Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

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Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon Spekulatius » 20.10.2011, 01:46

Anti-Dumping Klage wird in USA eingereicht weil die Handelsstrategie der Chinesen den Deutschen angeblich schnuppe ist.

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie ... 18337.html
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie ... 18316.html

Aber liess der Sonnenkönig nicht auch mal über eine längere Zeit bei Suntech auftragsfertigen?

Und wieso muss er die Klage unbedingt vor der Veröffentlichung der katastrophalen Q3-Zahlen einreichen? Man könnte doch aus versehen die Zahlen mit den Machenschaften der Chinesen in Zusammenhang bringen!

Und wieso schafft es Solarworld nicht, ein Modul mit mehr als 250 Wp herzustellen? Hängt der Fluch des Ching Chong über dem Sonnenkönig?

Fragen über Fragen.

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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon futureman » 20.10.2011, 06:38

So langsam werden die deutschen Hersteller peinlich. Jahrelang umgarnen sie deutsche Politiker mit günstigen Solarstrompreisen in der Zukunft und kommt steht das Ziel vor der Tür (allerdings mit anderen Gewinnern als von ihnen geplant) soll die Tür zugemacht werden.
Die ostdeutschen Solarfirmen haben bis zu 50% Zuschuss (nicht Kredit) bekommen und beschweren sich jetzt über günstige Kredite in China (die manche Produzenten dort nicht mal abrufen). Nur weil sie sich nicht mit der Regierung anlegen will (spielt wohl zu oft Golf mit denen) und änliche Bedingungen in Deutschland fordert.
Unser Ziel ist es möglichst günstig Solarstrom zu erzeugen und rein sportlich würde ich sagen, der bessere gewinnt.....
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon funky63 » 20.10.2011, 07:49

futureman hat geschrieben:So langsam werden die deutschen Hersteller peinlich. Jahrelang umgarnen sie deutsche Politiker mit günstigen Solarstrompreisen in der Zukunft und kommt steht das Ziel vor der Tür (allerdings mit anderen Gewinnern als von ihnen geplant) soll die Tür zugemacht werden.
Die ostdeutschen Solarfirmen haben bis zu 50% Zuschuss (nicht Kredit) bekommen und beschweren sich jetzt über günstige Kredite in China (die manche Produzenten dort nicht mal abrufen). Nur weil sie sich nicht mit der Regierung anlegen will (spielt wohl zu oft Golf mit denen) und änliche Bedingungen in Deutschland fordert.
Unser Ziel ist es möglichst günstig Solarstrom zu erzeugen und rein sportlich würde ich sagen, der bessere gewinnt.....


100 Prozent Zustimmung. Na klar kann man auch mal gegen die Konkurrenz juristisch vorgehen wenn es sein muss. Aber man sollte es nicht übertreiben.
Das kommt mir hier doch sehr übertrieben vor. Herr A. Ist jetzt intensivst in seinem Laden gefordert. Es war klar, dass die Konkurrenz knallhart wird.
Solarmodule sind eben ein Produkt wie gemacht für China. Dieses Gerede von "Wirtschaftskrieg" ist blödsinn. Alle die Möchtegern-Unternehmer hier in D, die noch nie in einer schwierigen Situation waren, sollten jetzt mal ihren Arsch zusammenkneifen und sich durchbeißen lernen. Das macht mir die größten Sorgen, dass nun das große Jammern anfängt und Sündenböcke gesucht werden...

