O-W Ausrichtung "Volle Kanone" oder "gemütlic

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Beitragvon Holter » 20.10.2008, 15:57

Nunja, gerade im Winter, wenn die Sonne relativ flach steht, wird sie nie auf beide Seiten gleichzeitig auch nur annähernd rechtwinklig draufscheinen.
Bei Sunny Design kann man übrigens doch die Ausrichtung der einzelnen Strings angeben. Wenn man dann mit den Modulzahlen ein wenig spielt sieht man ziemlich genau, ab wann der Wechselrichter anfängt zu begrenzen. Für das gesparte Geld kann man sich schon einen halben Datenlogger leisten, der beruhigt dann nachher auch, dass nix verloren geht :)

Was man allerdings bei Ost- bzw. Westdächern beachten sollte sind evtl. Verschattungen. Die Morgen- bzw. Abendsonne ist bei diesen Dächern extrem wichtig: Wenn im Westen ein Baum (Haus,...) steht, der Abends noch eine Stunde Schatten schmeisst, dann ist das für ein Süddach kein Beinbruch, weil zu dieser Zeit die Sonne sowieso extrem flach draufsteht. Für ein Westdach allerdings bedeutet dies eine Stunde mit voller Leistung weniger.

bis dann
Christian
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Beitragvon za-ass » 20.10.2008, 16:58

Holter hat geschrieben:Nunja, gerade im Winter, wenn die Sonne relativ flach steht, wird sie nie auf beide Seiten gleichzeitig auch nur annähernd rechtwinklig draufscheinen.

Aber wie siehst du die Sache im Sommer? Das scheint mir bei dieser Anlage eher der Knackpunkt zu sein.
Gerade bei dem 22° Dach werden um die Mittagszeit beide Dachhälften schon relativ direkt beschienen.

@Lofex: Das was dein Solarteur als Problem ansieht sehe ich so nicht: Ist zwar kalt aber die Sonne steht zu tief um beide Seiten zeitgleich zu 'beglücken', v.a. nicht mit 'voller Kanne'.

Holter hat geschrieben:Was man allerdings bei Ost- bzw. Westdächern beachten sollte sind evtl. Verschattungen. Die Morgen- bzw. Abendsonne ist bei diesen Dächern extrem wichtig:

Als WSW-Anlagenbetreiber sehe ich das aus praktischer Erfahrung nicht ganz so dramatisch: Umso flacher das aus Süden abgedrehte Dach ist, desto geringer ist der Ertrag am späten Nachmittag/Abend (beim Ostdach dann am Morgen); steilere Dächer greifen da sicher noch etwas mehr ab.
Bei einem 22°-Dach trifft das sicherlich aber nicht zu.

Nochmal @Lofex: (Grafische) Datenloggeraufzeichnungen sind bei so einem Dach sicher eine interessante Sache. :) Würde ich auch empfehlen.

Thomas

P.S.
@ Holter: Danke für den Hinweis mit den versch. String-Ausrichtungen.
SD scheint da aber, v.a. wenn man die WR in der Auslegung mal wechselt, gerne das Vorzeichen bei der differenten Generator-Ausrichtung zu ändern (i.S. von angleichen) :?
za-ass
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Beitragvon Lofex » 21.10.2008, 07:30

also Schatten habe ich keinen - wunderbar sonnig hier
(Bäume, Antennen, Kamine, SAT-Schüsseln, zu grosses EGO :D )

Aber zurück zum Thema, gibt es irgendwelche Nachteile den 5er etwas untertourig laufen zu lassen? Wie gesagt möchte ich vermeiden das ein zu kleiner WR bei schönen Tagen "zu macht"

8)
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Beitragvon hgf1948 » 22.10.2008, 04:02

Lofex hat geschrieben:Wie gesagt möchte ich vermeiden das ein zu kleiner WR bei schönen Tagen "zu macht"

Mein Solateur meinte das der 4er nicht genug reserven hätte wenn der voll "bestrahlt" wird und dann zumacht, während die "schwächere" Auslastung beim 5er kein Problem darstellt da dieser durch die 2 MPP das locker kompensieren kann.

