News über Photovoltaik und Solarstrom
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von Spekulatius » 27.10.2011, 11:38
batome hat geschrieben:Vielleicht kommen wir der Antwort näher, wenn du mir die Frage beantworten kannst, wo denn auf dieser Welt PV-Kraftwerke ohne Subventionen, Vergütungen, Marketinggedöns oder sonstigen Sponsoring, gebaut werden? Und wo auf dieser Welt können PV-Kraftwerke andere konventionelle Kraftwerke ersetzen?
Nein, solange Du den Zahlen und Fakten ausweichst kommen wir keiner Antwort näher. Ich vermute dass Du dich nicht auf eine Fakten-basierte Argumentation einlässt weil Du den ewigen Eiertanz amüsant findest. Wieso bislang keine PV-Kraftwerke ohne Subventionen gebaut wurden weisst Du selber, es hat sich bislang nicht gerechnet. Mit den Preisstürzen der letzten 2 Jahre hat sich das Bild jetzt verändert, und wir werden die ersten Kraftwerke rasch sehen. First Solar fokussiert seine Strategie jetzt auf die Vermarktung von PV für Anwendungen ohne Subventionen. So verrückt können die doch nicht sein, dass sie so eine Strategie öffentlich kommunizieren wenn der Markt dafür nicht da wäre. Habe ich von Ersetzen gesprochen? Auf Erzeugerebene kann PV eingesetzt werden um Kraftstoffkosten (Öl) zu sparen und damit die durchschnittlichen Gestehungskosten zu senken. Zurück zu meiner Frage an Dich um auf Faktenbasis weiterzukommen. Siehst Du nicht ein dass sich PV auf Gewerbedächern bei 1700 kWh/kWp und 19 €-Cent Netto-Gewerbetarif prima ohne Subventionen rechnet? batome hat geschrieben:Wie soll das gehen, bei nicht bedarfsgerechten, stark schwankenden PV-Erträgen? Es läuft doch darauf hinaus, das PV bestenfalls ein wenig Brennstoffe ersetzt, d.h. dies wird teuer erkauft mit doppelter Kraftwerkstechnologie und weniger effizienten Teillastbetrieb der konventionellen Kraftwerke. Wo auf dieser Welt rechnet sich das (da dir mein "nirgendwo" nicht passt, gebe ich die Frage gerne zurück)? Wenn sich PV so toll rechnet, warum stürzt sich die Welt nicht auf die Module, die derzeit doch so reichlich verfügbar sind?
Z.B. in Malta rechnet sich der Einsatz von PV auf Erzeugerebene. Gestehungskosten Ölstrom sind 15+ Cent, PV liegt unter 10 Cent. Klare Sache. Der Schwenk passiert nicht von einem Tag auf den anderen weil die allermeisten Leute noch der Auffassung sind Solar wäre unbezahlbar. Der Spekulatius 
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von batome » 27.10.2011, 12:20
Zurück zu meiner Frage an Dich um auf Faktenbasis weiterzukommen. Siehst Du nicht ein dass sich PV auf Gewerbedächern bei 1700 kWh/kWp und 19 €-Cent Netto-Gewerbetarif prima ohne Subventionen rechnet?
