Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

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Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon lichtblick » 17.07.2012, 00:47

Die Sonne schickt keine Rechnung, ein Argument das nicht von der Hand zu weisen war. Viele haben es schon kommen sehen, Spanien macht den Anfang, mal sehen wann sie sich in Deutschland dazu was einfallen lassen...

"Spanien: Neue Steuern für regenerativen Strom
Panorama 16. Juli 2012
Im Zuge der spanischen Schuldenkrise hat Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy weitere Belastungen für den Energiesektor angekündigt, die vor allem die Erneuerbaren treffen. Damit reißen die Hiobsbotschaften für die Branche der regenerativen Energien in Spanien nicht ab. Nach der Aussetzung der Förderung Anfang des Jahres sollen die Erzeuger regenerativen Stroms künftig saftige Sondersteuern auf jede produzierte Kilowattstunde des Ökostroms zahlen. Nach den Plänen der Regierung beträgt dieser Steuersatz für die Photovoltaik 19 % und die Windkraft 11 %. Damit will der Staat jährlich rund eine Mrd. € einnehmen. Die übrigen grünen Energien werden mit Sätzen zwischen 3 % (kleine Wasserkraft) und 13 % (solarthermischer Strom) besteuert, was dem Staat 230 Mio. € bringen soll. Damit leisten die regenerativen Energien fast den gleichen Anteil wie die konventionellen mit 1,4 Mrd. €. Die Kernkraft erhält als Kompensation eine Verlängerung der Laufzeiten um zehn Jahre.

„Während die konventionelle Stromwirtschaft die Belastungen an den Verbraucher weitergeben kann, ist das etwa für die Photovoltaikbetreiber, die ja eine feste Vergütung erhalten, nicht möglich“, sagt Mischa Bechberger, Sprecher der spanischen erneuerbare Energienvereinigung APPA aus Barcelona. „Nach den rückwirkenden Kürzungen der vergangenen Jahre wird das für viele Betreiber der Todesstoß sein.“ Auch die Präsidentin des Windkraftverbandes AEE, Rocío Sicre, spricht von einem „finalen Schlag“ gegen die Branche, der die Realisierung neuer Windparkprojekte in Spanien mehr als in Frage stelle.

Oliver Ristau"

Quelle:

http://www.sonnewindwaerme.de/content/s ... iven-strom
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon open source energy » 17.07.2012, 00:52

Grundsätzlich ist das doch nicht so schlecht! Wenn die EEs einen Beitrag zur Konsolidierung leisten. AKW Betreibern hat man ja auch eine Brennelementesteuer aufs Auge gedrückt. Eine neue Steuer ist doch nichts besonders, Änderungen während der Betriebszeit sind eben unter dem Ausdruck unternehmerisches Risiko abzuheften.

Und es ist nicht in jeder Branche so, dass man neue Auflagen (Sicherheit, Umwelt, Steuern) auf die Kunden umlegen kann.
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon Sonnenking » 17.07.2012, 09:10

open source energy hat geschrieben:Grundsätzlich ist das doch nicht so schlecht! Wenn die EEs einen Beitrag zur Konsolidierung leisten. AKW Betreibern hat man ja auch eine Brennelementesteuer aufs Auge gedrückt. Eine neue Steuer ist doch nichts besonders, Änderungen während der Betriebszeit sind eben unter dem Ausdruck unternehmerisches Risiko abzuheften.

Und es ist nicht in jeder Branche so, dass man neue Auflagen (Sicherheit, Umwelt, Steuern) auf die Kunden umlegen kann.



Dann fordere ich ebenfalls eine zusätzliche Steuer auf den Umsatz der Solarteure, mit der Einschränkung diese nicht auf Ihre Kunden abwälzen zu dürfen, weist du denn überhaupt was du hier schreibst !
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon open source energy » 17.07.2012, 09:14

Sonnenking hat geschrieben:

Dann fordere ich ebenfalls eine zusätzliche Steuer auf den Umsatz der Solarteure, mit der Einschränkung diese nicht auf Ihre Kunden abwälzen zu dürfen, weist du denn überhaupt was du hier schreibst !


JA klar.. schau doch mal bei meinen Infos nach da steht was ich betreibe, und ich wäre davon bestimmt ordentlich betroffen!

z.B. ist der Aufwand für die Fertigmeldung "NACHTRÄGLICH" geändert worden... Mit dem Kunden hatten wir aber schon einen Preis vereinbart, soll ich jetzt zum Kunden gehen und ihm erzählen, dass wir durch Abstimmungen etc. 2h länger gebraucht haben?
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon PV-Berlin » 17.07.2012, 09:25

Na OSE! Die Steuer ist im Kern (Begründung) falsch! Es ist immer noch Unsinn dass der Treibstoff der EE Sonne oder Wind wären. Der Treibstoff ist billiges Geld! Und wie kommt es zu billigen Geld? Eben, ein sehr geringes "unternehmerisches Risiko" und eine sehr stabiles Umfeld! (Zinsen und Inflation)

Ich werde seit dem ich hier bin, ständig mit wechselnden "Orden" behangen, weil ich 10 (12) Jahre als maximalen Anlagehorizont (Abschreibung) und einen Zinssatz von 7,5% (6%) als untere Grenzen einziehe bei meinem Entscheidungen.

Sollte der Deutsche Finanzminister auch auf eine so glorreiche Idee kommen, können wir uns den Umstieg auf die EE abschminken und zwar endgültig! Wenn wir unternehmerische Renditen der Realwirtschaft zum Ansatz bringen, dann ist PV 2.0 in so weite Ferne, das selbst das Hubble-Teleskop das nicht mehr verorten kann.

