EMV Störungen und störende Beeinflussung WR ?

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Beitragvon DD3JI » 20.11.2009, 17:11

Nun geht es weiter bis hin zur Problembeseitigung bzw. Beseitigung der störenden Beeinflussung.

Mein besonderer Dank geht an einige Kollegen die auch Funkamateure sind und kräftig bei den Messungen mitgeholfen haben, desweiteren an meinen Solateur für das Verständnis und an die Firma SMA die super mitgewirkt haben zur Lösung.


Nach dem ich einige Telefonate mit SMA geführt habe und selber Messungen durchführen konnte, hat mir SMA einige Aufgaben übertragen als Vorbereitung.

Folgende Messwerkzeuge kamen zum Einsatz:

Rhode/Schwarz Probe HZ15 1147.2736.02

Daraus Probe RS H400-1, Probe RS H50-1 und schlussendlich Probe RS E10, dazu immer der Vorverstärker VV HZ16/20dB 1147.2720.02.

Wir haben mit den Sonden den Störursprung immer weiter eingekreist um
schlussendlich mit der Probe RS E10 festzustellen, das die Signale vom Display kommen!

Diese sind am stärksten an der Ober und Unterseite der Platine, wo das
LCD aufgelötet ist, vermutlich die Massefläche.

Da der Deckel des WRs nur über die gn/ge Leitung an das Unterteil
erdmässig angeschlossen ist, weil die Dichtung und selbst die Schrauben isoliert sind (!), wirkt vermutlich diese Erdleitung als Strahler mit Endkapazität, die den Deckel im gesamten strahlen lässt.

Anders ausgedrückt, die gesamte Deckelfäche strahlt und wirkt nicht als Abschirmung für Hochfrequenz.

Ein belegen der kurzen Erdleitung mit Hülsenferrite zum Deckel brachte
nichts, Ferrite auf sämtlichen Leitungen nach Aussen ebenfalls nicht, damit werden die elektromyagnetischen Störungen sogar noch grösser, da vermutlich dann nur noch das Gehäuse in Resonanz kommt und
der Wirkungsgrad der Abstrahlung noch verstärkt wird.

Endgegen der Aussage von SMA, das im Flugfunkbereich keinerlei Signale sein dürften, sind dort im Flugfunk und Wettersatelliten-Bereich diese elektromagnetischen Abstrahlung nochmals um 30dB höher ( Marker 6 )
als bei 144MHz.

( Siehe Bild Spektrum-Aufnahme und Detailbilder der Messung )

Dann haben mich 2 Leute von SMA besucht.

Der Bericht:

Nach Besichtigung der gesamten Anlage wurden verschiedene Tests beim
Ein- und ausschalten der Anlage, sowohl AC als auch der DC-Seite unternohmen, um den Grund zu finden, wo durch die störende Beeinflussung entstehen könnte.

Der Zeitpunkt der Störung, beim Hochfahren der WRs, konnte allerdings nicht genau festgestellt werden.

Die ursprünglichen ALU-Deckel wurden durch eine USA-Ausführung bei
beiden WRs ersetzt, die USA-Ausführung besteht aus massiven Stahlblech im Gegensatz zu den Originaldeckeln.

( Original gelb, USA rote Deckel, siehe Bild )

Des Weiteren sind die seitlichen Kanten aufgedoppelt, das also eine
direkte metallische Verbindung mit dem Grundkasten durch die Befestigungsschrauben gewährleistet ist.

Die Dichtung wurde noch durch eine EMV-Dichtung der Firma MTC ersetzt,
der Kleberand wurde minimiert um eine wirklich durchgehende Metallverbindung herzustellen.

Ein Montagefehler der ausführenden Elektrofirma wurde bei beiden WRs
entdeckt und beseitigt.

Beide WRs wurden am unteren Befestigungspunkt geerdet, leider
nicht die dicke Farbschicht entfernt, beide WRs wurden an der Erdungsbefestigung entlackt und die Verbindung mittels
Zahnscheiben fachgerecht befestigt, vorher war die Erdung also so
ausgeführt, als wenn diese überhaupt nicht da wäre.

Die störende Beeinflussung wurde soweit durch die Massnahmen gemindert,das dies für mich, soweit in den letzten Tagen feststellbar, OK ist.

Deckel OHNE Displayausschnitt wurden auch getestet, brachten aber keinen weiteren Erfolg, das nun aktuell die USA-Ausführung mit Displayausschnitt montiert wurde. Der Ausschitt im Deckel für das
Display ist zu klein, das im UKW-Bereich da etwas abgestrahlt werden könnte.

Wer also Probleme hat, sollte die mit dem Bericht in den Griff bekommen :D

73 de Frank


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Re:

Beitragvon Atommafia » 27.11.2009, 12:48

Tach
DD3JI hat geschrieben:Hallo, Danke für Deine Einschätzung. Leider habe ich mich auch irreführen lassen, es gibt überhaupt keine Grenzwerte !

Das EMVG sagt unter :

§ 4
Grundlegende Anforderungen
(1) Betriebsmittel müssen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik so entworfen und gefertigt
sein, dass
1. die von ihnen verursachten elektromagnetischen Störungen kein Niveau erreichen, bei dem ein bestim-
mungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten oder anderen Betriebsmitteln nicht
möglich ist;


-----------------------------------------------------------------------------------
Damit ist ganz klar definiert, das eine PV-Anlage unter keinen Umständen andere Anlagen der Telekommunikation stören DARF, das heisst also, wenn die PV-Anlage des Nachbarns meine Sende und Empfangsanlage ungünstigt beeinflusst, muss die PV-Anlage nachgebessert oder schlimmstenfalls abgeschaltet werden. Das ist natürlich der Supergau.




Das EMVG ist kein Freibrief, wenn in anderen Gesetzen Grenzwerte geregelt werden und zB ein PV-Wechselrichter diese Grenzwerte einhält,
dann hat man als klagender Amateurfunker vor Gericht keine realistischen Chancen, die erste Instanz Marke Amtsgericht zählt nicht.

MfG
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