Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetriebe

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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon amoss » 17.02.2012, 20:48

willswissen hat geschrieben:Habe zwar selbst 2009 eine Anlage bauen lassen, obwohl ich das Ende der garantierten Einspeisevergütung nach menschlichem Ermessen nicht erleben werde, sehe mich da aber eher als einen Ausnahmefall.

Hallo willswissen,

ich verneige mich vor dir und bedanke mich für dein Engagement! Hoffentlich werde ich spätestens in deinem Alter auch mal so ein Vorbild! Und wer so rege wie du ist, sich trotz hohem Alter eine PV-Anlage zulegt und in einem Forum wie diesem intensiv unterwegs ist, also ich glaube, so jemand hat die besten geistigen und hoffentlich auch körperlichen Voraussetzungen, die Statistik nach oben hin auszureizen und auch das Jahr 2029 noch gut zu erleben! :wink: Ich wünsche es dir und deiner Umgebung jedenfalls!

Zum Thema:
Was den Einwand von solarlux betrifft, ich kann ihn ja verstehen, aber er ist symptomatisch für die Misere unserer Staats- und Gesellschaftsstrukturen, einem Reflex aus grauer Vorzeit. Überall wird von Globalisierung gesprochen, aber dann doch Kleinklein lokal und national gegeneinander gehandelt. Ein Flickerlteppich von egoistischen Interessen statt eines freien, globalen Wirtschaftens. Entweder handelt und denkt man lokal, oder eben global. Da sich die Realtität für global entschieden hat, sollte man irgendwann auch global handeln und dazu gehört nunmal, dass sich die Verhältnisse mehr oder weniger schmerzhaft angleichen. Höhere Löhne in derzeitigen Billiglohnländern und niedrigere bei uns. Dazu gehört auch, dass es in der Übergangszeit zu Ausweichstrategien einzelner Unternehmen kommt.

Na und? Das gibt sich rasch und ist halt so, im Leben ist nunmal nichts umsonst, IRGENDWER MUSS IMMER bezahlen!
Und mal ganz neutral von außen betrachtet: Es ist doch gerechter und besser, der zahlt mehr, der viel hat und das sind nunmal wir in den saturierten Industrieländern. Wir haben lange über unsere Verhältnisse gelebt und werden jetzt wieder etwas auf die Realitäten unserer Welt zurechtgestutzt. Uns geht es trotzdem noch prächtig und überdurchschnittlich. Wenn sich jemand das leisten kann, dann wir.

Wie man an vielen Unternehmen sieht, gibt es welche, die TROTZDEM heimische Verantwortung beweisen, auf einen Teil der Gewinne verzichten und daheim bleiben. Andere wie Nokia ziehen wie ein Heuschreckenschwarm von Land zu Land, zocken die Förderungen ab und lassen doch wieder die Mitarbeiter und gastfreundlichen Staaten im Stich. Andere gingen in Billiglohnländer, stellten fest, dass es dort andere Nachteile gab und kehren sogar wieder zurück. Man sieht, das regelt sich und ich glaube, auf die einen kann man gut und gerne verzichten und die anderen, die Verantwortung zeigen, die werden langfristig auch durch wirtschaftlichen Erfolg belohnt.

Im Handelsblatt wurde es übrigens auch schon öfter thematisiert: Unternehmen, die nicht nur auf die Schnelle Mark aus sind, sondern nachhaltig sozial verantwortungsbewusst und ökologisch nachhaltig handeln, sind ökonomisch oft besonders erfolgreich! Es führt zu weit, das hier auszuführen, bin ja auch kein Experte, aber für mich zeigt das, dass man sich als Gesellschaft und Staat nicht jedesmal vor seinen Unternehmen in den Staub werfen muss, um sie zum Dableiben und Halten von Arbeitsplätzen anzuflehen. Unternehmen, Staat und Gessellschaft, das ist ein Geben und Nehmen, nicht nur ein Nehmen.

Auch wenn es für den Einzelnen manchmal weh tun kann, so kann man doch nicht Arbeitsplätze immer und überall als Totschlagargument hernehmen. Wir können uns nicht ewig vor der Globalisierung verstecken und müssen uns irgendwann anpassen. Dass das geht , und zwar durchaus mit vertretbarem Verhältnis zwischen Einschränkungen und neuen Chancen, das beweisen unsere vielen mittleren und großen international agierenden Unternehmen.
Es gab durchaus für viele Mitarbeiter Einschränkungen, Entlassungen, niedrigere Löhne - in anderen Bereichen aber das Gegenteil und insgesamt steht Deutschland heute prächtig da, das kann niemand verleugnen! Obwohl diese Unternehmen z.T. mehr Mitarbeiter im Ausland als bei uns beschäftigen!

