Bereich dann hast du wenig Chancen den Betrieb zum Beispiel einem Nachbarn zu untersagen.

Generell finde ich dich etwas lustig, du hast Angst vor PV-Wechselrichtern, dabei sollten deine Nachbarn und alle Gerätehersteller eher Angst vor deinen 750Watt auf der Antenne und damit verbundenen Oberwellen und Nebeneffekten haben .

Trotzdem sollte es möglich sein, notfalls noch mit Zusatzfiltern Geräte-Abstrahlungen auch für sensible Funkamateure in den Griff zu bekommen.
Bei Wechselrichtern ist für die Abstrahlung wohl auch die DC-Ebene entscheidend, da Ripple bis zu den Modulen und deren Verkabelung durchdringt, die ja dann ideal wie eine große Abstrahl-Antenne wirken.
Wenn dir soviel an deinem 1.Hobby liegt solltest du dein 2. oder 3. Hobby (PV) dann vielleicht lieber doch sein lassen.
Trotzdem gibt es auch Positives zu sagen.
Nachts ist bei der PV wenigstens dann Ruhe im Karton und die Feldstärke von Störstrahlungen nimmt, wie du sicher schon weißt, mit dem Quadrat der Entfernung von der Störquelle ab.


Viele Grüße:

Klaus
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Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"
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Beitragvon Werner Reitze » 13.07.2009, 12:20

Hallo DD3JI,

die Hinweise von pfmd86 und Boelckmoeller3 sind schon sehr hilfreich.

Zunächst einmal unterscheidet sich des EMV-Verhalten von Sunny Central Wechselrichtern (SC) von dem der Sunny Boy (SB) und Sunny Mini Central (SMC) Wechselrichter. Während die SC Wechselrichter die EMV Norm für Industriegeräte erfüllen, erfüllen die Wechselrichter vom Typ SB und SMC die CE – Zeichen relevanten EMV – Normen der Familie DIN EN 61000 sowohl für den Wohn- als auch für den Industriebereich und werden somit den jeweils höchsten Anforderungen gerecht.
Dies wird auch in der Konformitätserklärung bescheinigt, die jedem Wechselrichter beiliegt. Alternativ kann diese auch von der SMA Homepage unter www.SMA.de heruntergeladen werden.
Zur schnelleren Verfügbarkeit hier der direkte Link: http://download.sma.de/smaprosa/dateien ... 084614.pdf.

Zum Thema Wechselwirkungen Amateurfunk / Photovoltaikanlage gibt es immer mal wieder an SMA gerichtete Anfragen. Grundsätzlich kann man eine Beeinflussung einer Amateurfunkanlage durch eine Photovoltaikanlage nicht ausschließen. Daher sollte bei der Planung und Installation einer solchen Anlage folgenden Themen eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden:
1. möglichst parallele Leitungsführung von Plus- und Minusleitung
2. möglichst Wechselrichter mit galvanischer Trennung zwischen Netz und Solargeneratorseite einsetzen (Wechselrichter mit Trafo). Wechselrichter vom Typ SB und SMC ohne Trafo erkennt man an der Endung „TL“ in der Typenbezeichnung.
3. den Installationsort für den Wechselrichter möglichst weit von der Sendeanlage entfernt wählen.

Bei Berücksichtigung der Punkte 1-3 gehen wir davon aus, dass es zu keiner Beeinträchtigung einer Amateurfunkanlage kommen wird.
Darüber hinaus kann es von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu keinerlei Beeinflussung kommen, da die Wechselrichter in dieser Zeit allpolig vom Netz getrennt sind.

Viele Grüße
Werner Reitze | SMA Solar Technology AG | Team Kundendialog
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Beitragvon DD3JI » 15.07.2009, 15:14

Boelckmoeller3 hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist der Fall wenigstens in der Rechtslage recht einfach, der Geräte-Hersteller muss die vorgegebenen EMV-Grenzwerte erfüllen, nicht mehr und nicht weniger.
Und bei einem Betreiber einer PV-Anlage in direkter Nachbarschaft hättest du auch keine Chance was dagegen zu machen, es sei denn er läge über den Grenzwerten. Das schreibe ich wegen diesem Satz von dir:

"Selbst mein Nachbar 2 Häuser weiter würde bei Installation einer PV-Anlage mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn dadurch der Rauschpegel ( die Störungen in dem Empfänger ) bei mir ansteigen würde, da das auch weniger als 30m wären !"

Um die Einhaltung der Grenzwerte zu überprüfen gibt es ja diese Bundesbehörde, früher BAPT genannt, oder so ähnlich , heute weiß ich nicht ob sie noch so heißt.
Liegt Alles im gesetzlichen Bereich dann hast du wenig Chancen den Betrieb zum Beispiel einem Nachbarn zu untersagen.


Hallo, Danke für Deine Einschätzung. Leider habe ich mich auch irreführen lassen, es gibt überhaupt keine Grenzwerte !

