Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

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Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon eggis » 26.10.2011, 14:30

Früher war alles einfacher. Man kaufte Nachts billigen weil überschüssigen Grundlaststrom und füllte damit die Speicher, um mit diesen am Tage teuren Spitzenlaststom zu erzeugen.
Schattenseite der Sonnenkraft (drs.ch)
Wenn über Deutschland die Sonne scheint, ist Schweizer Wasserkraft nicht mehr gleich viel wert. Den Energiekonzernen entgehen so wichtige Einnahmen.
[...]
Denn je mehr Strom auf dem Markt ist, desto weniger will der Kunde dafür bezahlen. Und ein tieferer Preis bedeutet deutlich weniger Einnahmen. Stromhandelsexperten wie Morten Vesterdal vom grössten Schweizer Stromhändler Alpiq Trading gehen dabei von Grössenordnungen von 20 bis 30 Prozent aus.

Wenn im nächsten Jahr 17GW PV-Leistung die Börsenpreise tagsüber auf Nachtstromniveau drücken, werden die PSP-Betreiber tagsüber den Strom einkaufen müssen, um diesen zu den Spitzenzeiten am Morgen und Abend zu höheren Preisen verkaufen zu können. Je besser das funktioniert, desto sinnloser wird es Grundlastkraftwerke in der Nacht zu betreiben, da die Speicher schon am Tag gefüllt wurden.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon PV-Berlin » 26.10.2011, 15:26

Die Schweizer denken zu kurz! Wenn man den teuren Speicher gebaut hat (Becken) dann sollte es doch technisch kein Problem sein, diesen aufzurüsten.

Also wenn man jetzt 10 MW Turbinen Leistung hat auf ca. 10 h, warum nicht noch mal 20 MW zubauen. Dann reicht das Wasser für deutlich weniger Zeit , logisch, aber ich kann den Strom viel teurer Morgens und Abends auf Peak verkaufen, als wenn ich den für 5 Cent um die Mittagszeit verschleudern muss.

Das rechnet sich rasant schnell, da ich dann sozusagen 2 mal innerhalb von 24 h hoch pumpen und runter lassen kann.

Dem Meister handl spielt das in die Karten, nun hat er es sozusagen schriftlich, dass der PV Strom das Geschäft der "Grund-Dumm-Last-Kraftwerke" versaut.

Wenn wir in D. so weiter PV zu bauen, versauen wir allen unseren umliegenden Nachbarn noch das schöne Geschäft mit den in D. auch so hohen Strompreisen! *Börse
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon eggis » 26.10.2011, 15:42

PV-Berlin hat geschrieben:Also wenn man jetzt 10 MW Turbinen Leistung hat auf ca. 10 h, warum nicht noch mal 20 MW zubauen. Dann reicht das Wasser für deutlich weniger Zeit , logisch, aber ich kann den Strom viel teurer Morgens und Abends auf Peak verkaufen, als wenn ich den für 5 Cent um die Mittagszeit verschleudern muss.

Die Idee mit der Leistungsnachrüstung ist gut. Aber nicht vergessen, dass auch die Transportkapazitäten verdoppelt werden müssen. Zumindest kann man den Speicher dann auch doppelt so schnell wieder laden.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon PV-Berlin » 26.10.2011, 16:02

Für so ein Rohr brauch ich doch wohl keine Umweltverträglichkeit- Prüfung und weiteren Unfug.

Über solchen Unfug von angeblichen Kaufleuten kann ich nicht mal mehr lachen. Da bekommen sie das Geschenk des Himmels (Rendite Turbo) und die jammern rum.

Ich dachte echt, die Schweizer fangen an Wasserkraftwerke zu bauen, die ca. 3.000 h bis 5.000 h Volllast-Kapazität haben. 4.000 h nur dumm zu fast für Null Wasser abzulassen, ist ja irgendwie Verschwendung. Solche Standorte sollte es in der Schweiz geben.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon Mühli » 26.10.2011, 16:11

Naja, so einfach ist das mit der "Rohrleitung" auch nicht.
Kommt auch immer sehr auf die Gegebenheiten an. Beispielsweise hat das geplante PSW in Riedl eine Anbindung an die Donau, also kein eigenes Unterbecken.
Dort ist die Ablassgeschwindigkeit und die Entnahmemengen sehr wichtig.

Aber an sich ist es natürlich richtig, möglich wäre es.