Das Argument, Unternehmen zu subventionieren nur damit sie da bleiben, zieht für mich daher also nicht.
Gruß,
amoss

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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon Chiemseer75 » 17.02.2012, 21:36

amoss hat geschrieben:
Auch wenn es für den Einzelnen manchmal weh tun kann, so kann man doch nicht Arbeitsplätze immer und überall als Totschlagargument hernehmen. Wir können uns nicht ewig vor der Globalisierung verstecken und müssen uns irgendwann anpassen. Dass das geht , und zwar durchaus mit vertretbarem Verhältnis zwischen Einschränkungen und neuen Chancen, das beweisen unsere vielen mittleren und großen international agierenden Unternehmen.
Es gab durchaus für viele Mitarbeiter Einschränkungen, Entlassungen, niedrigere Löhne - in anderen Bereichen aber das Gegenteil und insgesamt steht Deutschland heute prächtig da, das kann niemand verleugnen! Obwohl diese Unternehmen z.T. mehr Mitarbeiter im Ausland als bei uns beschäftigen!

Das Argument, Unternehmen zu subventionieren nur damit sie da bleiben, zieht für mich daher also nicht.


Du schreibst wir müssen uns irgendwann anpassen??
Dir ist aber schon klar das unsere Energiepreise für die Industrie mit die höchsten Weltweit sind ???
Anpassen hieße die Preise für Energie müssen weiter runter für die Industrie!
Und wenn du von Anpassen schreibts und Globalisierung dann hieße das niedrigere Umweltstandarts, schlechtere Löhne, billigere Energie, willst du das wirklich??
Ich arbeite in der Industrie und kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln!!
Ach ja Deutschland steht heute prächtig da weil wir global tätige Unternehmen gepaart mit super inovativem Mittelstand haben!!
Und noch etwas ein Großteil des Mittelstandes bezieht seine Aufträge aus der Industrie!!
Macht man nun einen Teil der Industrie kaputt (Energieintensive Unternehmen) dann macht man zugleich auch einen großen Teil des Mittelstands kaputt!
Was ich die größte Frechheit finde ist den Unternehmen ihren Energiebedarf vorzuwerfen aber wenn das Zeug mit dem dreifachen Energiebedarf aus China kommt dann ist es okay??
Bestimmte Prozesse z.B. in der Chemie erfordern nunmal eine Menge Energie das geht nicht ohne genauso wie es in Stahlschmelzen nicht ohne geht oder Aluhütten usw usw usw.
Was bringt uns das wenn diese Unternehmen nach China abwandern, wo die Energie 1/3 kostet, da Staatlich subventioniert und wir dann die Waren von dort beziehen?
Also wer dafür ist den versteh ich beim besten willen nicht !!
Liebe Grüße
Chiemseer75

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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon amoss » 17.02.2012, 22:21

Chiemseer75 hat geschrieben:Du schreibst wir müssen uns irgendwann anpassen??

Gemeint sind vor allem Löhne und Gehälter. Und ja, wir und alle anderen auf dieser Welt müssen uns anpassen in einer globalisierten WElt, das ist doch klar, was denn sonst?

Glaubst du, die Löhne und Preise bleiben in den Billiglohnländern so niedrig? Sicher nicht! Und bei uns ist es eher umgekehrt.
Globalisierung bedeutet zwangsläufig Angleichung der Verhältnisse, eben einen Mischwert. Das haben die Globalisierungsförderer den Menschen nur nicht so deutlich gesagt.
Aber so ist die Realität. Allerdings schrieb ich "Misch" und nicht "Mittel"-Wert - denn die Angleichung muss nicht unbedingt "Mittelwert" bedeuten, sondern kann sich auch näher an die eine oder andere Seite entwickeln. Für die Extremränder, nämlich sehr hohe und sehr niedrige Löhne/Gehälter wird sich aber ganz sicher eine Änderung in Richtung Mittelwert ergeben.

Chiemseer75 hat geschrieben:Dir ist aber schon klar das unsere Energiepreise für die Industrie mit die höchsten Weltweit sind ???

Sicher, das hat aber eine Menge Gründe, z.B. überhöhte Steuern, Rohstoffmangel im eigenen Land etc.