Das EMVG sagt unter :

§ 4
Grundlegende Anforderungen
(1) Betriebsmittel müssen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik so entworfen und gefertigt
sein, dass
1. die von ihnen verursachten elektromagnetischen Störungen kein Niveau erreichen, bei dem ein bestim-
mungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten oder anderen Betriebsmitteln nicht
möglich ist;

2. sie gegen die bei bestimmungsgemäßem Betrieb zu erwartenden elektromagnetischen Störungen hin-
reichend unempfindlich sind, um ohne unzumutbare Beeinträchtigung bestimmungsgemäß arbeiten zu
können.
(2) Ortsfeste Anlagen müssen zusätzlich zu den Anforderungen nach Absatz 1 nach den allgemein an-
erkannten Regeln der Technik installiert werden. Die zur Gewährleistung der grundlegenden Anforderungen
angewandten allgemein anerkannten Regeln der Technik sind zu dokumentieren.
-----------------------------------------------------------------------------------
Damit ist ganz klar definiert, das eine PV-Anlage unter keinen Umständen andere Anlagen der Telekommunikation stören DARF, das heisst also, wenn die PV-Anlage des Nachbarns meine Sende und Empfangsanlage ungünstigt beeinflusst, muss die PV-Anlage nachgebessert oder schlimmstenfalls abgeschaltet werden. Das ist natürlich der Supergau.

Boelckmoeller3 hat geschrieben:Generell finde ich dich etwas lustig, du hast Angst vor PV-Wechselrichtern, dabei sollten deine Nachbarn und alle Gerätehersteller eher Angst vor deinen 750Watt auf der Antenne und damit verbundenen Oberwellen und Nebeneffekten haben .


Deine Bedenken sind natürlich nachvollziehbar, dafür sind wir Funkamateure aber vom Gesetzgeber in die Lage versetzt worden eine Selbsterklärung bei der BNetzA abgeben zu dürfen, sobald wir den Sendebetrieb aufnehmen. Das ist dann innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Boelckmoeller3 hat geschrieben:Trotzdem sollte es möglich sein, notfalls noch mit Zusatzfiltern Geräte-Abstrahlungen auch für sensible Funkamateure in den Griff zu bekommen.
Bei Wechselrichtern ist für die Abstrahlung wohl auch die DC-Ebene entscheidend, da Ripple bis zu den Modulen und deren Verkabelung durchdringt, die ja dann ideal wie eine große Abstrahl-Antenne wirken.
Wenn dir soviel an deinem 1.Hobby liegt solltest du dein 2. oder 3. Hobby (PV) dann vielleicht lieber doch sein lassen.



Nein, eine PV-Anlage möchte ich auf jeden Fall haben, dafür aber doch nicht mein anderes Hobby aufgeben, beides zusammen sollte möglich sein und daher beschäftige ich mich auch mit diesen Problemen die auftreten können.

Filter soll es auch geben, habe ich mittlerweile gehört, für die DC-Seite die Problematisch werden kann, sowas sollte dann angeschafft werden.

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Beitragvon DD3JI » 15.07.2009, 15:27

Werner Reitze hat geschrieben:Hallo DD3JI,
Daher sollte bei der Planung und Installation einer solchen Anlage folgenden Themen eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden:
1. möglichst parallele Leitungsführung von Plus- und Minusleitung
2. möglichst Wechselrichter mit galvanischer Trennung zwischen Netz und Solargeneratorseite einsetzen (Wechselrichter mit Trafo). Wechselrichter vom Typ SB und SMC ohne Trafo erkennt man an der Endung „TL“ in der Typenbezeichnung.
3. den Installationsort für den Wechselrichter möglichst weit von der Sendeanlage entfernt wählen.

Bei Berücksichtigung der Punkte 1-3 gehen wir davon aus, dass es zu keiner Beeinträchtigung einer Amateurfunkanlage kommen wird.
Darüber hinaus kann es von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu keinerlei Beeinflussung kommen, da die Wechselrichter in dieser Zeit allpolig vom Netz getrennt sind.

Viele Grüße


Hallo,

Vielen Dank für Ihre Antwort bzgl meines Problem, was entstehen könnte.

Parallele Stringführung, zusätzlich in Metallrohr geführt und die Stringleitungen verdrillt miteinander ?

Zu den WR habe ich ein Problem, da aus dem gesamten Programm nur wenige Modelle verfügbar sind, die noch einen TRAFO haben.

Ich habe mehrere Angebote, natürlich alle vom Solateur mit TL-WRs ausgelegt, versucht mit SunnyDesign auf Trafo-Geräte auszulegen, was mir selbst mit 2 kleineren, auch unterschiedlicher Grösse, nicht gelungen ist.

D.h. die Anlage müsste ganz neu durchgeplant werden und kalkuliert.

TL-Geräte werden ja genug für alle art Leistung angeboten , Trafo-WRs leider nur wenige, die natürlich dann nicht passen :-(

Dazu möchte ich schon bei SMA bleiben, da habe ich ein sicheres Gefühl, das gebe ich schon uneingeschränkt zu.

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