News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von pvplaner2010 » 15.02.2012, 17:30
Großverbraucher werden dabei von den Netzgebühren befreit und die Kosten auf die Allgemeinheit umgelegt, also auf Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen. Bundesweit geht es allein in diesem Jahr um einen Betrag von 440 Millionen Euro. http://www.b4bschwaben.de/nachrichten/a ... 12989.htmlAb April stehen somit bundesweit neue Preisrunden an. Darüber sollten man reden, statt über die Kappung der Förderung.
Sonnige Grüße
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pvplaner2010
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von PV-Berlin » 15.02.2012, 18:20
Die Netzgebühren die große Verbraucher bisher bezahlt haben, sind aber nicht gleichzusetzen mit den Kosten/Umlage der Netze die sie nutzen. Man hat bisher die Kosten auf die kWh umgelegt was ja so nicht stimmen kann. Es macht ja einen gewaltigen Unterschied, ob ich 30 kW Dauerlast habe oder punktuelle 30 kW. Dazu kommt das Unternehmen für die Strom eine zentrale Bedeutung hat unmittelbar in die Nähe der Erzeuger sich platzieren oder die Erzeuger sich deren Nähe suchen. Ginge es nach den reinen Kosten, dann wäre die kWh für eine Oma auf der Alm weit ab eines Kraftwerkes schon sehr viel teurer. Richtig wäre es wenn man die Netzkosten an der Leistung auslegt die maximal vom Netz abverlangt wird. Selbst relativ kleine Großverbraucher müssen Auflagen ihrer EVU erfüllen die einen normalen Haushalt nicht interessieren müssen, obwohl sie diese verursachen. Dazu kommt das der überwiegende Teil der stromintensiven Industrie schon 40 Jahre oder länger am Netz hängt und eher weniger als mehr Strom verbraucht. Und das die beim Bau der Netze (Anschluss) auch noch zur Kasse gebeten wurden (ersatzweise Steuerzahler) sei auch noch erwähnt.
Ich sage das im vollen Bewusstsein. Das war eine goldrichtige Entscheidung. Ökonomisch richtig und überfällig. Auch wenn es die Regierung bestimmt nicht aus den ökonomisch richtigen Gründen getan hat. Die Wirkung ist zudem mehr als gewollt, die kleinen und mittleren Verbraucher, die auch die wahren Verschwender sind , bekommen immer mehr Druck zu reagieren.
Es glaubt doch nicht einer ernsthaft, dass ein Unternehmen welches im XXX TWh Bereich Rechnungen bekommt, sich nicht ernsthaft mit dem Thema Strom sparen beschäftigt. Da machen schon 0,1% weniger p.A. Spaß. Was ich fast täglich im Bereich mittlerer Verbraucher sehe, das gruselt einen. Ob Strom oder Wärme, da wird verballert was geht. Spricht man das an, wird gesagt: "das legen wir doch um!"
Also ich meine > 30 Cent für den Privaten und 20 Cent (da Netto) für die Gewerbefirma sollten die Schmerzgrenze darstellen, wo endlich die Vernunft einsetzt.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von Karsten » 15.02.2012, 19:35
Hallo PV-Berlin,
da möchte ich sanft widersprechen. Wenn ich mich richtig an meine Elektrizitätsvorlesung erinnere (bitte ggf. korrigieren, da dies schon 10 Jahre her ist), werden die Netznutzungsgebühren aus verschiedenen Komponenten für die Spannungsebenen zusammengesetzt. Konkret gibt es eine HS-Komponente, die sich aus den Kosten der Hochspannungsnetzes ergibt, eine MS- sowie eine LS-Komponente. Vereinfacht läuft das nach dem Prinzip: Im HS-Bereich eines Netzes fallen pro Jahr x Euro an Kosten an und es laufen y kWh darüber, also ergeben sich x/y Euro/kWh. Das ganze rechnet man noch mit den beiden anderen Komponenten (also MS und NS) bzw. mit den Komponenten, die in dem betrachteten Netz zu finden sind. Es ergibt sich dann, vor allem auf Grund der extrem unterschiedlichen Leitungslängen, das Bild, dass die Kostenkomponenten sehr unterschiedlich hoch sind: Kosten (HS) << Kosten (MS) << Kosten (NS). Auf die Betrachtung der unterschiedlichen Netzbetreiberebenen gehe ich vereinfachend nicht ein.