Eher nicht, weil Gewerbetarif idR niedriger und weil Stromkosten direkt als Kosten abgerechnet werden, PV-Anlage müsste man über 20J. abschreiben -> schlecht. Kapital gebunden, wird für Investitionen dringender benötigt -> auch schlecht. Kommt als Zielgruppe daher weniger in Frage. Außerdem kommt man auch hier nicht auf 100% EV, WE, Feiertage etc. muss man schon abziehen (50-60% EV vielleicht bei optimaler Dimensionierung der Anlage). Das Malta Beispiel hinkt auch. PV liefert ja auch dort nicht rund um die Uhr Strom, sondern vielleicht 1500 Volllaststunden (wobei 100% EV auch hier nicht funktionieren wird). Für den "Rest" braucht man andere Kraftwerke, also wieder doppelte Kraftwerkstechnologie. Wie kommst du eigentlich auf Ölkraftwerke in Malta und auf 15ct? EDIT: Verbraucherstrompreise liegen in Malta bei 17ct*. Die Brennstoffpreise (auch nicht die Stromgestehungspreise) werden daher dort wohl kaum bei 15ct liegen... * http://www.kwh-preis.de/strompreise-in-europa-nur-daenemark-ist-teurer
Zuletzt geändert von batome am 27.10.2011, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
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von Spekulatius » 27.10.2011, 19:23
batome hat geschrieben:Eher nicht, weil Gewerbetarif idR niedriger...
In der Regel ist PV nicht wettbewerbsfähig. Na und? Ich habe Dir schon vorgerechnet dass wir mit der Ausnahme schon gewaltige Mengen an GWs verbauen können. Die Wettbewerbsfähigkeit von PV entwickelt sich allmählich und nicht von einen Tag auf den anderen. Der Prozess wird sehr viele Jahre andauern, fängt dort an wo der Strom teuer ist und wo es viel Sonne gibt (z.B. Malta), und hört dort auf, wo der Strom billig ist und wenig Sonne scheint (z.B. Novosibirsk). batome hat geschrieben:...und weil Stromkosten direkt als Kosten abgerechnet werden, PV-Anlage müsste man über 20J. abschreiben -> schlecht. Kapital gebunden, wird für Investitionen dringender benötigt -> auch schlecht. Kommt als Zielgruppe daher weniger in Frage.
Du willst mir doch hoffentlich nicht sagen, dass Du die Leasing- und PPA-Modelle nicht kennst?  . Der Stromverbraucher braucht keine Investition zu tätigen, er kann auch den Strom von einem Drittanbieter beziehen, der die Anlage auf seinem Dach installiert und finanziert. In den USA ist das DAS Modell überhaupt, da die Unternehmen wie Du schon erkannt hast Investitionen in ihre Kerngeschäfte stecken und nicht in Infrastruktur. Beispiel PPA-Angebot von Siemens: http://www.todaysfacilitymanager.com/fa ... emens.htmlbatome hat geschrieben:Außerdem kommt man auch hier nicht auf 100% EV, WE, Feiertage etc. muss man schon abziehen (50-60% EV vielleicht bei optimaler Dimensionierung der Anlage).
Es gibt Verbraucher die 100% abnehmen können, hängt nur vom Lastgang und vom pooling ab. Grosse Supermärkte und Entsalzungsanlagen wären gute Kandidaten. Man kann auch seinen Strom an eine Bedarfsgemeinschaft von mehreren Fabriken verkaufen. Musst nur kreativ und selektiv sein. batome hat geschrieben:Das Malta Beispiel hinkt auch. PV liefert ja auch dort nicht rund um die Uhr Strom, sondern vielleicht 1500 Volllaststunden
Wo hast Du die 1500 her? Du wirst doch nicht mit Bauchgefühlen gegen knallharte Fakten antreten wollen? Mach mal PVGIS, Climate-SAF, 8% Systemverluste, optimierte Neigung, dann wirst Du schon sehen, wie Du über 1700 kommst: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php#batome hat geschrieben:(wobei 100% EV auch hier nicht funktionieren wird). Für den "Rest" braucht man andere Kraftwerke, also wieder doppelte Kraftwerkstechnologie.
Öl-PV Hybrid, erhöht die Kosten des Ölanteiles nur marginal da die Abschreibung nur einen Bruchteil der Gestehungskosten ausmacht. Ich wiederhole mich jedoch, tu es für Dich aber gerne. batome hat geschrieben:Wie kommst du eigentlich auf Ölkraftwerke in Malta und auf 15ct?