Chiemseer75 hat geschrieben:Anpassen hieße die Preise für Energie müssen weiter runter für die Industrie!

Oder rauf in Ländern, wo Energie noch unrealistischer künstlich billig gemacht wurde als bei uns. Das hängt jetzt von der langfristigen Einsichtsfähigkeit der Menschheit ab. Irgendwer muss bezahlen, entweder künftige Generationen, andere Länder - daran führt in einer begrenzten Welt nunmal kein Weg vorbei. Energie aus Quellen, die nicht kostenlos und schadlos sind, ist niemals billig.
Je schneller wir hier die Energiepreise realisitisch gestalten, desto schneller werden sich Energieträger durchsetzen, die tatsächlich günstig sind. Ich persönlich denke da eben unter anderem an Solarenergie....

Chiemseer75 hat geschrieben:Und wenn du von Anpassen schreibts und Globalisierung dann hieße das niedrigere Umweltstandarts, schlechtere Löhne, billigere Energie, willst du das wirklich??

Von Wollen kann keine Rede sein. Ich sehe das alles losgelöst von meiner eigenen Situation, ganz neutral von außen.
Es ist übrigens auch kein Gesetz, dass es mit Standards, Preisen und Löhnen nur nach unten gehen muss, siehe oben meine Ausführungen zum Mischwert. Es kann sehr wohl dazu kommen, dass auch bisherige Entwicklungsländer intelligenter agieren und schneller zur Einsicht kommen, dass hohe Umweltstandards zwar teuer, aber langfristig billiger sind. Das aber wird sicher nicht von heute auf morgen geschehen.

Chiemseer75 hat geschrieben:Ich arbeite in der Industrie und kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln!!

Auf gut Deutsch: Du argumentierst aus deiner persönlichen Situation heraus, also nicht neutral von außen.
Also genau wie die Mitarbeiter der Atomindustrie!
Von außen betrachtet ist die Atomindustrie aber doch eine Sackgasse, auch deiner Meinung nach, oder?
Trotzdem bist du gegen Kernenergie!

Du siehst, die persönliche Betroffenheit kann unmöglich der Maßstab für eine vernünftige Entscheidung auf der Ebene einer globalen Energiewende sein!

Glaube mir, vieles von dem, was ich fordere, würde mich persönlich auch treffen, aber ich denke, man muss das Große Ganze im Auge behalten und hier richtig agieren. Zumdest in einer schadlosen Diskussion hier kann man doch hemmungslos darüber reden, was eigentlich richtig wäre - es hat ja doch keinen Einfluss auf die Realität, das ist ja das schöne, vielleicht aber auch das traurige.

Chiemseer75 hat geschrieben:Macht man nun einen Teil der Industrie kaputt (Energieintensive Unternehmen) dann macht man zugleich auch einen großen Teil des Mittelstands kaputt!

So ist die - nachvollziebare - Denke aus nationaler, lokaler Sicht. Wenn man aber jetzt mal wieder - in dieser Diskussion kann man das ja schadlos - die neutrale Position von ganz weit außerhalb einnimmt, z.B. mal vom Mond hinab auf die Erde, auf die Menschheit schaut, dann plötzlich ist das, was hier in Bayern, Deutschland passiert gar nicht mehr wichtig. Dann sieht man, dass da auf der Erde richtig viel getan und besser gemacht werden muss. Dazu gehört z.B. den Energiebedarf massiv einschränken.

Oder glaubst du, 9 Milliarden Menschen können genau so verschwenderisch leben, wie es bisher wir 500 Millionen Europäer und Amis getan haben?
Wer soll solche teuren Einspartechnologien entwickeln?
Doch nicht die Entwicklungsländer, die noch um ihr wirtschaftliches und soziales Überleben kämpfen, sondern wir, die etablierten Industrienationen, die bereits Jahrzehnte auf Kosten der Entwicklungsländer und nachfolgender Generationen in Saus und Braus gelebt haben.

Diese technologische Entwicklung hin zu sparsamem Energieeinsatz und/oder Gewinnung von wirklich günstigen, schadlosen Energieträgern KOSTET GELD, das uns aber keiner schenkt, sondern das wir bezahlen müssen.
Du, ich die Industrie.
Nur unter dem Kostendruck wird wirklich darauf hingearbeitet und ich wiederhole mich: wenn man ausgerechnet den größten Energieverbraucher und zugleich potentesten Entwickler neuer Technologien, der Großindustrie von diesem Kostendruck ausspart, dann bewegt sich auch nichts.

