Projekt Desertec: Solarstrom aus der Wüste

News über Photovoltaik und Solarstrom

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Projekt Desertec: Solarstrom aus der Wüste

Beitragvon Sonnenstevie » 16.06.2009, 08:21

Wüstenstrom für Deutschland
Hier der Link zu dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem diese Nachricht heute verbreitet wurde:

Solarstrom vom Schwarzen Kontinent: Ein Firmenkonsortium will in Afrika Sonnenkraftwerke bauen - für 400 Milliarden Euro. Es ist eine der größten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten.
........

http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/wirts ... 2183/text/
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Beitragvon Dr. Chili » 16.06.2009, 08:31

Kam sogar schon im Radio heute morgen bei den 3 Minuten News!!! Da kommen nicht oft solarthemen (projektkosten 400Mrd. EUR)...

Auch am Solarserver kommen ständig neue meldungen darüber.

dort (solarserver) habe ich zum ersten mal in einem doppelinterviewvon diesem Projekt gehört. Allerdings stehe ich der sache auch mit einer kräftigen Portion skepsis gegenüber da ich nicht einsehe warum wir unsere energieversorgung erst recht wieder in "fremde hände" legen sollen. ganz zu schweigen von den zig konzernen die durch solche projekte ihre maroden extremitäten am leben erhalten können.
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400 Mrd € für Solarstrom

Beitragvon bettina » 16.06.2009, 09:43

hallo :)

400 Mrd € für Solarstrom:
wenn so ne gigantische Summe in PV investiert wird,ist dann nicht
anzunehmen,das die Modulpreise wieder anziehen :idea:
das sind doch mehr Gigawatt Nachfrage als Angebot ,oder?
wie viele Quadratkilometer Fläche sind das :shock:
(das Kabel von Afrika nach Europa muß doch gigantisch sein.)

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Re: 400 Mrd € für Solarstrom

Beitragvon Dr. Chili » 16.06.2009, 09:53

bettina hat geschrieben:hallo :)

400 Mrd € für Solarstrom:
wenn so ne gigantische Summe in PV investiert wird,ist dann nicht
anzunehmen,das die Modulpreise wieder anziehen :idea:
das sind doch mehr Gigawatt Nachfrage als Angebot ,oder?
wie viele Quadratkilometer Fläche sind das :shock:
(das Kabel von Afrika nach Europa muß doch gigantisch sein.)

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generell geht es da glaub ich mehr um parabolrinnen als um PV module.
in 10 jahren sollte dann strom nach europa fliessen...
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Beitragvon IAE EPE Technik » 16.06.2009, 10:54

Das Thema ist nicht neu....

Es war schon mal vor 3 oder 4 Jahren auf den Tisch wenn sogar nicht schon laenger davor.
Die Grundsatzprobleme zu der Zeit waren, die Politische Lage, sowie Stromtransport durch die jeweiligen Laender (Steuer und Transportgebuehrverteilung).

Ein weiteres Problem, ist denke ich bis heute der Sandige Regen, sowie Sandstuerme, da diese Die Oberflaechen beschaedigt und dadurch den Ertrag enorm mindert.

Sollten die Ing. eine Antwort auf dieses Problem gefunden haben, die EU jetzt Stark genug ist ihren politische Standpunkt in diesen Regionen stabil zu vertreten, besteht vielleicht doch Hoffnung dieses Projekt zu realisieren.

PV technologie wird da definitiv nicht zum einsatz kommen, da der Tempkof. den Modulen zu sehr zusetzt, sowie der Sandstaub.

Mich persoenlich wuerde es freuen wenn das Projekt endlich realisiert wird.

Gruesse Ron
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Beitragvon Tesla » 16.06.2009, 11:07

Keine Sorge - sind wohl keine PV-Anlagen auf Modulbasis zur direkten Stromerzeugung.

Nachgeführte Spiegel sollen die Sonneneinstrahlung bündeln und dann auf dem zentrierten Punkt ein Spezialöl erhitzen, welches wiederum eine Dampfturbine zur Stromgewinnung antreibt.

Würde mich interessieren wie der Wirkungsgrad dieser Methode ggü. PV-Modulen ist.

Gruß
Tesla
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Beitragvon eweri » 16.06.2009, 13:22

Moin Leute!

Komisch - sehen die "Grossen" jetzt doch langsam ein das "verbrauchende" Energiequellen am Ende sind?

Im Prinzip finde ich die Idee gut - aber es sind mal wieder die üblichen Verdächtigen - man kennt sich halt aus mit beherrschender Marktmacht.

Könnte für uns kleinen PV-Betreiber übrigens bedeuten, das wir in einigen Jahren (nach dem EEG) auf unserem Strom sitzen bleiben - weil reichlich billiger Strom aus Afrika kommt.

