PV 2.0 in Süditalien

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PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon Spekulatius » 29.01.2012, 19:58

Durchschnittstarife H1 2011, Gewerbe, Netto, bei unterschiedlichem Verbrauch (Eurostat):

<20 MWh/Jahr: 28,61 Ct./kWh
20-500 MWh/Jahr: 17,36 Ct./kWh
500-2000 MWh/Jahr: 15,28 Ct./kWh
2000-20000 MWh/Jahr: 13,00 Ct./kWh
20000-70000 MWh/Jahr: 12,2 Ct./kWh
70000-150000 MWh/Jahr: 10,2 Ct./kWh

Börse: 7,22 Ct./kWh (Durchschnittspreis 2011)

PV-Gestehungskosten Freifläche neben Industriegebiet @ €1300/kWp und 1600 kWh/kWp:

Busch (10 Jahre Laufzeit @7% Zinsfuss): 11,3 Ct./kWh
Busch mit 3% Eskalation p.a. : 9,9 Ct./kWh
Kollektor: 8,1 Ct./kWh

Demnach sind weitere Subventionen in Italien überflüssig und kontraproduktiv. Italien wird wahrscheinlich das Beispiel Spaniens folgen und bald die Subventionen für PV komplett aufgeben.

Der Spekulatius :mrgreen:

http://www.mercatoelettrico.org/En/Stat ... ntesi.aspx
http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui ... 05&lang=en
Keine Gewähr auf Seriösität. Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon pseudoruprecht » 29.01.2012, 20:14

Spekulatius hat geschrieben:Demnach sind weitere Subventionen in Italien überflüssig und kontraproduktiv. Italien wird wahrscheinlich das Beispiel Spaniens folgen und bald die Subventionen für PV komplett aufgeben.


Solange sie den Einspeisevorrang nicht aushebeln. :D

Erspart den Abgeordneten jedenfalls viel wertvolle Zeit, die sonst für das Popelesthema "Vergütungshöhe PV" alle paar Monate draufginge. 8)
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon GAST » 29.01.2012, 20:19

pseudoruprecht hat geschrieben:
Spekulatius hat geschrieben:Demnach sind weitere Subventionen in Italien überflüssig und kontraproduktiv. Italien wird wahrscheinlich das Beispiel Spaniens folgen und bald die Subventionen für PV komplett aufgeben.


Solange sie den Einspeisevorrang nicht aushebeln. :D

Erspart den Abgeordneten jedenfalls viel wertvolle Zeit, die sonst für das Popelesthema "Vergütungshöhe PV" alle paar Monate draufginge. 8)


Hallo,
richtig geplant und berechnet könnte man auch ohne Einspeisevorrang zurechtkommen!!
Aber du hast recht, es wäre ja eine Schande den in Italien eh schon knappen Strom nicht einspeisen zu dürfen weil man nicht nach einem EEG einspeist.

Ob die Italianer das auch schon wissen??

Gruß
Jörg
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Die FDP hat nur 3% Befürworter in Deutschland verursacht aber 50% der Kosten im Bundeshaushalt !!
Zitat von eggis!!
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon energyturnaround » 29.01.2012, 21:34

Kann mir mal bitte irgendjemand den Vorteil von Einspeisevorrang erklären?

So wie ich das verstehe ist es so, dass man an der Strombörse den Strom verkauft bekommt, der gekauft wird. Und welcher Strom wird gekauft? Der billigste innerhalb des benötigten Volumens. Und jetzt der springende Punkt: Wer würde produzieren, wenn "zu viel" Strom im Netz und der Strom Richtung null geht? Keiner der irgendwie abschalten kann.

Meine (schon öfter geäußterte Ansicht): Was macht es für einen Unterschied ob ich Strom verschenke oder meinen WR "abschalte"?

Ein Vorrang spielt doch nur eine Rolle wenn ich zwischen verschiedenen Erzeugern entscheiden kann, oder?! Wenn ja :arrow: dann zu viel Strom :arrow: Preise im Keller :arrow: man verdient ohnehin nichts!
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon pseudoruprecht » 29.01.2012, 22:01

energyturnaround hat geschrieben:Kann mir mal bitte irgendjemand den Vorteil von Einspeisevorrang erklären?