Es wird Zeit, dass wir uns mal von China was abgucken. Die Menschen da können auch was.
Gestern hier im Tierheim Berlin beim Abladen von Modulen zugeschaut. Welche Marke ist keine echte Überraschung: Yingli.
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon sonnentau » 20.10.2011, 08:36

Ich kann nur hoffen das viele hier ,die ihr Geld damit verdienen bald merken wie die Preise anziehen und eine Vergütung immer weiter sinkt.In einem Land wo es keine Wertschöpfung mehr gibt ist auch bald keine Kaufkraft mehr da.Da gilt nicht nur in der Pv Branche.Zur Zeit wird ja unter Herstellungskosten auch in China produziert.Mal sehen wenn die Module auf dem Markt erscheinen wo an allem gespart wurde.Ich freu mich schon auf das Gejammer!Mit Wettbewerb hat das doch alles nichts mehr zu tun.
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon PV-Berlin » 20.10.2011, 09:14

Ein wenig differenzierter darf man die Dinge schon betrachten. Die Förderung der Produktionsstätten gab es, ohne Frage, es waren schon erhebliche Summen. Diese Förderung gibt es aber auch für Braunkohle Kraftwerke usw., also so ganz neu ist das nicht, dass neue Anlagen gefördert werden. Die gab es und gibt es in fast allen Ländern in gleichen oder ähnlichen Umfang.

Ohne das werten zu wollen, sind die Förderungen in der VR-China von einem ganz anderen Kaliber. Da wird der Strompreis subventioniert, Anlagen gefördert, günstige Investitionskredite, steuerliche Vorteile, regionale Zuschüsse, Grundstücke etc. und on Top noch umfangreiche Exportkredite in einem astronomischen Volumen zu Zinsen, von denen selbst AAA Konzerne nur träumen können, und das alles bei gleichzeitiger Abschottung des eigenen Marktes. Das gilt nicht nur für Solarmodule, sondern für alle Produkte. Mit Sportlichkeit hat das nun gar nix zu tun.

Aus der Sicht der KP ist das logisch und richtig, aus Sicht der EU schaut man wegen einiger Exporterfolge auf Teilgebieten einfach nicht so genau hin. Ein ähnliches Schicksal wird dem Maschinenbau und andere Industrien alsbald treffen. Der Handelsüberschuss der VR China beruht eben nicht auf Wettbewerbsfähigkeit, sondern auf Subvention und Abschottung. kein einziges Autos aus China würde in China zu verkaufen sein, wenn die westlichen Unternehmen freie Hand hätten. Es gebe faktisch keine Chinesische Autoindustrie. Die Endfertigungskosten bei BMW liegen bei deutlich unter 7% und das im Premiumbereich. In der Industriefertigung ist der Faktor Montagearbeit zu gut wie kein Kostenfaktor. Durch täglich dümmliche Beiträge im Fernsehen, wissen das die Leute nur nicht. *Bitte einfach mal den Netto-Gewinn vor Steuern der BMW AG durch die Anzahl der Mitarbeiter teilen. danke

Der Deutsche neigt dazu Exoten und Ferne zu glorifizieren und seine eigene Leistung in den Boden zu stampfen.

Als VV der SW ist es seine Pflicht Klage zu erheben, um sich nicht den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, gegen die Interessen der Aktionäre still zu halten. Der Erfolg eines solchen Handels ist eher zweitrangig.

In D. muss man sich nun mal endlich entscheiden, ob man das viele Geld, dass man in die Lernkurve der PV investiert hat, also in Form einer funktionierenden Industrie, nun abschreiben möchte und damit die Früchte des Erfolges China zu überlassen gewillt ist. Dazu kommt die "unwesentliche" Frage , ob man in einer Schlüsselindustrie vom Exporteur zum reinen Importeur mutieren möchte.

Dieses Elend kann man sich schon heute im Bereich Onshore ansehen. Da wurden die technologisch führenden Unternehmen systematisch ausgesperrt, bis die Schrottbunden in China genug Barmittel und Volumen hatten, um sich prächtig in Technologie einzukaufen. Also ohne eigenes fundamentales Schaffen, wurde die KP zum führenden WKA Bauer auf der Welt.

Zu gute halten muss man der KP, dass sie den Kapitalismus voll umfänglich verstanden hat, ganz im Gegensatz zu Frau Merkel & und der angeblich wirtschaftsnahen FDP.

