News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von fede » 23.01.2012, 19:33
Hallo miteinander,
ich wollte nur eben einwerfen, dass ich sowohl spanisch spreche, als auch in Spanien lebe und mich seit 6-7 Jahren mit dem Thema Photovoltaik beruflich beschäftige. Ich könnte also bei der einen oder anderen konkreten Frage zur Interpretation des gültigen Gesetzes behilflich sein.
Ich halte einige der Ansätze aus diesem Thread für goldrichtig und kann mich sehr wohl mit ihnen identifizieren.
Es fehlt oftmals ganz einfach an Vertrauen. Wie in einer der vorangegangen Nachrichten beschrieben, ist es von immenser Bedeutung welchen Bezug man zu den Anwohnern (Stromabnehmern) pflegt. Dies entscheidet in aller erster Linie über den Erfolg vor Ort, so wie ich ihn mir vorstelle.
Ich habe vor im Laufe der nächsten Monate ein oder zwei Ansätze dir mir so ebenfalls durch den Kopf gingen in die Tat umzusetzen.
Um vieles in Eigenregie zu verpacken, bevor man den einen oder anderen Geldgeber mit hinzu zieht (oder auch nicht), fehlt mir zur Umsetzung praktisches Know How von Partnern/Tüftlern die selbst im Besitz einer (Insel) Photovoltaikanlage sind, die all die tagtäglichen Problemchen aus dem FF kennen, und die sorgfältigen/gewissenhaften Elektriker die schon etlichen Herausforderungen gestrotzt haben. Kurz und knapp: es fehlt an Unterstützung an allen Ecken und Enden.
Ich bin seit 16 Jahren in Spanien, habe auch hier studiert und meine zukünftige Frau ist Spanierin.
Ich denke eine recht gute Sicht auf die Dinge vor Ort zu bieten. Ich leiste die notwendigen Arbeiten vor Ort, d.h. die notwendigen Gespräche mit Anwohnern, Gemeinden, Vereinen, Hotels. Kontakte zu etlichen Planungsbüros, Montageunternehmen, Großhändlern und Investorengruppen bestehen zwar, aber es soll sich ja viel mehr in Eigenregie entwickeln. So weit möglich soll die Wertschöpfung lokal stattfinden. Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Gewünscht sind grundsätzlich nur Unternehmer die sich mit "Renditen" unter 8% zufrieden geben. Das ist jetzt sehr lapidar gesagt, aber ich denke es ist klar was ich zum Ausdruck bringen möchte.
Wichtig ist, dass besonders in Spanien die Stromselbstversorgung mittels PV Sinn macht und langfristig zum Erfolg führt. Wichtig ist dabei ein gesundes Wachstum zu fördern.
Benötige ich die Sicherheit des bestehenden Stromnetzes muss ich dafür einen angemessenen Preis bezahlen (so viel zu dem Netzentgelt). Wird die Technologie so günstig, dass ich es mir leisten kann auf die Sicherheit des bestehenden Stromnetzes zu verzichten, da ich es selbst sicherstellen kann, pues, umso besser.
Spanien ist dafür in einer privilegierten Lage aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung. Die hohen nationalen Stromimporte (zumeist Atomstrom aus Frankreich) und die unglaublich hohe Arbeitslosigkeit unterstützen ebenfalls bei der Bestrebung. Einige der hier angedachten Konzepte bieten genau an diesen Punkten Besserung und eine Bereicherung für die ganze Gemeinde und jeden einzelnen.
Ich sage: so weit es möglich ist (durchschnittl. 1.200-1.400 kWh / kWp!!!!!!!), weg von der Abhängigkeit des EEG und weg von der Abhängigkeit der 3G.
Ist es sinnvoll, dass wir erst warten müssen, damit uns ein Gesetzesbeschluss sagt: das hat Erfolg? Der Schlüssel ist der direkte Bezug zum Stromverbraucher. Der muss bestehen. Den möchte ich einbringen. Alles andere muss doch durch die richtige Ansammlung von Personen mit fachbezogenen Know How und Ressourcen umzusetzen sein, richtig?
Jede Menge Arbeit, für zu wenige motivierte Pioniere.
In meiner unmittelbaren Umgebung ist der Gedankenaustausch mit ähnlich interessierten und motivierten Personen äußerst begrenzt. Ich würde mich freuen vielleicht auf diesem Wege auf einige Mitstreiter zu stoßen.