So wie ich das verstehe ist es so, dass man an der Strombörse den Strom verkauft bekommt, der gekauft wird. Und welcher Strom wird gekauft? Der billigste innerhalb des benötigten Volumens. Und jetzt der springende Punkt: Wer würde produzieren, wenn "zu viel" Strom im Netz und der Strom Richtung null geht? Keiner der irgendwie abschalten kann.

Meine (schon öfter geäußterte Ansicht): Was macht es für einen Unterschied ob ich Strom verschenke oder meinen WR "abschalte"?

Ein Vorrang spielt doch nur eine Rolle wenn ich zwischen verschiedenen Erzeugern entscheiden kann, oder?! Wenn ja :arrow: dann zu viel Strom :arrow: Preise im Keller :arrow: man verdient ohnehin nichts!


Ich versuche mal zu erklären. Wann ist ohne Einspeisevorrang der Preis an der Börse "null" (oer sogar negativ)? Wenn die, die es sich leisten können, eine Weile zu "null" (oder weniger) zu verkaufen, einfach nicht abschalten, um die, die es sich nicht leisten können (oder denen es egal ist) aus dem Markt zu drängen. Die großen Jungs machen "den Chinesen" - wenn man das so sagen darf.

In einem funktionierenden Markt bräuchte es tatsächlich keinen Einspeisevorrang, da gebe ich Dir recht. Aber so, wie die Dinge sind, braucht es das eben, um den Markt zum Funktionieren zu bewegen.
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon CFAR » 29.01.2012, 22:07

Ich denke, Du hast Recht. Ohne Einspeiseverguetung ist bei PV auch ein Einspeisevorrang unnoetig, denn PV-Strom hat in diesem Sinn keine Grenzkosten (ausser die Strompreise sind negativ). Man kann also jeden fossilen Energietraeger unterbieten und ist damit immer im Netz.

Wahrscheinlich wird man aber PV-Strom mit fester Verguetung weiter einspeisen muessen, denn eine Abrechnung minutengenau nach Boersenstrompreis koennte ziemlich komplex sein.
Sag Ja zu PV, aber Nein zum EEG! Sorry für die Tippfehler, ich bin Tabletuser.
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon JayM » 29.01.2012, 22:15

energyturnaround hat geschrieben:Kann mir mal bitte irgendjemand den Vorteil von Einspeisevorrang erklären?


Nur die durchschnittlichen Preise mit den theoretischen Gestehungskosten zu vergleichen bringt uns noch nicht zu PV 2.0. Man muß nämlich dann auch den gesamten Ertrag zu diesem (Durchschnitts-)Preis loswerden. Und das kann man nicht ohne Einspeisevorrang und Vergütung, die nicht nach dem klassischen Merrit-Order Prinzip bestimmt wird. Bei hohem PV Anteil geht nämlich genau zu den höchsten Ertragszeiten der Preis an der Börse systematisch gegen Null.

Fair ist aber trotzdem der PV einen Preis zu zahlen, der der nächstbesten Alternative entspricht (oder etwas weniger). Das wäre ohne PV erstmal ein Gasspitzenlastkraftwerk, gefolgt von Mittellast, gefolgt von Grundlast sofern diese auch verdrängt werden. Damit halte ich einen Vergütungssatz von +/- 10 c/kWh durchaus für angemessen. Allerdings muß man den Markt dann auch anders organisieren als nach dem klassischen Merrit-Order-Prinzip, weil PV zu bestimmten Zeiten den Markt dominieren wird und sich damit die tatsächliche Substitution anderer Kraftwerke an diesen Tagen nicht mehr im Marktpreis ausdrückt.

Ein weiteres Argument für den Einspeisevorrang ist die Machtfrage. PV ist in der Hand vieler kleiner Betreiber, die man als großer Energieversorger/Netzbetreiber ohne Einspeisevorrang wunderbar ausmanövrieren kann.