100% Ölstrom: http://www.iea.org/stats/electricitydat ... RY_CODE=MT15 Ct: Kraftstoffkosten = Preis Low-Sulfur Fuel Oil * Spezifischem Verbrauch Preis (IFO 380 cst 1.5%S): $688/Tonne = €490/Tonne http://www.bunkerspot.com/free.asp?id=14751Spezifischer Verbrauch = 276g/kWh (gewichteter Durchschnitt seite 11) http://www.enemalta.com.mt/enemaltastor ... 202008.pdfKraftstoffkosten = 490 * 276 / 10000 = 13,5 €Ct/kWh Gestehungskosten = 13,5 Cent + 1 Cent Zertifikate + 2 Cent Betrieb = 16+ Cent (ohne Abschreibung) Nein, Supermärkte in Malta zahlen 20 Cent netto laut Eurostat: http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui ... 05&lang=enDie Tabelle ist für Grossverbraucher >500MWh/Jahr und ohne Steuern eingestellt, das musst Du vorweg ändern: Lasche "Select Data" -> Lasche "TAX" -> Dort den Haken rausnehmen und bei "Excluding VAT" setzen Dann auf Lasche "CONSOM" -> Dort Haken rausnehmen und bei Verbrauchssegment "20-500 MWh" setzen (entspricht Kleinbetriebe inkl. Supermärkte) Am Ende auf "Update" und dann auf "View Table" Lange Rede kurzer Sinn, im ersten Halbjahr 2011 waren die Netto Gewerbetarife in diesem Segment 20,0 Cent auf Malta, 19,2 Cent auf Zypern, und 17,4 Cent in Italien. Auf Malta landest Du mit €1,5/Wp und 1700 kWh/kWp laut Kollektorf. bei 8,8 Cent. Und Du glaubst noch weiterhin dass man zwischen 8,8 und 20 Cent kein Geschäft hinbekommt? Und was soll das überhaupt, so starke Meinungen gegen PV zu äussern wenn man die PV basics nicht einmal drauf hat? Der Spekulatius 
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von CFAR » 27.10.2011, 20:00
Eine Ergänzung noch, die 8,8 Ct. sind inkl, Kapitalkosten und auf 20 Jahre konstant! Während der Ölpreis innerhalb von 2 Jahren auch mal ganz schnell um Faktor 2-3 steigen kann. Desweiteren ist abzusehen, dass durch weitere Skalierungseffekte in den nächsten Jahren PV-Strom selbst in fast ganz Mitteleuropa die Kostenschwelle des Industriestrompreises unterschreiten wird. Die Mehrkosten, die man jetzt zahlt sind Investitionen in eine Zukunftstechnologie, die uns schon in wenigen Jahren stark unabhängig von Rohstoffimporten macht. Insofern ist die PV eine der wertvollsten Technologien auf dem Energiesektor - v. a. für Deutschland. Trotzdem sind die Förderungen in meinen Augen immer noch zu hoch, auch wenn wir schön langsam in Regionen vorstoßen, wo die Kosten zumindest nicht mehr explodieren. Jetzt wenn dank der Automobilindustrie auch noch die Akkutechnik revolutioniert wird, sehe ich einen großen Boom der PV weltweit voraus.
Ein Blutbad aufgrund von Überkapazitäten wird wohl auch nächstes Jahr kaum zu vermeiden sein, doch spätestens in 2013 werden die weltweiten Zubauzahlen massiv ansteigen.
