PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon Helios » 17.10.2012, 22:57

Hallo KFI,

schau mal, der Lieblingshersteller von Orange Upsolar gibt die Temperaturkoeffizienten Mpp-Spannung/Strom an. Das ist gar nicht mal so selten, machen auch andere Hersteller. Trotzdem noch zu wenige....

Gruß Helios
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon KFIGmbH » 17.10.2012, 23:13

Jetzt wird es ja immer seltsamer:
Bei Upsolar ist der prozentuale T-Koeffizient unterschiedlich:
Bei Uoc = -0,32%
Bei UMPP =- 0,42%

Kann mir jemand mal aus technischer Sicht erklären, wieso da überhaupt ein Unterschied ist.

Eure Angabe (Moduldatenbank) zur MPP-Spannung bei 70 Grad hat übrigens den Tkoeff für Uoc herangezogen. Daher glaube ich erstmal nicht an die -0,42% für UMPP.
Ich gebe einfach mal zu bedenken: es handelt sich hier um Chinesen!
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon Helios » 17.10.2012, 23:55

...korrekterweise müsste man die 70°C mit dem TK-Umpp berechnen, man kann aber nur etwas berechnen, wenn man auch die entsrechenden Werte hat. Deshalb greifen wir zur Krücke mit dem TK-Leerlaufspannung. Wie gesagt, leider geben nur wenige Hersteller den TK der Mpp-Spannung an.

Warum sich die TK's Leerlauf und Mpp unterscheiden kann ich nicht sagen, werde mich mal schlau machen. Der TK Umpp muss aber in der Nähe des TK Nennleistung liegen, da der TK-Impp (fast) vernachlässigbar ist. (genauso wie der TK des Kurzschlussstroms). Eventuell rechnet Sunny-Design, wenn der TK Umpp nicht vorhanden ist, mit dem TK-Nennleistung und setzt für den fehlenden TK Impp einen geringfügigen Ersatzwert ein. Das weiß ich aber nicht genau. Zumindest dürfte mit der Einbeziehung des TK-Nennleistung das Ergebnis Mpp-Spannung 70°C näher dran sein, als mit dem TK-Leerlaufspannung.

Gruß Helios
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon KFIGmbH » 18.10.2012, 07:54

Hast du irgendwo eine Kurvenschar von Lastkennlinien zu unterschiedlichen Temperaturen?
Ich hab im Web nur was von Kyocera gefunden, wo man aber nichts genaues erkennen kann!
Da schaut es aber fast so aus, als ob die absolute Differenz zwischen 2 Uoc- und 2 UMPP-Punkten ziemlich gleich ist (fast paraller Verlauf der Kurven die in dem Bereich ja fast Geraden sind).
Also dann wäre es auch richtiger so wie es SMA und PVSol macht und von Steca, Aurora und in der hier vorhandenen Moduldatenbank werden zu hohe Spannungen bei 70 Grad vorgegaukelt.
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon kalle bond » 18.10.2012, 10:16

KFIGmbH hat geschrieben:Jetzt wird es ja immer seltsamer:
Bei Upsolar ist der prozentuale T-Koeffizient unterschiedlich:
Bei Uoc = -0,32%
Bei UMPP =- 0,42%

Kann mir jemand mal aus technischer Sicht erklären, wieso da überhaupt ein Unterschied ist.

Eure Angabe (Moduldatenbank) zur MPP-Spannung bei 70 Grad hat übrigens den Tkoeff für Uoc herangezogen. Daher glaube ich erstmal nicht an die -0,42% für UMPP.
Ich gebe einfach mal zu bedenken: es handelt sich hier um Chinesen!


Die Zahlen sollte man durchaus ernst nehmen, es sind schließlich die Angaben des Herstellers.
Bei vielen Herstellern gibt es nur die drei Werte - TK für Uoc / Isc / Pmpp.
In früheren Datenblättern habe ich auch Umpp gefunden, teilweise mit gleichen Werten, aber auch leicht unterschiedlich.
Weist vielleicht auf ein stärkeres "Einknicken" der Leistung bei hohen Temperaturen hin, hat also etwas mit der Eigenschaft der eingesetzten Solarzelle zu tun.

Ich sag es nicht gern - ist keine Erfindung der Chinesen. :D
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon KFIGmbH » 18.10.2012, 13:45

Also, ich habe gleich eine Antwort von SMA bekommen (super Support übrigens), die ich nachfolgend hier reinkopiere.
Es ist wohl tatsächlich so, dass man - bei fehlenden Werten zur MPP-Spannung, was ja meistens der Fall ist -

die temperaturbedingte Spannungsdifferenz für die Leerlaufspannung ausrechnen muss
und dann von der MPP-Spannung abzieht


Das verweundert etwas, aber die Indizien weisen in die Richtung (z.B. der deutliche Unterschied im prozentualen Tkoeff. bei upsolar und evergreen zischen UMPP und Uoc).

@Helios: das bedeutet, dass Eure Angabe zur UMPP bei 70°C nicht richtig wäre....
Dann liegen aber etliche WR-Auslegungsprogramme wohl falsch (zumindest von steca und Power-One).