Man wird sich auf Freiheit und Bla bla zurückziehen, sämtliche PV Betriebe in D. werden andere Eigentümer finden oder verschwinden, soweit schon klar. Ich muss das nicht mal bedauern, denn F.A. und sein großes Maul wie seine SW haben für eines gesorgt! Und das ist mit Gold nicht aufzuwiegen, ----- Speziell er hat den Tanker die Leinen gekappt und nun nehmen sie große Fahrt auf!

Ich wette um jede Summe, das nach all den verpassten und weggeworfenen Chancen sich diese Player diesmal nicht abhängen lassen wollen. Genug Hirn haben sie auf jeden Fall, genug Geld schon lange und genug Markt power ohnehin. Selbst eine selten langsame Siemens wird noch aufspringen, da bin ich mir 800% sicher.

Am Ende wird es kein Rot-China Monopol geben in Sachen PV ! Das Energie Ding trift geradezu so vor Fett, den Happen nicht verpasst zu haben, das ist die Leistung des Großmauls. In solchen Zeiten braucht es wohl solche Leute. Seine persönliche Leistung ist mehr Wert als das übliche giftige deutsche Grün des Neides. Ein Denkmal sollte man dem Manne setzen, selbst wenn SW vor die Hunde gehen sollte. Und das schreibe ich als einer seiner gepflegten Intimfeinde.

Die Gründer des EEG 2000 und einige irre Unternehmer! Haben den Schmetterling den ersten Flügelschlag machen lassen, - der Orkan kommt.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon funky63 » 20.10.2011, 09:22

In der Welt herumzuklagen ist in diesem Fall reine Energieverschwendung. Mit dem Managementverhalten ist SW für mich genauso Pleitekandidat wie Q-Cells.

Man vergleiche die Situation mal mit den Vereinen der Fußball-Bundesliga. Ein Uli Hoeneß jammert auch nicht, weil einige Vereine in England oder Spanien mit Kohle nur so zugeschüttet werden. Bayern München stellt sich einfach ein auf die Situation und verfolgt seine eigene Strategie. Das ist sehr vernünftig und auch sehr erfolgreich. Geld ist eben nicht alles.

Ein Kapitän jammert auch nicht, weil am Horizont dunkle Wolken aufziehen. Das ist einfach die Situation, mit der er umgehen muss.

Die Firmen in D haben auch viele Wettbewerbsvorteile, die China nicht hat. Die muss man einfach nutzen und auf die eigenen Stärken bauen.

Und eine Leistung anerkennen und Wettbewerber zu respektieren ist ja auch etwas anderes als "glorifizieren"...
Zuletzt geändert von funky63 am 20.10.2011, 09:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon JschulzeP » 20.10.2011, 09:23

sonnentau hat geschrieben:Ich kann nur hoffen das viele hier ,die ihr Geld damit verdienen bald merken wie die Preise anziehen und eine Vergütung immer weiter sinkt.In einem Land wo es keine Wertschöpfung mehr gibt ist auch bald keine Kaufkraft mehr da.Da gilt nicht nur in der Pv Branche.Zur Zeit wird ja unter Herstellungskosten auch in China produziert.Mal sehen wenn die Module auf dem Markt erscheinen wo an allem gespart wurde.Ich freu mich schon auf das Gejammer!Mit Wettbewerb hat das doch alles nichts mehr zu tun.



Selbstverständlich ist das Wettbewerb!
Es ist nicht alles rosarot in der Wirtschaft !
Wer Jahrelang seine Gewinne verdoppelt kann auch mal Jahrelang Verluste einfahren .
Angebot und Nachfrage regelt das nunmal.
Zurzeit erscheinen auch Schweine als Schnitzel auf dem Markt die unter Herstellungskosten produziert wurden!
Die Qualität ist jedoch nicht gesunken!
Genauso wird es den Modulherstellern ergehen! Wieso sollte die Qualität sinken wenn dieselben Fertigungsstrassen verwendet werden die Module weiterhin zertifiziert werden und die Flashs stimmen ???
Da wirds kein Gejammer geben.
Allerdings wäre bei den günstigen Komponentenpreisen eine Zusatzversicherung für das Produkt in erwägung zu ziehen.