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von GAST » 27.10.2011, 20:27
CFAR hat geschrieben:Eine Ergänzung noch, die 8,8 Ct. sind inkl, Kapitalkosten und auf 20 Jahre konstant! Während der Ölpreis innerhalb von 2 Jahren auch mal ganz schnell um Faktor 2-3 steigen kann. Desweiteren ist abzusehen, dass durch weitere Skalierungseffekte in den nächsten Jahren PV-Strom selbst in fast ganz Mitteleuropa die Kostenschwelle des Industriestrompreises unterschreiten wird. Die Mehrkosten, die man jetzt zahlt sind Investitionen in eine Zukunftstechnologie, die uns schon in wenigen Jahren stark unabhängig von Rohstoffimporten macht. Insofern ist die PV eine der wertvollsten Technologien auf dem Energiesektor - v. a. für Deutschland. Trotzdem sind die Förderungen in meinen Augen immer noch zu hoch, auch wenn wir schön langsam in Regionen vorstoßen, wo die Kosten zumindest nicht mehr explodieren. Jetzt wenn dank der Automobilindustrie auch noch die Akkutechnik revolutioniert wird, sehe ich einen großen Boom der PV weltweit voraus.
Ein Blutbad aufgrund von Überkapazitäten wird wohl auch nächstes Jahr kaum zu vermeiden sein, doch spätestens in 2013 werden die weltweiten Zubauzahlen massiv ansteigen.
Ich sehe immer noch keine große Akkuentwicklung durch die Autoindustrie, es wird entweder bei Hybrid bleiben mit reinen E-Reichweiten von vielleicht 50-60km und dann weiterer Unterstützung entweder durch eine Brennstoffzelle oder durch einen Verbrennungsmotor für ("Bio" - Metan, Methanol, Wasserstoff oder sonstige brennbare Flüssigkeiten/Gase mit relativ hoher Energiedichte. In der Batterietechnik müsste schon was passieren was vom ersten Flug der Brüder Wright zum Düsenflieger zu vergleichen ist....wobei die heutigen Lithium oder NaS Akkus dann kurz hinter dem ersten Flug anzusiedeln wären Ansonsten ist es natürlich bitter wenn hier selbst renomierte Hersteller wie Schott aus der kompletten Modulfertigung aussteigen würden...wobei es ja nicht heist das sie dann nicht trotzdem als PV-Glas Spezialisten weiterhin erfolgreich sein könnten, bzw. erst richtig werden. gruß Jörg
"Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du." Mahatma Gandhi Die FDP hat nur 3% Befürworter in Deutschland verursacht aber 50% der Kosten im Bundeshaushalt !! Zitat von eggis!!
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von CFAR » 27.10.2011, 21:19
Die Kosten für E-Mobilakkus sind dank der wachsenden Nachfrage nach E-Autos innerhalb von 12 Monaten von 1000 Euro/kWh auf 300-500 Euro/kWh gefallen! Weiterhin kündigen alle renommierten Autobauer und auch neue Konkurrenten für die nächsten beiden Jahre erste Elektroautos in Serienproduktion an. Auch wenn der Markt anfangs nur 100.000 Fzge. weltweit pro Jahr groß ist, so drückt das die Akkukosten dennoch enorm.
Ich bin davon überzeugt, dass die nächsten zehn bis zwanzig Jahre nicht DAS Antriebskonzept den Markt dominieren wird. Heute ist es zwar noch der herkömmliche Verbrennungsmotor, doch für verschiedene Anwendungsfälle wird es eigene Lösungen geben. Wer weiß, vielleicht verbieten Städte irgendwann die Einfahrt von Benzinern und Dieselfahrzeugen wegen der Luftverschmutzung. Aber für Vertreter und Urlauber wird ein reines Elektroauto auch nicht sinnvoll sein. Es wird aber auch noch länger Verbrennungsmotoren geben. Hybridfahrzeuge haben heute eigentlich noch keinen wirklichen Vorteil gegenüber sparsamen Dieselfahrzeugen. Im Gegenteil, der Diesel ist sogar günstiger. Verzichtet man mal auf Fahrspaß, schafft man beim BMW 320ed 4,1 l/100 km. Wozu da noch ein Hybrid? Höchstens ein leistungshybrid, also ein Sportwagen, der dank Hybridtechnik etwas weniger schluckt. Aber jetzt schweifen wir schon stark ab. Ich hoffe, die Admins lassen das mal noch durchgehen...
