Unbezahlbarer Sonnenkult
Ausnahmsweise kann man diesmal nur hoffen, dass sich Philipp Rösler mit seinen Plänen durchsetzt. Der FDP-Wirtschaftsminister will die Solarstromförderung deutlich senken.
Laut dem Verfasser setzt Röttgen auf den "unbezahlbaren Sonnenkult".
Mit der Definition von Sonnenkult in Wikipedia stimmt dieses aber nicht überein.
wikipedia hat geschrieben:Sonnenverehrung oder Sonnenkult beschreibt einen Kult oder eine Religion, dessen zentrales Motiv der Orientierung oder Anbetung die Sonne ist. Dabei repräsentiert das physische Zentralgestirn unseres Planetensystems die oberste Gottheit oder die höchste Kraft der jeweiligen Kosmologie.
[...]
Ironische Verwendung
Als unnatürlicher Sonnenkult wird auch die übertriebene Benutzung von Solarien und Bräunungsstudios von manchem angesehen. Menschen, die bei jeder Gelegenheit versuchen, sich im Freien zu sonnen, werden als "Sonnenanbeter" bezeichnet.
Hmm, soll wohl nur lustig sein und Aufmerksamkeit schüren?
Sicher, auf Dauer müssen wir uns vom heutigen Energiemix verabschieden. Der Ausstieg aus der Atomkraft ist richtig, verstärktes Verfeuern von Kohle keine Lösung. Bleibt nur, den Anteil alternativer Energien zu erhöhen. Dabei ist es grundsätzlich richtig, neuen Technologien Starthilfe zu gewähren.
Da gehe ich mit dem Autor konform. Er hätte vielleicht noch schreiben sollen, was er mit "auf Dauer" meint. Da kann es sicherlich verschiedene Auffassungen geben.
Nun kommen aber Fragen deren Antworten er dem Leser schuldig bleibt. ...vielleicht kennt er die Antworten auch nicht. Nun gut versuche ich mal selber zu antworten, da ich davon ausgehe, dass es vom Auto gewünscht ist, dass der Leser selber nachdenkt.
Aber warum wird ausgerechnet Solarstrom so großzügig gefördert, warum großzügiger als andere saubere Energien?
Ich sehe hier besonders die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung als Grund. Da niemand gerne Windkraftanlagen (die billigste Form der eE´s) wegen ihrer optischen Wirkung, Schattenwurf oder Lautstärke in der Nähe haben will. Photovoltaikanlagen sind hier viel unscheinbarer. Zumindest wenn sie auf Dächern errichtet werden, die eh schon eine Fläche versiegelt haben. Durch dieses Akzeptanzproblem geraten andere Erzeugungsformen erneuerbarer Energie ins Hintertreffen, was man an den Zubauzahlen (Wind 2GW / PV 7,5GW(p)) sehen kann. Aber nicht nur die Akzeptanz ist hier das Problem, sondern auch die Investitionskosten. Während man PV-Anlagen in der Größe sehr gut skalieren kann, kann der Investor selber entscheiden wie groß sein Projekt werden soll. Windanlagen lohnen sich erst ab einer bestimmten Größe, so dass man eine sehr gute Bonität bei einer Bank oder starke Co-Investoren braucht. Als letzten Punkt möchte ich noch den hohen Planungsaufwand nennen, der schon in der Planungsphase finanzielle Mittel benötigt, um Gutachten und dergleichen Anzufertigen, ohne nur zu wissen, ob die Projekt überhaupt durchgeführt werden kann.
Warum sollen wir alle zahlen, damit eine Energieform Auftrieb bekommt, eine Branche Reibach macht?