Mein Solateur meinte, das der Winter eher das Problem ist, da durch die optimaleren Temperatur Verhältnisse (kälter=besser) bei direkter Einstrahlung die Leistung durch die Decke geht, während im Sommer die warmen Temperaturen doch auf die Bremse drücken.

Hallo Lofex,

deine Sorge ist unbegründet.

Ich habe mir die maximalen Einstrahlungswerte für Ottobrunn (in Ermangelung einer genaueren Standortangabe), 48°3'56" N, 11°39'44" E, für den Sommermonat Juni und den relativ kalten Monat April näher angesehen (Werte stellen maximale Einstrahlung ohne (kurzfristige) Wolkenreflexionen dar).

Juni
Das Maximum der gemittelten Einstrahlung beider Seiten beträgt um 12:00 Uhr Lokalzeit (12:50 MESZ) 861 W/m².
Maxima Ost/West: 934 W/m² um 10:22/13:37 Uhr Lokalzeit.
Bei einem optimistisch angesetzten WR-Wirkungsgrad von 97% und einem Leistungsverlust von (nur) 10% (Zellentemperatur 50° C bei einem TK von -0,4%) ergibt dies eine AC-Leistung von maximal 0,75 W/Wp.

D.h., der WR darf um 25% unterdimensioniert werden (sofern die String-Spannungen damit noch im zulässigen, am besten im wirkungsgradstärksten Bereich liegen und der jeweilige WR-Eingang bei den Maxima nicht überlastet wird).

April
Das Maximum der gemittelten Einstrahlung beider Seiten beträgt um 12:00 Uhr Lokalzeit (12:50 Uhr MESZ) 763 W/m².
Maxima Ost/West: 841 W/m² um 10:22/13:37 Uhr Lokalzeit.
Bei einem optimistisch angesetzten WR-Wirkungsgrad von 97% und einem Leistungsverlust von 0% (Zellentemperatur 25° C, Außentemperatur um 0° C) ergibt dies eine AC-Leistung von maximal 0,74 W/Wp.

D.h., der WR darf im April sogar um 26% unterdimensioniert werden.

Dein Solarteur hätte wohl besser einmal nachrechnen sollen als Allgemeinplätze zum Besten zu geben.
Die WR-Wirkungsgrade wie auch die Zellentemperaturen sind in meinen Beispielrechnungen sehr optimistisch angesetzt, also best case.

Im Februar werden die Werte nicht besser, da beide Dachseiten dann noch weiter vom optimalen Einstrahlungswinkel abweichen (sowohl im Azimuth als auch in der Inklination).

Ich hätte als Anhänger ausreichend dimensionierter WR (s. meine Signatur) keine Bedenken gegen den 4000 TL-20 (bei meiner Anlage beträgt das Einstrahlungsmaximum 1.053 W/m² und ist potentiell in etwa 100 Stunden > 1.000 W/m²).

Gruß hgf
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Beitragvon Lofex » 27.10.2008, 08:52

Hallo hgf1948,

danke für die Berechnung (wo lernt man sowas?).
Ich werde dies bei mal mit meinem Solateur besprechen.

Nochmals Danke,

Gruss,
Lofex
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Beitragvon PhotonenSammler » 27.10.2008, 11:36

Hallo Lofex,

es gibt eine ziemlich neue O-W-Anlage. Hier kannst Du die SolarLog-Daten einsehen.
Ein guter Referenztag war der 24.10.08.

Gruß
Jörg
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Beitragvon hgf1948 » 28.10.2008, 02:27

Lofex hat geschrieben:danke für die Berechnung (wo lernt man sowas?).

Hallo Lofex,

ich wollte ursprünglich Radioastronom werden und musste dafür u.a. auch Meteorologie und Geophysik belegen, ein gewisses Verständnis für diese Gebiete ist auch nach dem Wechsel zur IT hängen geblieben.

Noch eine grundsätzliche Anmerkung zur Auslegung von (kleinen) O/W-Anlagen:

Parallele Strings: absolutes no go.

Multi String (eigene Tracker): Unterdimensionierung +-25%.

Separate WR: Unterdimensionierung +-15%.

Diese Zahlen sind natürlich nur Näherungswerte und variieren mir dem Standort und der DN, sollen aber eine Tendenz für die Auslegung bei unterschiedlichen String-Topologien verdeutlichen.

Viel Erfolg,
hgf
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