Um doch wieder einen Bezug zum Thema zu bekommen, die Fahrzeugbranche ist im Umbruch. Dort herrscht aber seit heher ein starker Konkurrenzdruck und der führt zu extremen Kostenreduzierungen. Das betrifft alles, was im Fahrzeug verbaut wird. Und gerade große Li-Ionen Akkus im Bereich von 10 - 20 kWh werden noch nicht in Massenfertigung hergestellt, so dass durch den E-Mobilmarkt hohe Skaleneffekte erreichbar sind. Und weil der Elektrofahrzeugboom ab 2013 beginnt, werden auch Akkus ab diesem Moment immer günstiger. Und davon werden auch Solarakkus massiv profitieren. Bei 3-4 Ct pro Akkuladung rentieren sich Akkus in Verbindung mit PV-Technik für den Eigenverbrauch in zahlreichen Staaten der Erde - wsl. dann auch in D. Und dann boomt die PV so richtig, weil sie mit deutlich weniger Subventionen auskommen wird. Wer weiß, möglicherweise sogar ganz ohne. Das Blutbad jetzt ist also in meinen Augen kein Dauerzustand. Die, die es überstehen, werden für den erwarteten weltweiten Boom gut dastehen.
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von batome » 27.10.2011, 22:30
@Spekulatius: Deine Bsp. wirken doch auf mich sehr konstruiert und theoretisch. Auch wird das niemand für ein paar cent machen, ein bisschen was muss dabei auch rumkommen. Und der Beweis deiner theoretischen Nischenmärkte steht noch aus. Dies wären konkrete Zubauzahlen aufgrund des eigenen Bedarfs ohne Förderungen und Subventionen (OnGrid wohlgemerkt).
EDIT: Wenn Malta 100% Ölkraftwerke betreibt, dann sicher nicht mit 15ct Gestehungskosten netto (auf die ich auch nicht komme, Brennstoffkosten liegen m.W. bei etwa 5ct), um diesen Strom dann für 17ct brutto an die Verbraucher zu verkaufen. Möglicherweise haben sie Ölvorkommen, in jedem Fall wäre 15ct Stromgestehungkosten (bei 100%) totaler Irrsinn. Dann würden sie doch Kohlekraftwerke bauen und Kohle importieren.
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von energyturnaround » 28.10.2011, 00:02
batome hat geschrieben:@Spekulatius: Deine Bsp. wirken doch auf mich sehr konstruiert und theoretisch.
Ob das alles stimmt kann ich nicht nachprüfen, aber er bringt zumindest Zahlen ins Spiel und verbindet diese mit einer logischen Argumentationskette. Auch auf die Gefahr hin, dass das bestimmt hier schon mal jemand geschrieben haben sollte: Kaum eine Branche hat solche Produktivitätsfortschritte zu verzeichnen wie die PV-Branche. Laienhafr würde ich das als Preisdeflation bezeichnen. Und wie beim Konsum (z.B. früher mal Japan) führt Deflation idR zu Kaufzurückhaltung. Der einzige Grund warum in Deutschland PV gebaut wird, ist das EEG, das von Jahr zu Jahr sinkt. Dagegen wird bei der Stromsubstitution durch PV der Gewinn von Jahr zu Jahr größer. Die Anlagenpreise sinken, der Strompreis steigt. Also es lohnt sich jedes Jahr immer mehr. Also warum dieses Jahr z.B. auf Malta eine PV-Anlage bauen, wenn ich doch weiß, dass ich nächstes Jahr das ganze billiger haben kann. Die Gestehungskosten sinken z.B. nur um 1 cent/kWh, auf 20 Jahre gerechnet sind das 20cent/"Jahres-kWh". Ein guter Grund noch ein Jahr teuereren Strom zu beziehen. Mist. Nächstes Jahr wird es ja wieder billiger, usw. Bis ... ja bis irgendwann die Kostenkurve der PV soweit konvergiert, dass sich das Warten nicht mehr lohnt. in kurz: Als (deutscher) EEG-Nutzer lohnt es sich kaum zu warten. Aber wenn FIAT seine Werkshallen in Italien belegen will, wird es jedes Jahr noch billiger und die Differenz zum teuren Netzstrom immer größer. Ein klassisches Dilemma!