Chiemseer75 hat geschrieben:Was ich die größte Frechheit finde ist den Unternehmen ihren Energiebedarf vorzuwerfen aber wenn das Zeug mit dem dreifachen Energiebedarf aus China kommt dann ist es okay??

Bitte nicht persönlich werden. Es sind nur Buchstaben.
Wie kommst du übrigens darauf, ich fände es ok, schmutzige Ware aus China zu bevorzugen?

Chiemseer75 hat geschrieben:Bestimmte Prozesse z.B. in der Chemie erfordern nunmal eine Menge Energie das geht nicht ohne genauso wie es in Stahlschmelzen nicht ohne geht oder Aluhütten usw usw usw.

Richtig. Und warum dürfen die Produkte dann nicht teuerer sein?

Hier wird immer von der Kernkraft geredet und dass sie die wahren Kosten nicht enthält. Das ist doch hier GENAU SO der Fall!
Produkte, die viel Energie kosten, kosten doch auch umweltschädliche Energieträger wie Kohle. Sind sie aber trotzdem billig, bedeutete das doch nur, dass hier wie bei der Kernkraft die wahren Kosten verschleiert und auf Unschuldige umgesattelt werden. Kann das wirklich OK sein? Wenn du hier ja sagst, dann musst du auch für Kernkraft sein.

Nochmal, irgendwer bezahlt dafür, seien es nachfolgende Generationen oder andere Länder. Gerechter wäre es in meinen Augen, auch wenn es mich persönlich trittf, dass die Verursacher, also die Käufer solcher energieintensiven Produkte würden dafür bezahlen.

Billige (herkömmliche) Energie und in Folge billige energieintensive Produkte sind eine Illusion, eine Augenwischerei auf Kosten anderer. Findest du das wirklich so toll?

Chiemseer75 hat geschrieben:Was bringt uns das wenn diese Unternehmen nach China abwandern, wo die Energie 1/3 kostet, da Staatlich subventioniert und wir dann die Waren von dort beziehen?
Also wer dafür ist den versteh ich beim besten willen nicht !!

Es bringt gar nichts, wird weder von mir noch von sonst wem gewünscht. Es ist nur die Realität zur Zeit und in meinen Augen ist es eine vorübergehende Übergangserscheinung. Denn China nähert sich ja auch uns an, der Kostenvorteil schwindet rasend schnell und dann hat sich das Problem von ganz alleine. DA hast du mich völlig falsch verstanden.
Gruß,
amoss

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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon FeinerFug » 17.02.2012, 23:26

Chiemseer75 hat geschrieben:Was bringt uns das wenn diese Unternehmen nach China abwandern, wo die Energie 1/3 kostet, da Staatlich subventioniert und wir dann die Waren von dort beziehen?
Also wer dafür ist den versteh ich beim besten willen nicht !!


amoss hat eigentlich schon alles gesagt, also nur noch das: Was solls, wenn China 2/3 der Energiekosten für die Produkte die wir von da kaufen subventioniert. Das heißt doch nichts anderes, als dass sie uns Geld schenken. Was glaubst Du, wie lang sie sich das leisten können und wollen? Wenn wir unsere Energiepreise nicht künstlich runterrechnen, dann werden die Chinesen bald auf den Trichter kommen, das auch nicht mehr tun zu müssen, weil ja Luft nach oben ist. Aber wenn wir unseren Energieverbrauch subventionieren, bleibt denen ja auch nichts anderes übrig. Wenn wir unsere Löhne drücken, werden sie ihre noch weiter drücken. Anpassung nach unten dient nur ganz kleinen Kreisen, die davon profitieren.
Wir müssen uns nicht an Entwicklungsländer anpassen, (könnten wir sowieso nicht) sondern ihnen die Möglichkeit geben zu uns aufzuholen. Aber insgesammt wird das nur klappen, wenn wir unseren Resourcen-Verbrauch massiv einschränken. Und damit das nicht dzu führt, das wir auf den Stand eines Entwicklungslandes zurück fallen, müssen wir unser Hirnschmalz anstrengen, um sparen zu können, ohne massiv verzichten zu müssen.