Wichtig ist das Fazit: Industriekunden, die eh nur an das HS-Netz angeschlossen sind, zahlen sowieso nur die sehr geringen Kosten der HS-Netznutzung. Aber sie zahlen auch halbwegs verursachergerecht (das einer 42 km neben einem Kraftwerk steht und ein anderer marktbedingt eher 420 km bleibt wahrscheinlich relativ unberücksichtigt).
Kurzum: Die Befreiung ist meiner Meinung nach grober Unfug.
Viele Grüße Karsten
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von amoss » 15.02.2012, 19:59
Ich meine,
egal wie das berechnet wird, eine solche Befreiung kann nur kontraproduktiv sein. Was nichts kostet, ist nichts wert und wird entsprechend behandelt. Ohne Konsequenzen, ohne finanziellen Druck geht in der Wirtschaft gar nichts von selbst.
Wer Strom verbraucht, den andere bezahlen, wird also niemals mit der notwendigen Nachdrücklichkeit Strom sparen. Umgekehrt bedeutet es für die, die den Strom anderer bezahlen müssen, dass sie für ihre Sparsamkeit auch noch bestraft werden. Das alles ist das Gegenteil von verursachergerechter Belastung der Stromverbraucher.
Genau das aber brauchen wir, damit der hohe Wert des Stromes auch anerkannt und entsprechend mit Strom sorgsam umgegangen wird.
MIt anderen Worten: Die Befreiung verhindert, dass eine unserer größten Stromquellen angezapft wird, nämlich der sparsame Umgang mit Strom.
Und komme mir niemand damit, dass die Befreiung doch Arbeitsplätze oder preisgünstige Produkte sichert! Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass stromintensiv hergestellte Produkte eben teuerer gemacht werden - wer so was braucht, muss halt - verursachergerecht - auch den Strom dafür bezahlen.
Auch die Nachfrage nach solchen Produkten würde dann vielleicht sinken, doch das genau passt wiederum nicht in unsere globalisierte Wachstumswelt hinein, weshalb es von der Politik auch nicht gewünscht ist.
Das ist DER Punkt für mich, an dem das ganze System krankt. Produkte mit vorgefertigtem Zerfallszeitpunkt ohne Reparaturmöglichkeit zur Ankurbelung des Umsatzes sind die extremen Auswüchse dieses Systems. Sinnlose, negative und verschwenderische Praktiken in der Wirtschaft nur damit man global mit noch unvernünftigeren Nationen mithalten kann.
Nachhaltigkeit und Vernunft passen in solche Gedankengebäude nicht hinein.
Gruß, amoss
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von darwin » 15.02.2012, 20:25
Richtig - Die Industrie profitiert vom Energienetz. Wenn es nicht so wäre, würde sie ihre eigene Kapazität aufbauen - sprich selbst erzeugen und verbrauchen.
Vermutlich aber keine PV und Wind - dafür müssten sie eigene Netze bauen um ihren Strom einzusammeln.
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von irgendwer » 15.02.2012, 22:04
Darüber sollten man reden, statt über die Kappung der Förderung.
Man sollte im Hinblick auf die Elektrifizierung der Wirtschaft auch darüber reden, dass das EEG wenigstens teilweise durch die 100% importierten Brenn- und Treibstoffe (insbes. Öl und Gas für Heizungen und Transport) finanziert wird.
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von Chiemseer75 » 15.02.2012, 22:13
Vielleicht hätte man die Industrie nicht noch weiter entlasten sollen?? Aber ich gebe zu bedenken,dass die Industrie und der Mittelstand in Deutschland unsere Steuer und Beschäftigungsquelle ist.
Vetreibt man die Industrie aus einem Land so ist das der Anfang vom Ende des Wohlstandes im Land.
Deutschland muss bei der Industrie aufpassene den Bogen der Energiekosten nicht zu überspannen, denn wenn wir hier schon sehr hohe Lohnkosten und vor allem Lohnnebenkosten haben, dann müssen wir nicht auch noch die höchsten Energiekosten haben. Desweiteren gebe ich zu bedenken, dass diese "Engerigesubventionen" an die Industrie etc. vermutlich doppelt und dreifach zurück kommt in Form von Steuern und Sozialabgaben!!
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von GAST » 15.02.2012, 23:30
@amoss nahezu 100% Zustimmung von mir!!
