News über Photovoltaik und Solarstrom
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von cephalotus » 18.01.2011, 13:59
[edit admin] thread abgetrennt von Der Hammer: LG bestätigt Beitrag der AKW's zum Klimaschutzopen source energy hat geschrieben:Ich finde es ja schon lustig, wie Du Dich hier über PV äußerst. Zum Errichten einer PV Anlage reichen wenige kWh Strom und einige km mit den Fahrzeugen. Um ein kWp herzustellen und auf das Dach zu packen braucht es ca. 2,1tonnen CO2.
Freut mich, Dich erheitern zu können. Woher kommt Dein Wert? Gibt es dazu eine Quelle? Seriöse Lebenszyklusanalysen findest Du z.B. bei GEMIS: http://www.oeko.de/service/gemis/files/ ... daten1.xlsIch denke, die sind unverdächtig genug. Ich zitiere bzgl CO2e in g/kWh Strombereitstellung im deutschen Strommix von 2005 (ohne Entsorgung): Atomkraftwerk (AKW) 29 Wasser-Kraftwerk > 10 MW 40 Wind Park onshore 23 Wind Park offshore 22 Solar-PV (monokristallin) 134 Solar-PV (polykristallin) 126 Und hier mal die Luftschadstoffe in g/kWh Option [g/kWh] SO2-Äquivalent SO2 NOx Staub Import-Steinkohle-Kraftwerk 1,82 0,99 1,14 0,12 Erdgas-GuD-HKW 100 MW 0,48 0,01 0,66 0,01 Atomkraftwerk (AKW) 0,16 0,08 0,11 0,02 Solar-PV (monokristallin) 0,28 0,14 0,18 0,07 Solar-PV (polykristallin) 0,27 0,14 0,17 0,07 Sorry aber eine PV Anlage ist nach dem Lebenszyklus ein Rohstoff und kein Müll für die nächsten 100.000 Jahre.
Derzeit ist es Müll, die einzige Pilotanlage fürs Recycling kristalliner Module in Freiberg ist meines Wissens derzeit außer Betrieb. Solange Recycling nicht wirtschaftlich ist und danach sieht es bei den heutigen Si Preisen nicht aus wird es auch nicht gemacht. Vielleicht baut man noch die Modulrahmen aus Alu ab, vermutlich(!) nicht mal das. Die nach Aussagen des Unternehmens derzeit weltweit modernste Fertigunsganlage für PV Module ist jedenfalls nicht darauf ausgelegt, Module so zu bauen, dass das Recycling erleichtert wird, das spielte bei der Planung keine Rolle. Was die Wechselrichterhersteller mit den defekten Wechselrichtern machen weiß ich nicht, FALLS die bei denen überhaupt landen. mfg
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von Helios » 18.01.2011, 14:14
...meinst Du nicht, dass die Werte aus 2005 heute nicht mehr repräsentativ sein dürften?
Gruß Helios
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von Helios » 18.01.2011, 14:19
Helios hat geschrieben:...meinst Du nicht, dass die Werte aus 2005 heute nicht mehr repräsentativ sein dürften?
Gruß Helios
Edit PS: und noch nichts von PV-Cycle gehört und gelesen? Ich denke das der Gesetzgeber die Rücknahme gesetzlich regeln wird.
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von cephalotus » 18.01.2011, 14:20
Helios hat geschrieben:...meinst Du nicht, dass die Werte aus 2005 heute nicht mehr repräsentativ sein dürften?
Gruß Helios
Sehen die Mono- und Polykristallinen Module, die Wechselrichter und die Gestelle heute soviel anders aus als 2005? Der Hauptunterschied ist, dass 2010 die meisten Module und ein großes Batzen des Siliziums aus chinesischen Fabriken kam, das war 2005 noch anders. Ob das die Werte für PV wohl verbessert hat? Es ist ziemlicher Aufwand solche Lebenszyklusanalysen zu erstellen, da man einen riesigen Wust an Daten verarbeiten muss. Ich hätte auch gerne neuere Werte, kenne aber keine besseren. Die zitierte Ergebnistabelle 4.6 spiegelt den Stand von ca. Mitte 2010 wider. Wenn Du bessere und/oder aktuellere Daten hast als das Ökoinstitut, dann teile uns die bitte mit. mfg
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von cephalotus » 18.01.2011, 14:24
Helios hat geschrieben:Helios hat geschrieben:...meinst Du nicht, dass die Werte aus 2005 heute nicht mehr repräsentativ sein dürften?
Gruß Helios
Edit PS: und noch nichts von PV-Cycle gehört und gelesen? Ich denke das der Gesetzgeber die Rücknahme gesetzlich regeln wird.
Ja, ich kenne PVcycle. Das ist eine Absichtserklärung. Mein aktueller Kenntnisstand ist der, dass es derzeit nicht eine einzige Recyclinganlage für kristalline PV Module in Betrieb gibt. Die in Freiberg steht still. Spannend wird das Thema (angeblich) so ab 10.000t Modulschrott pro Jahr und Hersteller auch dann wird es bei derzeitigen Preisen nur dann umgesetzt, wenn es eine Verpflichtung dazu gibt und/oder die Kunden es explizit fordern. Das führt dann aber zu Mehrkosten. mfg
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von open source energy » 18.01.2011, 15:46
Ich schließe mich Helios an, denn die Daten aus 2005 sind ja in PV Zyklen uralt!