Gruß,
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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon Solarstrom_Simon » 18.02.2012, 01:32

Fakt ist wenn einer nicht mehr macht fehlt die Solidarität. Trägt der Rest die ganze Last. Es fängt bei der EEG Umlage und Morgen geht die Firma zur Stadt uns sagt wir wollen irgendwas wegen den wegen den Arbeitsplätzen.
Also das Übliche....
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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon darwin » 18.02.2012, 01:53

FeinerFug hat geschrieben:
Chiemseer75 hat geschrieben:Was bringt uns das wenn diese Unternehmen nach China abwandern, wo die Energie 1/3 kostet, da Staatlich subventioniert und wir dann die Waren von dort beziehen?
Also wer dafür ist den versteh ich beim besten willen nicht !!


amoss hat eigentlich schon alles gesagt, also nur noch das: Was solls, wenn China 2/3 der Energiekosten für die Produkte die wir von da kaufen subventioniert. Das heißt doch nichts anderes, als dass sie uns Geld schenken. Was glaubst Du, wie lang sie sich das leisten können und wollen? Wenn wir unsere Energiepreise nicht künstlich runterrechnen, dann werden die Chinesen bald auf den Trichter kommen, das auch nicht mehr tun zu müssen, weil ja Luft nach oben ist.


Die Chinesen subventionieren ihre Produkte in der Absicht Industriekapazität anzuziehen. Sie machen bewusst damit die Konkurrenz kaputt. Das ganze Spiel wurde über die unterbwertete Währung und zu lasten der Umwelt getrieben. In der PV läuft es über direkte Subventionen und ein Imitat des EEG - das die Chinesen jetzt bei 1500 Euro/Kwp auf den Weg bringen. Dtl. als *Vorreiter* steckt schon mit 100 Mrd drinne - schon bezahlt bzw. gesetzlich garantiert auf 20 Jahre.

Erfolgreich. Die Chinesen bringen ihre Wirtschaft über die nächsten 2 Jahre und haben dann defakto Technologie (billig aufgekauft aus der Konkursmasse aka *Partnerschaften*) und die Kapazität im eigenen Land. Dazu einen Markt in Dtl der auf die PV eingeschworen ist.
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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon FeinerFug » 18.02.2012, 10:33

darwin hat geschrieben:Die Chinesen subventionieren ihre Produkte in der Absicht Industriekapazität anzuziehen.

Komisch, und ich dachte die Befreiung der deutschen stromintensiven Industrie wär genau das gleiche.

darwin hat geschrieben:Dtl. als *Vorreiter* steckt schon mit 100 Mrd drinne - schon bezahlt bzw. gesetzlich garantiert auf 20 Jahre.

Na, haben wir nicht in letzter Zeit einige 100 Mrd in viel sinnlosere Projekte verballert. Deutschland kann sich diese 100 Mrd (auf 20 Jahre verteilt) leicht leisten. China konnte das vielleicht nicht.

darwin hat geschrieben:Erfolgreich. Die Chinesen bringen ihre Wirtschaft über die nächsten 2 Jahre und haben dann defakto Technologie (billig aufgekauft aus der Konkursmasse aka *Partnerschaften*) und die Kapazität im eigenen Land. Dazu einen Markt in Dtl der auf die PV eingeschworen ist.

Hey, was solls. Wenn die Chinesen dafür sorgen, dass der Erzeugungspreis einer kWh PV-Stroms auf 5ct oder weniger sinkt, haben wir (= die Welt) unser Ziel genau so erreicht, wie wenn die Deutschen das getan hätten. Unser Platz in der Entwicklung ist nicht, durch überstarke Industrie und einen exorbitanten Aussenhandelsüberschuss andere Länder auszubluten, sondern durch sinnvolle Entwicklungen die Umweltzerstörung einzudämmen. Und wenn wir Wege finden mit weniger Resourcenverbrauch immer noch angenehm zu leben, werden die Chinesen uns das bestimmt auch bald nachmachen. :D

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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon darwin » 18.02.2012, 11:44

Selbstverständlich spielt es keine Rolle, wenn die Industrieproduktion abwandert. Völlig egal, solange man in Dtl. Finanzprodukte und andere Dienstleistungen verkaufen kann. Machen die Briten und Amis ja auch so, den Erfolg sieht man.

Es ist das gute Recht der Chinesen auf ihre Interessen zu schauen. Nur sind die Interessen der Chinesen nicht die unseren.

Wenn du eher an billigen T-Shirts interessiert bist, dein Problem - Anschliessend aber zu jammern das die Arbeitsplätze abwandern ist wohl dämlich. Oh und natürlich ist es die Schuld des Westens wenn in China niedrige sozial und Umweltstandards gelten, weil wir ja China als Werkbank missbrauchen.

