Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

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Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon Cruso » 14.09.2011, 11:55

Die Einspeisevergütung soll gegen ein Quotensystem (Anteil altern. im Netz) ersetzt werden, da sie ungerecht sei.
In sehr ausgestalteten Sätzen wird auch der Zwang das immer eingespeist werden darf, als nicht marktkonform beschrieben.

Die großen Vier wollen wieder alleiniger Herr über ihre Netze sein :)


http://www.welt.de/wirtschaft/energie/a ... affen.html
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon Spekulatius » 14.09.2011, 12:07

Unterm Strich ist die Quote sehr gut für PV, solange der Eigenverbrauch in der PV 2.0 nicht eingeschränkt wird. Wir müssen ja ohnehin weg von der gegenwärtigen PV-Vergütung. Ausserdem bedeutet die Quote das automatische aus für Offshore-Wind. Wenn die Quote stringent durchgesetzt und implementiert wird wird PV eine noch grössere Rolle spielen. PV vereint nunmal 3 wesentliche Vorteile für Investoren und Betreiber: Billig, geringes Betreiberrisiko, und geringer NIMBY-Effekt. Hoch lebe die Quote!!!!

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon Cruso » 14.09.2011, 12:28

Unterm Strich ist die Quote sehr gut für PV, solange der Eigenverbrauch in der PV 2.0 nicht eingeschränkt wird.


Die Empfehlung (oder was das sein soll) meint mit Quote, Anteil der alternativen Energien am Gesamtstromverbrauch im jeweiligen Netz. Es steht auch nicht drin, welche der alternativen Energieform und wer für die Wahl derer Zuständig ist.
Sind die süddeutschen Netze voll mit PV, wird der Zubau dort gestoppt und es wird um den Windkraftanteil in Süddeutschland zu erhöhen (irgendwo) Windkraft installiert.
Wie wird ein solches Gesetz ausgestaltet?

Der Satz, welche die Abnahmepflicht für hinfällig erklärt bringt es auf den Punkt, der Netzbetreiber bestimmt wer einspeist (nicht der Preis).
Ob sich dann noch Eigenverbrauch lohnt (sofern der Überschuss nicht mehr eingespeist werden kann)?
Bei den weiter fallenden Preisen sicherlich, da der Überschuss ja zum Heizen oder fürs E-Mobil gebraucht werden kann.

Die grundsätzliche Idee der alternativen Energien wird jedoch verloren gehen.
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon PV-Berlin » 14.09.2011, 13:02

Die Ideen ändern ja genau Null an den bestehenden Anlagen. Ganz durchschaue ich das Quotenmodell noch nicht. Wenn es aber den Wettbewerb innerhalb der EE über den Preis regeln soll, na dann bitte machen. Im ach so Sonnenarmen Land kann ja jeder Strom-Händler dann selbst entscheiden, wann und zu welchem Preis er Strom aus EE kaufen möchte. Da lach ich mich jetzt schon schlapp. Da Onshore WKA torpediert werden im Süden bin ich mal gespannt, wie sich eine Biogasanlage da darstellen wird können. Logisch sind dann auch Freiflächen Anlagen der PV erlaubt, die aus heutiger Sicht in 2012 ganz locker Offshore killen. Da werden sich die Bauern schon gut überlegen, was sie dann lieber machen. PV und Weide, --wenig Arbeit gute Erträge oder sich den Mühen und Risiken einer Biogasanlage widmen.

Die können ja rechnen und rumtricksen wie sie wollen, alle Modelle, die nach objektiven Kriterien gestrickt werden, sind für die PV gut! Recht unwahrscheinlich, dass die Onshore, die z.Z. die einzige Form der EE, die mit PV noch mithalten kann auf mittlere Sicht auf einem mal einen Zubau von 2 bis 5 GWp p.A. erleben wird. PV Freifläche ist selbst mit Busch- (7% Zinsfuß bei 10 Jahre Laufzeit) Konditionen bei entspannten 17 Cent in 2012 und das am Tage.

Offensichtlich ist der Informationsstand der Experten nicht mit automatischen Updates unterfüttert, ansonsten kann man sich solche Bemerkungen, die logisch nicht unter dem Einfluss der 4G getätigt werden, kaum erklären.