Egal, dann ist der erste WR im Eimer, dann kommt einer neuer WR und dann mach ich auf Inselnetz ;-)

Achja, was ist eigentlich mit der Zuverlässigkeit dieses Stroms - politsche Verhältnisse in den Erzeuger- und Transitländern oder Terroranschläge auf die Übertragungsleitungen?

Bisherige Pläne sehen Gleichstromleitungen von Marokko nach Spanien, von Tunesien nach Italien und durch den "ruhigen" Nahenosten vor.

Eine gute Flex (Trennschleifer) und ein drittel der Leistung ist plötzlich weg in Europa :oops: also ich stehe auf dezentrale Anlagen.

Wir brauchen PV und Speicher in jedem Wohnviertel - das hat Zukunft!

MfG
eweri

P.S. Habe gerade das Interview mit Herrn Scheer gelesen - das kann auch ein geschicktes Verzögerungsmanöver sein - so nach dem Motto "Warum jetzt noch in Deutschland in "teuere" Regenerative investieren - bald kommt "billiger" Strom aus Afrika" und plötzlich stockt der Ausbau der lokalen Regenerativen. Schei.. ist mir nicht aufgefallen, ich sehe immer nur das gute im Menschen :(
2x SMA SB4000TL und dazu 4x 10x SolarWorld SW220 mit Sun-Watch Datenlogger - ich suche noch ein Dach zum Mieten
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Beitragvon Amun_Ra » 16.06.2009, 13:55

Ist seit heut morgen überall ein Thema.

Die meisten stoßen sich , glaub ich, noch an der vorerst veranschlagten Investitionssumme von 400 Mrd. EUR, den politischen und wirtschaftlichen Modalitäten sowie den nicht einschätzbaren Risiken durch regional bedingte Schlechtwetterauswirkungen (Sandstürme, etc.) und Materialbeanspruchung durch den Temperaturwechsel (Tag/Nacht) sowie die technischen Lösungen für den Transport, Zwischenpufferung und Verteilung des Stroms.

Mich persönlich stören "ein wenig" die im Zusammenhang mit dem Projekt genannten Firmen, da damit absehbar wird, wer die Investition, die Versicherung und den Absatz sowie die Verteilung des Stroms verwirklichen soll.
Das bringt mich nämlich in Sorge um die eigentlich angestrebte Dezentralisierung des Strommarktes und einer statt dessen wieder ins Auge gefassten Bündelung zugunsten der großen Versorger und der damit zusammenhängenden Schaffung, bzw. dem Erhalt von Abhängigkeiten der Verbraucher.
Ich teile also durchaus die Bedenken meines Vorschreibers. :(
21x AS Antares P 225 (asola Thüringen) an 1x SMA SB 4000TL-20
<<< meine Anlage bei Sonnenertrag.eu >>>
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Beitragvon Elektron » 16.06.2009, 14:08

IAE EPE Technik hat geschrieben:Das Thema ist nicht neu....

Es war schon mal vor 3 oder 4 Jahren auf den Tisch wenn sogar nicht schon laenger davor.


jupp siehe hier: http://www.solarserver.de/solarmagazin/ ... _0207.html

    Solarstrom aus der Wüste statt Wüste in Deutschland:
    Erneuerbare Energien im transeuropäischen Verbund
    von Rolf Hug
    15.02.2007


Bei uns auch schon Thema Solarstrom aus der Wüste (Weißbuch des Club of Rome)

Gruß Elektron
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Beitragvon Mickel » 16.06.2009, 14:29

Ich sehe das Projekt positiv.

Für mich ist und bleibt es eine Illusion, dass man gänzlich auf die Stromnetze verzichten kann. Dafür sind die Vorteile einfach zu groß.
Kleines Beispiel: auch dezentrale PV-Anlagen haben ordentliche Skaleneffekte (das ist auch der Grund, warum auf unserem Haus noch keine Anlage steht, weil nur 17m² Platz da sind). Also ist ein kWp auf einer Scheune mit 30kWp insgesamt billiger als meine potenzielle 2,1kWp-Anlage.
Bei einem Inselnetz könnte man die Anlagen nur so auslegen, dass man den eigenen Verbrauch (+teure Speicherung für die Nacht und Schlechtwettertage) deckt und man verliert die Größenvorteile.

Ich bin auch kein Fan der großen Stromkonzerne, aber ich glaube wir werden noch lange mit ihnen leben müssen, auch wenn wir abgezockt werden, sind die Vorteile dennoch so groß, dass es für Ottonormalverbraucher besser ist als sich autark zu versorgen.

Und realistisch betrachtet, wer soll sonst 400Mrd€ zusammentreiben (wobei die ja nur für 15% des Bedarfs reichen, bei angepeilten 100% wäre es etwa ein deutsches Jahres-BIP ).

Natürlich sind solche Netze angreifbar, aber das sind Ölquellen und Verladehäfen auch und da ist im Nahen Osten bislang (außerhalb des Irak) bislang wenig passiert.
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