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von nautica » 28.10.2011, 00:57
batome hat geschrieben:EDIT: Wenn Malta 100% Ölkraftwerke betreibt, dann sicher nicht mit 15ct Gestehungskosten netto (auf die ich auch nicht komme, Brennstoffkosten liegen m.W. bei etwa 5ct), um diesen Strom dann für 17ct brutto an die Verbraucher zu verkaufen. Möglicherweise haben sie Ölvorkommen, in jedem Fall wäre 15ct Stromgestehungkosten (bei 100%) totaler Irrsinn. Dann würden sie doch Kohlekraftwerke bauen und Kohle importieren.
Die Bauen keine Kohlekraftwerke, weil sie eben schon Ölkraftwerke haben. Kohlekraftwerke sind wohl auch eher größer (MWel Generatorleistung), als die dortigen Öl/Gaskraftwerke (10-70MW, Spitzenlast in Malta 403MW). In dem FinanzReport von Malta steht auch etwas von 30Mio € höheren Jahresverlust aufgrund der hohen Ölpreise. Am Ende dann 60Mio. Verlust insgesamt UND "Government subventions" in Höhe von 76Mio. €. batome hat geschrieben:@Spekulatius: Deine Bsp. wirken doch auf mich sehr konstruiert und theoretisch.
Die Zahlen sind noch nicht einmal "geratene" Zahlen, sondern sind für jeden nachprüfbar und sogar Bestandteile der EU-Statistik/Eurostat sowie der Konzernbilanzrechnung. Im Bericht stehen sogar die verbrannten Tonnen an Öl drin- nicht alles wird verstromt, da Enemalta = Wiederverkäufer. Auf der Grundlage kommt man selbst beim aktuellen Börsenpreis von Brent (also Rohöl 0,5€/l) auf 100€/MWh - mit Heizöl aktuell wohl ~115€/MWh ( 0,57€/l) - das sind reine Preise ohne "Mindermengenzuschlag" nach Malta  , ohne Kraftwerk etc... Bsp Malta-Energieerzeugung: 2167000MWh (siehe enemalta Bericht) bei 403MW "max" Last (enemalta) -> ein/mehrere Kohleblock lohnt sich nicht (eigene Vermutung, vgl. mit Poln. Kraftwerksgrößen und vermutetem Steuerungsverhalten) wären im Schnitt 5325 Volllaststunden (selbst berechnet) ein Gas/Ölkraftwerk lief nur 416h (enemalta Bericht) -> das wäre auch sicher auch nicht unbedingt rentabel (eigene Vermutung) PS: Zubauzahlen "OnGrid" ohne Subvention ist Quatsch mit Soße/führt zu nix - Es gibt in jedem Land der Erde bisher irgendeine mindestens eine der (4?) PV/EE Förderungsformen, oder Entwicklungsprogramme/-hilfe. Greenpeace argumentiert zB mit höherer Atomsubvention. Die großen 4 haben vermutlich auch nur neue Kraftwerke gebaut, da es neuere Vorschriften gab - für CO2 Zertifikate zahlen sie zB nichts.
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von Spekulatius » 28.10.2011, 01:48
batome hat geschrieben:@Spekulatius: Deine Bsp. wirken doch auf mich sehr konstruiert und theoretisch. Auch wird das niemand für ein paar cent machen, ein bisschen was muss dabei auch rumkommen. Und der Beweis deiner theoretischen Nischenmärkte steht noch aus. Dies wären konkrete Zubauzahlen aufgrund des eigenen Bedarfs ohne Förderungen und Subventionen (OnGrid wohlgemerkt).