Der Zug ist durch, selbst wenn PV Dachanlagenbetreiber ihren Überschussstrom zu Onshore Kosten am Tage regional verkaufen müssen, schmälert dass die Renditen nicht derart, dass sie das Investment nicht machen werden.
Ich sage vor raus, das spätestens Mitte 2012 es in das Bewusstsein der Entscheider vorgedrungen sein wird, dass die PV in D. die günstigste und am schnellsten auszubauende EE überhaupt ist. Realitäten haben die unangenehme Eigenschaft extrem penetrant zu sein.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon Tamme » 14.09.2011, 13:11

PV-Berlin hat geschrieben:Realitäten haben die unangenehme Eigenschaft extrem penetrant zu sein.


Das kommt in mein Weise-Sprüche-Buch. Danke :D
LG
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon kai » 14.09.2011, 14:47

Hey,

echt genialer Spruch PV-Berlin ! Nimmst Du dafür Lizenzen :) ?

Gruß

Kai
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon energyturnaround » 15.09.2011, 14:05

PV-Berlin hat geschrieben:Der Zug ist durch, selbst wenn PV Dachanlagenbetreiber ihren Überschussstrom zu Onshore Kosten am Tage regional verkaufen müssen, schmälert dass die Renditen nicht derart, dass sie das Investment nicht machen werden.


Ich will dir da rein praktisch nicht widersprechen, aber wenn ich nicht falsch liege, meinst du doch den Eigenverbrauch des PV-Stroms zur Substitution des Stroms, "der sonst aus dem Netz kommt". Wenn man einen Strompreis annimmt, der wohl um 24 cent und die nächsten Jahre wohl eher steigend als fallend (allein schon durch normale Inflation) ist das durchaus ein lohnendes Geschäft sich PV aufs Dach zu schrauben. Ich stimme dir da vollkommen zu.

ABER: Unter der Annahme, dass Realitäten penetrant sind :D , kommt jeder mit ein paar m^2 Dachfläche (oder zur Not der Balkon :) ) auf die Idee PV-Strom selbst zu produzieren. Und angenommen Stromspeicher werden in bspw 10 Jahren wesentlich billiger, haben doch die Netzbetreiber und der Staat als Steuereintreiber ein Problem:
Den gesamten Sommer ( & Frühling, teilweise Herbst) nimmt kaum ein Haushalt noch Strom aus dem Netz ab, deswegen werden keine Netzgebühren gezahlt, keine Stromsteuer, keine Konzessionsabgabe, keine EEG-Umlage, keine Mehrwertsteuer. Die gesamten Netzgebühren müssen nun auf viel weniger kWh umgelegt werden.
Also im Extremfall führt das zu einem starken Ungleichgewicht, zu einer Art unbewussten Egoismus: Den billigen Strom produziere ich selbst, und wenn ich das nicht kann (weil noch größere Speicher zu teuer) möchte ich Versorgungssicherheit, sprich Strom aus der Steckdose. Aber das verändert die gesamte Kostenstruktur der Kraftwerke grundlegend. Strom aus der Steckdose könnte zum Notstromaggregatspreis verkauft werden, verständlich bei den wenigen Volllaststunden.

Meine Befürchtung: Der Erfolg könnte zu einem Problem werden. Weil wenn der Staat solche Ausfälle bemerkt, dann denkt er sich irgendwas anderes aus, um die Mindereinnahmen wieder wettzumachen. Und PV-Anlagen kann man nur schwer verstecken :)! (Ich erinnere mich da nur an Wasserzisternen, die in manchen Gemeinden mit Steuern belegt werden sollten, weil die Leute ja weniger Wasser brauchen.)
Und auch die Stromversorger könnten zum Beispiel mit hohen Grundgebühren kommen. Und ganz auf den Stromanschluss möchten die meisten auch nicht verzichten (denke ich)?!

P.S.: Ich weiß das ist noch ferne Zukunft und auch extrem ausgedrückt, aber ich hoffe ihr versteht das Dilemma das ich kommen sehe.
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon eggis » 15.09.2011, 15:04

Moin!

Kann mir mal jemand erklären, wie das Quotenmodell beim normalen Hausbesitzer einen Anreiz setzt, eine Anlage zur Produktion von erneuerbarem Strom zu errichten oder zumindest anderweitig in solche Anlage zu investieren?