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Hallo Olliver,

da es bei diesen Modul nur einen Temperaturkoeffizient der Leelaufspannung gibt (wie bei den meisten Modulen)

bezieht sich dieser auch immer auf die Leerlaufspannung .



Siehe Berechnung:

Leerlaufspannung 37,12V x 0,34% = 0,1262V / °C = 126,2mV / °C (prozentualer und absoluter Wert sind hier identisch)

Somit ergibt sich folgende Berechnung:

37,12V bei 25° Crad

Differenz zwischen 70° und 25° Crad = 45°Crad

45° Crad x 0,1262V pro Modul = 5,679V pro Modul



UmppV bei 25° Crad = 30,21V

Strring Umpp bei 70° Crad = 30,21V-5,68V =24,53 x 13 Module = 318,90V (min.PV-Spannung)




Wird jedoch vom Hersteller ein Temperaturkoeeffizienten auch für die MPP Spannung angegeben wird dieser herangezogen (wie z.B. bei Evergreen E-S-B-190-fa1/fb1)

Dann sieht die Berechnung anders aus:



UmppV bei 25° Crad 17,4V x 0,47% UmppV koeef. = 0,0818V / °C = 81,8mV / °C (der Prozentwert und der absolute Wert ist somit auch immer identisch)



Somit ergibt sich folgende Berechnung:

UmppV 17,4V bei 25° Crad

Differenz zwischen 70° und 25° Crad = 45°Crad

45° Crad x 0,0818V pro Modul = 3,681V pro Modul



UmppV bei 25° Crad = 17,4V

String Umpp bei 70° Crad = 17,4V-3,681V = 13,72 x 13 Module = 178,35V (min.PV-Spannung)



Die Berrechnung der max. PV-Spannung pro String bei -10° Crad muss jedoch auch hier mit der Leerlaufspannung koeff. errechnet werden.





Fazit:

Habe ich nur den Temperaturkoeffizienten der Leerlaufspannung somit muss der Differenzwert von 45° Crad über den Wert der Modulleerlaufspannung errechnet werden.

Habe ich jedoch auch den Temperaturkoeffizienten der MPP -Spannung somit wird der Differenzwert von 45° Crad über den Wert der Modul – MPP -Spannung errechnet werden



Siehe Beispiel Evergreen:





Bei Fragen kannst einfach melden.

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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon Retrerni » 17.04.2013, 20:40

KFIGmbH hat geschrieben:das ganze mit 13 multipliziert (13 Module) ----> 351V PASST, da die min. Eingangsspannung 350V ist (und keine Verschattung vorliegt).

Tja, da machst Du hier aber schon den nächsten Fehler. Die 350 V sind die Hersteller-Angabe der minimalen Eingangsspannung angegeben üblicherweise bei 230 V Netzspannung. Nur leider hält sich die Netzspannung selten an den Nominalwert. Die Angabe ist (bei einem rein sinusförmigen Netz) zu erklären durch 230 V * sqrt(2) + nötige Regelreserve (üblicherweise bei Volllast). In diesem Fall also etwa 25 V Regelreserve.
Wäre die lokale Netzspannung jetzt 250 V, würde man also eine minimale MPP-Spannung der Module von 378 V benötigen und nicht nur 350 V (bei einstufigen Topologieen).
Das hatte ich auch irgendwo schon mal geschrieben (sieht man auch als "MPP-Fehler" im ein oder anderen Photon-Bericht).

Ciao

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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon cbr-manuel » 17.04.2013, 22:03

Ich habe beim Fronius auslegungsprogramm auch gesagt bekommen das ich an den IG Plus 30 höchstens 11 Schott ASI Protect 105 schalten darf. Laut Taschenrechner und Tk passen aber auch 12 da ich bei 25Grad nie auf 600V käme und wenns noch kälter sein sollte ists eh nie Hell genug.

Weis jemand wieviel Watt/qm wir haben wenn die Modultemperaturen im Bereich von 75grad kommen? verändert das nicht uch die Spannung etwas?
27x ASI Protect 105, Fronius IG30+ 45° Süd
30x ASI Protect 105, Fronius IG30+ 20/30° Süd
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon KFIGmbH » 17.04.2013, 22:21

Ohje, da hast du aber was falsch gemacht!
Die Spannungsobergrenze ist vorgegeben durch die Leerlaufspannung bei -10 Grad (für Deutschland, je nach Gegend und Dachausrichtung, sollte man ggf mit tieferen Temperaturen rechnen).
Und das ist sehr wichtig, weil du durch Überschreitung den WR gefährdest.
Die Untergrenze ist dagegen nur ertragsrelevant!
Zuletzt geändert von KFIGmbH am 17.04.2013, 22:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: PV-Sol nimmt den falschen T-Koeffizienten

Beitragvon Retrerni » 17.04.2013, 22:23

Bei der Leerlaufspannung wird aber nicht mit 25°C gerechnet sondern mit -10°C (Standortabhängig auch z.B. -20°C), und da können schon deutlich höhere Spannungen auftreten. Wobei die meisten Geräte, die zwischen 500 und 600 V zulässiger, maximaler Leerlaufspannung haben, wohl besser nie mit mehr als 550 V zuschalten sollten.

Ciao

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