Soll ich jetzt ´ne Gegenfrage stellen? Wer soll den nicht zahlen? Schließlich ist der Umbau der Energieversorgung eine politische Entscheidung die demokratisch nach Mehrheiten beschlossen wurde. In anderen Fragen bin ich auch als Gegner in der Minderheit und muss Entscheidungen mittragen und mitbezahlen. In Hinblick auf die Bundesverschuldung war ich damals noch gar nicht geboren. ...lassen wir das. Vielleicht hat der Autor ja ein anderes Demokratieverständnis.
Ich denke, es ist gut, wenn wir Energie im eigenen Land erzeugen und das Geld mit für Rohstoffimporte aus dem Ausland bezahlen. Jede Anlage trägt zu Wertschöpfung im eigenen Land bei und die Errichter dieser Anlagen stellen Mitarbeiter ein, was die Arbeitslosenquote senkt. Der Errichter und die Betreiber zahlen Steuern, was den Bundeshaushalt entlastet und wieder mehr Mittel für die wirklich Bedürftigen (Hartz IV) zu Verfügung stehen. Und die Gewinne werden für mehr Inlandskonsum verwendet, so dass auch Menschen ohne Photovoltaikanlagen davon profitieren.
Und als Kapitalanlage taugen Solaranlagen nur für Hausbesitzer, nicht für Mieter.
Zu dieser Feststellung hätte ich gerne auch die Begründung gelesen. Leider fehlt diese.
Wie viele wissen gibt es Bürgerbeteiligungsprojekte an denen auch Mieter sich beteiligen können. Selbst Banken verkaufen Geldanlagen damit ihre Kunden etwas für die Rente zurücklegen können. Viele wissen vielleicht gar nicht, dass in ihrem Fonddepot evtl. Anteil an solchen Anlagen dabei sind. Vielleicht sollte der Autor mal selber bei sich nachschauen.
Die Wahrheit ist, dass uns die schon verbauten Module die nächsten Jahre 100 Milliarden Euro kosten.
Wieder so eine ungenaue Zeitangabe. In 3 Jahren ist das auf´s Jahr gesehen schon viel. In 20 Jahren sehen die Jährlichen Kosten schon anders aus. Übrigens betragen die Zinsen der Staatsverschuldung 220 Mrd. Euro/Jahr. Der Großteil durch politische Entscheidungen die getroffen wurden als ich noch nicht geboren war. Jammer ich nun rum!
Das Ergebnis ist mau. Der Anteil der Fotovoltaik am Energiemix beträgt weiter drei Prozent,...
Naja, es sind vier Prozent. Also 25 Prozent mehr als der Autor genannt hat.
... das Jobwunder blieb aus.
Man sollte nicht nur auf die Branche schauen die direkt involviert ist. Evtl. hat ja genau der Kredit meiner Anlage dem Banker den Job gerettet. Vielleicht kann sich meine Frisörin ihre Angestellte leisten, weil ich doch etwas mehr Geld da lasse. Der Inlandskonsum wird hier sehr unterschätzt, denn nicht jeder Ölscheich gibt seine Ölmilliarden auch in Deutschland wieder aus.
Solarstrom ist nicht nur die teuerste und am höchsten subventionierte Form der Stromerzeugung, sondern auch die am wenigsten effiziente. Solaranlagen liefern nachts keinen und im Winter kaum Strom - das rechnet sich nicht, macht nicht von Kohle und AKW unabhängig.
Es kommt halt darauf an wie man Effizienz definiert. Sonnenstrom wird 10-20 mal effizienter gewonnen als es zum Beispiel Pflanzen könnten. Da Kohle auch nur in Pflanzen gespeichertes Sonnenlicht ist, ist die Effizienz sehr viel Höher als in einem Kohlekraftwerk. Ist es effizient die Kohleflöze die mehrere hundert Millionen Jahre zu Entstehung benötigten, in nur wenigen hundert Jahren zu verbrennen? Wir werden unsere Nachfahren in ein paar Generationen über unsere Effizienzansichten urteilen, wenn fossile Rohstoffe so rar sind, dass sie kaum noch zu bezahlen sind?






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