Bin gespannt was sich entwickeln wird. Ein Marktsystem mit M-O-Preisen ist meines Erachtens nicht die beste Lösung für ein System, dass sich an 100% EE annähern will.

Gruß
Jochen
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon energyturnaround » 29.01.2012, 22:47

JayM hat geschrieben:Fair ist aber trotzdem der PV einen Preis zu zahlen, der der nächstbesten Alternative entspricht (oder etwas weniger).


Um fair geht es doch nicht. Es wird doch festgelegt, dass EEG-Strom abgenommen werden muss, aber nicht zu welchen Preis.
Dann wären wir wieder bei Vorrang zeitweise "wertlosen" (Verkauferlös-freien) Stroms.
Was macht man dann bei >80 GWp PV. Wer hat dann Vorrang?


pseudoruprecht hat geschrieben:In einem funktionierenden Markt bräuchte es tatsächlich keinen Einspeisevorrang, da gebe ich Dir recht. Aber so, wie die Dinge sind, braucht es das eben, um den Markt zum Funktionieren zu bewegen.


Ja das ist eine wichtige Einschränkung. Dann scheine ich wohl keinen grundsätzlichen Denkfehler begangen zu haben.
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon JayM » 29.01.2012, 23:15

Hallo Energyturnaround,
Deine Logik mit dem unnötigen Einspeisevorrang in einem reinen Merrit-Order Markt stimmt im einfachsten Fall so natürlich. Allerdings kostet es bei einem Kohlekraftwerk unter Umständen Geld mittags kurz abzuschalten. Damit kann (muß) dieses dann negative Preise gegen die 0 von PV bieten. Da läuft dann halt doch die Kohle durch während die PV abgeregelt wird. Ich gehe aber auch noch einen Schritt weiter und sage, dass es auch zu diesen Zeiten eine Einspeisevergütung für PV geben sollte. Wenn EE > 100% kommen, muß man dann zwar zentral geregelt abschalten, aber in der Summe halt ich das für besser als viele kleine Betreiber dem Markt auszusetzen, insbesondere, wenn dieser systematisch extrem niedrige Preise zu besten Ertragszeiten erzeugt.

Der Staat setzt die Regeln. Wenn ich 'fair' sage, geht es mir darum, was volkswirtschaftlich sinnvoll ist, und insbesondere darum wie das Reglement die volkswirtschaftlich erwünschten Investitionen in EE in ausreichendem Maß und erwünschter Struktur erlaubt und anregt. Das erfordert eine längerfristige und weitere Betrachtung als der reine M-O Preismechanismus erlaubt. Zum Beispiel
- werden Investoren wenn die Erträge riskanter werden nur für höhere Renditen in PV investieren. Der Vorteil des Marktpreismechanismus wird dann locker von den höheren Renditeerwartungen aufgefressen (oder es wird alternativ nicht mehr in PV investiert, wenn die höheren Erwartungen nicht zu erfüllen sind).
- werden viele kleine Investoren (vulgo 'Häuslebauer') nicht mehr investieren, weil sie das Marktverständnis nicht haben und die Regiekosten den Ertrag auffressen würden. Damit geht der (von mir gewünschte) Effekt der Demokratisierung der Energieversorgung verloren. Hier verliert man zudem die Investorengruppe mit der geringsten Renditeerwartung.

Fazit: Ich halte eine Entwicklung hin zu einem reinen M-O basierten Markpreismechanismus in einem Markt mit großem EE Anteil nicht für sinnvoll. Auch glaube ich, dass Märkte die einfach in diese Richtung gehen dies früher oder später revidieren werden. Es muß ein neues System her, dass irgendwo zwischen EEG und M-O liegt.

Gruß
Jochen
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Re: PV 2.0 in Süditalien

Beitragvon buergersolar » 29.01.2012, 23:36

Man müsste hier einfach zwischen Kleinanlagen und Industrieanlagen unterscheiden. Ich denke großen Stromverbrauchern kann man auch zumuten, dass sie ihre Überschüsse an der Börse verkaufen. Dem kleinen Hausbesitzer sollte man einfachkeitshalber eine Vergütung zum durchschnittlichen Börsenpreis geben.

Sonnige Grüße
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