MfG Jochen
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon funky63 » 20.10.2011, 09:35

sonnentau hat geschrieben:Ich kann nur hoffen das viele hier ,die ihr Geld damit verdienen bald merken wie die Preise anziehen und eine Vergütung immer weiter sinkt.In einem Land wo es keine Wertschöpfung mehr gibt ist auch bald keine Kaufkraft mehr da.Da gilt nicht nur in der Pv Branche.Zur Zeit wird ja unter Herstellungskosten auch in China produziert.Mal sehen wenn die Module auf dem Markt erscheinen wo an allem gespart wurde.Ich freu mich schon auf das Gejammer!Mit Wettbewerb hat das doch alles nichts mehr zu tun.


Das Argument mit "unter Herstellungskosten produzieren" wird ja immer wieder genannt. Aber wo ist denn der Beleg dafür?
Scheint mir eher auch wieder so eine Ausrede zu sein. Die Yinglis, die ich mir gestern angeschaut habe, sehen absolut sauber gemacht aus.
Unsere Herren Möchtegernunternehmer und Sonnenkönige sollten mal jetzt wirklich aufwachen. Wenn sich schon jemand "Sonnenkönig" nennen lässt... :roll:

Und wenn ich schon lese, dass immer wieder das "Made in Germany" betont wird und damit Preisaufschläge gerechtfertigt werden. Da kräuselt sich bei mir alles.
"Made in Germany" haben die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen hart und sauer erarbeitet. Damals hat man noch nicht nach Bonis gegiert, sondern man hat die Ärmel hochgekrämpelt. "Made in Germany" draufkleben und schon glauben die Herren, das wäre ihre Leistung. :evil:

Mal sehen, ob noch gegen Bosch, Siemens, GE, Samsung und Co. geklagt wird, weil es ja "unfair" ist, dass diese Firmen mit geballter Kraft nun auch in das Geschäft einsteigen...
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon PV-Berlin » 20.10.2011, 09:44

Einen landwirtschaftlichen Kleinbetrieb (< 1.000 ha.) mit unbelasteten Feldern und Äckern mit einem Industriebetrieb zu vergleichen, ist sehr weit hergeholt. Schon die Mittelbeschaffung ist vollkommen anders gelagert.

Aber richtig! Nur jammern wäre zu kurz gegriffen und Vorteile die sich bieten zu nutzen ist sozusagen Pflichtprogramm!

Uli hat sich ganz prächtig in den 90 igern über die Italienischen Clubs aufgeregt.Heute ist der FCB der finanziell stabilste Club in Europa und das ganz ohne Figuren wie.....

Bitte die Klage und den aktuellen Kurs der SW nicht gleich mit einer möglichen Pleite in Verbindung bringen. Noch ist der Ausgang ungewiss.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Sonnenkönig zieht gegen China vors Gericht

Beitragvon open source energy » 20.10.2011, 10:03

Nach meiner Meinung nach geht das gar nicht. Die Autobranche in D wird ja auch Subventioniert. Zudem hätte der deutsche Staat ja auch noch mehr in die PV Forschung etc. stecken können.

Wollen wir uns jetzt auch noch darüber beschweren, dass wir zu wenig Geld in die Bildung stecken?

Wenn wir nicht erkennen wo die Zukunft liegt kann uns auch so ein Gesetzt nicht schützen, denn die Preise vieler deutscher Hersteller sind GRUNDSÄTZLICH zu hoch und das hat vorrangig was mit dem Thema Investition und Rückfluss zu tun und nicht zwingend was mit China vs. Deutschland.

Wir haben in Deutschland jegliche neue Technologie verpennt. bei uns gibt es kein IPAD kein IPHONE, kein Microsoft

Auto und Maschinenbau... Aber wird das für die Zukunft reichen? Die Mittel für die Bildung sind viel zu knapp und auch R&D reichen bei weitem nicht aus!
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