100 Mrd mit denen die PV-Industrie in China subventioniert wurde, Dummheit wird bestraft, davon ist Dtl. nicht ausgenommen.
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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon GAST » 18.02.2012, 12:38

darwin hat geschrieben:100 Mrd mit denen die PV-Industrie in China subventioniert wurde, Dummheit wird bestraft, davon ist Dtl. nicht ausgenommen.


Gut das die ersten "kostenintensiven" Jahre kaum ein Modul aus China kam....die chinesischen Module kamen doch erst wirklich in 2009 auf hohe Marktanteile...

Was man aber nicht vergessen darf, die Modulkosten sind nicht zu 100% für die Kosten verantwortlich....im Moment machen diese eher <50% aus....
Bei den WR dürfte es ja noch so sein das die meisten wohl aus Deutschland (z.b. SMA) und vom Rest der größte Teil aus Europa kommen....Montagegestelle aus China?? Wohl auch eher nicht!
Monteure dürften auch zu einem überwiegenden Teil in Deutschland ihre Sozialabgaben zahlen....

Was man aber nicht vergessen darf, OHNE die chinesische Ware wären wir heute niemals bei Anlagenpreisen unter 2000€/kWp für europäische Ware :wink:

Also erfreut euch das die KP die deutsche Energiewende subventioniert :danke:

Gruß
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Re: Strompreis: Umlage für energieintensive Industriebetrieb

Beitragvon FeinerFug » 18.02.2012, 12:49

darwin hat geschrieben:Selbstverständlich spielt es keine Rolle, wenn die Industrieproduktion abwandert. Völlig egal, solange man in Dtl. Finanzprodukte und andere Dienstleistungen verkaufen kann. Machen die Briten und Amis ja auch so, den Erfolg sieht man.

Es ist das gute Recht der Chinesen auf ihre Interessen zu schauen. Nur sind die Interessen der Chinesen nicht die unseren.

Wenn du eher an billigen T-Shirts interessiert bist, dein Problem - Anschliessend aber zu jammern das die Arbeitsplätze abwandern ist wohl dämlich. Oh und natürlich ist es die Schuld des Westens wenn in China niedrige sozial und Umweltstandards gelten, weil wir ja China als Werkbank missbrauchen.

100 Mrd mit denen die PV-Industrie in China subventioniert wurde, Dummheit wird bestraft, davon ist Dtl. nicht ausgenommen.


Sorry darwin, aber wir beide werden wohl nicht zusammenkommen.

Ich glaube einfach nicht, dass die komplette Industrie abwandern würde, nur weil sie ihre echten Energiekosten zahlen müssten. Im Gegenteil, die chinesische Industrie hätte dann auch mehr Luft nach oben um sozialer und umweltfreundlicher zu werden.
Und das Totschlagargument Arbeitsplätze, das bringt doch jeder Hinz und Kunz, sobald er irgend eine Subvention haben will.

Nein, ich bin nicht an billigen T-Shirts interessiert. Ich bin daran interessiert zu wissen, was mich ein Produkt wirklich kostet, wenn ich es kaufe, um es zu verbrauchen. Und wenn ich darüber hinaus dann auch noch wirklich über die echte Qualität dieses Produkts informiert würde, dann könnte ich eigenverantwortlich enntscheiden, ob ich es wirklich haben will oder nicht.
Und die 100 Mrd die fließen doch nicht komplett nach China. Das ist ja wohl das Geld, das bisher in die PV gesteckt wurde und da haben doch deutsche Firmen (und teilweise ja auch deutsche PV-Anlagenbesitzer und auch der Staat über Gewerbe- , Einkommens- uns sonstige Steuern) fett mit verdient. Und haben gedacht, das geht immer so einfach weiter. Und selbst, wenn die nächsten PV-Anlagen nur noch aus chinesischen Modulen bestehen werden, werden immer noch deutsche Firmen (z.B. die Solateure) mit verdienen. Oder kommen dann auch gleich die chinesischen Arbeitertrupps mit aus dem Container gesprungen? (Und vorher werden die chinesischen Planer eingeflogen, um sich mein Dach anzuschauen und mir ein Angebot zu machen.) Und wenn sie das tun, hab ich auch nichts dagegen, solange sie genau so gut bezahlt werden wie deutsche Arbeitertrupps und auch die entsprechenden Abgaben hier bei uns leisten müssen.

Ich sehe grad, GAST hat auich was dazu geschrieben. Der ganze Beitrag völlig meine Meinung.

GAST hat geschrieben:Also erfreut euch das die KP die deutsche Energiewende subventioniert :danke:

Ja, das seh ich auch so.

Gruß,
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