Gruß
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon eggis » 26.10.2011, 16:56

Upps, mit 'Transportkapazitäten' meinte ich die Stromleitungen vom/zum Pumpspeicher. Die zusätzliche Leistung muss ja auch abtransportiert werden.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon irgendwer » 26.10.2011, 17:53

Gemäss BFE haben die Schweizer Speicher eine maximal Kapazität von knapp 8800 GWh (im September/Oktober voll und im April/Mai leer) und die Wasserkraftwerke alleine haben eine maximale Leistung von 13.8 GW (die haben bereits heute eine tiefe Auslastung wenn man berücksichtigt, dass die Schweiz im Schnitt nur 6.8 GW benötigt und 2.5 GW Grundlaststrom ständig am Netz hängt). http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00 ... r_id=00765

Die Schweiz erhöht übrigens momentan die Pumpspeicherleistung um mehr als 4000 MW:
energiepolitik-f90/deutscher-strom-export-import-t55489-s10.html

Die PSP Betreiber jammern, weil sich die Preisspreizung wegen dem GuD-Zubau (Die EU hat in den letzten 10 Jahren knapp 120 GW Gasleistung dazugebaut: http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_docu ... s_2010.pdf) dem PV-Zubau und dem Abbau der Grundlastkraftwerke reduziert hat. Bis vor kurzem haben sie wohl immer noch von der Nuklearen Renaissance geträumt - ein regelrechtes Paradies für PSP und jetzt das...
Eigentlich müssten sie vor allem auch gegen GuD wettern - aber das können sie nicht gut, da diese Jammerlappen sie z.T. selbst betreiben (insbes. in Italien). Ausserdem betreiben seit Jahren PR gegen PV, da kommt das gerade recht:



Na ja, auf meine Mitleidsliste hat es die Schweizer Stromlobby noch nicht geschafft. Sie sitzen auf einem alten, längst amortisierten Kraftwerkspark mit fehlenden bzw. sehr geringen Brennstoffkosten, haben ein Strommonopol in der Schweiz - verkaufen über einen Drittel des Stromes allerdings nach Italien und speisen die Schweizer Bevölkerung mit billigem Importstrom ab und sitzen im Zentrum in Europa mit viel flexibler Leistung. Jetzt können sie halt vielleicht nicht mehr so Klotzen mit ihrer teuren PR gegen erneuerbare Energien und für Atomenergie - es gibt Schlimmeres.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon einstein0 » 01.11.2011, 13:45

Ja, wir kleinen Schweizer sind da ziemlich flexibel und werden (noch) nicht vom EU-Korsett eingeengt :mrgreen:
Wenn die erneuerbare Europhorie so weitergeht, können wir uns mit Grid Parity sogar die Doppeltarif- und Vierregisterzähler schenken.
Spätestens wenn die Elektromobilität ein ähnlich wirtschaftliches Drehmoment erreicht wie im Winter die Wärmepumpen, können die PV-Spitzen Südeuropas und die Wind-Spitzen Nordeuropas mit der Französischen AKW-Bandenergie gemischt werden. Dazu ist Laufenburg schon heute Stromdrehscheibe und wir haben ein gut ausgebautes Netzkommandosystem um unseren schweizerischen Bedarf elegant anzupassen. Der dezentral erzeugte Strom erübrigt sogar den Hals-über-Kopf-Ausbau der Hochspannungsnetze.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon PV-Berlin » 01.11.2011, 17:06

Wenn die Schweizer es geschickt anstellen, können sie ohne ein Gramm CO2 und ohne eigene Investitionen außerhalb der Wasserkraft sich versorgen. Alle befürchten ja ein wesentlich höhere Spreizung der Strompreise in Europa, da fällt das bisschen Strom der Schweiz einfach ab.

Vom Geldwäsche Land zum Stromwäsche Land, regulär, ökologisch und nach EU Recht gewollt.

Glückwunsch Schweiz. Und alles mit fast 100% eigener Wertschöpfung, dass ihr PV nicht wirklich mögt, bleibt daher verständlich.
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Re: Schweizer PSP-Kraftwerk-Betreiber jammern

Beitragvon irgendwer » 13.11.2011, 20:36

Wenn die Schweizer es geschickt anstellen, können sie ohne ein Gramm CO2 und ohne eigene Investitionen außerhalb der Wasserkraft sich versorgen.

Die Schweizer Stromkonzerne könnten, haben aber natürlich nicht das geringste Interesse daran:
http://www.energiestiftung.ch/aktuell/a ... etigt.html
SES hat geschrieben:Sieben Schweizer Stromkonzerne sind an insgesamt 70 ausländischen Kraftwerkprojekten beteiligt. Zum Teil sind sie im Bau, zum Teil in Betrieb. Produziert wird vor allem Strom aus Gas, Kohle und Uran (zu 98,7%). Werden alle Kraftwerkspläne im Ausland umgesetzt, so könnte die Gesamtproduktion der Schweizer Stromwirtschaft (161 TWh) den heimischen Verbrauch (57 TWh) fast dreimal decken.

Ein Schweizer Stromkonzern hat sich inzwischen mit Beteiligungen an ausländischen nicht-erneuerbaren Kraftwerken auf Pump auch gehörig verspekuliert (wahrscheinlich sind die Strompreise nicht wunschgemäss explodiert):
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaf ... 15334.html
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