@chiemseer75 Die Großindustrie zahlt nicht dort ihre Steuern wo die Gewinne eigentlich anfallen, sondern dort wo man ein Büro in einer "Steuerspargegend" betreibt...siehe Ikea, die fahren große Gewinne in Deutschland ein, schieben die Kosten aus dem Ausland nach Deutschland weil sie hier die besten möglichkeiten des Abschreibens gefunden haben, gleichzeitig werden die Gewinne in ein anderes Land geschoben wo man die niedrigste Steuerlast findet. Bei anderen großen Konzernen ist das nicht wirklich anders!!
Einzig deine Sorge um den Mittelstand verstehe ich, denn der ist der eigentliche Jobmotor und Steuerzahler in Deutschland, profitiert aber kein bisschen vom MOE und zahlt fast ausnahmslos die komplette EEG-Umlage. Zudem stehen die "Lenker" mit allem was sie haben für IHRE Firma ein, sie müssen Entscheidungen treffen die Existenzbedrohend sein können.
@PV-Berlin Großkonzerne und Energiesparen??? Das sind in vielen Bereichen aber 2Paar Schuhe... Mag sein das die Firmen das nach aussen propagieren und sie sich auch Gedanken ums sparen machen...aber von vielen Mitarbeitern auch aus den Führungsbereichen wird der Gedanke nicht gelebt, sie verhindern auch nicht die Verschwendung die in ihrem Bereich gelebt wird... Da gibt es Mitarbeiter die drehen den "Wasserhahn" voll auf weil sie beim letzten mal nach dem öffnen milchiges Wasser hatten,,,was deren Meinung nach Kalkablagerungen sind...*da frage ich mich wie die das zuhause handhaben?? Licht ausschalten oder Wasser unter der Dusche abdrehen während man sich einseift ist genauso "uncool" was stört mich die Rechnung für den Chef?? "DIE" zahlen ja eh nichts für den Strom oder das Wasser.
Es wäre eine ganze Menge mehr möglich wenn das Energiesparen in den Firmen gelebt werden würde!! Eine einmalige "Ideensammlung" mit Verlosung von Energiespargeräten reicht da bestimmt nicht um ein Umdenken bei den Mitarbeitern dauerhaft zu fördern.
Gruß Jörg
Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden! H.Schmidt ex Kanzler EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!Daheimhttp://www.solarbetreiber.de/
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von solarlux » 16.02.2012, 09:46
amoss hat geschrieben:damit der... Wert des Stromes auch anerkannt und entsprechend mit Strom sorgsam umgegangen wird.
Interessant zu deuten. Was soll "sorgsam" in der Praxis bedeuten? Sorgsam lt. PV-Einspeisekurve wäre ja, sich möglichst optimal nach der PV-Einspeisung auszurichten, ggf. in Anlehnung an die Windenergie-Einspeiseverhältnisse. Oder in Anbetracht der regionalen bzw. überregionalen Netzsituation, sprich mindestens in Abhängigkeit von der Tageszeit und dem Wochentag und der Wind/PV-Einspeisung. Das "sorgsam" nur auf PV-Strom zu beziehen, würde dann bedeuten in den Sommermonaten tagsüber ca. 10 mal mehr Strom zu verbrauchen, als im Winter, oder?
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von Chiemseer75 » 16.02.2012, 10:21
@GAST
deiner Meinung nach zahlt also Siemens,BASF,VW,BMW,Merzedes,Bayer,Wacker usw.usw. keine Steuern ???? Da kann ich dir nur vehement wiedersprechen!! Ein kleines Beispiel:Die reichste Stadt bei uns in dere Gegend ist Burghausen -->> Hauptsitz der Wacker Chemie Die Reichste Stadt Deutschlandweit ist angeblich Coburg --->> Hauptsitz von Huk Coburg Unsere Landeshauptsstadt München steht finanziell auch sehr gut da weil hier viele große Firmen ihren Sitz haben.
Die Stadt Traunstein ist finanziell nicht so gut gestellt --->> hier gibt es kein großes Industrieunternehmen !!! Dafür viele Schulen und Behörden --->> diese sind zwar auch wichtig aber sie zahlen keine Gewerbesteuer etc.
Das große Firmen keine Steuern in Deutschland zahlen halte ich für ein Märchen!!!!
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