EDIT: Wenn Malta 100% Ölkraftwerke betreibt, dann sicher nicht mit 15ct Gestehungskosten netto (auf die ich auch nicht komme, Brennstoffkosten liegen m.W. bei etwa 5ct), um diesen Strom dann für 17ct brutto an die Verbraucher zu verkaufen. Möglicherweise haben sie Ölvorkommen, in jedem Fall wäre 15ct Stromgestehungkosten (bei 100%) totaler Irrsinn. Dann würden sie doch Kohlekraftwerke bauen und Kohle importieren.
Sag mal willst Du mir entgegenkommen oder willst Du Dich in Vorurteilen und Bauchgefühlen verkapseln? Ich habe Dir sehr gute Fakten angeboten, u.A. von der Internationalen Energieagentur, von Eurostat, von PVGIS, die Du alle mit einem Handschlag vom Tisch wischt um dann zu sagen: Alles erfunden, PV bleibt sauteuer bis ich nicht die erste Anlage ohne subventionen sehe. Mein Punkt ist ja nicht dass jetzt schon ohne Subventionen gebaut wird, sondern einfach dass es sich rechnet! Weiss der Geier ob es dort schon losgeht, ich will nur Deine Aussage wiederlegen, dass sich ongrid nirgendswo auf der Welt rechnet, und dafür muss ich nicht nach Malta fliegen oder ein Spionagesatellit von der CIA anmieten um den Zubau zu tracken. Dafür ziehe ich mir einfach Daten aus sehr guten Quellen und bemühe den gesunden Menschenverstand, d.h. mache einen Kostenvergleich zwischen PV und dem konventionellen Strom. Für mich liegt die Wahrheit und vor allem die Möglichkeiten auf der Hand. Wenn Du stattdessen ein Konstrukt siehst, können wir den Austausch jetzt nur fortführen, indem Du mir sagst was genau an den Zahlen und Fakten erfunden sein soll und Du die Fakten mit Deinen eigenen Fakten wiederlegst. Zu sagen alles ist erfunden bereitet der Diskussion natürlich ein plötzliches Ende, wie Du Dir vorstellen kannst. Batome, Ölkraftwerk 5 Cent? Da hast Du wirklich eine klaffende Wissenslücke... Kein Wunder dass Du manche Zusammenhänge nicht siehst. Wo hast Du die 5 Cent her? Kohlekraftwerk wahrscheinlich nicht wegen der Verpestung / dem Umgang mit der Asche. Ich habe es ja schon schwarz auf weiss zusammengerechnet, aber hier direkt aus einem Gutachten für die Regierung in Malta (Seite 17): http://lc.gov.mt/mediacenter/PDFs/1_4%2 ... iantar.pdfKraftstoffkosten für Schweröl im Marsa-Kraftwerk sind 20,8 USD/kWh = 14,9 €Ct/kWh. Sag Du was da noch für Zertifikate, Betrieb, und Abschreibung draufkommt. Für Diesel/CCGT in Delimara zahlt man 17,2 USD/kWh=12,3€Ct/kWh. Hier kannst Du auch einen Vorschlag für die Gestehungskosten machen. 80% des Stroms wird mit Schweröl gewonnen (20%Diesel/CCGT), somit liegen wir im Durchschnitt näher am oberen Ende. Der Gewerbetarif war 20 Cent NETTO, nicht zu verwechseln mit Deinem Haushaltstarif. Ab Januar liegt Freifläche in Deutschland bei 17,9 Cent, und das bei 1000kWh/kWp. Zieh das mal mit Dreisatz auf 1700 kWh/kWp, dann landest Du bei 10,5 Cent. Na, macht es klick? Der Spekulatius 
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