Hier eine Aussage von H-J. Fell zum Forschlag der Monopolkommission.
Erneuerbare Energien: Quotenmodell würde nur Monopole stärken
Aha, daher der Name 'Monopolkommission'. :roll:
Fell hat geschrieben:Der Vorschlag der Monopolkommission beweist erstaunliche Inkompetenz in der Energiepolitik. Das veraltete Quotenmodell ist in einer Reihe von Ländern gescheitert, die daraufhin mittlerweile das deutsche Fördersystem, das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) übernommen haben. Schon vor Jahren hat die EU-Kommission in Studien festgestellt, dass das Einspeisungssystem Quotensystemen vor allem bei den Kosten und der Ausbaugeschwindigkeit überlegen ist. Obwohl in Großbritannien viel mehr Wind weht, sind aufgrund des britischen Quotenmodells im Vergleich zu Deutschland nur 10 Prozent der Windräder aufgestellt und das bei doppelten Kosten je Kilowattstunde.

Die hochbezahlten Mitglieder der Monopolkommission sind also nicht mal in der Lage alte Studien zu dem Thema aufzugreifen. :roll:
Fell hat geschrieben:Der Monopolkommission hätte auch auffallen müssen, dass in Großbritannien dank Quotenmodell nur die großen Energiekonzerne zum Zuge kamen und der Mittelstand außen vor blieb. Das EEG dagegen hat überhaupt erst Wettbewerb in den deutschen Energiemarkt gebracht und das Erzeugungsmonopol von E.On, RWE & Co gebrochen. In Großbritannien ist man gerade dabei, das Quotensystem abzuschaffen und hat in Teilbereichen bereits ein britisches EEG eingeführt.

Da haben wir das Glück gehabt, einen Fehler zu vermeiden und die "Kommission zu Wahrung der Monopole" will diesen gerne nachholen.
Fell hat geschrieben:Dass das Quotenmodell nicht funktioniert, zeigt aktuell auch das Scheitern der Beimischungsquote bei E-10. Auch hier hatte die Umstellung auf das Quotensystem bei den Biokraftstoffen einseitig die übermächtigen Mineralölkonzerne zu Lasten des Mittelstandes unterstützt. Wenn die Monopolkommission sich jetzt für die Einführungssystem eines Quotenmodells im Stromsektor ausspricht, sollte sie sich gleich in "Pro-Monopolkommission" umbenennen und zugeben, dass sie den für den Klimaschutz unverzichtbaren schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien gar nicht ernsthaft will.

Scheinbar habe die derzeitigen Mitglieder der Monopolkommission ihre Aufgabe falsch verstanden. Vielleicht sollten neue Mitglieder in diese Kommission bestellt werden.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon Cruso » 15.09.2011, 15:49

Der Zug ist durch, selbst wenn PV Dachanlagenbetreiber ihren Überschussstrom zu Onshore Kosten am Tage regional verkaufen müssen,


Bei den Thesen der Herren aus der Komission wird davon gesprochen den Einspeisevorrang der erneuerbaren Energien zu streichen.

Sprich es gibt unter Umständen nichts mehr, nur für die, welche innerhalb der Quote sind.
Diese Quote könnte ja evtl. alleine der großen Erfüllen. 1 GWp wären für die machbar.

Da die Aussagen der Herren sehr unpräzise sind, kann man nur eines sagen --> die wollen wieder die Monopole!
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Re: Monopolkommission für Ende der Einspeisevergütung

Beitragvon hadl » 15.09.2011, 15:50

Ich habe es schon an verschiedenen anderen Stellen geschrieben.
Wenn irgend jemand was fordert, was auf den ersten Blick nicht so ganz einleuchtend ist, oder sogar schon probiert, und nicht funktioniert hat, dafür aber das Ziel verfolgt, die Erneuerbaren etwas im Griff zu halten, (Quote ) muss man – um das zu verstehen – die Urheber unter die Lupe nehmen..
In diesem Fall die Monopolkommission, eine unabhängige Kommission, wie zu lesen ist, 6 Personen stark, mit dem Vorsitzenden Prof. Dr. Justus Haucap.
Dessen Unabhängigkeit spiegelt sich darin, dass er auch noch in der folgenden Einrichtung tätig ist:

Mitglied im Forschungsbeirat des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschafts­forschung (RWI) Essen,

Mehr muss man dazu nicht sagen, oder. ?????

Gruß Hadl
Zuletzt geändert von hadl am 15.09.2011, 16:32, insgesamt 1-mal geändert.
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