Saludos, Fede
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von bskf » 23.01.2012, 21:14
Hi, werden denn die Netzbetreiber verpflichtet sein, Kunden mit Net-Metering-Regel anzunehmen? Und sind Tarife vorgeschrieben oder den Netzbetreibern überlassen? 'kann kein Spanisch und die Frage wurde im Thread zwar bereits aufgeworfen, eine AW konnte ich aber nicht finden. Danke vorab für die Info  Grüße bskf
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von fede » 24.01.2012, 00:13
@ bskf, Also wenn ich es richtig interpretiere, steht bezüglich der Vergütung noch garnichts fest. Laut "Disposición adicional segunda", hat das Industrieministerium ab Veröffentlichung des neuen Dekrets im BOE (08.12.2011) 4 Monate Zeit, die technischen, administrativen und die ökonomischen Konditionen für den Eigenverbrauch auszuarbeiten und einen Vorschlag gegenüber der Regierung abzugeben. Das heißt noch nicht, dass dann auch direkt das dazu passende Gesetz verabschiedet und veröffentlicht wird. Ich denke zwar nicht, dass sie sich 4 Monate Zeit lassen werden. Aber nach meinen Erfahrungen in Spanien seit dem RD 436/2004, über das 661, hin zum 1578 traue ich mich keine Voraussagen mehr zu treffen Mit angrenzender Sicherheit wird es eine Verpflichtung für den Netzbetreiber geben die Kunden mit Net Metering genauso aufzunehmen wie die, die ohne Net Metering einspeisen. Noch steht dazu aber nicht explizit in dem Gesetz: RD 1699/2011 vom 18. November veröffentlicht am 8.12. im Amtsanzeiger. Auch die Tarife werden mit angrenzender Sicherheit festgeschrieben, oder als Prozentsatz zu dem Börsenpreis oder sonstiges in Verbindung gebracht. Noch steht dazu aber nichts im o.g. Gesetz. Es bleiben ein Haufen Fragen bestehen. Gibt es denn noch weitere Dokumente dazu? Oder wartet man noch gespannt was nun als nächstes kommt? Grüße, Fede
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von PV-Insel » 28.01.2012, 10:24
Wollte keinen neuen thread eröffnen, aber es gibt Neuigkeiten in Spanien: Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien werden auf unbestimmte Zeit (aber "temporär") ausgesetzt. Betroffen sind nur Projekte, die noch keine feste Einschreibung erhalten haben, also alle bestehenden und genehmigten Anlagen sind nicht betroffen. Das bedeutet das Aus (ich denke das endegültige Aus) für PV 1.0 in Spanien. Bzgl. PV finde ich diese Regelung nur konsequent, vorausgesetzt, das neue Gesetz mit der Eigenverbrauchsregelung wird verabschiedet. Ich könnte mir keine vernünftige Koexistenz zwischen PV 1.0 und PV 2.0 (oder PV 1.1 - wie auch immer man das net-metering nennen will) vorstellen. Für Windkraft, KWK usw. ist diese Regelung aber sicher ein böser Nackenschlag und natürlich auch für alle PV Unternehmen, die sehr festgefahren auf die Einspeisevergütungen ausgerichtet sind (bzw. waren).
Grüße
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von Spekulatius » 28.01.2012, 10:44
Hallo PV-Insel, halt die Ohren steiff, es geht jetzt um durchhalten! Ich sehe es genauso wie Du, es gibt keine friedliche Koexistenz zwischen der PV 1.0 und der PV 2.0. Eher bremst die 1.0 die 2.0 aus, da alle Partein versuchen die Förderungen doch noch mitzunehmen und auf Biegen und Brechen unter den Deckel zu rutschen. PV 2.0 ist im Anmarsch. Das ist jetzt nicht Geschwätz sondern bezieht sich auf konkrete Verhandlungen, die zwischen Banken und Regierung laufen. 500 MWp pro Jahr für Spanien ist ohnehin ein Witz. http://www.gestampsolar.com/es/negocio/ ... a-solar-pvDer Spekulatius P.D. Es gibt Leute die machen hier sogar Urlaub: http://www.renewableenergymagazine.com/ ... %E2%80%9D/
Keine Gewähr auf Seriösität. Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
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von Captain Trunk » 16.05.2012, 14:24
Moin zusammen,
weiß schon jemand, ob sich hier in Spanien etwas getan hat, habe sehr großes Interesse.
Kann man schon einspeisen? Oder wenigstens einen Antrag stellen?
Zurzeit schenke ich nämlich meinen zuviel produzierten Strom der Endesa...
Gruß
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von PV-Insel » 17.05.2012, 17:12
Hola capitano,
Leider noch keine Neuigkeiten, aber prinzipiell sollte es sich nur noch um Wochen handeln bis das Gesetz verabschiedet wurde; mit welchen Haken und Ñsen werden wir dann sehen. Tut natürlich weh, den Üerschuss an Endesa zu verschenken (oder Iberdrola oder wer auch immer), wie viel Leistung hast du denn installiert und wo?
Grüße.
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von Captain Trunk » 20.05.2012, 20:01
Moin, na auf der PV-Insel Mallorca, die Anlage hat 1,8 KWp und macht an guten Tagen so 14KW, die brauch ich natürlich nicht, vielleicht die Hälfte, den Rest bekommt die Endesa geschenkt.
Seit zwei Jahre versuche ich es hinzubekommen normal einzuspeisen, hab es aber jetzt aufgegeben, da sich herausgestellt hat, dass die Anlage zu klein ist und sich der bürokratische Aufwand nicht lohnt (Firma gründen, Rechnung stellen, Steuererkärung usw.), also verbrauche ich, was ich verbrauchen kann und der Rest geht an die Endesa.
Das Netz einfach als Speicher nutzen zu können wäre für mich ideal.
Dann werde ich noch eine Weile warten auf die Dinge die da kommen.
Vielen Dank für Deine Antwort.
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von JayM » 20.05.2012, 22:23
Captain Trunk hat geschrieben:Moin, na auf der PV-Insel Mallorca, die Anlage hat 1,8 KWp und macht an guten Tagen so 14KW, die brauch ich natürlich nicht, vielleicht die Hälfte, den Rest bekommt die Endesa geschenkt.
Hallo Captain Trunk, gibt es auf Mallorca gute zuverlässige Solateure? Irgendwelche Empfehlungen? Was kosten Anlagen im 3 - 5 kWp Bereich bei Euch so? Was sind die Bedingungen für den Netzanschluß (technisch, nicht Vergütung)? Gruß Jochen
14,8 kWp, 80 Solar Fabrik 150/10A 185 Wp, Fronius IG 150 Plus 23 kWp, 96 Bosch cSi 60M 240 Wp, Danfoss TLX+ Pro 55 kWp, 282 Frankfurt Solar 195 Wp, Danfoss TLX+ Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH
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