Hier wurden Fortschritte auf der gesamten Bandbreite der Wertschöpfungskette gemacht. Fängt an bei der Optimierung der Aluschienen (Träger und Modul) und hört bei den Zellen auf. Hier wurde u.a. der Verschnitt und Ausschuss reduziert!
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von eggis » 18.01.2011, 16:20
open source energy hat geschrieben:Hier wurde u.a. der Verschnitt und Ausschuss reduziert!
Nach Aussage von Herrn Welter (Photon) ist mittlerweile die energetische Amortisation chinesicher Module -trotz des langen Transportweges- schneller als bei Modulen aus deutsche Produktion. Das liegt unteranderem daran, dass in China die neuesten Siliziumsägen stehen, die Dünnere Wafer sägen können. cephalotus hat geschrieben:Solar-PV (monokristallin) 134 Solar-PV (polykristallin) 126
Gerechnet auf 25 Jahre? Oder dürfen die Module auch länger (35-40 Jahre) laufen.
Mit sonnigen Grüßen -eggis- "Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft." (George Bernard Shaw)SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC Meine Anlage!!! hier klicken
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von Mühli » 18.01.2011, 16:32
Ob das mit dem Modulrecycling so funktioniert, wie wir das gerne hätten, sehen wir wenn die erste Modul-Schrott-Welle kommt. Und ob das in 20 Jahren ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Natürlich wird es eine gewisse Menge an Modulen geben, z.B. von Solarparks denen ein Abbau nach 20 Jahren vorgeschrieben wurde. Aber ob die dann "verschrottet" werden, keine Ahnung. Weiß nicht, wieviel sowas in 20 Jahren noch wert ist. Ich jedenfalls für mich, mit meinen 6,6kWp kann den Strom dann noch für mich selbst nutzen, und ich erwarte schon, dass (zumindest die Module) 30 Jahre stressfrei durchhalten. Ist halt blöd, weil man einfach nicht richtig sagen kann, wie viel Leistung die dann noch bringen. Solang wir die kalte Fusion nicht unter Kontrolle haben, und keine neue Energieform bis dahin auftaucht, werden aber die wenigsten ihre Anlagen einfach wegwerfen. Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, kann man allerdings auch nicht vorhersehen, siehe Oldtimer usw. Keine Ahnung welche Geräte wir bis dahin haben werden, bzw. wieviel Strom die brauchen. Also würd ich mir übers Recycling erstmal keinen Kopp machen, den jungen Leuten wird schon was einfallen, gell
Gruß
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von open source energy » 18.01.2011, 16:37
Diese ganzen neuen Technologien kommen doch viel zu Spät. Der Ausbau der EE geht so schnell, dass selbst unter den optimistischsten Voraussetzungen der erste Fusionsreaktor in 50 Jahren steht. Bis dahin sind wir aber längst 100% EE! Außerdem kommen mit der Fussion neue Schwierigkeiten auf uns zu. Schwerer H2 etc.
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von cephalotus » 18.01.2011, 16:50
eggis hat geschrieben:open source energy hat geschrieben:Hier wurde u.a. der Verschnitt und Ausschuss reduziert!
Nach Aussage von Herrn Welter (Photon) ist mittlerweile die energetische Amortisation chinesicher Module -trotz des langen Transportweges- schneller als bei Modulen aus deutsche Produktion. Das liegt unteranderem daran, dass in China die neuesten Siliziumsägen stehen, die Dünnere Wafer sägen können.
Die Sanyo Module hatten in 2005 bereits 200µm (oder warens 250µm?) dünne Wafer. Wie dünn sollen die in den chinesischen Modulen sein? Es gibt ein Limit für die kleinste sinnvolle dicke kristalliner Wafer. Ansonsten würden mich mehr Details aus dieser Aussage intererssieren, falls möglich... cephalotus hat geschrieben:Solar-PV (monokristallin) 134 Solar-PV (polykristallin) 126
Gerechnet auf 25 Jahre? Oder dürfen die Module auch länger (35-40 Jahre) laufen.
Die Methodik ist mir nicht bekannt, dazu müsste man dann die Software selbst benutzen. Nachdem ich mir mal live angesehen habe, was bei einer fast vollautomatischen Modulfertigung bei ständiger Kontrolle an "Mikrofehlern" entdeckt wird (schwache Lötstellen, Mikrorisse, etc...) und welche Angst die Entwicklungsabteilung dort vor neuen Materialien hat (weil mans u.U. erst 5 Jahre später bemerkt, wenn mit einem neuen Material was schief läuft) bin ich SEHR gespannt, wie die Lebensdauer unserer PV Anlagen schlussendnlich wirklich sein wird. Ob da jemand, der in China 12 Stunden am Tag 5.000 Lötstellen von Hand lötet wirklich immer perfekt arbeitet, wenn es bei uns die beste Robotortechnologie aus der Automobilfertigung nicht schafft? Ob die Chinesen wirklich nach jedem Schritt das Produkt vermessen und kleine Fehler nacharbeiten? (für die Deutschen scheint das jedenfalls auch eher neu zu sein?) Ein Mikroriss oder eine schwache Lötstelle fällt vielleicht fünf Jahre lang nicht auf, dann beginnt die Zelle vielleicht zunehmend wärmer zu werden und der Zerfall beschleunigt sich rapide. Hotspots entstehen. Am Anfang wird mans vielleicht nicht bemerken, die Anlage wird halt schwächer... In 25 Jahren sind wir dann schlauer, derzeit bin ich grad wieder deutlich vorsichtiger mit meinen Lebensdauerschätzungen geworden. mfg
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