Die "Idee" am Ende die EE zu besteuern (Steuerbelastung 45% plus) tut nicht weh und ist im Kern auch angemessen. Ich verstehe überhaupt nicht, was man daran ändern sollte? Arbeit zu besteuern und nicht den Ertrag am Ende, ist das Grundübel unserer Staatsverschuldung.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon Estomil » 17.07.2012, 09:29

Gut das ich damals vor zwei drei Jahren nicht in Spanien eingestiegen bei den Traumhaften rendieten die da noch zu erziehlen waren. Durch die rückwirkenden Sonderkürzungen sind ja eh schon viele Anlagenbetreiber in die Insolvenz gerückt.
Mit dieser maßnahme wird dann auch der letzte Anlagenbetreiber der eine Anlagenfinanzierung gemacht hat insolvenz anmelden.
Die zwei großen probleme die dadurch entstehen will in der Regierung anscheinend keiner sehen:

1. Massiver vertrauensverlust. Wer noch Geld in Spanien hat geht ins Ausland. Wer will schon investieren wenn der Staat einem Rückwirkend die Daumenschrauben ansetzten kann
2. Wiedermal etliche mrd die durch Banken finanziert wurden und nun nicht zurückgezahlt werden können. Die eine mrd Steuereinnahmen stehen vermutlich in keinem verhältnis zu den aufwendungen, die für weitere Bankenrettungen betrieben werden müssen.

unfassbar
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon nautica » 17.07.2012, 09:53

In den vergangenen Jahren haben die spanischen Energieversorger Reuters zufolge ein Defizit von 24 Milliarden Euro aufgebaut, da sie über zu wenige Kunden verfügten, um ihre Kosten für die Energieproduktion zu decken. In diesem Jahr werde das Defizit voraussichtlich um weitere 6,5 Milliarden Euro wachsen, wenn nicht die entsprechenden Maßnahmen ergriffen würden. Mit den neuen Abgaben will die spanische Regierung dies verhindern.

(quelle photovoltaik.eu)

Ich verstand diesen Satz nicht ganz.
Red Electrica macht noch Gewinn. - das ist wohl der zuständige ÜNB.
Iberdrola macht auch Gewinn, Endesa (zB 11 Mio Kunden) macht auch Gewinn.
Trotz der Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken (Repsol als Ölunternehmen macht auch gut Gewinn) wird nicht daran gedacht dort etwas stärker Steuern zu erheben. (oder die Gewinne der Gesellschaften zu versteuern, die solche Anlagen betreiben)

Dann spuckt google so etwas aus: http://www.renewableenergyworld.com/rea ... n-projects

For over a decade, the Spanish government has prevented utilities from charging consumers the true costs of electricity. In other words, the final price paid by both large and small electricity buyers has been kept artificially low , in an arguably misguided attempt to contain inflation, protect consumers, and maintain the competitiveness of Spanish industry.

Deutschland reduziert die Belastungen der Industrie, weil Spanien reduziert, weil Deutschland reduziert, weil Spanien reduziert .... (oder so ähnlich) :roll:
Ein weiteres "Race to the bottom" innerhalb der EU (Amazon.de sitzt in Liechtenstein, Apple zahlte ~10% Steuern weltweit bei ca. 30Mrd € Gewinn zB via Irland)

PS: Die ~1 Millarde Steuerschulden der Fussballclubs sind natürlich auch tabu.
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon Theoden » 17.07.2012, 11:25

open source energy hat geschrieben:Grundsätzlich ist das doch nicht so schlecht!


Nicht so schlecht? In Spanien sollen von heute auf morgen und für die nächsten ca. 25 Jahre 19% der versprochenen Vergütung einfach weggesteuert werden - und zwar bei allen Anlagen, die bereits in Betrieb sind. Und das, nachdem bereits 2010 rückwirkend für fast alle Bestandsanlagen ca. 15% bis 30% der Vergütung gestrichen worden ist (je nach "Klimazone"). Für fast alle fremdfinanzierten Anlagen bedeutet dieser neuerliche Schlag nichts anderes als die Insolvenz.

Zudem ist es doch vollkommen sinnfrei, wenn der Staat eine Prämie in Höhe von X auslobt, und davon irgendwann später dann Y wieder wegsteuert. Warum setzt er die Prämie dann nicht gleich auf X minus Y fest?

Was dort in Spanien passiert, ist schlicht eine rückwirkende Enteignung der Investoren. Und der Genickbruch für künftige Investitionen in Erneuerbare Energien. Es hängen auch große Adressen wie die Deutsche Bank mit drin, die nun betroffen sind. Die werden vielleicht auch in anderen Sektoren vorsichtiger im Angesicht solcher Maßnahmen. Das wird lange nachwirken! Und vermutlich ist es für Investitionen in EE auch so gewollt...

Die PV soll übrigens 19% vom Umsatz weggesteuert bekommen, Solarthermie 13%, Wind 11% und die Atomkraftwerke kommen mit 4% davon. Was ist das denn für eine seltsam systematische wirkende Willkür? Grundsätzlich nicht so schlecht!? :evil:

Sonnige Grüße,
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon open source energy » 17.07.2012, 13:29

@ Theoden

über die Höhe kann man sicher streiten. Mir ging es um einen grundsätzlichen Gedanken und nicht um die Höhe!
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Re: Steuern für Regenerativen Strom in Spanien- das Aus?

Beitragvon Theoden » 17.07.2012, 13:59

open source energy hat geschrieben:@ Theoden

über die Höhe kann man sicher streiten. Mir ging es um einen grundsätzlichen Gedanken und nicht um die Höhe!


Zudem ist es doch vollkommen sinnfrei, wenn der Staat eine Prämie in Höhe von X auslobt, und davon irgendwann später dann Y wieder wegsteuert. Warum setzt er die Prämie dann nicht gleich auf X minus Y fest?

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